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Rezension - Freunde von Deborah Marcero

  Zunächst hat mich die Illustration gepackt. Atmosphärisch sammelt die Autorin Momente ein. Leander, ein kleines Kaninchen, sammelt Blumen, Federn, herzförmige Steine usw. in Gläsern. Eines Tages trifft er auf Lenu, die gerade das kirschsiruprote Licht des Sonnenuntergangs einsammelt, und er schließt Freundschaft mit ihr. Ihre gemeinsame Sammlerliebe spornt sie an, und sie beginnen, Augenblicke festzuhalten. Die Massage: Das Leben leben, sich die glücklichen Momente aufbewahren, um sich an sie zu erinnern, sie mit Freunden zu teilen, um in bedrückenden Momenten, sich an den Liebreiz zu erinnern. Bilderbuch ab 3 Jahren.  Weiter zur Rezension:   Freunde von Deborah Marcero

Rezension - In all deinen Farben von Bolu Babalola

  Bolu Babalola hat die schönsten Liebesgeschichten der Mythologie witzig, spritzig, teils modern in unsere Zeit transportiert, neu erzählt. Sie konzentriert sich auf die fantastischen Volksmärchen Westafrikas. Bolu Babalola gibt ihren Protagonistinnen Selbstbewusstsein, sie nehmen ihr Schicksal in die Hand, verlassen manchmal den vorgezeichneten Weg. Die Geschichten wechseln in Perspektive, in Kontinenten und Schreibstil, durchschreiten Grenzen von Zeit und Raum. Herrlich erfrischend zu lesen – Liebesgeschichten mit Köpfchen und ganz viel Herz – fern von Kitsch. Sommerlektüre – meine Empfehlung! Weiter zur Rezension:    In all deinen Farben von Bolu Babalola

Rezension - Das Vorkommnis von Julia Schoch

  Eine Schriftstellerin wird am Ende einer Lesung von einer Fremden angesprochen, die behauptet, sie hätten beide denselben Vater. Kommunikation zu Ende. Es gibt keinen Austausch zwischen den beiden, aber die Begegnung löst in der Autorin eine Welle von Emotionen aus. Fragen drängen sich auf, über Ehe und Mutterschaft, über Adoption und andere Familiengeheimnisse, über das Thema Wahrheit an sich. Schriftstellerisch erstklassig geschrieben und mit klugen, präzisen Gedankengängen einer schonungslosen Selbstreflexion hat mir der Roman gut gefallen. Weiter zur Rezension:    Das Vorkommnis von Julia Schoch 

Rezension - Der verborgene Gast von Michael Böhm

  Kriminalhauptkommissar Roth vom LKA ermittelt in einem Mordfall in Oberbayern: eine Wasserleiche. Eine weitere tote Frau im Schnee unter einem Kreuz an einer einsamen Stelle weist vom Tathergang Parallelen auf. Abwechselnd blickt der Leser in die Ermittlung und in die Abgründe der Seele eines Mörders. Der dichte Noir-Krimi ist ein Lesevergnügen in Sprache  ist Lesevergnügen in Sprache und Konstrukt, meine Empfehlung! Ein Kriminalroman der anderen Art. Weiter zur Rezension:    Der verborgene Gast von Michael Böhm

Rezension - Die Verschwörung der Krähen von Markus Gasser

  Eine Biografie über Daniel de Foe als historischer Krimi und Abenteuerroman beworben. Leider Zäh und verkopft, mit einer sehr distanzierten Erzählhaltung, verschachtelten Sätzen, hin und her springend in den Zeitebenen, war dieser historische Roman für mich kein Lesevergnügen. Ich bin nur drangeblieben, weil Daniel de Foe eine bemerkenswerte Persönlichkeit war und das Leben dieser Epoche rein wissenschaftlich gesehen gut dargestellt wird – eben eher informativ als spannend. Interessant ja – mehr war es für mich persönlich leider nicht. Weiter zur Rezension:    Die Verschwörung der Krähen von Markus Gasser

Rezension - Radio Silent - Melde dich, wenn du das hörst von Tom Ryan

  Die Sucherin – sie betreibt einen erfolgreichen Podcast – niemand weiß, wer sich hinter Radio Silent verbirgt. Dee hilft Menschen, vermisste Personen aufzuspüren. Die 17-Jährige hat ein Trauma. Vor 10 Jahren wurde ihre Freundin Sibby entführt. Dort im Wald, am Baumhaus. Dee musste alles mit ansehen und konnte nicht helfen, fühlt sich mitschuldig – so will sie heute andere unterstützen, um plötzlich Verschwundene wieder aufzufinden. Und nun wiederholt sich alles in ihrem kleinen Ort ... spannender Jugend-Thriller ab 13 Jahren. Meine Empfehlung für das Jundbuch! Weiter zur Rezension:    Radio Silent - Melde dich, wenn du das hörst von Tom Ryan

Rezension - Minna Melone – Wundersame Geschichten aus dem Wahrlichwald von Sven Gerhardt und Mareike Ammersken

  An einem gewöhnlichen Tag im Wahrlichwald machen die Tiere das, was sie immer tun: Sie sammeln Futter, fegen die Wohnung oder reparieren ihren Gartenzaun. Am Waldrand taucht unbemerkt eine elegant gekleidete Wanderratte auf, die einen schwer beladenen Bollerwagen hinter sich herzieht. Nur Zara das Eichhörnchen bekommt etwas mit, wird neugierig. Und plötzlich ist dort eine Bühne aufgebaut: Minna Melone. «Jeden Abend Abenteuer!», steht auf dem Schild neben der Bühne. Ein herrliches Kinderbuch, ein Fantasy-Abenteuer ab 5 Jahren. Weiter zur Rezension:    Minna Melone – Wundersame Geschichten aus dem Wahrlichwald von Sven Gerhardt und Mareike Ammersken

Rezension - Wir sind das Licht von Gerda Blees

  Als der Notarzt in einem Reihenhaus eintrifft, herrscht eine ruhige, fast unheimliche Atmosphäre. Eine Bewohnerin, Elisabeth, ist im Beisein ihrer Mitbewohner verstorben - sie ist verhungert. Eine Wohngemeinschaft von drei Frauen, einem Mann, und die Geschichte einer leisen Radikalisierung. Stilistisch besonders sind die vielfältigen Perspektiven, bei der auch Dinge zu Wort kommen, die mit «Wir sind ...» beginnen. Auch die Eltern, die Polizei oder der Tatort selbst kommen zu Wort. Stilistisch und handwerklich fein ausgearbeitet ist der Roman ein Vergnügen. Inhaltlich ein aktuelles Thema, das hier von allen Seiten beleuchtet wird. Ein Roman, den man unbedingt lesen sollte! Weiter zur Rezension:    Wir sind das Licht von Gerda Blees

Rezension - Der schwärzeste Winter von Carlo Lucarelli

  Ein Commissario-De-Luca-Krimi  Commissario De Luca ist jetzt Teil der politischen Polizei und steht damit an der Seite der Faschisten. Die Menschen der besetzten Stadt Bologna im Winter bei Eiseskälte, ausgeblutet von den Bombenangriffen, leben in ständiger Angst, leiden Hunger. Wehrmacht und SS werden flankiert von Mussolinis «Schwarzen Brigaden», Partisanenaktionen aus dem Untergrund. Drei Morde und De Luca soll nun für drei Auftraggeber ermitteln: für die Faschisten, für die Nazis und undercover für die Kollegen des geheimen «antifaschistischen Polizeipräsidiums» – ein führender Kopf des Widerstands wird nämlich zu Unrecht beschuldigt, einen Mord begangen zu haben. Ein Drahtseilakt 1944 während des Zweiten Weltkriegs. Ein spannender historischer Krimi, der eine gefährliche Zeit atmosphärisch beschreibt, ein intelligenter Plot, für mich eine Meisterleistung im Genre Noir Kriminalliteratur. Weiter zur Rezension:    Der schwärzeste Winter von Carlo Lucarelli

Rezension - Der Morgen einer neuen Zeit von Ken Follett

  Kingsbridge Serie Gesprochen von: Tobias Kluckert Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 28 Std. und 59 Min. Ken Follett geht mit diesem Teil weit zurück in seiner Kingsbridgeserie – in die Zeit vor «Die Säulen der Erde». England im Jahr 997, ein Prequel. Der junge Bootsbauer Edgar, seine Mutter und Brüder überleben einen Angriff der Wikinger, werden mittellos und müssen auf einem verlassenen Bauernhof in einer armseligen Hütte neu anfangen. Gleichzeitig kommt die normannische adelige Tochter Ragna von Cherbourg in diesen Landstrich, um den Alderman zu ehelichen. Leider ist der historische Roman von Anfang an durchschaubar, die Charaktere überzeichnet in Gut und Böse; mit Abstand der schlechteste Band der Serie. Leichte Kost und nette Unterhaltung, mehr kann ich diesem historischen Roman, der zur Zeit von König Aethelred II und seiner Frau Emma von der Normandie handelt, nicht abgewinnen. Weiter zur Rezension:    Der Morgen einer neuen Zeit von Ken Follett