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Rezension - Süße Versuchung von Gesuino Némus

  War es ein Autounfall, ein Selbstmord oder gar Mord? Ohne ersichtliches Motiv, ohne ein ersichtliches Anzeichen von Manipulation stürzt eine unbekannte Frau mit dem Auto in die Schlucht – keine gefährliche Stelle. Wer ist diese Frau? Ein Busfahrer, der diese Strecke zweimal am Tag fährt, will den Wagen noch nie gesehen haben; es gibt keine andere Zufahrt in das abgelegene sardische Bergdorf Telévras. Irgendetwas verschweigt er, meint Inspektor Marzio Boccinu. Sein Geheimnis wird der Mann mit ins Grab nehmen, denn er erschießt sich kurz darauf. Zwei Todesfälle, die nach Mord riechen. Boccinu muss für ein Plappermaul aus seinen Reihen büßen und wird zunächst vom Dienst freigestellt. Er hat die Nase voll und kündigt seinen Job. Weiter zur Rezension:    Süße Versuchung von Gesuino Némus

Rezension - Zusammen von Milja Praagman

  Was verbindet uns und was trennt uns? Gedichte, die Momente beschreiben. Gemeinsamkeiten, Verbundenheit, Liebe, Geburt, Streit ... Momente, in denen wir uns nahe sind. Die niederländische Kinderbuchautorin Milja Praagman hat in ihrem tierischen Gedichtband solche Momente festgehalten. Momente voller Atmosphäre der Ruhe und Ausgeglichenheit oder voll Elan oder auch voll Qual. Farbenfrohe Grafiken begleiten die Gedichte; ab 8 Jahren, bzw. Allage. Weiter zur Rezension:    Zusammen von Milja Praagman

Rezension - Die weiße Wölfin von Vanessa Walder und Simona M. Ceccarelli

  Das geheime Leben der Tiere (Wald, 1) Ein heftiger Sturm tost durch das Flusstal, als fünf Wolfswelpen geboren werden. Die Jüngste ist eine winzige Wölfin. Ausgerechnet sie hat enormen Mut und nimmt sich vor, die allergrößte Jägerin zu werden. Eine Leitwölfin obendrein! Sie erhält vom Rudel den Naman «Fünf». Ein Rabenschwarm begleitet stetig das Rudel, denn sie weisen den Weg zur Beute, eine Teamarbeit. Der Rabe Raak ist der beste Freund von Fünf. Eine spannende, realitätsbezogene Tiergeschichte zum Leben der Wölfe! Empfehlung für Leseanfänger ab 8 Jahren! Weiter zur Rezension:    Die weiße Wölfin von Vanessa Walder und Simona M. Ceccarelli

Rezension - Leonard Cohen – Like a Bird on a Wire von Philippe Girard

  Eine Comic-Biografie Leonard Cohen (1934-2016), eine musikalische Legende, Romancier und Songwriter; sein Leben mit wichtigen Stationen und Songs eingebettet in eine biografische Graphic Novel – ein Leckerbissen für Fans. Das Buch beginnt 2016 in Los Angeles, seine letzte Nacht: «Ich werde ganz allein hier sterben, wie ein Hund», sagt er, als sein Blick aus dem Fenster auf einen Vogel fällt, der auf einer Stromleitung sitzt. Ein Rückblick auf sein Leben: Klapperdünn mit Fedora-Hütchen und Krawatte, die Gitarre in der Hand; leise, literarisch; Höhen und Tiefen, Drogenexzesse, Depressionen, Tabletten, die Sucht nach Selbstzerstörung; viele Frauen streiften sein Leben, die in seinen Songs verewigt wurden. Cohen sagte einmal über sich selbst: «Mein akademisches Ziel: Wein, Frauen und Songs».  Weiter zur Rezension:   Leonard Cohen – Like a Bird on a Wire von Philippe Girard 

Rezension - Camanchaca von Diego Zúñiga

  Camanchaca nennt man den Nebel, der in Chile, vom Meer heraufzieht. Es ist die Geschichte eines namenlosen jungen Mannes, der mit seinem Vater auf einem Roadtrip von Chile in eine Grenzstadt in Peru unterwegs ist. In der Novelle wechselt er seine Erzählung in Fragmenten zwischen seiner Kindheit und dem Jetzt hin und her, bis die Familiengeschichte in diversen Enthüllungen zusammenläuft – im Ungesagten, im Nebel. Es wird viel angedeutet, ohne die Geschichte auszuerzählen. Und genau das ist die Stärke des kleinen Romans, der im Format knapp unter DIN A5 mit 120 Seiten daherkommt; die Essenz auf ein bis zwei Seiten, halben Seiten, bis zum nächsten Gedankenstrang. Eine Geschichte, die berührt, den Leser auf eine Gedankenreise schickt. Weiter zur Rezension:    Camanchaca von Diego Zúñiga

Rezension - Die Kinder sind Könige von Delphine de Vigan

  Mélanie Claux war schon als Jugendliche fasziniert von «Big Brother». Sie ist versessen darauf, ein TV-Showstar zu werden und bewirbt sich auf diverse Formate. Doch sie ist nie über das Bewerbungsgespräch hinausgekommen. Sie heiratet, bekommt zwei Kinder und entdeckt YouTube und Instagram für sich – stellt ihre Kinder aus. Als sich immer mehr Follower um sie sammeln, wird sie für Firmen interessant. Als Influencerin scheffelt sie nun viel Geld mit ihren Kindern. Doch eines Tages verschwindet die kleine Kimmy beim Versteckenspielen vor dem Haus. Die Kripobeamtin Clara Roussel nimmt die Ermittlung auf, eine Entführung liegt klar auf der Hand. Ein Kriminalroman, ein Thriller, aus dem Leben gegriffen! Ein hervorragender Gesellschaftsroman mit einem wichtigen Thema!  Weiter zur Rezension:    Die Kinder sind Könige von Delphine de Vigan

Rezension - Der Erinnerungsfälscher von Abbas Khider

  Gesprochen von: Timo Weisschnur Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 3 Std. und 2 Min. Abbas Khider ist für mich einer der besten deutschen Schriftsteller. Mit diesem kleinen Roman zeigt er wieder mit ungeheuerer Wucht, kurz und prägnant, die Problematik des Zugereisten darzustellen – insbesondere, wenn er erkennbare arabische Wurzeln hat. Neben der Frage, was Heimat ist, bringt er sicherlich persönliche Erfahrungen in die Geschichte ein, die beim Lesen in die Magenkuhle krachen. Wer arabischstämmige Freunde hat, der kennt das Prozedere: Du bist bei jeder Verkehrsüberprüfung dran, am Bahnhof, am Abend beim Bummel usw.: Immer die grundlose Ausweiskontrolle. Und immer wieder die absurde Frage zum deutschen Pass: Sprechen Sie Deutsch? Erinnerungen verblassen, verselbstständigen sich. Ein Roman, den man sich nicht entgehen lassen sollte! Weiter zur Rezension:    Der Erinnerungsfälscher von Abbas Khider

Rezension - Heul doch nicht, du lebst ja noch von Kirsten Boie

  Ein grandioser Jugendroman ab 14 Jahren, den ich auch Erwachsenen empfehlen mag. Hamburg, Juni 1945: Die Stadt liegt in Trümmern. Drei Jugendliche haben es überlebt. Traute, Hermann und Jakob werden sich kurz über den Weg laufen in dieser ereignisreichen Woche. Ein Halbjude, der sich versteckt hat, lebt in den Trümmern, wartet auf das Kriegsende. Eine Familie muss die Wohnung mit einer ostpreußischen Flüchtlingsfamilie teilen. Ein Vater hat den Krieg überlebt, doch beide Beine sind amputiert, ein schweres Päckchen, das die Familie zu tragen hat. Ein Jugendbuch, das niemanden kalt lässt zum Thema Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Pogrome, Nachkriegszeit ab 14 Jahren – Empfehlung, auch als Unterrichtsmaterial. Weiter zur Rezension:    Heul doch nicht, du lebst ja noch von Kirsten Boie

Rezension - Radium Girls - Ihr Kampf um Gerechtigkeit von Cy

  Eine ergreifende, wahre Geschichte als Graphic Novel verarbeitet – ein Skandal! Phantastisch fühlte es sich für die jungen Frauen an, einen gutbezahlten Job bei der US Radium Corporation (USRC) in New Jersey zu erhalten! Eine Uhrenfabrik, ein sauberer Job, der den Frauen zu Lohn und mehr Freiheit verhalf, zu Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Es waren die sogenannten strahlenden Zwanzigerjahre, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Frauen leuchten auf Partys im Dunkeln ... nicht immer ganz freiwillig. Ungefährlich sagte man ihnen – bis sie reihenweise krank wurden und die ersten starben. Comic ab 14 Jahren – Allage; meine Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Radium Girls - Ihr Kampf um Gerechtigkeit von Cy

Rezension - Dr. Melchiors lustige Tiere von Michael Köhlmeier und Lorenz Helfer

  Wenn ein Saurier auf eine Giraffe trifft, die Mücke kein einziges Gedicht von Bertolt Brecht kennt, Heinrich Kleists Hund auftaucht und Stalin einen Frosch verdrischt, dann sind wir mittendrin in Michael Köhlmeiers wunderbarer Welt aus Skurrilitäten und Schabernack, nicht immer ernst zu nehmen. Freche Lyrik zum Entspannen. Weiter zur Rezension:    Dr. Melchiors lustige Tiere von Michael Köhlmeier und Lorenz Helfer