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Rezension - Untu und das Geheimnis des Lichts von Nora Surojegin und Pirkko-Liisa Surojegin

  Untu ist ein Wald-Männchen, so etwas wie ein Zwerg, der in seinem Leben schon viele Abenteuer auf See erlebt hat. Eines Tages findet er eine Postkarte, auf der von einem ganz besonderen, geheimnisvollen Licht die Rede ist. So bricht Untu auf, um das Licht zu finden und den Alten der Weihnacht. Unterwegs trifft er Tiere und Fabelwesen, gewinnt ihre Freundschaft und er erhält Hilfe und so manchen Rat. Wird er das große Geheimnis lüften können? Ein Herbst-Wintermärchen (kein Weihnachtsmärchen), literarisch wunderschön im Nature-Writing-Stil; ein nordisches Märchen über Freundschaft und Natur und Brauchtum des Nordens, nordische Fabelwesen. Weiter zur Rezension:    Untu und das Geheimnis des Lichts von Nora Surojegin und Pirkko-Liisa Surojegin

Rezension - Die Mondblume von Einar Turkowski

  Eine Insel, ein Steinhaus, ein riesiger Garten: Hier lebt Herr Ribblestone, der mit viel Liebe jede einzelne Pflanze pflegt. Durch verschlungene Pfade geht er gemächlich durch sein Reich, grüßt die Bäume und Büsche, überquert Bäche und Wiesen. Er bekommt nicht viel Besuch, denn den Leuten ist es hier nicht ganz geheuer in der Dunkelheit des Dickichts. Eines Tages entdeckt der Mann an seinem Lieblingsplatz, – der magisch anmutet, sogar das Licht ist hier anders – eine Pflanze keimen. Er kennt sich aus, aber die hier hat er noch nie gesehen. Ein poetisches Märchen und Nature Writing – Stil, sinnlich, ein anspruchsvolles Kinderbuch in Text und Grafik! Ab 5 Jahren. Weiter zur Rezension:    Die Mondblume von Einar Turkowski

Rezension - Eckart Witzigmann – Was bleibt von Christoph Schulte

  Zwei Bände im hochwertigen Leinenschuber In dieser zweibändigen Buchausgabe präsentiert der Eckart Witzigmann seine Lebenserinnerungen und seine berühmtesten Klassiker. Er ist ein Pionier und Visionär, der die Welt der Kulinarik wie kaum ein anderer Koch geprägt hat. Er etablierte die Nouvelle Cuisine im deutschsprachigen Raum und begründete damit eine neue Schule des Kochens. Im ersten Band lässt der Sternekoch Revue passieren: Was ihm wichtig war. Wichtig ist. Und wichtig bleibt. Im zweiten Band, dem dickeren, präsentieren seine Schüler die Witzigmann-Rezepte neu und ergänzen eine eigene Neukreation als Hommage an das Werk des Meisters. Empfehlung für Genießer! Weiter zur Rezension:    Eckart Witzigmann – Was bleibt von Christoph Schulte

Rezension - mare Kulturkalender 2022 von Nikolaus Gelpke

  Weshalb Kulturkalender und nicht Kunstkalender? Ganz einfach, weil dieser Kalender verschiedene maritime Kultur vermengt. 52 dekorative Meer-Motive, Fotos, Gemälde, Grafiken, angereichert mit literarischen Kurztexten oder Gedichten bekannter Schriftsteller*innen, kulturelle Ereignisse. Jedes Blatt ist etwas anders gestaltet, zusammengestellt. Der Kalender überrascht jede Woche mit einer Fotografie, einem Gemälde, einer Illustration, begleitet von Lyrik, Prosa, weisen Worten. Salz auf der Haut, Wind um die Nase – ein Kalender, der ein maritimes Gefühl gibt. Landschaften, Typen, Eindrücke. Ein Geschenk für sich selbst oder für jemanden, dem man eine Freude machen möchte. Weiter zur Rezension:  mare Kulturkalender 2022 von Nikolaus Gelpke

Rezension - Der Name seiner Mutter von Roberto Camurri

  Fabbrico, ein Provinznest in der Emilia-Romagna der norditalienischen Po-Ebene.  Zwischen Feldern und Hügeln ist die Zeit stehengeblieben. Die Geschichte zweier Männer, die mit einer ständigen, schmerzlichen Erinnerung an eine Frau leben. Der eine ein Ehemann, der andere sein Sohn, der mit einer Leerstelle fertig werden muss – mit der seiner Mutter, deren Namen er nicht einmal kennt. Eine Vater-Sohn-Geschichte aus Italien, ein literarisches Meisterwerk. In dieser Familie hat die Namenlose nie existiert. Ettore zieht seinen Sohn allein groß. Seine Eltern sind verstorben, aber er hat ein gutes Verhältnis zu den Schwiegereltern. Aber auch hier wird Pietro kein Wort über seine Mutter hören – nirgendwo gibt es ein Foto von ihr. Ein erzählerisches Glanzstück! Weiter zur Rezension:    Der Name seiner Mutter von Roberto Camurri

Rezension - Ferdinandea von Armin Strohmeyer

  Die Insel der verlorenen Träume Ein gut recherchierter historischer Roman, der sich mit den Ereignissen um der Insel Ferdinandea befasst, die im Juli 1831 südlich von Sizilien vor dem Ort Sciacca aus dem Meer auftauchte. Eine Grandame, die eines Tages fauchend aus dem Wasser aufstieg, viel Staub aufwirbelte und nach einem Jahr wieder in den Tiefen verschwand. England, Frankreich, das Königreich Neapel, jeder erhebt Anspruch auf den Steinklotz im Meer. Dichter, Denker und Maler glaubten, dass die Muse sie hier küssen wird. Die Bürger von Sciacca hofften auf Wohlstand durch Tourismus, Naturwissenschaftler sind auf dem Plan das Ereignis zu ergründen. Das Ganze ist süffisant geschrieben, in eine nette Geschichte verpackt.  Weiter zur Rezension:  Ferdinandea von Armin Strohmeyer

Rezension - Im Meer: - Ich sehe was, was du nicht siehst von Peggy Nille

  Dies ist ein quietschbuntes Wimmelbuch, das Spaß macht, es anzuschauen. Auf zehn doppelseitigen  Wasserwelten sind zwanzig Meerestiere versteckt. Sie sind auf der ersten Doppelseite abgedruckt. Auf geht es, Spürsinn angeschaltet, Taucherbrille auf und ab ins Meer. Nicht alle dieser Meerestiere findet man sofort, man muss wirklich genau hinsehen, um alle Tiere auf jeder Seite wiederzufinden. Ein schönes Urlaubsbuch – oder Buntes für trübe Regentage. Bilderbuch ab 4 Jahren. Weiter zur Rezension:    Im Meer: - Ich sehe was, was du nicht siehst von Peggy Nille

Rezension - Die Silbermeer-Saga – Der König der Krähen von Katharina Hartwell

  Ein Jugendroman, ein literarisches, bildgewaltiges Nordic-Fantasy-Epos und dies ist der erste Teil der Trilogie. Edda und ihr Bruder Tobin leben in dem kleinen Dorf Colm. Sie sind Außenseiter, adoptierte Kinder, wer ihre Eltern sind, wissen sie nicht. Colm liegt an der Silbersee, einem unheimlichen Meer, das gefährliche Bewohner beheimatet. Hin und wieder verschwinden in Colm in der Nacht Kinder. Man sagt, die holt der König der Krähen, nimmt sie mit in sein Reich. Edda macht sich auf den Weg, ihren Bruder zu suchen. Spannend mit großer erzählerischer Kraft, eine Fantasy – Trilogie ab 14 Jahren, Allage. Weiter zur Rezension:    Die Silbermeer-Saga – Der König der Krähen von Katharina Hartwell

Rezension - Bus nach Bingöl von Richard Schuberth

  Nach Jahrzehnten des Exils in Wien kehrt Ahmet Arslan in sein Heimatdorf in die kurdische Provinz zurück, um noch ein Mal seine Mutter zu sehen. Er nimmt am Flughafen Sabiha Gökçen den Bus, um sich aus dem Fenster seine Heimat anzusehen. Wir lernen einige der Mitreisenden kennen – die meisten sind abgeschlossene Geschichten in der Geschichte. In der zweiten Hälfte ist Ahmet in seinem Dorf angekommen, trifft eine Menge Leute. Es gibt innere Monologe, Rückblicke zum Frühling 2008, als sich das AKP-System noch den Anstrich von Demokratie und postkemalistischem Aufbruch gab. Verklärte Erinnerung auf beiden Seiten. Viele politische Gespräche – was dem Buch einen Sachbuchcharakter gibt. Was humorvoll anfing, verzettelt sich leider in Aufklärung des Kurdenproblems. Weiter zur Rezension:     Bus nach Bingöl von Richard Schuberth

Rezension - Talión - Die Gerechte von Santiago Díaz

  Mit dem Prolog ist klar, Marta Aguilera, eine Journalistin, ist eine gesuchte Mörderin. Zurück, ein paar Wochen davor: Marta wird ein Hirntumor diagnostiziert, nicht operabel, zwei Monate bleiben ihr maximal. Sie kündigt, muss nur noch ein Interview erledigen: Jonás Bustos ist ein Pädophiler, der mutmaßlich ein achtjähriges Mädchen vergewaltigt und getötet hat. Das Gespräch eskaliert, der Mann gesteht die Tat und will auch Marta töten. Im Gerangel erschlägt sie ihn mit einer Rohrzange. Er hat es verdient, sagt sie sich – wie so viele andere. Und nun weiß sie, was sie zu tun hat, bevor sie die Welt verlässt. Ein komplexer Noir-Thriller, der sich mit dem Thema Lex Taliones, befasst und mit Selbstjustiz. Spannung, die 550 Seiten hält, gute Figurentiefe mit erzählerischer Kraft, spanische Literatur. Weiter zur Rezension:    Talión - Die Gerechte von Santiago Díaz