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Rezension - Als wir Schwäne waren von Behzad Karim Khani

Reza, der mit seinen intellektuellen Eltern aus dem Iran in die Freiheit nach Deutschland flüchtet, lebt einer Siedlung, wo die Küchen keine Abzüge haben, und in deren Fluren es nach Armut, Majoran und Etagenbetten riecht. Es sind die 1990er, die Mutter ist Soziologin , der Vater ein Schriftsteller, in dessen Sprache es fünfzehn verschiedene Begriffe für Stolz gibt. Deutschland erlebt er als Kränkung und wird zum Beobachter. Erschöpft sich dabei, das Land zu begreifen, während die Mutter an das An- und Weiterkommen glaubt und die Wut des Sohnes immer ungehemmter wird. Denn auf den Straßen seines Viertels herrscht eine Gewalt, von der die Eltern wenig mitbekommen. Das Leben auf der Straße ist hart, Kriminalität lauert an jeder Ecke. Behzad Karim Khani beschreibt präzise, kein Wort ist überflüssig, dabei mit so viel Poesie und Sprachwitz, mit dem Klang einer arabischen Erzählung, eine sprachliche Perle. Ein Roman, der ins Herz trifft, gleichzeitig voll in die Fresse tritt! Unbedingt le...

Rezension - Ein ehrliches Leben von Joakim Zander

  Simon ist ein guter Schüler, fristet ein Kleinstadtleben bei seinen Eltern, die ein durchschnittliches Leben führen – und er will mehr! Er will in der Großstadt studieren, ein Fach, mit dem es sich viel Geld verdienen lässt: Jura . Er landet in einer WG von Jurastudenten, die aus Generationen von Juristen stammen, mit der Rolex am der Handgelenk. Simon findet hier mit seiner Mittelschicht-Herkunft seine ersten Grenzen, sprachliche Ausgrenzung , Dresscodes, die anderen behandeln ihn herablassend. Simon lernt die anarchistische Max kennen, die ihn mit in ihre Kreise nimmt. Spannender Thriller, Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Ein ehrliches Leben von Joakim Zander

Rezension - Eisiges Land von Tore Kvæven

  Gesprochen von Uve Teschner   Spieldauer: 14 Stunden und 10 Minuten  Grönland, 1293 : Ein Gesetz besagt, dass alle Höfe informiert müssen, wenn Walrösser in die Fjorde kommen. Der 15-jährige Arnar Vilhjalmsson , Sohn von Vilhjalm Rågsson , darf an seiner ersten Walrossjagd teilnehmen. An Bord trifft er auf  Sohn Hûnvarg , ihre Wege werden sich im Laufe der Handlung werden sich immer wieder blutig kreuzen. Das Land ist karg und unerbittlich, weshalb die Stämme sich strenge Verbote auferlegt haben, die Arnar stets im Weg stehen, ob Landrechte, Jagdrechte und Fischereirechte  – auch wenn es um die Frau geht, in die er sich verliebt hat. Ein Grönlandepos über die Zeit der Wikinger , historisch fundiert, angelegt an Erich den Roten . Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Eisiges Land von Tore Kvæven

Rezension - Die Fletchers von Long Island von Taffy Brodesser-Akner

  1980 im wohlhabenden Long Island: Carl Fletcher wird vor seinem Haus gekidnappt. Gegen die Zahlung eines üppigen Lösegeldes wird er freigelassen, und die Familie versucht, den Vorfall hinter sich zu lassen. Die Fletchers sind reich, enorm reich! Sie leben von ihren monatlichen Tantiemen aus der Styropor-Fabrik . Die hatte Zelig Fletcher , ein Holocaust-Überlebender, gegründet. Doch eines Tages versiegt diese Quelle … Eine Persiflage auf die amerikanische Gesellschaft – auf die der jüdischen Reichen. Ein Drama, eine Satire, mit Längen – trotzdem Leseempfehlung! Weiter zur Rezension:   Die Fletchers von Long Island von Taffy Brodesser-Akner

Rezension - Es war einmal ein Schneesturm von Richard Johnson

  Bei einem Spaziergang geraten Vater und Sohn in einen Schneesturm und verlieren sich aus den Augen. Der kleine Junge kann den Weg nach Hause nicht zurückfinden, er irrt umher, sucht Schutz in einer Höhle und legt sich am Abend schlafen. Ein Bilderbuch , das ohne Worte auskommt, bei dem der Lesende gefordert ist. Das Buch ist absolut sprachfördernd, fantasiefördernd und kulturübergreifend – klasse für den Kindergarten , in Gruppen zu lesen – zu Hause an einem schmuddligen Wintertag am warmen Ofen. Ein atmosphärisches Kinderbuch ab 4 Jahren. Empfehlung!  Weiter zur Rezension:    Es war einmal ein Schneesturm von Richard Johnson

Rezension - Ländliches Requiem von Davide Longo

  Eric Delarue , Geschäftsführer eines Stahlwerks , wird durch einen Kopfschuss lebensgefährlich verletzt. Wer hat den attraktiven Kunstsammler , guten Ehemann, verlässlichen Chef, der sich immer für die Belange seiner Angestellten eingesetzt hat, töten wollen? Ein Gutmensch, der von allen verehrt wird, ein Mitglied der oberen Gesellschaft. Die Spur führt Bramard und Arcadipane zu einem ungelösten Fall: Nach einer Sportveranstaltung verschwand ein Elfjähriger. Damals geriet Delarue unter einen furchtbaren Verdacht. Ihm konnte aber nichts nachgewiesen werden. Und das haben manche Leute offenbar nicht vergessen ... ein feiner literarischer Krimi mit Längen.  Weiter zur Rezension:    Ländliches Requiem von Davide Longo

Rezension - Die Früchte des Meeres von Émile Zola

  Émile Zola ist einer der großen französischen Romanciers des 19. Jahrhunderts , bekannt für seine sozialkritischen Bücher . Einer meiner Lieblingsschriftsteller. Hier mit zwei humorvollen Novellen, die an der Atlantikküste spielen. Es ist ein Meisterwerk der Erzählungskunst und des feinen Humors. Ein Klassiker, den es sich lohnt, zu lesen. Weiter zur Rezension:    Die Früchte des Meeres von Émile Zola

Rezension - Aggie und der Geist von Matthew Forsythe

  Aggie freut sich darauf, endlich in ihr eigenes Haus einzuziehen – bis sie feststellt, dass dort bereits ein Geist wohnt. Das Zusammenleben läuft mehr schlecht als recht; nirgendwo hat sie ihre Ruhe. Also stellt Aggie Regeln auf. Doch der Geist hält sich leider nicht gerne an Regeln, bricht sie alle. Aggie fordert ihn völlig entnervt zu einem Wettkampf in Tic-Tac-Toe heraus – wer gewinnt, bekommt das Haus. Ein herrliches Bilderbuch an 4 Jahren, das mit viel Humor geschrieben ist und eine Menge Diskussionen zum Zusammenleben bietet. Weiter zur Rezension:    Aggie und der Geist von Matthew Forsythe

Rezension - Das Acryl-Praxisbuch von Anita Hörskens

  Acrylmalerei bietet viele Möglichkeiten und verschiedene Techniken, die dies vielseitige Medium in diesem Praxishandbuch präsentiert. Alle wichtigen Grundlagen und experimentelle Wege, um ausdrucksstarke Bilder zu erschaffen sind durch über 35 Motive, die Schritt für Schritt gut erklärt. Das Sachbuch führt systematisch in das Malen mit Acrylfarbe ein. Vom Material, über Werkzeuge und Hilfsmittel bis zur Farbenlehre kann auch ein Anfänger sich gut in die Thematik einfinden. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Das Acryl-Praxisbuch von Anita Hörskens

Rezension - Die Geschichte der Israelis und Palästinenser von Martin Schäuble

  Der Nahost-Konflikt aus Sicht derer, die ihn erleben, ein Sachbuch für Jugendliche und Erwachsene , neu überarbeitet, das von der Gründung Israel bis heute den Konflikt verdeutlicht. Martin Schäuble schreibt chronologisch, sachlich, historisch über den Nahost-Konflikt, lässt dabei Zeitzeugen berichten, die sich teilweise konträr gegenüberstehen. Karten , Medienempfehlungen , Bildmaterial , Reden – ein sehr guter Überblick zum Problem. Ab 14 Jahren – Allage. Empfehlung – auch als Unterrichtsmaterial . Weiter zur Rezension:    Die Geschichte der Israelis und Palästinenser von Martin Schäuble