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Rezension - Tief im Ozean von John Hare

  « Ausflug zum Mond » gehörte im letzten Jahr zu meinen Lieblingsbilderbüchern. John Hare hat die Geschichte im Prinzip neu erzählt – allerdings unter Wasser. Wer das Mond-Buch mochte, dem wird auch dieses Bilderbuch gefallen, das völlig ohne Worte auskommt. Ein Tiefsee-Bus bringt eine Kindergruppe hinab zum Meeresboden. Dort führt sie der Lehrer durch die Unterwasserwelt voller Muscheln, Fische, Leuchtkalmaren und Seeanemonen. Eines der Kinder hat eine Kamera dabei, fotografiert und in seiner Neugier entfernt er sich von der Gruppe ... er wird vergessen. Bilder, atmosphärisch, die völlig ohne Worte auskommen. Lasst die Kinder erzählen! Ab 3/4 Jahren. Weiter zur Rezension:     Tief im Ozean von John Hare

Rezension - Aufstand der Umlaute von Kirsten Lassig und Daniel Trepsdorf

  und weshalb das Eszett sich diesem anschloss  Im «Haus der Sprache» wohnen die Buchstaben Alphabets: In den schönsten Zimmern haben es sich die Vokale gemütlich gemacht, die «kantigen Konsonanten-Kumpels» bewohnen das Dachgeschoss, MMs, NNs LLs und SSs bekamen Doppelzimmer. Das Eszett [ɛsˈt͜sɛt] und die Umlaute müssen im Keller wohnen, werden als Buchstaben zweiter Klasse wahrgenommen. Die Idee ist klasse, die anspruchsvolle Geschichte ist mir aber in der Ausführung durch die vielen Einschübe und Erklärungen zu verkopft. Meine Altersempfehlung: ab 10 Jahren. Weiter zur Rezension:    Aufstand der Umlaute von Kirsten Lassig und Daniel Trepsdorf

Rezension - Winzig, zäh und zahlreich von Ludger Weß

  Ein Bakterienatlas Natürlich ist dies ein Sachbuch – allerdings ein literarisches Sachbuch – eins das erstaunlich viel Wissen vermittelt, auf eine elegante, unterhaltsame Art und Weise. Anfangs klärt uns Ludger Weß über verschiedene Fakten zum Thema Bakterien auf, spannend. Die Entdeckung der Bakterien, der Mikroorganismen, ihre Verwendung bei der Haltbarmachung und Herstellung von Nahrungsmitteln seit der Antike; «Bakterien, lange missachtet, dann gefürchtet»: Hilfreiche Bakterien und  böse Buben wie «Yersinia pestis – die Pestbakterie», oder «Bacillus anthracis», die den Milzbrand auslöst. Ein Bakterienatlas, der 50 interessante Bakterien vorstellt. Weiter zur Rezension:    Winzig, zäh und zahlreich von Ludger Weß 

Rezension - Die F*ck-it-Liste von John Niven

  Gesprochen von: Stefan Lehnen Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 7 Std. und 16 Min. Amerika in der nahen Zukunft, ein Szenario, das uns erspart geblieben ist – aber wie hätte die Welt aussehen können, wenn DT die Wahl gewonnen hätte? Blicken wir in die Zeit die vor uns liegt: Nachdem Donald Trump zwei Amtszeiten durchregiert hat, ist jetzt seine Tochter Ivanka an der Macht. Das Land ist tief gespalten, die Jahre populistischer Politik haben ihre Spuren hinterlassen. Frank Brill erhält bei seinem Arzt die Diagnose: Krebs im Endstadium. F*ck it!  Er führt eine F*ck-it-List, beschließt, sich an den Menschen zu rächen, die für Tiefschläge in seinem Leben verantwortlich sind ... Kriminalroman als Gesellschaftssatire und Dystopie – gute Unterhaltung. Weiter zur Rezension:  Die F*ck-it-Liste von John Niven

Rezension - Antonia von Gabriella Zalapì

  Tagebuch 1965–1966 Gabriella Zalapì ist mit dieser Novelle in Tagebuchform ein kleines Meisterwerk gelungen. Ein keines Buch mit gewaltiger Kraft. Kurze Einträge, Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, reduziert auf den Punkt gebracht. Antonia hat früh geheiratet, dachte damals, sie wäre verliebt gewesen – doch sie landet in einem goldenen Käfig. Tagebucheinträge von Februar 1965 bis November 1966, kurze Einträge, die sprachlich brillant alles auf den Punkt bringen, kurz, prägnant, geschliffen. Ein Frauenbild der besseren Gesellschaft aus dieser Zeit, erschütternd – ein Aufbruch. Absolute Leseempfehlung! Weiter zur Rezension:    Antonia von Gabriella Zalapì

Rezension - Stadtbär im Wald von Katja Gehrmann

  Nach ihren Abenteuern in der Stadt kehren der Stadtbär und seine Freunde Dachs, Fuchs und Biber zurück in den Wald. Herrlich, diese Stille im Wald! Sie freuen sich auf ihre Höhlen. Biber hat natürlich andere Pläne. Die Stadt hat ihn inspiriert und er plant seinen Bau mit spitzen Dächern, großen Fenstern, Südbalkonen und Gartenzäunen umzugestalten. Dass er dabei den halben Wald rodet und die Höhlen seiner Freunde unter Wasser setzt, kümmert ihn herzlich wenig. Im Gegenteil, denn im Wald laufen eine Menge Menschen herum, die den Biber bei seinem Projekt mit dem Handy filmen. Ein lustiges Bilderbuch mit Tiefgang ab 6 Jahren. Weiter zur Rezension:    Stadtbär im Wald von Katja Gehrmann

Rezension - Der PUPU von Helga Bansch

  Ziegen und Schafe wohnen in Eintracht in einem versteckten Tal. Sie haben viele Gemeinsamkeiten, wie die Liebe zum Gras und Vogelgesang und ihre Angst vorm Wolf. Doch eines Tages liegt ein Ding auf der Wiese. Niemand weiß, was es ist und wozu es gut ist, und so nennen sie es PUPU. Mit dem Pupu kann man nichts machen, also ehren sie das Ding mit Blumen, die Schafe mit Veilchen, die die Ziegen wegfressen und Gänseblümchen hinlegen – die wiederum von den Schafen aufgefressen werden usw. Natürlich gibt es bald Ärger ... Ein Bilderbuch ab 3 Jahren. Weiter zur Rezension:    Der PUPU von Helga Bansch   

Rezension - Pierre, der Irrgarten-Detektiv, und die geheimnisvolle Stadt der Masken von Hiro Kamigaki & Ic4design

  Ein Wimmelbuch mit Pfiff – für Schulkinder. Hier wimmelt es ganz gewaltig und man muss sehr genau hinschauen, um die Aufgaben zu erfüllen! «Die Stadt am Meer ist voller Kanäle». Auf der ersten Seite wird dieses Spielbuch erklärt: Start – Ziel, Rätsel und Herausforderungen, versteckte Gegenstände, wie geht man mit Hindernissen um? Suche den kürzesten Weg. Pierre, der Irrgarten-Detektiv, und seine Assistentin Carmen reisen zum Karneval nach Canal City, um das magische Maze Egg zu sehen. Auf jeder Doppelseite findet sich ein fantasievolles Labyrinth mit einer Menge Aufgaben, die zu lösen sind. Ein Fall für Detektiv-Comic-Fans ab 6 Jahren. Weiter zur Rezension:  Pierre, der Irrgarten-Detektiv, und die geheimnisvolle Stadt der Masken von Hiro Kamigaki & Ic4design

Rezension - Fauststarker Herzschlag von Thomas Hartl und Mirjam Zels

  Luke hat Wut im Bauch, er musste deshalb die Schule wechseln, denn er hatte sich geprügelt. Und darum muss er nun seine Termine bei der Schulpsychologin wahrnehmen. Zu Hause geht gerade alles drunter und drüber. Lukes Mutter liegt nach einem Gehirnschlag im Wachkoma, seinem Vater entgleiten die täglichen Dinge, seine Schwester ist mitten in der Pubertät und auch nicht zu gebrauchen. Das Ende von diesem Jugendroman konnte nicht bei mir punkten. Leider. Alterseinschätzung von mir: Ab 14 Jahren. Weiter zur Rezension:    Fauststarker Herzschlag von Thomas Hartl und Mirjam Zels

Rezension - Eine wahre Freundin von William Boyle

  Die Mafiaboss-Witwe Rena wird von Nachbar Enzio angegrabscht, haut ihm den Kopf mit einem Glasaschenbecher ein, und weil sie meint, er sei tot, flüchtet sie in Enzios Impalazu zu ihrer Tochter Adrienne. Die haut ihr die Nase vor der Tür zu, aber Lacey Wolfstein von gegenüber, sieht die verstörte Rena, bittet sie, erstmal bei ihr zu verschnaufen. Wolfstein hat gerade selbst ein Problem – das gleich darauf vor der Tür steht, ebenso Enzio, der seinen Wagen wieder haben will. Hinein platzt die Enkelin von Rena, die nicht mit ihrer Mutter und deren Lover Richie abhauen will, der gerade einem Mafiaboss eine Menge Geld gestohlen hat. Im Haus wird es immer voller, und als der Mafiaboss dann auch noch auftaucht, kommt es zur Katastrophe, die in ein wildes Roadmovie übergeht. Spannender Thriller, Slapstick, Noir!  Weiter zur Rezension:    Eine wahre Freundin von William Boyle