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Rezension - Wir sind dieser Staub von Elizabeth Wetmore

  1976, in der kleinen westtexanischen Stadt Odessa stinkt die Luft nach Öl, hier dreht sich alles um die Ölförderung: Hitze, Wüstensand, unbändiger Staub, Klapperschlangen und Skorpione, ein verdorrtes Land. Das schwarze Gold sorgt für Wohlstand in der Gemeinde. Mary Rose Whitehead öffnet auf einer Farm aufs Klopfen, registriert sofort, was dem schwer verletzten vierzehnjährigen Mädchen vor ihr passiert ist. Nun erfolgt ein Martyrium für Mary Rose – ihr Telefon steht nicht still. Der arme junge Mann! Will sie ihm mit ihrer Aussage vor Gericht das Leben verbauen? Es war doch nur eine Schlampe – eine Mexikanerin – die hat es doch gewollt. Selbst ihr eigener Mann maßregelt sie, weil sie die Tür geöffnet hat. Ein stimmungsvolles Setting und fein beschriebene Charaktere runden den Roman ab, eine Mischung aus Western, Gesellschaftsroman, Justizroman. Klare Leseempfehlung! Weiter zur Rezension:   Wir sind dieser Staub von Elizabeth Wetmore

Rezension - Edgar, Ellen & Poe von Antje Leser

  Ellen ist eine junge Hexe, die auf ihre Aufnahmeprüfung für die Hexengemeinschaft der Veggihexen in der Walpurgisnacht hinfiebert. Sie lebt auf der Insel Walpurga. Doch die frechen Krawallhexen um Ranunkula, Felgen-Helge, Touren-Tina, Routen-Ute und Frisöse von der Bläser Konnäkschn rasen vermummt auf modernen Laubbläsern heran, bringen das Fest der Besenhexen durcheinander, lassen die Prüfung platzen. Nun wird Ellen von Oberhexe Hortensia-Emilia zusammen mit ihrem Seelentier, dem Raben Edgar mit einer Botschaft ins Hexenlager der Krawallhexen geschickt, die auf der Bohrinsel Gischtpickl wohnen. Dabei geraten die Freunde zwischen die Fronten! Lustiger Abenteuerroman für Kinder ab 6/8 Jahren. Weiter zur Rezension:    Edgar, Ellen & Poe von Antje Leser

Rezension - Astronauten von Sophie Dussaussois und Marc-Étienne Peintre

  In diesem Sach- und Spielbuch mit 20 Klappen und Spielelementen begleitet der Leser drei Astronaut*innen der ISS auf ihre Reise ins All. Alles beginnt mit einem Training auf der Erde. Auf der zweiten Seite wird erklärt, wie eine Rakete funktioniert, und dann folgt die Internationale Raumstation ISS. Nun können wir uns die Station von innen ansehen. Zum Schluss erfolgt ein Ausflug ins All! Ganz nett, aber textlich eine Überforderung für Kindergartenkinder ab 4 Jahren. Weiter zur Rezension:    Astronauten von Sophie Dussaussois und Marc-Étienne Peintre

Rezension - Maus und Eichhorn auf großer Winterreise von Kristina Andres

  Im Winter sind die Tage kurz und die Nächte lang und kalt. Es hat geschneit. Die kleine Maus staunt, schaut auf die großen, weißen Zacken. Dort in den Bergen entspringt der Fluss. Sie möchte auf die Gipfel steigen und die Welt von oben sehen. Also los Eichhörnchen, machen wir eine Winterreise! Und schon schraubt ihr Freund Eichhorn Kufen an den Karren, Proviant, Decken und Kissen hineingelegt, und eine abenteuerliche Reise beginnt .... Ein atmosphärisches Bilderbuch, ein Märchen ab 3 Jahren. Weiter zur Rezension:  Maus und Eichhorn auf großer Winterreise von Kristina Andres

Rezension - Die Tierpolizei – Mach nicht so 'ne Welle! von Anna Böhm und Ramona Wultschner

  Das kann doch nicht sein! Der Fluss ist weg! Wer hat ihn geklaut? Die Otterfamilie reibt sich am Morgen die Augen. Durstig machen sie sich auf den Weg zur Tierpolizei und bitten sie um Hilfe: Flopson, die Katzenbärin, das Pony Fridolin, Meili, die Blaumeise und Jack, der Teddyhamster. Kammmolche, Rohrdommeln und andere berichten entsetzt von ihrem verlorenen Zuhause. Die Kommissare nehmen sofort die Ermittlungen auf. Aber es kommt noch viel schlimmer ... Charmant und extrem witzig ist hier eine spannende Geschichte mit Niveau entstanden. Was will man mehr? Neben der packenden Story erfahren die Kinder etwas über bedrohte Arten, über das Ökosystem Bach und See und Umweltschutz. Empfehlung! Zum Vorlesen und für Erstleser ab Vorschulalter. Weiter zur Rezension:    Die Tierpolizei – Mach nicht so 'ne Welle! von Anna Böhm und Ramona Wultschner

Rezension - Con gusto von Dieter Richter

  Die kulinarische Geschichte der Italiensehnsucht Von wegen Italiensucht! Lange Zeit schmähten deutsche Reisende die italienische Küche. Stinkendes Olivenöl und Makkaronifraß, ein ekles Wurmgewinde! Das war nicht des Deutschen Gusto. Heute preist man die italienische Küche als besonders gesund an; früher galt sie als ungenießbar und gesundheitsschädlich. Schon Goethe kehrte in Gasthäuser und Hotels ein, die sich auf deutsche Gäste spezialisiert hatten. Der Deutsche und der Engländer verlangen ein deftiges Frühstück. Und Fleisch! Das gab es in Italien nicht. Bereits Goethe schrieb, dass man kein Fleisch serviert bekäme, und wenn, dann sei es ein halbverhungerter, zäher Gockel, Innereien oder fettes Schweinefleisch. Die Früchte wusste man zu schätzen. Eine humorvolle historische Wanderung mit Anekdoten, Auszügen aus Reiseberichten, die Entwicklung der Liebe des Deutschen zur italienischen Küche. Weiter zur Rezension:    Con gusto von Dieter Richter

Rezension - Die Wahrheit der Dinge von Markus Thiele

  Recht zu sprechen, bedeutet nicht immer moralisch gerecht zu sein, insbesondere aus der Sicht der Opfer. Grundlagen für das erste Semester im Jurastudium. Ein Thema, das in der Literatur immer wieder großartig verarbeitet wurde. Ich war gespannt auf den Roman eines Rechtsanwalts und bin leider bereits auf der ersten Seite enttäuscht worden. Die Geschichte eines Richters, der an sich selbst zweifelt, in sich geht, überlegt, ob er seien Job zu schmeißen. Beweihräucherung von allen Seiten. Sprachlich und inhaltlich keine Glanzleistung, Spannung mäßig, alles in allem eine flache Story zu einem großen Thema. Weiter zur Rezension:    Die Wahrheit der Dinge von Markus Thiele

Rezension - Im Spiegelsaal von Liv Strömquist

  In ihren Comic-Essays beschäftigt sich Liv Strömquist mit Schönheitsidealen. Sie beginnt mit Kylie Jenner einer Ista-Poserin. Über 277 Millionen Menschen folgen der berühmten Amerikanerin auf Instagram. Alle möchten aussehen wie Kylie. Aber warum ist es so? Der französische Philosoph René Girard erklärt, dass der Mensch an sich unsicher ist, darum Vorbilder benötigt, und diese nachahmen will, um alles richtig zu machen. Historisches, Theorien von Soziolog*innen, Kunstwissenschaftler*innen, eine Menge Sachinformationen in Form von Comics setzen sich mit dem Thema auseinander.  Weiter zur Rezension:    Im Spiegelsaal von Liv Strömquist

Rezension - Kleine Freuden von Clare Chambers

  Den Roman angefangen zu lesen – gut, aber was haben sie bloß alle mit diesem Buch?, dachte ich. Und dann hat es mich nach einem Viertel gepackt, eine fast durchlesene Nacht folgte. Das Ende – Schnappatmung. Das Setting ist in den Südwesten von London gelegt, 1957. Jean Swinney, fast vierzig, ist Redakteurin bei einer Tageszeitung, soll klären, was an der Behauptung einer Frau dran ist, die behauptet, ihre Tochter sei das Ergebnis einer unbefleckten Empfängnis. Ist Gretchen Tilbury eine verhuschte Frau, die lediglich Aufmerksamkeit erhalten möchte, oder hat sich an ihr tatsächlich eine Parthenogenese vollzogen? Meine Empfehlung für diesen herrlichen Gesellschafts-/Familien-/Liebesroman. Weiter zur Rezension:    Kleine Freuden von Clare Chambers