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Rezension - An das Wilde glauben von Nastassja Martin

  Der Prosa-Roman basiert auf eine wahre Begegnung: Auf einer Forschungsreise wird die 29-jährige Anthropologin Nastassja Martin in den Wäldern Kamtschatkas von einem Bären angefallen und schwer verletzt. Ihr Kopf steckt im Schlund des Bären, er beißt zu, sie hört ihren Kiefer knacken, wehrt sich mit ihrem Eispickel – und dann lässt der Bär sie frei, macht sich von dannen. Wie durch ein Wunder überlebt Nastassja. Die lange Zeit im Krankenhaus lässt sie erinnern und fantasieren – Nature Writing, Wissenschaft, Angstbewältigung, Autobiografie – eine interessante Mischung von allem. Weiter zur Rezension:    An das Wilde glauben von Nastassja Martin 

Rezension - Heim schwimmen von Deborah Levy

  Sie sind aus London angereist, um wie jedes Jahr in diesem Haus bei Nizza ihre Ferien zu verbringen: Jozef und Isabel Jacobs, Schriftsteller und Kriegsberichterstatterin, begleitet von ihrer pubertierenden Tochter Nina und einem befreundeten Ehepaar. Schweißnass angekommen, dann der Schreck: Im Pool treibt ein nackter Frauenkörper! Doch dieses wunderhübsche junge Ding namens Kitty Finch lebt. Angeblich hat sie die Buchungszeiten für das Haus verwechselt. Da kein Hotel mehr aufzutreiben ist, bittet Isabel sie, zu bleiben, denn ein Zimmer der Villa steht noch zur Verfügung. Britischer Humor am türkisfarbenen Swimmingpool in Nizza bei sirrender Hite mit dem Geruch von Pinien und Lavendel zwischen den Blättern. Ein süffiger Sommerroman, der Spaß macht, doppeldeutig und tiefsinnig.  Weiter zur Rezension:    Heim schwimmen von Deborah Levy

Rezension - Was sind Gefühle? von Christine Pym, Suzie Harrison und Katie Daynes

  Ein Bilderbuch, das sich mit den Gefühlen auseinandersetzt: Bild und Text in Kombination. Auf der ersten Seite wird gefragt: Rate mal, wie diese Tiere sich fühlen? Woran kann man erkennen, wie sich jemand fühlt? Es gibt es sechs Situationen, jeweils mit einer Aussage oder Frage behaftet (Klappmechanismus). Gesichtsausdruck und Körperhaltung sprechen für sich. Klappt man das Feld auf, so bekommt man die Antwort – die aber das Kind vorher selbst beantworten kann. 6 thematische Doppelseiten  mit 40 Klappen zum Thema Gefühle. Ein Buch zum Reden. Lernen, Gefühle einzuordnen, sie zuzulassen, über sie zu reden, Kindersachbuch ab 4 Jahren. Weiter zur Rezension:  Was sind Gefühle? von Christine Pym, Suzie Harrison und Katie Daynes

Rezension - Ein Elefant macht Handstand von Markus, Lola Orths und Kerstin Meyer

  Lola ist aufgeregt. Sie hat die Hausaufgabe erhalten, eine Geschichte zu schreiben. Ihre Allererste! Wie gut, wenn man einen Papa hat, der Autor ist und Tipps zum Schreiben geben kann. Papa erklärt Lola an ihrem Aufsatz, wie man eine Geschichte entwickelt und was beim Schreiben wichtig ist. Wie erreicht man am Ende eine «Po-Ente», eine Pointe? Darf man neue Wörter erfinden? Wie vermeidet man Langweile? Wie bekomme ich es hin, nicht in jedem Satz macht ... (tut, hat ...) zu schreiben? Am Ende steht ein lustiger Zoobesuch in Lolas Heft. Eine lustige Geschichte, aber eigentlich ein Kindersachbuch, eins ohne erhobenen Zeigefinger, auch als Unterrichtsmaterial für den Deutschunterricht geeignet. Kinderbuch ab 6 Jahren Weiter zur Rezension:    Ein Elefant macht Handstand von Markus, Lola Orths und Kerstin Meyer

Rezension - Nur die Tiere von Colin Niel

  Évelyne Ducat verschwindet eines Tages spurlos in einer Kleinstadt im französischen Zentralmassiv. Gerüchte kursieren durch die Gassen. Ein Noir-Thriller, den man unbedingt lesen sollte – denn es ist schlicht ein genialer Roman. Auch wenn er der Kriminalliteratur zuzuschreiben ist, werden Literaturliebhaber ihre Freude an dem Buch haben. Letztendlich ist es Milieustudie der armen ländlichen Regionen in der Provence – eine Suche nach Liebe und Anerkennung von Menschen, die in einem Sog von Einsamkeit vor die Hunde gehen. Ein geschickt konstruierter Plot – ein Drama mit tiefsinnigem Humor, französische Literatur vom Feinsten! Weiter zur Rezension:    Nur die Tiere von Colin Niel

Rezension - Der Henker von Paris von Claude Cueni

  Die Geschichte der Scharfrichterfamilie Sanson ist historisch durch Tagebücher gut dokumentiert und so konnte Claude Cueni sehr fein Tatsächliches mit Fiktivem verweben. Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts regierten in Frankreich Adel und Klerus: Man wurde früher in eine Familie hineingeboren und somit in sein soziales und berufliches Schicksal, wie auch die Sansons, die nie Scharfrichter sein wollten. Der König feiert – das Volk hungert. Der Sturm auf die Bastille, die Revolution – radikale politische Umstürze und Verhältnisse – Ludwig XVI wird entmachtet, abgesetzt und geköpft; Revolutionäre wie Maximilien de Robespierre bilden die Macht – aber diese Mächtigen von gestern landen wegen Verfehlungen selbst auf dem Schafott. Eine Hinrichtung folgt der Nächsten, die Guillotine wird erfunden. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit endeten in Machtgier und Skrupellosigkeit, im Denunziantentum – der Henker ist das Symbol des Zweifelns. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    ...

Rezension - Das ist Lust von Mary Gaitskill

  Der gefeierte Lektor Quin wird durch Vorwürfe von Mitarbeiterinnen öffentlich zu Fall gebracht, da Caitlin den Stein ins Rollen bringt, andere Frauen damit dazu bringt, ebenfalls gegen ihn wegen sexueller Belästigung auszusagen. Margot kennt Quin seit zwanzig Jahren, und auch ihr griff er bei einem ihrer ersten Treffen zwischen die Beine. Ihre Berichte sind neutral, wirken fast protokollarisch. Die andere Erzählstimme gehört Quin, der völlig perplex den Anschuldigungen entgegensteht. Im Gegenteil, die Frauen kamen ständig mit ihren Sorgen zu ihm, holten sich Rat. Nie hat sich eine beschwert! M – Q – M – Q ... die Kapitel wechseln wie der Ball in einem Tennismatch. Opfer und Täter haben eine andere Wahrnehmung ... wir müssen reden ... Empfehlung! Weiter zur Rezension: Das ist Lust von Mary Gaitskill

Rezension - Homo Lupus von Thomas Kiehl

  Die Biologin Lena Bondroit erforscht das Verhalten von freilebenden Wölfen. Sie war schon einmal dem Verfassungsschutz in einem Fall behilflich und wird nun wieder kontaktiert, da ein paar Tage vor der Bundestagswahl ein Anschlag von rechten Gruppen befürchtet wird. Der arabische Aziz-Clan steht in Verdacht, damit beauftragt zu sein. Doch wie kann man in kurzer Zeit einen verdeckten Ermittler in den Clan infiltrieren? Kann das Wissen der Verhaltensforscherin über die Rudel-Organisation von Wölfen dabei helfen, das Familiensystem von Clans zu verstehen? Lena Bondroit ist der Meinung, dass dies in der kurzen Zeit nicht möglich sei. Was spannend beginnt, flacht ab – und leider mangelte mir der Plot an Glaubwürdigkeit. Weiter zur Rezension:    Homo Lupus von Thomas Kiehl

Rezension - Hunde im Futur von Arinda Cračiun, Carsten Aermes, Susanna und Johannes Rieder

  Eine Grammatik in Bildern Grammatik – für viele Schüler ein langweiliges Gruselkabinett. Ich empfehle diese Grammatik! Denn endlich hat sich jemand dem Thema spielerisch, visuell, haptisch genähert, künstlerisch gestaltet. Ein trockenes Thema, das witzig gestaltet ist, dabei niveauvoll mit den lateinischen Begriffen agiert. Die Seiten ausklappen, drehen, sich regen – mit Bewegung nimmt das Gehirn Fahrt auf, die kreative Funktion wird in den grauen Zellen aktiviert, inspiriert durch die Grafiken. Auch als Unterrichtsmaterial – ebenso für DAF – Empfehlung ab 8 Jahren. Weiter zur Rezension:  Hunde im Futur von Arinda Cračiun, Carsten Aermes, Susanna und Johannes Rieder

Rezension - Ödipus das Findelkind von Yvan Pommaux

  In der griechischen Mythologie spielen die unsterblichen Götter auf dem Olymp gern mit den Menschen ein böses Spiel. Befragt man ein Orakel nach der Zukunft, so wird die Weissagung mit Sicherheit eintreffen. Dem Menschen wiederum gefallen die Prophezeiungen oft nicht, und er meint, weil er sie nun kennt, könne er sie umschiffen. So denkt auch König Laios von Theben, dem vorausgesagt wird, dass sein Sohn, ihn ermorden und seine Mutter heiraten werde. Er versucht es zu verhindern, und die Tragödie nimmt ihren Lauf. Die Geschichte des Ödipus kindgerecht reduziert und mit feinen Grafiken unterlegt im Stil von Graphic Novel bzw. Comic, ab 8 Jahren. Weiter zur Rezension:    Ödipus das Findelkind von Yvan Pommaux