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Rezension - Leise Wut von Cornelia Härtl

  Ein Lena Borowski-Krimi Lena Borowski, eine Sozialarbeiterin aus dem Landkreis Offenbach kommt  aus dem Urlaub zurück. Der erste Arbeitstag beginnt mit einem Schock: Ein totes Kind – übel zugerichtet, Kindesmissbrauch. Die Mitarbeiter des Jugendamts stehen am Pranger. Ein Schuldiger muss der Presse zum Fraß vorgeworfen werden: Lena. Sie wird suspendiert. In ihrer Verzweiflung beginnt Lena zu recherchieren und stößt auf einen möglichen Pädophielenring. Die Spur führt nach Menorca. Ich habe den Krimi in einem Rutsch gelesen. Er ist spannend geschrieben, ein Pageturner. Beste Noir-Kriminalliteratur. Weiter zur Rezension:    Leise Wut von Cornelia Härtl

Rezension - Von hier bis zum Anfang von Chris Whitaker

  Laut der Werbung des Verlags ebenso bewegend wie «Gesang der Flusskrebse», eine amerikanische Geschichte in gleicher Tonalität. Aber mal ehrlich, dieses Buch kann dem genannten Roman nicht das Wasser reichen! Ab der ersten Seite wurde man hineingezogen, mit Atmosphäre, Poesie, Spannung, Charaktere, Sprache; das Gesamtpaket. Aber genau das alles fehlte mir an diesem Roman. Er ist nicht schlecht. Aber die Story plätscherte dahin, die Charaktere so lala, Atmosphäre und Sprache im Mittelmaß. Eins haben beide Romane gemeinsam: Es geht um vernachlässigte Kinder, die sich und ihre Geschwister selbst erziehen müssen, um überforderte Eltern. Eine dysfunktionale Familie, die durch ein Unglück aus dem Lot gebracht wurde.  Weiter zur Rezension:   Von hier bis zum Anfang von Chris Whitaker

Rezension - Ciros Versteck von Roberto Andò

  Der Klavierlehrer und Musikdozent Gabriele Santoro lebt zurückgezogen im neapolitanischen Viertel Forcella. Durch das Fenster beobachtet er eine gewisse Unruhe auf der Straße. Während er kurz seine Haustür offenstehen lässt, um dem Briefträger entgegenzugehen, schleicht sich der zehnjähriger Ciro in seine Wohnung. Es ist der Sohn eines Nachbarn, eines Camorramitglieds. Der Junge bittet Gabriele, ihn zu verstecken. Etwas bewegt den Mann an dem verlotterten Jungen und er willigt ein, fragt nicht warum, obwohl er ahnt, in welche Schwierigkeiten ihn das bringen könnte. Eine moderne griechische Tragödie, ein Drama, aber auch Sozialkritik – ein Prosastück, eine Kriminalgeschichte, die sich am Ende zuspitzt, poetisch geschrieben, literarische Kriminalliteratur die berührt.  Weiter zur Rezension:    Ciros Versteck von Roberto Andò 

Rezension - Der Abstinent von Ian McGuire

  Gesprochen von: Tobias Kluckert Hörbuch, Spieldauer: 8 Std. und 58 Min. Manchester, 1867. Im Morgengrauen hängen die Männer. Die englische Justiz verurteilte sie als Rebellen, Mitglieder einer staatsfeindlichen Organisation, den ‹Fenians› – die irischen Unabhängigkeitskämpfer. Constable James O’Connor, ist gerade aus Dublin nach Manchester versetzt worden, strafversetzt; nach dem Tod seiner Frau hatte er das Saufen angefangen. Diese terroristische Untergrundgruppe sinnt auf Rache, plaudert man in den Gassen. Sie werden den Tod der Kameraden rächen wollen, ein Amerikaner sei angereist, plane einen Anschlag. Der Ire O’Connor soll Vertrauen zu Landsleuten gewinnen, Kontaktleute anwerben, die für ihre Spitzeltätigkeit bezahlt werden. Stimmungsvoll arbeitet Ian McGuire mit bildlichem Ausdruck, ein literarischer Krimi auf hohem Niveau, ein Copkrimi, ein Noirkrimi mit historischem Hintergrund. Absolute Empfehlung für Noir-Fans. Weiter zur Rezension:    Der Abstinent von Ian Mc...

Rezension - Bestimmer sein von Katja Reider, Cornelia Haas

  Wer bringt hier endlich Ruhe in die Tierwelt rein? Immer nur Gemecker und Streit! «Wer rückt dem andern auf die Pelle? Wer darf wann an die Wasserstelle?» Wer soll im Land Bestimmer sein? Der Löwe brüllt, er sei der Stärkste, der Elefant meint, er sei der Größte, so einige Tiere glauben, sie hätten Kompetenz und das Sagen. Nee, nee, sagen die anderen, so geht das nicht! So streiten sie weiter, bis Erdmännchen Elvis die rettende Idee hat! Wer hat die Demokratie erfunden? Von wegen die alten Griechen! Pfff! Elvis war es! Ein wundervolles Bilderbuch, um Kindern die Grundlagen der Demokratie zu erklären. Warum wird gewählt, wer wird gewählt? Prächtige Illustrationen, witzige Reime – Bilderbuch ab 3-4 Jahren, Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Bestimmer sein von Katja Reider, Cornelia Haas

Rezension - Ene mene mink mank pink pank von Susanne Mardt und Angela Glökler

  Das Hausbuch der Kinderreime und Gedichte Traditionelles und Modernes kombiniert, Lustiges, Nachdenkliches, Reime und Gedichte, Fingerspiele, Kniereiter, Kitzelspiele, Lieder, Schüttelreime, Zungenbrecher. Bekanntes und Unbekanntes von Erich Kästner, Cornelia Funke, James Krüss, Paul Maar, Heinz Janisch, Heinz Erhard, Christian Morgenstern, Rainer Maria Rilke, Elisabeth Borchers, Wilhelm Busch, Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe, Mascha Kaléko, und vielen anderen. Ab 2 Jahren, Allage, ein Familienbuch, das Hausbuch der Kinderreime und Gedichte. Weiter zur Rezension:    Ene mene mink mank pink pank von Susanne Mardt und Angela Glökler

Rezension - Abendflüge von Helen Macdonald

  Dieser Essayband enthält kleine Geschichten über das Spazierengehen, über die Natur. Aber das ist es nicht allein, denn Helen Macdonald schlägt den Bogen vom Kleinen ins Große. Ob sie von Migräneattacken geplagt, die sie sehr dezidiert beschreibt, die Ankündigung, die man ignoriert, bis der Schmerz anschwillt, sich wie eine Regenwolke von 300 Litern pro Quadratmeter ergießt und den gesamten Körper mit Schmerz überflutet; und sie dann auf den Weltschmerz, die Zerstörung der Umwelt, zur Klimakatastrophe überlenkt. Ob sie nun von Mauerseglern, Nestern, Ameisen, Möwen, Hasen, Hirschen, Füchsen oder Wildschweinen, von Pilzen, Gewitter und Vogelwarten berichtet, stets gibt es Gedanken, die mit dem Menschen verbunden sind.  Weiter zur Rezension:    Abendflüge von Helen Macdonald

Rezension - Taqawan von Éric Plamondon

  Kanada, Quebec: Als Océane an ihrem fünfzehnten Geburtstag von der Schule nach Hause kommt, wird sie Augenzeugin einer brutalen Razzia. Es ist der 11. Juni 1981. Die Polizei beschlagnahmt die Fischernetze der Mi'gmaq, die seit Jahrtausenden vom Lachsfang leben. Viele werden verhaftet, es gibt Tote. Québec, ganz Kanada ist in Aufruhr. Kurz darauf findet der Ranger Leclerc ein indigenes Mädchen, das mehrfach vergewaltigt wurde. Im Vordergrund des Romans steht der Kolonialismus, der Lachskrieg, und es ist eine Mischung zwischen Kriminalgeschichte, hartem Noir, Abenteuergeschichte, Erdgeschichte, Weltgeschichte, Essay, Nature Writing. Zwischen die Erzählung werden immer wieder Fragmente eingeschoben. Naturbeschreibungen, Historisches, Soziologisches; ein gelungenes Experiment. Empfehlung!  Weiter zur Rezension:    Taqawan von Éric Plamondon

Rezension - Die Rückkehr von Dulce Maria Cardoso

  1975, nach der Nelkenrevolution, warten der 15-jährige portugiesische Rui und seine Familie in ihrem Haus in Luanda, der Hauptstadt Angolas, auf den Onkel, der sie zum Flughafen zu bringen wird. Alle anderen Häuser in der Umgebung stehen bereits leer oder sind von dunkelhäutigen Nachbarn besetzt worden. Schüsse auf der Straße, und dann taucht ein Jeep der Befreiungsarmee auf, verhaftet den Vater. Die Mutter und die Kinder fliegen allein ins «Mutterland», werden mit anderen Rückkehrern in einem Hotel untergebracht. Sie warten auf den Vater, der nachkommen soll. Der Junge ist traumatisiert, er muss sich dem neuen Leben stellen – hat eine Wut im Bauch. Weiter zur Rezension:    Die Rückkehr von Dulce Maria Cardoso

Rezension - Die Toten von Thunder Bay von Douglas Skelton

  Für diesen Krimi, der als erster Teil einer Serie geplant ist, entwirft Douglas Skelton die fiktive schottische Insel Stoirm, einen Ort mit turbulentem Wetter und dunklen Geheimnissen, und stellt die junge Journalistin Rebecca Connolly in den Mittelpunkt des Romans. Sie bekommt den Tipp, dass ein gewisser Roddie Drummond zur Beerdigung seiner Mutter auf die Insel zurückkehren wird. Er wurde vor 15 Jahren angeklagt, seine Freundin Mhairi Sinclair bestialisch ermordet zu haben. Doch mangels Beweisen wurde er freigesprochen. Es könnte auf der Insel ein wenig rundgehen ... Ein wildes Schottland mit zerklüfteten Felsen in der Brandung, Naturspektakel, bewohnt von einer eigenwilligen Sorte Mensch auf den Inseln, authentisch transportiert mit einer glaubhaften Geschichte, die all das zusammenbringt. Empfehlung! Weiter zur Rezension:  Die Toten von Thunder Bay von Douglas Skelton