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Rezension - Wie man einen Diktator satt bekommt von Witold Szablowski

  Sein Koch kommt seinem Gewaltherrscher ziemlich nahe. Der muss ihm vertrauen, und der Koch kennt seine Gewohnheiten … Diktatoren lügen bekanntlich, was das Zeug hält, besonders vorm Volk. Seinen Koch kann man nicht belügen, der kennt den Despoten in- und auswendig, genauso wie sein Arzt. Witold Szablowski hat sie aufgestöbert: die Köch:innen der Diktatoren. Und er lässt sie erzählen. Aus verschiedenen Gründen lebt es sich auch gefährlich in dieser Position. Die meisten sind distanziert gegenüber ihren alten Chefs, aber nicht alle; Verklärungen nicht ausgeschlossen. Darum stellt der Autor kritische Fragen, fragt die Menschen, die unter den Machthabern litten, präsentiert die Lebensläufe der Interviewten. Ein historischer Blick auf das 20. und 21. Jahrhundert, persönlich, nicht in Form von Geschichtsbüchern. Die Köche von Fidel Castro, Saddam Hussein, Idi Amin, Pol Pot und Enver Hoxha berichten – allerdings ohne Kochrezepte, dafür gewürzt mit vielen Anekdoten. Klasse Sachbuch, eine...

Rezension - Treue von Hernan Diaz

  Hernan Diaz beschreibt das Finanzkapital, die Börsen, die Vermehrung von Geld, eingebettet in eine Familiengeschichte, bei der es wiederum um die Wahrheit geht. Benjamin Rust erbt Tabakplantagen in Kuba. Ihn aber fasziniert die Börse, und er beobachtet interessiert das Auf und Ab. Hier will er mitspielen! So verkauft er seine Ländereien. Weil er ein guter Beobachter ist, wettet er in der Krisenstimmung auf den Niedergang der Aktien und ist einer der wenigen Gewinner beim Börsencrash von 1929 - ist damit unermesslich reich geworden. Seine Frau Hellen gibt das Geld wieder aus, indem sie karikativ eine Menge auf die Beine stellt. Upps. Das ist ja nur eine Geschichte! Der Roman im Roman! So war es doch gar nicht, schreit einer laut auf! Vier Personen, vier Geschichten um diese eine Geschichte, die sich in Sprache und Stil völlig von den anderen unterscheiden. Unzuverlässige Erzähler, ein Schelmenroman, ein Gesellschaftsroman … Das nenne ich hohe Literatur! Dafür gab es deshalb den Pu...

Rezension - Südlich von Porto lauert der Tod von Mariana da Silva

  Mord an der Costa de Prata: der erste Fall für Ria Almeida Vom Ullstein Verlag hatte ich eigentlich mehr Niveau erwartet, inhaltlich wie sprachlich …  Ria Almeida, fließend portugiesisch sprechend, fährt in die Heimat ihrer Eltern nach Portugal, um den Großvater zu begraben. Die Stuttgarter Polizistin möchte noch ein paar Tage ausspannen, bis sie zurückkehrt. Mit dem Relaxen wird es nichts, denn der Tod einer Frau bringt Wirbel ins Dorf. Dorfpolizist João, Ehemann von Rias Cousine benötigt Unterstützung … Langweilig, unglaubwürdig, sprachlich schwach. Für mich eine Enttäuschung. Weiter zur Rezension:   Südlich von Porto lauert der Tod von Mariana da Silva 

Rezension - Guck mal, wer da ist! Im Vogelnest von Anna Milbourne und Stephanie Fizer Coleman

  Wie bauen Vögel ihre Nester und wie sehen sie aus? Welches ist das kleinste Vogelnest der Welt? Und wo brüten Flamingos ihren Nachwuchs aus? Unter den Klappen des Sachbilderbuchs verbergen sich Einzelheiten, lustige Gucklöcher lassen raten, was sich dahinter verbirgt. Ornithologie, Vogelkunde für Kinder ab 3 Jahren – ein Sachkinderbuch mit Klappen, um versteckte Einzelheiten zu finden. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Guck mal, wer da ist! Im Vogelnest von Anna Milbourne und Stephanie Fizer Coleman

Rezension - Flieg mit uns! von Lauren Fairgrieve und Kate Read

  10 Vögel bestimmen, basteln und aufhängen Dieses kreative Sachbilderbuch ermöglicht Kindern eine besonders anschauliche und intensive Begegnung mit unserer heimischen Vogelwelt. Auf hochwertigen, verstärkten Pappseiten finden sich zu Beginn vorgestanzte Elemente, die sich zu 10 farbprächtigen 3D-Vogelmodellen zusammenstecken und aufhängen lassen. Der Name des Vogels ist auf der Pappseite bereits vorhanden. Am Ende bietet ein illustriertes Booklet Informationen über die Vögel. Vogelkunde für Kinder – Sachkinderbuch, Ornithologie ab 4 Jahren mit Bastelspaß. Empfehlung. Weiter zur Rezension:    Flieg mit uns! von Lauren Fairgrieve und Kate Read

Rezension - Deadwater High – Den Tod im Team von Jessica Goodman

  Crosslaufen und ein Stipendium für eine UNI ergattern – mehr haben die Schwestern Stella und Ellie Steckler nicht gemeinsam. Sie sind die Besten im Team. Stella gilt als schwierig und aggressiv. Man hatte sie in den Ferien ins Bootcamp geschickt, ihre Aggressionen in Griff zu bekommen. Und sie wird sie alle schlagen! Auch Elly! Denn sie wird das Stipendium für die Georgetown University erhalten! Doch dann kommt eine Neue an die Schule, eine Kanone im Crosslauf! – Leistungssport und Leistungsdruck prägen diesen Jugendthriller. Gutes Thema, aber man hätte aus diesem Jugendbuch ab 14 Jahren mehr daraus machen können. Weiter zur Rezension:    Deadwater High – Den Tod im Team von Jessica Goodman

Rezension - Going Zero von Anthony McCarten

  Gesprochen von: Johann von Bülow Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 12 Std. und 2 Min. Hat man als Einzelner eine Chance gegen das geballte System? Die junge Bibliothekarin Kaitlyn aus Boston ist entschlossen, es zu versuchen – ihr bleibt keine Wahl. Sie hat sich als Kandidatin für einen Betatest beworben, um 3 Millionen Dollar zu gewinnen. Hierbei muss sie sich lediglich vor dem Überwachungssystem verstecken, unauffindbar sein. Die Firma FUSION, die dem Social-Media-Mogul Cy Baxter gehört, hat für ein Projekt der US-Geheimdienste eine neue Software entwickelt, will sie nun prüfen. Man hat sich 20 Probanden ausgesucht, 10 «Normalos» und 10 Cyber-Fachleute. Wem es gelingt, 30 Tage nicht auffindbar zu sein, dem winkt die Belohnung. Ein Thriller, ein Pageturner mit dem Thema Überwachungssystem und Datenkraken. Anthony McCarten ist Drehbuchautor, was sehr deutlich dem Plot anzumerken ist – eine typische Heldenreise a la Hollywood. Gute Unterhaltung! Weiter zur Rezension:  ...

Rezension: Skarbek – Gesamtausgabe von Grzregorz Rosinski und Yves Sente

  Das ist so ziemlich der beste Comic, den ich seit Jahren gelesen habe! Eine ausgefeilte Geschichte mit einigen Wendungen, die das Ganze umso spannender machen. Grafiken vom Feinsten! Graf Mieszko Skarbek kommt 1843 nach Paris, sucht den Kunsthändler Daniel Northbrook auf, der im Besitz der einzigen Gemälde des vor Jahren verstorbenen Malers Louis Paulus ist, sucht Einlass in die gehobene Gesellschaft – was auch gelingt. Süß ist die Rache, die über Jahre hin im Verborgenen reift und dann zum richtigen Zeitpunkt genossen wird … Raffiniert spinnt der Graf Mieszko Skarbek das Netz  in dem sich seine ehemaligen Peiniger verfangen, so dass sie bald wünschen, sie hätten ihn nie gekannt…  Grandios – filmreif, eine Mantel-Degen-Geschichte, ein Abenteuerroman mit einem Schuss Erotik, ein Schelmenroman, als Graphic Novel auf hohem Niveau gezeichnet! Empfehlung Abteilung Lieblingsbuch! Weiter zur Rezension:    Skarbek – Gesamtausgabe von Grzregorz Rosinski und Yves Sente

Rezension - Pasta Tradizionale von Vicky Bennison

  Neue Rezepte der Pasta Grannies Pasta, Pizza, Risotto und Dolci, über 60 Rezepte aus Familiengut. Pasta mit der Hand geknetet, mit dem Nudelholz auf dem Nudelbrett ausgerollt. Traditionelles Arbeiten, Rezepte aus dem Familienschatz und Tipps der betagten Hausfrauen – hier gibt es eine Menge Neues zu erkunden. Frittierte Ravioli aus Levanto, die mit Kräutern, Parmigiano, Pecorino, Zwiebeln usw. gefüllt sind. Lasagne oder «Seidentücher» mit Pesto; Brennessel-Taglierini mit Steinpilzsoße aus Ligurien. Pina zeigt uns, wie sie Kastanien-Gnocchi mit Walnusspesto herstellt. Eine kalte Tomatensoße zu Bucatini kommt aus Sizilien. Sperandina aus den Marken zeigt uns ihre Lasagne mit grünem Spargel, Parmigiano und Mozzarella. Schon mal einen schmutzigen Schnurrbart gegessen?Betuchte Damen verraten uns ihre wunderbaren Pasta- und Reisgerichte. Weiter zur Rezension:    Pasta Tradizionale von Vicky Bennison

Rezension - Die Süße von Wasser von Nathan Harris

  Georgia in den Nachwehen des Amerikanischen Bürgerkriegs, nach 1865: Über den Sezessionskrieg gibt es eine Reihe von Romanen. Aber was geschah danach? Die Sklaven waren befreit, konnten ihrer Wege gehen; oder sie mussten für ihre Arbeit bezahlt werden; das war Land zerstört, Soldaten waren arbeitslos. Der kauzige Plantagenbesitzer George Walker, ein Freigeist, der nie Sklaven hatte, entschließt sich, Erdnussfarmer zu werden, stellt ein mittelloses Brüderpaar ein. Der Nachbar ist erbost! Diese Männer seien sein Eigentum! Der vermeintlich im Krieg gefallenen Sohn der Walkers, kehrt zurück – der hatte während des Kriegs die Seiten gewechselt. Eine Familie die nicht so recht nach Old Ox passen zu scheint. Das Drama ist vorprogrammiert. Ein wichtiger Stoff, ein feiner  Roman, der auf jeden Fall hängenbleibt. Empfehlung! Ein historischer Roman, der ein Abbild seiner Zeit ist. Weiter zur Rezension:   Die Süße von Wasser von Nathan Harris