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Rezension - Felix Scheinbergers geheimes Skizzenbuch

  Kinder der Nacht Felix Scheinberger ist ein Aquarellkünstler aus Berlin, ein Urban Sketcher. Seine Themen sind Menschen, insbesondere Porträts und ebenso Stadtbilder, urbane Szenen. Bleistift, Tinte und Aquarell sind seine Handwerksmittel: Drainting. Seine Bilder sind schrill und schräg – ausdrucksstark. Mit diesem «geheimen Skizzenbuch» entführt er den Leser in eine Welt, in der Fotos verboten sind: Nächtliche Feste, Clubs, geheime Treffen, Subkulturen der BDSM - und Fetischszenen auf Technopartys im Herzen der Nacht. Weiter zur Rezension:    Felix Scheinbergers geheimes Skizzenbuch 

Rezension - Glückliches Ende von Isaac Rosa

  Nach dreizehn Ehejahren stehen sie vor den Scherben ihrer Ehe, Ángela hat die Kisten durch ein Umzugsunternehmen auf die Reise gegeben, steht in einer leeren Wohnung, die voller sichtbarer «Lebensspuren» steckt. Der zeitgenössische Roman hat ein glückliches Ende, denn er wird als Kammerspiel im Zwiegespräch rückwärts erzählt. Am Anfang gibt es harte Verletzungen, der Rückblick wird immer weicher – bis hin zum Kennenlernen, zur Entstehung einer Liebe. Risse in der Beziehung, Brüche. Wann hat es begonnen? Oder ist Liebe eine Illusion, der Bruch eine schleichende Erosion, die vorauszuahnen war, weil irgendwann alles abgenutzt ist? Ein feiner spanischer Gesellschaftsroman mit exzellenter Dramaturgie, ein Liebesroman, der absolut lesenswert ist. Weiter zur Rezension:    Glückliches Ende von Isaac Rosa

Interview mit Michael Müller von Sabine Ibing

  1979 gründete Michael Müller aus dem «Stegreif» einen Verlag für Reiseliteratur, der binnen 40 Jahren die zweitumsatzstärkste Marke auf dem deutschen Reiseführermarkt wurde, mit mittlerweile über 240 City-, Wander-, Regional- und Ländertiteln. Bereits seit 2010 beschreitet der Michael Müller Verlag neue Wege in der digitalen Reiseszene. Als Marktführer unter den Individualreiseführer-Verlagen hat der Verlag die Covid-19-Krise als Chance genutzt, die Digitalisierung seiner Angebote zu stärken. Derzeit ist die Reisebranche im Umbruch. Wie verändern sich die Reiseliteratur, Reise- und Wanderführer? Hierzu mein Interview mit Michael Müller.  Weiter zum Interview:    Interview mit Michael Müller

Rezension - Die Tode meiner Mutter von Carla Haslbauer

  Eine Mutter mit vielen Gesichtern und vielen Kleidern, die so vieles kann: Sie ist eine Opernsängerin! Eine Mama mit glamouröser Schminke und Kostümen. Zu Hause übt sie, am Abend steht sie auf der Bühne, spielt ihre Rollen: mal böse und mal entzückend schön und manchmal muss sie sterben. Mit viel Humor erzählt uns ein Kind von seiner Familie. Ganz nebenbei lernt man das Opernhaus kennen, die Garderobe, Kostüme, das Foyer, Premiere, den Zuschauerraum, den Orchestergraben, die Bühne, Applaus, Premierenfeier. Und klar, die Tode der Mutter sind nur Show. Sie stirbt leidenschaftlich gerne. Ein atmosphärisches Bilderbuch mit viel Humor ab 5 Jahren. Weiter zur Rezension:    Die Tode meiner Mutter von Carla Haslbauer

Rezension - Rotkäppchen von Katharina Naimer

  Das Märchen ist bekannt. Katharina Naimer arbeitet mit Collagen, für die sie große Papierbahnen einfärbt, die teils bereits farbig sind. Kräftiges Gelb bereitet Felder und Wiesen vor. Auf braunem Papier entstehen Holzstrukturen. Verschiedene Grüntöne, mit groben Pinselstrichen bearbeitet, werden für Wiesen, Pflanzen und Bäume vorbereitet. Graues Papier, das mit borstigen Pinseln ausgearbeitet wird, benötigt sie für das Wolfsfell. Aus vielen bunten Papierschnipseln setzen sich Hintergrund und Vordergrund zusammen. Stück für Stück entstehen so farbenprächtige Collagen, die sich sehen lassen können, bestechend in Farbpracht und Feinarbeit. Märchen und Mythen faszinieren bis heute.  Ab 3 Jahren Weiter zur Rezension:  Rotkäppchen von Katharina Naimer

Rezension - Safran – Das rote Gold von Urs und Sandra Durrer

  Anbau, Geschichte, Handel, Rezepte Safran, oder Altpersisch Zarparan, heißt «Blume, die Gold oder goldene Federn auswirft». Die Safranpflanze wird seit Jahrtausenden genutzt in Medizin und Kosmetik, als Farbstoff und Gewürz zeigt sie eine außergewöhnliche Wirkung. Die Herkunft der Pflanze mit Anbaugebieten, die Geschichte des Safrans bis in die Gegenwart, tief recherchiert, interessant präsentiert, mit hohem Anspruch an Inhalt, Optik und Rezepte. Wer sich für Safran interessiert, liegt hier richtig! Weiter zur Rezension:    Safran – Das rote Gold von Urs und Sandra Durrer

Rezension - Literatur lesen wie ein Kenner von Hermann Kurzke

  Kann man sich über ein Sachbuch über Literatur aufregen? Ja, zumindest ich. Prof. Hermann Kurzke lehrt an der Universität Mainz «Neue deutsche Literatur». Über 70 Werke dessen, was der Herr Professor für erwähnenswerte Literatur erachtet, stellt er vor, wobei er sich größtenteils zwischen dem vierzehnten bis neunzehnten Jahrhundert bewegt. Dabei erklärt er, wie man sich mit Literatur auseinandersetzt. Doch wer hätte gedacht, dass kaum eine Schriftstellerin (2) hier zu finden ist! M. Mitchel als Vertreterin des Liebesromans und Christa Wolfs «Geteilter Himmel» wird als Bildungsroman mit dem von Joseph Goebbels (hier auch besprochen) gleichgestellt, der mehrfach in diesem Buch angeführt wird. Misogynie - ein, anderes Wort fällt mir nicht dazu ein! Von mir den Daumen runter! Weiter zur Rezension:    Literatur lesen wie ein Kenner von Hermann Kurzke  

Interview mit Cristian Momo von Sabine Ibing

Cristian Momo ist das Pseudonym für einen Foodblogger. Er ist in Baden-Württemberg aufgewachsen, hat sizilianische Wurzeln und er lebt heute in der Schweiz. Auf seinem Küchen-Blog präsentiert er italiensch-mediterrane Gerichte, zeigt viel Traditionelles. Zu jedem Gericht gibt es eine kleine Geschichte, und genauso ist sein Kochbuch gestaltet: traditionelle Rezepte mit Geschichten zur Entstehung des Gerichts bzw. traditionelle Geschichten aus Sizilien, die sizilianische Seele, erklärt die cucina povera, Pecorino pepato und Guanciale. «Die Rezepte meiner italienischen Mamma» gab er erfolgreich als Selfpublisher heraus. Tradition und Moderne – wie sieht Italiens Küche heute aus? Weiter zum Interview:    Interview mit Cristian Momo

Rezension - Der geheime Auftrag von Marco Malvaldi

  Einerseits ein Roman, den man amüsiert lesen kann, nette Unterhaltung, der aber andererseits nicht so viel Spannung bei mir erzeugte, dass ich ihn für gut befinden kann. Ein historischer Roman mit Krimielementen, indessen doch kein Krimi und historisch ist die Geschichte nur bedingt. Ende des 15. Jahrhunderts, Renaissance, Mailand: Leonardo da Vinci wird häufig von Ludovico Sforza, genannt il Moro, am Mailänder Hof für verschiedene Projekte beauftragt. Leonardo bemüht sich, einen Mord aufzuklären – er hat seine Gründe. Viel Personal und einige Längen nehmen die Spannung. Und Vorsicht, der Humor, mir hat er gefallen, liegt nicht jedem: Ein auktorialer Erzähler der heutigen Zeit quatscht mächtig mit modernen Vergleichen hinein. Weiter zur Rezension:    Der geheime Auftrag von Marco Malvaldi

Rezension - Schlafen wie die Rüben von Finn-Ole Heinrich, Dita Zipfel und Tine Schulz

  Die Gute-Nacht-Geschichte von Finn-Ole Heinrich und Dita Zipfel beschäftigt sich mit Einschlafritualen, das auf ziemlich witzige Art und Weise, kreativ und, voll Energie, ein Sprachfeuerwerk. Und dann schlägt es um. Unruhe ordnen, inhaltlich, sprachlich – Ordnung verschafft Entspannung. Geschichten aufräumen, in Reime bringen, in Klang und Farbe. Die Vorbereitung auf den Schlaf. Genauso ist dieses Buch aufgebaut. Chaotische, wirbelnde Turbulenzen werden in Reihe gesetzt, in Reime, Erholung kehrt in den Text ein, gleitet hinein zum Schlaf. Klare Empfehlung ab 4 Jahren. Weiter zur Rezension:    Schlafen wie die Rüben von Finn-Ole Heinrich, Dita Zipfel und Tine Schulz