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Rezension - Barrier Highway von Garry Disher

  Tiverton, Südaustralien, es gibt heiße Sommer – aber dieses Mal befinden wir uns im bitterkalten Winter mit Minusgraden, eisigem Wind, frostbedeckendem Gras, Eiszapfen hängen an tropfenden Gartenwasserhähnen. Constable Paul Hirschhausen fährt über die Bitter Wasch Road, den Barrier Highway, biegt ab in einsame Landstraßen und holprige Seitenstraßen, um in seinem Revier nach dem Rechten zu sehen. Disher ist ein fabelhafter Erzähler, und vortrefflicher Stilist, der seine Geschichten fein aufblättert, ein klares Gesellschaftsbild seines Milieus beschreibt. Polizeiarbeit wie sie sie wirklich ist – und dabei zieht die Story an, verdichtet sich, die verketteten Ereignisse überschlagen sich, und es gibt überraschende Wendungen. Garry Disher beherrscht die Kunst den unaufgeregten Krimi aufregend zu präsentieren.  Weiter zur Rezension:    Barrier Highway von Garry Disher

Rezension - Damals der Dodo von Isabel Pin

  Vom Aussterben und Überleben der Arten Ende des 16. Jahrhunderts entdeckte man auf der Insel Mauritius den Dodo, einen flugunfähigen Vogel, der friedlich zwischen exotischen Pflanzen und Tieren lebte. Schon hundert Jahre später war der Dodo verschwunden und damit reihte er sich ein in die große Zahl der heute ausgestorbenen Arten. Isabel Pin geht den Ursachen auf den Grund, erklärt, weshalb ein harmloser Vogel so schnell aussterben konnte, und sie überlegt, was wir tun können, damit nicht noch mehr Tiere einfach verschwinden. In diesem Buch geht ausschließlich um den Dodo und Mauritius. Seinen Namen hat er übrigens aufgrund seines Rufs. Mich konnte das Kindersachbuch nicht überzeugen. Kinderbuch ab 8 Jahren (Verlag) – für mich ab 10 Jahren. Weiter zur Rezension:     Damals der Dodo von Isabel Pin

Rezension - Den Mond vom Himmel pflücken von Ed Franck und Thé Tjong-Khing

  Geschichten über die Freundschaft – die von Panda und Eichhörnchen. Es beginnt mit dem Mond, der wie ein Ball aussieht. Eichhörnchen ist clever, will den Mond vom Himmel holen, mit ihm Ball spielen. Um an ihn heranzukommen, braucht man doch nur eine Leiter! Und so nagt Panda ein paar Bambusstangen ab, um eine zu bauen. Ob das jetzt wirklich so clever war? ... Feinsinnige Erzählungen über das, was Freundschaft ausmacht. Bilderbuch ab 5 Jahren.  Weiter zur Rezension:    Den Mond vom Himmel pflücken von Ed Franck und Thé Tjong-Khing

Rezension - Country Place von Ann Petry

  Ein amerikanischer Klassiker von 1947. Lennox, ein kleiner Ort in Connecticut: Johnny Roane kehrt nach vier Jahren Kriegsdienst aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Die Stadt entfacht in ihm Hassliebe. Kleinstadtmief, Getratsch, Enge, aber auch Heimat. Er freut sich auf Glory, seine Ehefrau, die er so sehr vermisst hat. Die Frage: Freut sie sich? Mit dem aufkommenden Sturm geht auch die Handlung einher: zunächst ein paar Blähungen, bis am Ende die Geschichte im Orkan zu Ende geht, der beileibe nicht nur unter Donnergrollen durch die Straßen fegt und Bäume entwurzelt. Eine spannende Erzählung, die das damalige amerikanische Gesellschaftsbild offenlegt – denn die Figuren sind scharf gezeichnet, fein auf den Punkt gebracht Ann Petry hat es geschafft, mich im Sturm zu erobern, mit ihrer Art der präzisen Beobachtung, die sie spannend präsentiert. Weiter zur Rezension:    Country Place von Ann Petry

Rezension - Spaghetti al pomodoro von Massimo Montanari

  Il tricolore, die Flagge Italiens: Spaghetti, Tomatensoße, zwei Basilikumblätter, Parmesankäse. Gibt es etwas, das typischer für Italien ist als Spaghetti al pomodoro? Der Mediävist und Lebensmittelhistoriker der Universität Bologna, Massimo Montanari, präsentiert die Geschichte dieses Gerichts und räumt dabei mit all den kursierenden Halbwahrheiten und Vorurteilen auf. Die Geschichte der Nudel und wie die Araber einen neuen Typ aus Hartweizen verbreiteten und auf Sizilien bereits im 12. Jahrhundert die industrielle Fertigung eingeführten (kein bisschen handgemacht von der Mamma). Die Tomate gesellte sich später als «spanische Soße» dazu. Ein Sachbuch, das sich spannend liest, ein Schmöker für kulinarische Freunde und Pastaliebhaber. Weiter zur Rezension:    Spaghetti al pomodoro von Massimo Montanari

Rezension - Saubermann von Ken Bruen

  Der Krimi ist der Knaller! Gleich die ersten zwei Seiten ziehen dich vom Hocker. Das hier ist böse, richtig böse: Bullenschweine, die übelst sexistisch und rassistisch sind, übelst brutal mit ihrem Klientel umspringen, korrupt sind, Essen, Zigaretten, Getränke mafiös erpressen, mit den eigenen Frauen wie mit Vieh umgehen, Frauen im Allgemeinen. Das Ganze ist gespickt mit ziemlich viel Humor, Slapstick – Brit-Pulp im Retrostil. R & B mobben sich durchs Revier und durch ihr Leben. Was sie besonders gut können? Andere Menschen erniedrigen. Was sie nicht so gut beherrschen? Ihre Arbeit, denn Fleiß ist nicht ihr Zauberwort. Wer die Kombination aus Noir und Satire mag, der wird hier eine Perle finden. Kriminalliteratur vom feinsten – garantiert kein Mainstream!  Weiter zur Rezension:    Saubermann von  Ken Bruen

Rezension - Blutrote Tulpen von Ibon Martín

  Santi lenkt die S-Bahn, durch das Naturschutzgebiet um Gernika im Baskenland, als er eine Frau auf den Gleisen sieht. Er macht eine Vollbremsung, weiß, dass es zu spät ist. Warum verschwindet sie nicht? Nun erkennt er, es ist seine Frau, die auf einem Stuhl gefesselt auf den Gleisen steht. Stahl auf Stahl kreischt, Funken fliegen; der Zug fegt die Frau von den Gleisen. Das Unglück wird live im Internet übertragen. Zur Ergreifung des Täters wird eine UEHI einberufen, eine Spezialeinheit für besondere Mordfälle, Serientäter oder Straftaten in Zusammenhang mit Prominenten. Orte wie Urdaibai, Bermeo, Murueta, San Pedro de Atxarre, San Juan de Gaztelugatxe, Cabo Ogoño, Bosque de Oma, Mundaka oder Las Marismas, die Burg von Arteaga, der Wald von Oma sind fein beschrieben – doch insgesamt ist der spanische Krimi nur mäßig, zu klischeehaft, hat keine glaubwürdigen Figuren. Weiter zur Rezension:    Blutrote Tulpen von Ibon Martín

Rezension - Nora und der große Bär von Ute Krause

  Nora will die beste Bärenjägerin werden! Zu klein soll sie sein? Keinesfalls, sagt Nora und übt fleißig! Und dann ist er da – der Große Bär – alles kommt ganz anders als gedacht …  Nora zieht jeden Tag alleine los, um den Bären zu finden. Und eines Tages im Winter entdeckt sie Fußspuren, denen sie folgt – doch dann hat sie sich verlaufen. Plötzlich liegt ein riesiger Schatten über ihr: Sie trifft auf den Großen Bären ... Eine herrliche Geschichte, wie ein Märchen konstruiert. Ab 4 Jahren Weiter zur Rezension:    Nora und der große Bär von Ute Krause

Rezension - Nordpol - Südpol von Nic Jones & Michael Bright

  Ein ganz besonderes Sachbuch, weil man dieses Wendebuch von hinten, wie von vorn lesen kann – entweder beginnt man mit dem Nordpol oder mit dem Südpol. Das Buch erklärt die Lebenswelten der Pole – beginnt auf der Nordpolseite mit der Erklärung der magnetischen Pole. So erfahren wir, dass es zwei Nordpole und sogar drei Südpole gibt, dass die Arktis eigentlich gar kein Land, sondern ein gefrorener Ozean ist, die Antarktis dagegen als die größte Wüste der Erde gilt. Großzügig illustriert zeigen die Doppelseiten die unterschiedlichen Lebenswelten der Pole, erklären die Tier- und Pflanzenwelt und die teilweise besiedelten Teile.  Weiter zur Rezension:    Nordpol - Südpol von Nic Jones & Michael Bright

Rezension - Ist alles deins! von Jami Attenberg

  Es ist ein langer, heißer Augusttag im New Orleans der Trump-Ära. Der 73-Jährige «Boss» Victor Tuchman, ein schwerreicher skrupelloser Geschäftsmann und brutaler Patriarch, erfolgreicher Bauunternehmer in New Jersey, kommt mit einem Herzinfarkt in die Notaufnahme. Seine Frau Barbara, gertenschlank, auffällig mit teurem Schmuck behängt und perfekt geschminkt, scheint nicht sonderlich besorgt. Gary, der Sohn, sich weigert, den Sterbenden zu besuchen. Tochter Alex ist nur hier, um die Mutter zum Reden zu bringen. Die Schwiegertochter Twyla zeigt als einzige Mitgefühl, setzt sich an sein Bett. Ein Familiendrama, das sich Stück für Stück in Rückblicken aufblättert, ein feiner amerikanischer Gesellschaftsroman. Weiter zur Rezension:    Ist alles deins! von Jami Attenberg