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Rezension - Taqawan von Éric Plamondon

  Kanada, Quebec: Als Océane an ihrem fünfzehnten Geburtstag von der Schule nach Hause kommt, wird sie Augenzeugin einer brutalen Razzia. Es ist der 11. Juni 1981. Die Polizei beschlagnahmt die Fischernetze der Mi'gmaq, die seit Jahrtausenden vom Lachsfang leben. Viele werden verhaftet, es gibt Tote. Québec, ganz Kanada ist in Aufruhr. Kurz darauf findet der Ranger Leclerc ein indigenes Mädchen, das mehrfach vergewaltigt wurde. Im Vordergrund des Romans steht der Kolonialismus, der Lachskrieg, und es ist eine Mischung zwischen Kriminalgeschichte, hartem Noir, Abenteuergeschichte, Erdgeschichte, Weltgeschichte, Essay, Nature Writing. Zwischen die Erzählung werden immer wieder Fragmente eingeschoben. Naturbeschreibungen, Historisches, Soziologisches; ein gelungenes Experiment. Empfehlung!  Weiter zur Rezension:    Taqawan von Éric Plamondon

Rezension - Die Rückkehr von Dulce Maria Cardoso

  1975, nach der Nelkenrevolution, warten der 15-jährige portugiesische Rui und seine Familie in ihrem Haus in Luanda, der Hauptstadt Angolas, auf den Onkel, der sie zum Flughafen zu bringen wird. Alle anderen Häuser in der Umgebung stehen bereits leer oder sind von dunkelhäutigen Nachbarn besetzt worden. Schüsse auf der Straße, und dann taucht ein Jeep der Befreiungsarmee auf, verhaftet den Vater. Die Mutter und die Kinder fliegen allein ins «Mutterland», werden mit anderen Rückkehrern in einem Hotel untergebracht. Sie warten auf den Vater, der nachkommen soll. Der Junge ist traumatisiert, er muss sich dem neuen Leben stellen – hat eine Wut im Bauch. Weiter zur Rezension:    Die Rückkehr von Dulce Maria Cardoso

Rezension - Die Toten von Thunder Bay von Douglas Skelton

  Für diesen Krimi, der als erster Teil einer Serie geplant ist, entwirft Douglas Skelton die fiktive schottische Insel Stoirm, einen Ort mit turbulentem Wetter und dunklen Geheimnissen, und stellt die junge Journalistin Rebecca Connolly in den Mittelpunkt des Romans. Sie bekommt den Tipp, dass ein gewisser Roddie Drummond zur Beerdigung seiner Mutter auf die Insel zurückkehren wird. Er wurde vor 15 Jahren angeklagt, seine Freundin Mhairi Sinclair bestialisch ermordet zu haben. Doch mangels Beweisen wurde er freigesprochen. Es könnte auf der Insel ein wenig rundgehen ... Ein wildes Schottland mit zerklüfteten Felsen in der Brandung, Naturspektakel, bewohnt von einer eigenwilligen Sorte Mensch auf den Inseln, authentisch transportiert mit einer glaubhaften Geschichte, die all das zusammenbringt. Empfehlung! Weiter zur Rezension:  Die Toten von Thunder Bay von Douglas Skelton

Rezension - Ich hab da so ein Gefühl von Katharina Grossmann-Hensel

  Ein Buch übers Kichern, Weinen, Wüten, Freuen Gefühle, was ist das für ein Ding und wo kommen sie her? Was kann ich denn alles sein? Zufrieden, glücklich, traurig, müde, krank, eifersüchtig, trotzig, ängstlich, schwach, stark ... Wo habe ich Gefühle, wie entstehen sie? Ich höre, sehe, fühle mit der Hand, im Körper, innendrin. Dies Bilderbuch behandelt die Gefühlswelt und bringt Kindern das eigene Seelenleben näher, hilft ihnen, sich mit Emotionen auseinanderzusetzen. Mit Witz und Einfühlungsvermögen ab ins Gefühlsleben ab 4 Jahren. Weiter zur Rezension:    Ich hab da so ein Gefühl von Katharina Grossmann-Hensel

Rezension - Kleine Feuerwehr - Hoch hinaus von Fox & Sheep und Thies Schwarz

  Zunächst einmal wird die Feuerwehrstation vorgestellt. Hier wohnt Familie Knister, zusammen mit anderen Feuerwehrleuten. Das Haus kann man aufklappen, schauen, wie es innen ausschaut. Das Team der kleinen Feuerwache wird zu einem Einsatz gerufen: Gertrude hat ein geheimnisvolles Tier auf dem Baum entdeckt. Das Vieh macht «Miauwuff!» Was kann das sein? Wie kommt man nur in die Baumkrone? Es gibt eine Menge Ideen und Versuche, wie Trampolin, ein Menschenturm ... eine Rakete, auch das noch. Was wird wohl klappen? Lustiges Bilderbuch ab 3 Jahren Weiter zur Rezension:    Kleine Feuerwehr - Hoch hinaus von Fox & Sheep und Thies Schwarz

Rezension - Die Stille des Meeres von Donal Ryan

  Drei Lebensläufe, Biografietexte, die drei Leben berührend zusammenraffen. Farouks Leben ist zerstört, weil er verloren hat, was ihm am meisten bedeutet. Lampys junges Leben gerät aus den Fugen, als ihn seine große Liebe Chloé verlässt. John hat es geschafft; er ist ein reicher Mann, ein Steuerberater und Finanzberater. Doch er hat sein Leben lang andere manipuliert und betrogen und hofft nun verzweifelt auf Gottes Vergebung. Ganz am Ende werden die drei in dem kleinen irischen Ort Ardnamoher aufeinandertreffen, menschliche Schicksale, die wie die Wurzeln der Bäume miteinander verwoben sind. Weiter zur Rezension:    Die Stille des Meeres von Donal Ryan

Rezension - Flügel in der Ferne von Jadd Hilal

Vier Frauen erzählen ihre bewegte Familiengeschichte über vier Generationen. Mit dieser Familie ist der ewige Krieg verbunden: Palästina, der Libanon und somit ein sich stets wiederholender Aufbruch ins Exil ein hin und her zwischen dem Nahen Osten und Europa – die Liebe zur Heimat, die Rückkehr, erneute Flucht. Die vier Icherzählerinnen berichten aus ihrer Sichtweise. Emotionen, Einschätzungen; kindliche Gefühle, Frauen in Verantwortung, die eine Entscheidung für sich und die Kinder treffen müssen. Ein Roman, der mit wenigen Worten auskommt, um eine Familiengeschichte zu präsentieren – reduziert in Fragmenten und vielleicht gerade deshalb mit Intensität. Meine Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Flügel in der Ferne von  Jadd Hilal 

Rezension - Das Nest von Katrine Engberg

  Ein intelligent konstruierter Krimi, spannend, sprachlich gut, mit überraschendem Ende. Was will man mehr! An einem sonnigen Tag verschwindet der 15-jährige Oscar. Wurde der Sohn aus betuchter Familie entführt? Oder ist er schlicht abgehauen? Kurz darauf wird durch Zufall eine junge, männliche Leiche in einer modernen Müllverbrennungsanlage entdeckt.. Ist es Oscar? Und zufälligerweise arbeitet der Vater von Oscars Freundin hier als Ingenieur. Zu viele Zufälle. Malthe Sæther, ein beliebter Lehrer gerät ins Visier der Ermittler – nicht lange ... Er kann nicht mehr sagen, was er gewusst hat. Weiter zur Rezension:    Das Nest von Katrine Engberg

Rezension - Ich bin (d)ein Buch, hol mich hier raus! von Katja Frixe

  Vorsicht: Hier spukt ein Buch Oh, dieses Buch! Es tut ganz unauffällig. Aber aufgepasst: Seitdem es aufgetaucht ist, passieren seltsame Dinge in der Schule. Es spukt. Also lasst es bloß nicht raus ... Im Klassenraum hinter dem Lehrertisch befindet sich ein Regal. Und darin schlummert ein Buch. Wacht es auf, haben Ben und die anderen Kinder plötzlich den lustigsten Unterricht der Welt: Das Buch hilft ihnen heimlich, macht ständig Quatsch und kann fast alles. Zum Beispiel i-Punkte in Lehrernasen schießen, Herzchen fliegen lassen, in der Pause auf dem Schulhof Fußball spielen und sogar die Affenkinder im Zoo austricksen. Lesen lernen, sich dabei Stück für Stück das Leseniveau steigern. Die Idee ist fantastisch. Ein Buch für Erstleser, ab 6 Jahren.  Weiter zur Rezension:   Ich bin (d)ein Buch, hol mich hier raus! von Katja Frixe

Rezension - Wohin gehen Freunde? von Cornelia Wiesner und Nicola Rakutt

  Gute Freunde gehen gemeinsam durch dick und dünn. Die fünf Freunde, Maus, Bär, Wolf, Rotkehlchen und Reh genießen den Frühling. Die Frühjahrszeit steht für neues Leben. Auch die Mäusefamilie hat Nachwuchs – doch einer der Kleinen schwächelt. Maus wird nach Hause gebeten, der Familie beizustehen, weil der kleine Bruder es wohl nicht überleben wird. Wie erklärt man einem Kind, dass das Geschwisterchen oder ein anderer naher Familienangehöriger sterben wird? Mit der Geschichte widmen sich die Autorinnen dem Abschiednehmen auf eine besonders feinfühlige Weise.  Weiter zur Rezension:    Wohin gehen Freunde? von Cornelia Wiesner und Nicola Rakutt