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Rezension - Die Regeln des Spiels von Colson Whitehead

  Die wilden Siebziger im schwarzen Viertel Harlem, New York: Ray Carney will von krummen Geschäften nichts mehr wissen, hat die Hehlerei aufgegeben, um als ehrlicher Möbelhausbesitzer auf den rechten Weg zurückzugelangen, der Laden brummt. Alles läuft rund, bis er an den Polizisten Munson kommt, der ihm Karten für das Konzert der Jackso Fife besorgen will; gegen einen Gefallen. Und damit kommt ein Stein ins Rollen, der sich als gefährlicher Felsbrocken entpuppt … Drei miteinander verwobene Geschichten. Die schwarze Community in Harlem in den Siebzigern wird hier in allen Facetten dargestellt, der Verfall New Yorks. Missmanagement in der Stadt- und Bauplanung, Korruption, Bandenkriege, Immobilienhaie, Arbeitslosigkeit, eine schwächelnde Wirtschaft, Kriminalität an jeder Straßenecke prägen das eine Bild von Harlem, ein swingendes, lebenslustiges Harlem ist der Gegenpol. Großartige Erzählkunst, eine Gauner-Komödie, Hardboiled, ein Noir-Thriller, bei dem es ordentlich zur Sache geht u...

Rezension - Der Stein fällt, wenn ich sterbe von Joe Wilkins

  Ein Roman, in den man hineinfällt, ein literarischer Thriller, ein Western, ein Epos, das zu meinen Lesehighlites des Jahres gehört. Bull Mountains, Montana, zwei Stränge, die unheilvoll miteinander verbunden sind. Der vierundzwanzigjährige Wendell Newman hat vor kurzem seine Mutter verloren, sein Vater Verl ist seit Jahren verschwunden, nachdem er in unbändiger Wut auf den verhassten Staat einen Wildhüter erschossen hatte. Die Lehrerin Gillian lebt allein mit ihrer Tochter Maddy, ihr Mann, ein BLM-Ranger, wurde von Verl niedergestreckt. Blaues gegen rotes Amerika, Hillbillys gegen Naturschützer, ein unsagbar guter Westen, ein Western-Thriller, ein Roman, der so tief und empathisch in die Auseinandersetzung seiner Protagonisten hineingeht. Mehr als eine Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Der Stein fällt, wenn ich sterbe von Joe Wilkins

Rezension - Die Werkzeugkiste der Tiere von Angelika Huber-Janisch und Jana Walczyk

  Hausbau, Verteidigung, Schlammbaden, Handwerkszeug, Materiallager, Medizin herstellen … Der Mensch? Weit gefehlt! Viele Tiere verwenden Werkzeuge. Sie benutzen sie, um an leckeres Futter heranzukommen, um auf die Jagd zu gehen, zur Herstellung von Medizin, bei der Partnersuche oder zum Schutz. Und manchmal auch einfach nur aus Spaß! Ein hervorragendes Sachbilderbuch über Verhaltensbiologie ab 8 Jahren, dass nebenbei Spaß macht. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Die Werkzeugkiste der Tiere von Angelika Huber-Janisch und Jana Walczyk

Rezension - Kind zu verschenken! von Hiroshi Ito

  Seit der kleine Bruder auf der Welt ist, kümmern sich die Eltern nur noch um ihn. Dabei sieht Daichi doch aus wie ein Äffchen und kann nichts weiter als schlafen, schreien und in die Windel machen. Der Schwester reicht es. Sie packt einen kleinen Rucksack und sagt Mama, dass sie geht, um sich eine neue Familie zu suchen. Mama sagt jaja und Tschüß – und im Hinausgehen, das Mädchen möge nicht vergessen zum Abendessen zurück zu sein. Ein Pappkarton wird beschriftet: «Kind zu verschenken», und sie setzt sich am Straßenrand hinein und wartet … Wundervolles Bilderbuch ab 6 Jahren über die Gefühle zu sprechen, wenn vom Thron des Einzelkinds gestoßen wird. Weiter zur Rezension:    Kind zu verschenken! von Hiroshi Ito

Rezension - Tage ohne Cecilia von Antonio Muñoz Molina

  Handwerker beaufsichtigen, die Wohnung einrichten, mit dem Hund die Stadt erkunden: Voller Vorfreude erwartet ein Mann die Ankunft seiner Frau in Lissabon. Während Cecilia, eine Neurowissenschaftlerin der Traumataforschung, die Verlegung ihres wissenschaftlichen Projekts in New York vorantreibt, organisiert er den Umzug. Doch je länger der verbitterte Mann wartet und aus der gemeinsamen Vergangenheit mit Celia erzählt, desto mehr drängt sich ein Verdacht auf, dass sein Warten vergeblich sein wird. Ein Einpersonenstück – ein Selbstgespräch letztendlich, ein Gedankenspiel zum Zustand der Welt. Eine literarische Perle, kraftvoll geschrieben! Weiter zur Rezension:    Tage ohne Cecilia von Antonio Muñoz Molina 

Rezension - Billy und der geheimnisvolle Riese von Jamie Oliver und Mónica Armiño

  Niemand darf Waterfall Woods betreten, das wissen Billy und seine Freunde ganz genau. Die Leute im Dorf erzählen sich Schauergeschichten von dem Wald, der hinter der alten Mauer am Dorfrand liegt, und schon seit Jahrzehnten hat sich kein Mensch mehr in seine Nähe gewagt. Hängt das Fischesterben im Fluss etwa mit dem Wald zusammen? Elfen, böse, stinkende Boonas, ein Riese – und eine Menge leckeres Essen erwartet uns in diesem Fantasy – Kinderroman. Spannender, lustiges Kinderbuch ab 8 Jahren, Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Billy und der geheimnisvolle Riese von Jamie Oliver und Mónica Armiño

Rezension - CRAFTBOOK - UHRZEIT LERNEN von Gabriele André, Wolfgang André und Anton

  Craftbook Band 21 Dies ist ein Mal-Bastel-Lernbuch, um die Urzeit zu erlernen. Auch für Eltern gibt es am Anfang einige kurze Begleittexte. Spielerisch die Uhrzeiten zu bestimmen, ist hier das Ziel. Neben den Übungen sind zeichnerische Erholungsaufgaben gesetzt, in Form von Ausmalbildern oder ein paar Bastelaufgaben. Wir basteln eine Uhr: Schnippeln, zusammensetzen und abgedruckten Urzeiten vom unteren Bildrand nachstellen. Leider sind die Begleittexte schlicht eine Katastrophe … Die Ausmalbilder und Übungen sind witzig und ansprechend. Weiter zur Rezension:    CRAFTBOOK - UHRZEIT LERNEN von Gabriele André, Wolfgang André und Anton

Rezension - Wie isst man ein Mammut von Uta Seeburg

  Uta Seeburg erzählt chronologisch ab 11.000 vor CHR anhand von fünfzig exemplarischen Gerichten Überraschendes, Kurioses und Wissenswertes aus der Kulinarik. Vom gegrillten Mammut bis zur Ikone der Molekularküche berichtet sie aus den Küchen der Menschheit. Geistreich, kenntnisreich und humorvoll, allerdings nicht immer sachkundig, zeigt sie, was die Menschen in unterschiedlichen Zeiten bewegte – und wie sich dies in ihren Speisen widerspiegelte. Mir als Laie sind diverse Falschaussagen aufgefallen. Und ist man erst getriggert, findet man, ohne nachzuprüfen zu müssen, immer mehr. Beginnt man an zu googeln bei Unsicherheit – neeeeee … Ein Sachbuchverlag gibt das Buch einer Fach-Journalistin heraus – voll gespickt mit Fakenews? Hatte der Lektor Urlaub? Das geht für mich gar nicht! Weiter zur Rezension:    Wie isst man ein Mammut von Uta Seeburg

Rezension - Der Weltraumpostbote: Hungrig durchs Weltall von Guillaume Perreault

  Wir hören von unpünktlichen Postboten und Paketboten, die ihre Lieferung irgendwohin schmeißen. Aber habt ihr gewusst, wie gefährlich es ist, ein Postbote zu sein, welch Stress dieser Beruf mit sich bringt? Nein? Dann solltet ihr den Comic über Bob lesen, der bei der Planeten-Post arbeitet. Bob ist Postbote mit Leib und Seele! Mit seinem Raumschiff stellt er den Individuen der Planeten ihre Briefe und Pakete in sämtliche Winkel des Weltalls zu. Na ja, zumindest in die Winkel des Weltalls, die er kennt. Denn Bob mag es gern gemütlich und er schätzt einen wohlgeordneten Tagesablauf. An diesem Tag allerdings ist im Postamt nicht alles so, wie es eigentlich sein sollte… Klasse Graphic Novel ab 7 Jahren, Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Der Weltraumpostbote: Hungrig durchs Weltall von Guillaume Perreault

Rezension - Die letzte Nacht von Karin Slaughter

  Die Gerichtsmedizinerin Sara Linton muss in einem Prozess aussagen. Ein Student wird beschuldigt, eine Frau vergewaltigt zu haben, die an den Folgen ihrer Verletzungen verstarb: Während sie in der Notaufnahme arbeitet, wird ein junge Frau schwer verletzt eingeliefert, und Sara kämpft um ihr Leben als sie ihr noch etwas zuflüstert, bevor sie stirbt. Sara sagt vor Gericht aus, erörtert ihre Spurensicherung im Auto der Verstorbenen, die Erstversorgung, ihre Untersuchung nach dem Tod, die letzten Worte der Studentin, für die sie keine Zeugen hat. Die Anklage basiert auf die Spurenlage, die in der Reihe zwar logisch Schlussfolgerungen zulassen – doch sie sind keine hundertprozentigen Beweise. Der Angeklagte wird freigesprochen. Sara, sowie Will und Faith, die leitenden Detektivs des Falls, sind sich sicher: Er war es! Sie ermitteln weiter, weil mehr als die eine Vergewaltigung dahintersteckt … Noir, Hardboiled, Frauenhass, #metoo, ein Noir-Krimi, der das Thema sexualisierte Gewalt gut...