Direkt zum Hauptbereich

Posts

Rezension - Leeres Spanien von Sergio Del Molino

  Reise in ein Land, das es nie gab 75 Prozent der spanischen Gesamtbevölkerung lebt in Großstädten und an der Küste. Das Landesinnere hinterlässt den Eindruck gähnender Leere. Wenige verstreute Dörfer. Geister-Dörfer – über 3000 Dörfer sind heute in Spanien komplett verlassen. Wie kam es zu dieser ungeheuren Landflucht? Was sind die Auswirkungen? Wann hat das begonnen? Oder war das schon immer so? Sergio Del Molino erzählt von einer urbanen Revolution, die unter der Industrialisierung im faschistischen Franco begann. Doch er blickt viel weiter zurück, beschreibt, wie verächtlich die Landbevölkerung von den Bürgern der Stadtbevölkerung schon immer gesehen wurde. Es geht in diesem erzählerischen Sachbuch nicht um Anklagen, auch nicht um Klagegesang, sondern um Offenlegung der Tatsachen und Ursachenforschung. Genau das macht es sympathisch. Wer Spanien verstehen möchte, kommt um dieses Buch nicht herum. Empfehlung! Weiter zur Rezension:  Leeres Spanien von Sergio Del Molino

Rezension - Fischers Frau von Karin Kalisa

  Mia Sund hatte früher einen anderen Namen, ein anderes Leben, in der Fälscherwerkstatt ihres Vaters. Sie hatte ihren Namen geändert, war ein wenig herumgezogen und hat dann das Fach Textilien und archäologische Fasern studiert, arbeitet nun als Kuratorin für Fasernarchäologie in einem Museum in Greifswald. Eines Tages bringt ihr Chef einen Fischerteppich zu ihr, der per Post angekommen war; sie soll ihn untersuchen. Man nennt sie Pommersche Fischerteppiche, Ostseeperser – ein ungewöhnliches Stück. Mia will nachforschen, wie dieser Teppich nach Zagreb gelangte, wer ihn erstellte. Es gibt schöne Momente in diesem Roman, sehr feine Passagen, doch insgesamt konnte mich der Stil der Autorin nicht begeistern, auch nicht die Teppiche. Ein Roman der literarisch gut geschrieben ist, der den einen begeistert, andere weniger – Geschmack. Weiter zur Rezension:   Fischers Frau von Karin Kalisa

Rezension - Wer schläft, wer wacht in der Nacht? von Beatrix Mannel, Karolina Benz

  Warum Giraffen eingeklappt schlafen und Kraken nicht schnarchen Tierische Schlafzimmer und Träume im Flug Wir Menschen schlafen tief und fest im Bett, Erwachsene sollten acht Stunden schlafen, Kinder viel mehr. Aber wie sieht es bei den Tieren aus? Können Tiere auch träumen? Und schlafen eigentlich alle Lebewesen? Warum sind manche Tiere in der Nacht munter und andere nicht? Warum können einige Tiere es sich leisten tief zu schlafen? Andere ruhen nur im Halbschlaf, immer auf dem Sprung. Wissenswerte, kuriose und erstaunliche Fakten rund um das Thema Tier, Schlafen und Träumen. Ein liebevolles Sachkinderbuch mit eindrucksvollen Illustrationen ab 8 Jahren.  Weiter zur Rezension:    Wer schläft, wer wacht in der Nacht? von Beatrix Mannel, Karolina Benz

Rezension - StoryWorld von Sabrina J. Kirschner

  Wer wird in diesem Jahr den Lesewettbewerb im Internat gewinnen, wer hat die meisten Bücher gelesen? In diesem Jahr aber ist Sascha die Siegerin; der Preis: Ein Ausflug in den brandneuen Erlebnispark StoryWorld. Sascha darf eine Person als Begleitung mitnehmen. Sie entscheidet sich für Chloe, die sonst immer gewonnen hatte. Nach einem turbulenten Flug erreichen die beiden den Park und eine unglaubliche Welt tut sich auf. Sascha muss ein Buch aus der Bibliothek ziehen, die leeren Seiten werden durch ihre Erlebnisse beschrieben werden. Ein Abenteuer erwartet die beiden, das sie sich so nicht vorgestellt hätten im «Reich der Tausend Wasser». Nixen und Drachen, unheimliche Nebel ... Kinderroman, Fantasy ab 9 Jahren. Weiter zur Rezension:    StoryWorld von Sabrina J. Kirschner

Rezension - Beste Freunde von Sharon Bolton

  Sechs Freunde, drei Mädchen und drei Jungen, haben in einer Eliteschule Englands ihre Abschlussklausuren geschrieben und warten auf die Zensuren. Sie sind die besten Schüler des Jahrgangs und warten auf die Zulassung der elitären Universitäten. Fünf Upperclass-Teenies und eine Stipendiatin, die zwar dazugehört – aber nie ganz richtig – lümmeln am Pool der einen Familie, hängen abends, wenn die Kneipen geschlossen haben, im Pavillon im Garten ab. In der Hitze des Sommers haben sie Langeweile. Eine Mutprobe endet in einer Katastrophe. Eine wird für alle den Kopf hinhalten ... Gute Unterhaltung, spannender Thriller. Weiter zur Rezension:    Beste Freunde von Sharon Bolton

Rezension - Vom Erzählen von Hermann Bausinger

  Poesie des Alltags Hermann Bausinger untersuchte für dieses erzählende Sachbuch (Kulturwissenschaft) das alltägliche Erzählen - also Witze, Anekdoten, Märchen, allgemeine Plaudereien und natürlich Übertreibungen, der Schwatz im Treppenhaus, – die soziale Kommunikation – eine Interaktion, die nicht der Wissenserweiterung dient, sondern dazu die Beziehung zu anderen Menschen herzustellen: Orte, Gelegenheiten, Riten, Themen, über die man redet – die Entstehung von Erzählungen; Erzählmuster, die sich in der Entwicklung der Menschheit manifestiert haben; Stilrichtungen; Sprachelemente, Werkzeuge mit denen man stilistisch eine Erzählung reicher macht. Erzählen ist für Bausinger «eine zentrale Ausdrucksform menschlicher Kultur». Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Vom Erzählen von Hermann Bausinger

Rezension - Große und kleine Schätze der Natur von Ben Hoare und Kaley McKean

  Über 100 Fundstücke und was sie uns erzählen Ein prachtvoller Band mit Nahaufnahmen aus den Schätzen der Natur – das Sachbuch präsentiert 100 Dinge aus der Natur mit ihren ihre Geschichten. Hier werden Bernstein und Feder, Schmetterlingsschuppe und Elefantenzahn, Schneeflocke, Blätter, und Bienenwabe mit eindrucksvollen Detailfotos und wunderschönen Illustrationen in Szene gesetzt. Wie viele unterschiedliche Farben kann Alpakawolle haben? Woraus besteht ein Wespennest? Wie lange dauert es, bis in einer Muschel eine Perle gewachsen ist? Genau hinschauen und die Natur entdecken! Klasse Sachkinderbuch, Geschenkband, ab 10 Jahren, ab Grundschule für naturinteressierte Kinder. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Große und kleine Schätze der Natur von Ben Hoare und Kaley McKean

Rezension - Ambivalenz von Amélie Nothomb

  Eben noch war Claude mit Reine im Bett. Beim Anziehen erklärt sie, sie würde ihn für den erfolgreicheren Jean-Louis verlassen; eiskalt sie offeriert ihm, der habe mehr zu bieten. Claude schwört, sich an Reine zu rächen. Claude heiratet Dominique; Frau und Tochter interessieren ihn nicht, er hat andere Pläne. In Zeitraffern und Extrakten teilt der Leser das Leben der Familie – hier geht es um Liebe, Rache und Vergeltung auf mehreren Ebenen, die radikale Bloßstellung menschlicher Ruchlosigkeit. Feiner kurzer Roman! Weiter zur Rezension:    Ambivalenz von Amélie Nothomb

Rezension - Juan Belmonte – Stiertöter von Manuel Chaves Nogales

  Der Legende nach soll der seinerzeit weltberühmte Torero Juan Belmonte eines Tages in Chaves Nogales Büro getreten sein, um ihn, den brillantesten Journalisten seiner Zeit, zu bitten, seine Biografie zu schreiben. Chaves Nogales aber hatte noch nie einen Stierkampf gesehen - und verspürte auch keine Lust, einen anzuschauen. Was ihm dann mit diesem Roman - der fiktiven Autobiografie des Stiertöters - gelang, ist ein literarisches Husarenstück – der Leser glaubt, wirklich Juan Belmonte hier sprechen zu hören. Ein Lausbub, der bereits als Kind auf der Tablada von Sevilla nachts mit den Stieren kämpft. Ein steiniger Weg mit vielen Rückschlägen bringt ihn endlich ans Ziel: 1908 in der Arena als Torero kämpfen zu dürfen. Sein furchtloser Stil macht ihn zum Star. Aber schon damals hatte ein Sport-Promi nicht leicht ... Ein herrlicher Schelmenroman – beste spanische Literatur! Weiter zur Rezension:    Juan Belmonte – Stiertöter von Manuel Chaves Nogales

Rezension - Die Rätsel der Toten von Matt Ralphs und Gordy Wright

  Berühmte Mumien und uralte Rituale aus aller Welt Ein fein gestaltetes Buch, das sich mit den Toten befasst, denen wir im Museum begegnen. Somit eine passende Begleitlektüre. Altägyptische Mumien und europäische Moorleichen bis hin zu skythischen Jungfrauen und japanischen selbstmumifizierenden Mönchen; skythische Jungfrauen, Tutanchamun, Chinchorro, Ötzi, diverse Totenkulte – dieses Buch zeigt, was wir anhand der Körper über unsere Vorfahren erfahren. Wie haben diese Menschen gelebt? Am Ende des Buchs befindet sich eine Weltkarte, auf die alle im Sachbuch aufgezählten Fundorte markiert sind. Sehr fein kindgerecht aufgearbeitet und illustriert. Die Begleitung zum Museumsbesuch ab 10 Jahren – auch jünger bei Interesse, Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Die Rätsel der Toten von Matt Ralphs und Gordy Wright