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Rezension - Der Name seiner Mutter von Roberto Camurri

  Fabbrico, ein Provinznest in der Emilia-Romagna der norditalienischen Po-Ebene.  Zwischen Feldern und Hügeln ist die Zeit stehengeblieben. Die Geschichte zweier Männer, die mit einer ständigen, schmerzlichen Erinnerung an eine Frau leben. Der eine ein Ehemann, der andere sein Sohn, der mit einer Leerstelle fertig werden muss – mit der seiner Mutter, deren Namen er nicht einmal kennt. Eine Vater-Sohn-Geschichte aus Italien, ein literarisches Meisterwerk. In dieser Familie hat die Namenlose nie existiert. Ettore zieht seinen Sohn allein groß. Seine Eltern sind verstorben, aber er hat ein gutes Verhältnis zu den Schwiegereltern. Aber auch hier wird Pietro kein Wort über seine Mutter hören – nirgendwo gibt es ein Foto von ihr. Ein erzählerisches Glanzstück! Weiter zur Rezension:    Der Name seiner Mutter von Roberto Camurri

Rezension - Ferdinandea von Armin Strohmeyer

  Die Insel der verlorenen Träume Ein gut recherchierter historischer Roman, der sich mit den Ereignissen um der Insel Ferdinandea befasst, die im Juli 1831 südlich von Sizilien vor dem Ort Sciacca aus dem Meer auftauchte. Eine Grandame, die eines Tages fauchend aus dem Wasser aufstieg, viel Staub aufwirbelte und nach einem Jahr wieder in den Tiefen verschwand. England, Frankreich, das Königreich Neapel, jeder erhebt Anspruch auf den Steinklotz im Meer. Dichter, Denker und Maler glaubten, dass die Muse sie hier küssen wird. Die Bürger von Sciacca hofften auf Wohlstand durch Tourismus, Naturwissenschaftler sind auf dem Plan das Ereignis zu ergründen. Das Ganze ist süffisant geschrieben, in eine nette Geschichte verpackt.  Weiter zur Rezension:  Ferdinandea von Armin Strohmeyer

Rezension - Im Meer: - Ich sehe was, was du nicht siehst von Peggy Nille

  Dies ist ein quietschbuntes Wimmelbuch, das Spaß macht, es anzuschauen. Auf zehn doppelseitigen  Wasserwelten sind zwanzig Meerestiere versteckt. Sie sind auf der ersten Doppelseite abgedruckt. Auf geht es, Spürsinn angeschaltet, Taucherbrille auf und ab ins Meer. Nicht alle dieser Meerestiere findet man sofort, man muss wirklich genau hinsehen, um alle Tiere auf jeder Seite wiederzufinden. Ein schönes Urlaubsbuch – oder Buntes für trübe Regentage. Bilderbuch ab 4 Jahren. Weiter zur Rezension:    Im Meer: - Ich sehe was, was du nicht siehst von Peggy Nille

Rezension - Die Silbermeer-Saga – Der König der Krähen von Katharina Hartwell

  Ein Jugendroman, ein literarisches, bildgewaltiges Nordic-Fantasy-Epos und dies ist der erste Teil der Trilogie. Edda und ihr Bruder Tobin leben in dem kleinen Dorf Colm. Sie sind Außenseiter, adoptierte Kinder, wer ihre Eltern sind, wissen sie nicht. Colm liegt an der Silbersee, einem unheimlichen Meer, das gefährliche Bewohner beheimatet. Hin und wieder verschwinden in Colm in der Nacht Kinder. Man sagt, die holt der König der Krähen, nimmt sie mit in sein Reich. Edda macht sich auf den Weg, ihren Bruder zu suchen. Spannend mit großer erzählerischer Kraft, eine Fantasy – Trilogie ab 14 Jahren, Allage. Weiter zur Rezension:    Die Silbermeer-Saga – Der König der Krähen von Katharina Hartwell

Rezension - Bus nach Bingöl von Richard Schuberth

  Nach Jahrzehnten des Exils in Wien kehrt Ahmet Arslan in sein Heimatdorf in die kurdische Provinz zurück, um noch ein Mal seine Mutter zu sehen. Er nimmt am Flughafen Sabiha Gökçen den Bus, um sich aus dem Fenster seine Heimat anzusehen. Wir lernen einige der Mitreisenden kennen – die meisten sind abgeschlossene Geschichten in der Geschichte. In der zweiten Hälfte ist Ahmet in seinem Dorf angekommen, trifft eine Menge Leute. Es gibt innere Monologe, Rückblicke zum Frühling 2008, als sich das AKP-System noch den Anstrich von Demokratie und postkemalistischem Aufbruch gab. Verklärte Erinnerung auf beiden Seiten. Viele politische Gespräche – was dem Buch einen Sachbuchcharakter gibt. Was humorvoll anfing, verzettelt sich leider in Aufklärung des Kurdenproblems. Weiter zur Rezension:     Bus nach Bingöl von Richard Schuberth

Rezension - Talión - Die Gerechte von Santiago Díaz

  Mit dem Prolog ist klar, Marta Aguilera, eine Journalistin, ist eine gesuchte Mörderin. Zurück, ein paar Wochen davor: Marta wird ein Hirntumor diagnostiziert, nicht operabel, zwei Monate bleiben ihr maximal. Sie kündigt, muss nur noch ein Interview erledigen: Jonás Bustos ist ein Pädophiler, der mutmaßlich ein achtjähriges Mädchen vergewaltigt und getötet hat. Das Gespräch eskaliert, der Mann gesteht die Tat und will auch Marta töten. Im Gerangel erschlägt sie ihn mit einer Rohrzange. Er hat es verdient, sagt sie sich – wie so viele andere. Und nun weiß sie, was sie zu tun hat, bevor sie die Welt verlässt. Ein komplexer Noir-Thriller, der sich mit dem Thema Lex Taliones, befasst und mit Selbstjustiz. Spannung, die 550 Seiten hält, gute Figurentiefe mit erzählerischer Kraft, spanische Literatur. Weiter zur Rezension:    Talión - Die Gerechte von Santiago Díaz

Rezension - Das Buch des Meeres von Huw Lewis-Jones

  Tage- und Skizzenbücher großer Seefahrer Ein Maritime-Klassiker, zusammengestellt vom Londoner Historiker und Kurator Huw Lewis-Jones, denn hier hat er reproduzierte Blätter aus Tage- und Skizzenbüchern der letzten 700 Jahre von Seefahrern gesammelt, illustriert diversen maritimen Künstlern und Karten. Eine absolute Augenweide, mehr als 70 Texte, einige auch von Frauen, u.a. einer von Jeanne Baret, die 1766 bis 1775 als Mann verkleidet an der Bougainvilles Südsee-Expedition teilnahm. Seebären, Entdecker, Globetrotter, Seesüchtige – Tagebücher, Logbücher, Sketchbooks, Briefe, Berichte – Südsee, Polarkreis, Inseln, Sturm glatte See, verschiedene Kulturen, alles unterfüttert von interessanten Dokumenten, Illustrationen – Seegeschichte. Für Meeresfreunde ein Muss!  Weiter zur Rezension:    Das Buch des Meeres von Huw Lewis-Jones

Rezension - Die Nacht der Acht von Philipp Le Roy

  Acht Jugendliche treffen sich in einer Villa in Südfrankreich, das der Familie eines der Jungen gehört. Vier Mädchen und vier Jungen, die ein Gymnasium besuchen, das auf künstlerisches Gestalten ausgerichtet ist. Man nennt die Clique «Die Acht». Für dieses Wochenende wollen sie sich gegenseitig das Fürchten lernen: Wer Angst hat, muss trinken. Jeder von ihnen soll etwas vorbereiten, dass den anderen in Angst und Schrecken bereitet. Und das schaffen sie ziemlich gut. Aber irgendetwas stimmt nicht in diesem Haus ... Die Geschichte ist «zumutbarer» Horror, intelligent konstruiert, unblutig, sehr spannend, was mir gut gefallen hat. Jugendroman ab 13/14 Jahren. Weiter zur Rezension:    Die Nacht der Acht von Philipp Le Roy

Rezension - Von Fuchs, Wolf und Bär von Pirkko-Liisa Surojegin

  Tiermärchen aus dem hohen Norden In diesem Märchenbuch finden wir wundervolle Fabeln aus Finnland, ein Kinderbuch, das stimmungsvoll im Zusammenspiel von Sprache und Illustration besticht. Einige sind weltbekannt, wie die vom «Fuchs und der Krähe», «Der Rabe und der Käse», «Der Bär und die Ameise», oder «Besuch und Gegegenbesuch», die Geschichte vom Fuchs und dem Kranich, die sich gegenseitig zur Suppe einladen. Stimmungen und Gefühle tragen die Geschichten, die modern und kindgerecht erzählt werden – atmosphärisch verdichtet. Auf die gleiche Weise sind die sehr detailgetreuen Grafiken gestaltet. Kinderbuch ab 4 Jahren, Fabeln für jedes Alter passend sind. Für alle Märchen- und Fabelfreunde ist dieses Buch ein Muss! Weiter zur Rezension:    Von Fuchs, Wolf und Bär von Pirkko-Liisa Surojegin

Rezension - Kreuzberg Blues – Denglers zehnter Fall von Wolfgang Schorlau

  Gesprochen von: Frank Arnold Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 11 Std. und 54 Min. Ein sehr feiner Krimi, der ein aktuelles politisches, gesellschaftliches Thema besetzt, ein kompakter Krimi-Plot um Gentrifizierung, temporeich erzählt. Der Stuttgarter Privatdetektiv Georg Dengler lässt sich von seiner Freundin Olga überreden, in Berlin zu ermitteln. Ihre Freundin Silke bat um Hilfe – denn ihre kleine Tochter Lena wurde von einer Ratte gebissen. Mieter, die sich zur Wehr setzen. Kreuzberg, Plattenbauten, schicke Townhouses, die türkische Community und der Schwarze Block Tür an Tür. Genau hier will Bauunternehmer Kröger seine zwei Häuser «entmieten», den Kindergarten abreißen und ein neues Townhouse bauen. Klasse geschrieben, gute Dialoge, Konstruktion nach Drehbuchschnitt, fein recherchiert bis ins Detail. Ein gut aufgebauter Plot, stimmig, Charaktere auf den Punkt gebracht, ein politischer Krimi der Extraklasse. Weiter zur Rezension:    Kreuzberg Blues von Wolfgang Schor...