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Rezension - Ich habe einen Namen von Lawrence Hill

  Gesprochen von Gabriele Blum Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 15 Std. und 55 Min. Die kleine Aminata lebt Mitte des 18. Jahrhunderts in einer friedlichen Dorfgemeinschaft im heutigen Guinea und dies ist ihre Geschichte – die einer weltgereisten Frau, die für die Abschaffung der Sklaverei kämpfte. Die Story klingt wie eine Biografie, aber Aminata ist fiktiv. Der geschichtliche Abriss allerdings stimmt. Amerika holt sich Sklaven aus Westafrika. 1562 begann der englische Händler John Hawkins seinen Sklavenhandel im heutigen Sierra Leone, den 1672 die British Royal African Company übernahm. Aminata ist elf Jahre alt, als ihr Dorf überfallen und sie gefangen genommen wird, nach Amerika verschleppt und versklavt. Kanadische Geschichte, die von Sierra Leone und die der Abolitionistenbewegung sind fein eingeflochten. Eine berührende Erzählung, Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Ich habe einen Namen von Lawrence Hill

Rezension - Die Mutter von Nicolien von J. J. Voskuil

  Nicoliens Mutter vergisst, sie ist Voskuils Schwiegermutter. Kleine Vergesslichkeiten, ganz normal in dem Alter. Doch dann geht es über die üblichen Gedächtnislücken hinaus. Erst vertauscht sie die Tage, dann kann sie ihre Lieblingslieder nicht mehr mitsingen, zuletzt verirrt sie sich in der Wohnung. J. J. Voskuil hat protokollarisch knapp drei Jahrzehnte (1957 – 1985) die schleichenden Veränderungen von Nicoliens Mutter beschrieben. Eine alltägliche, bedrückende Geschichte, szenisch in Dialogform aufs Papier gebracht. Weiter zur Rezension:    Die Mutter von Nicolien von J. J. Voskuil

Rezension - Ein perfektes Paar von Jackie Kabler

  Die Journalistin Gemma kommt von einer kurzen beruflichen Reise zurück nach Hause. Sie freut sich auf ihren Mann, der versprochen hat, für sie zu kochen. Doch an diesem Abend ist Danny nicht zu Hause. Gut, der IT’ler arbeitet oft bis in die Nacht hinein, aber Danny ist zuverlässig, würde ihr Bescheid geben, wenn er länger arbeiten muss. Als er zwei Tage später immer noch nicht zu Hause ist, wendet sie sich an die Polizei. Für Gemma kommt es dicke: Plötzlich wird sie verdächtigt, Danny umgebracht zu haben ... und nicht nur ihn. Ein spannender Whodunnit, Mysterykrimi, Cosikrimi, leider mit einem nicht sehr schlüssigen Ende. Aber trotzdem gut zu lesen. Weiter zur Rezension:    Ein perfektes Paar von Jackie Kabler

Rezension - Herzschlag des Bösen von Matthias Soeder

  Was wollte der Autor mir mit diesem Buch sagen? Einfach mal irgendeinen Thriller schreiben? Dies ist das schlechteste Buch aus dem Crimebereich, das ich seit langem gelesen habe. Handlung, Charaktere, Stil – nichts, das man herausheben könnte. Ziemlich viele Personen und Handlungsstränge bringen keine gradlinige Story zusammen, Spannung und Atmosphäre kommen nicht auf und und das Ende ist obendrein schlicht langweilig. Weiter zur Rezension:    Herzschlag des Bösen von Matthias Soeder 

Rezension - Geiseln von Nina Bouraoui

  Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt ... Sylvie Meyer, die alles in sich hineinfrisst. Eine unerfüllte Ehe, und als ihr Mann sie verließ, sagte sie nichts, weinte nicht. Ihr Job füllt sie aus, ihr Chef Victor Andrieu verlässt sich auf sie, denn sie hat die «fleißigen Bienen», die Arbeiterinnen, im Griff. Es beginnt damit, dass sie die Bienen, heimlich überwachen soll, Listen erstellen, wer etwas taugt, wer nicht. An der Leistungsschraube drehen. Sylvie fügt sich. Doch irgendwann rebelliert sie und schreitet zur Tat. Sie verliert viel, doch für eine kurze Weile fühlt sie sich wieder lebendig und frei. Die Sprache ist klar, besitzt eine schonungslose Beschreibungspräzision der Innenausleuchtung. Ein starker Roman, den ich gern weiterempfehle! Weiter zur Rezension:    Geiseln von Nina Bouraoui 

Rezension - Alles was ich dir geben will von Dolores Redondo

  Gesprochen von Matthias Koeberlin Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 18 Std. und 11 Min. Als der bekannte Schriftsteller Manuel Ortigosa, erfährt, dass sein Ehemann Álvaro Muñiz de Dávila bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, eilt er sofort nach Galicien. Dort angekommen, ist die Polizei auffallend schnell dabei, die Akte zu schließen; obwohl der Unfall nicht ganz sauber aussieht. Plötzlich erfährt Manuel, dass sein Mann ein zweites Leben besaß, dass er vor ihm verheimlicht hatte: Er entstammt einer der besten Adelshäuser Spaniens und war der führende Kopf der Familie Muñiz de Dávila, der Graf von Santo Tomé. Die Familie empfängt Manuel kühl. Er glaubt nicht an einen Unfall. Ein gerade pensionierter Polizist und ein Pater helfen ihm, der Sache auf den Grund zu gehen. Eine wendenreiche, spannende Geschichte in den Ribeira Sacra, den Tälern von Miño und Sil,  ein Familienroman mit ausgeloteten Charakteren vor einem atmosphärischen Hintergrund. Ein sanfter literarisch...

Rezension - Mörderische Auslese von Mattis Ferber

  Als Benjamin Freling, Sommelier eines Luxushotels am Kaiserstuhl, eine mumifizierte Leiche in der aufgeschlagenen Wand des Weinkellers entdeckt, ist er fassungslos. Er glaubt, sein ehemaliges Kindermädchen entdeckt zu haben, das vor 20 Jahren verschwand. Der lange Anlauf, Spannung setzt erst in der Mitte ein, und die die Stilistik verderben ein wenig das Lesevergnügen, obwohl es grundsätzlich eine gute Story ist. Wer sich an diesen Dingen nicht stört, erhält insgesamt einen netten Genusskrimi, Cosikrimi, Whodunnit – etwas für Feinschmecker und Weinverrückte. Für den allgemeinen Weintrinker war es ein wenig zu viel Etikettengeschwurbel, eben ein Markenkrimi.  Weiter zur Rezension:    Mörderische Auslese von Mattis Ferber

Rezension - Wie ich das chinesische Lager überlebt habe von Gulbahar Haitiwaji und Rozenn Morgat

  Seit Jahren lebt Gulbahar Haitiwaji mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Paris. Eines Tages erhält sie einen Anruf aus Xinjiang: Sie müsse dringend nach China kommen, um Dokumente für ihre Rente zu unterschreiben, das persönliche Erscheinen sei unumgänglich. Gulbahar Haitiwaji bucht eine zweiwöchige Reise und landet im Gefängnis. Sie ertrug Verhöre, Folter, Hunger und kafkaeske Zersetzungsmethoden, kehrt erst drei Jahre später zurück. Der Vorwurf: Man zeigte ihr ein Foto. Ihre Tochter sei eine Terroristin, da sie an einer uigurischen Versammlung in Paris teilgenommen hatte. Peking nennt die Gefängnisse «Ausbildungszentren». Eine unabhängige internationale Untersuchung der Lager ist nicht zugelassen. Völkermord, Genozid in China, das Auslöschen von Kulturen und Religionen, eine tägliche Verletzung der Menschenrechte. Weiter zur Rezension:    Wie ich das chinesische Lager überlebt habe von Gulbahar Haitiwaji und Rozenn Morgat

Rezension - Tradition Mord von Sarah Kessler

  Staatsanwältin Frida ermittelt in diesem Kriminalroman zu einer Messerattacke auf eine junge Frau, Aliye Yıldız, die im Krankenhaus liegt, den Angriff vielleicht nicht überleben wird, der hinterrücks erfolgte, ein Femizid, ein Mordversuch. Täter unbekannt. Dann geht es weiter in eine Familiengeschichte über drei Generationen. Am Ende hat wieder die Staatsanwältin das Wort. Es entwickelt sich aus der Geschichte aber ein anderer Fall, der lange zurückliegt. Die erste Geschichte taucht in den Untergrund ab, wird nicht aufgeklärt. Der Lesende wird ratlos zurückgelassen. Letztendlich, wenn man alles zusammenzählt, ist dies ein schwacher Justizroman: Ein nicht überzeugendes Konstrukt, Ausdruck und Stilistik schwächeln.  Weiter zur Rezension:   Tradition Mord von Sarah Kessler

Rezension - Drachenreiter - Der Fluch der Aurelia von Cornelia Funke

  Guinever macht mit ihrem Vater auf dem Weg ins Himalayagebirge einen Abstecher nach Neuseeland. Viel lieber wäre es Guinever allerdings jetzt bei ihrem Bruder Ben, dem Drachenreiter am Saum des Himmels zu sein – gerade waren dreizehn neue Drachen geboren. Irgendwas geht vor auf der Welt, denn Vater Barnabas ist beunruhigt. Es geht um eine alte Geschichte der Māori, aber er will erst weitere Informationen sammeln, bevor er den Kindern von seinem Verdacht etwas erzählt. «Vier, um sie anzukündigen, vier, um sie zu empfangen.» Ben und Fliegenbein forschen nach den alten Mythen: Schwärme von Seevögeln kündigen ein riesiges Fabelwesen an, das aus den Tiefen des Ozeans an der Küste Kaliforniens emporsteigt: die Aurelia. Fantasy und Abenteuer vom Feinsten ab 10 Jahren – Allage. Meine Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Drachenreiter - Der Fluch der Aurelia von Cornelia Funke