Direkt zum Hauptbereich

Posts

Rezension - Am Ende bleiben die Zedern von Pierre Jarawan

Sprecher: Timo Weisschnur, Walter Kreye Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 9 Std. und 46 Min. Das ist für mich ein »Ja, aber – Roman«. Auf der einen Seite fand ich ihn ganz gut, dann aber so gar nicht. Ich liebe die arabische Erzählweise: ein wenig ausschweifend, da in jeder Geschichte eine Menge kleiner Geschichten versteckt sind, poetisch erzählt, ohne in Kitsch zu gleiten, großes Leid, das sofort von schelmischem Humor gerettet wird – eben große Erzählkunst. Der in Frankfurt lebende Rafik Shamir ist für mich einer der Besten in diesem Fach. Und genau das gelingt Pierre Jarawan nicht: Es ist eine arabische Geschichte, die in europäischer Erzählform daherkommt, die Poesie hier leider in Kitsch gleitet, der der subtile Humor fehlt, Historisches manchmal als Lexikonwissen eingebettet ist. Aber andererseits ist die Familiengeschichte nicht schlecht und man erfährt eine Menge über den Libanon. Das war es wert, diesen Roman zu verfolgen, auch wenn ich an manchen Stellen zusammenzuckt...

Rezension - Begel, der Egel von Nele Brönner

Das Cover reizte mich und etwas über Egel kennenzulernen wäre mal etwas anderes. Die wenigsten Autoren beschäftigen sich mit Tierchen, die der Mensch nicht unbedingt als nützlich, bzw. niedlich betrachtet. Leider wurde ich von diesem Bilderbuch gänzlich enttäuscht. Weiter zur Rezension:    Begel, der Egel von Nele Brönner

Rezension - Die schwarze Fee von Kerstin Ehmer

Nachdem ich von Kerstin Ehmers Debüt »Der weiße Affe« begeistert war, wollte ich wissen, wie es mit Kommissar Ariel Spiro weitergeht. Und wieder ist ihr ein interessanter, historischer, literarischer Krimi gelungen. Berlin in den Zwischenkriegszeiten, Armut und Hunger überzieht die Stadt, eine russische Exilgemeinde tummelt sich im Berlin der zwanziger Jahre. In den Arbeitervierteln herrscht große Armut, Kranke können nicht behandelt werden, weil das Geld für den Arzt fehlt, Unterernährung, ein weiterer Faktor, der die Sterblichkeitsrate erhöht. Die Syphilis hat sich zu einer Volkskrankheit entwickelt. Kerstin Ehmer beschreibt das Leben neben dem Pomp der wilden Zwanziger, das Berlin von Heinrich Zille. Ein spannender Krimi. Weiter zur Rezension:    Die schwarze Fee von Kerstin Ehmer

Rezension - Snöfrid aus dem Wiesental von Andreas H. Schmachtl

Das wahrlich sagenhafte Rätsel der Trolle (Band 2) Snöfried genießt seinen Ulaub, faulenzt ... bis plötzlich drei kleine Nörli vor seiner Tür stehen und die Ferienidylle stören. Sie behaupten, ein furchteinflößender Schatten entführe zu nächtlicher Stunde ihre Schafe. Dieser Schatten sähe aus wie Snöfrid. Im Wiesental helfen sich die Nachbarn gegenseitig, und solchen Neuigkeiten muss Snöfrid natürlich auf den Grund gehen. Aber was er entdeckt, ist schlimmer, was alle Befürchtungen erahnen ließen … Nicht Snobel, sondern ein Ur-Troll treibt sein Unwesen. Ein spannendes Kinderbuch für Erstleser. Weiter zur Rezension:    Snöfrid aus dem Wiesental von Andreas H. Schmachtl 

Rezension - Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta von Màxim Huerta

Was habe ich erwartet, als ich dieses Buch aufschlug? Eigentlich nichts, vielleicht gute Literatur. Der Anfang war ganz witzig, aber schon bald fing ich an zu blättern und zu blättern. Nein, es war nicht meins. Und ich will den Roman auch nicht schlecht machen, denn es werden viele Leser begeistert sein. Ich fühlte, wie ich in Crème Brûlée versank, während man mich mit Bonbons bewarf. Schwülstig, wattig, klebrig - keine Spur von guter Poesie war für mich zu spüren, noch ein Hauch von guter Literatur. In Spanien war es ein Bestseller – und über Geschmack kann man nicht streiten. Weiter zur Rezension:    Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta von Màxim Huerta

Rezension - Der Zauberlehrling von Gerda Muller

Ein wundervolles Bilderbuch, dass die Ballade vom Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe neu im Märchenstil erzählt. Gerda Muller zeichnet detailreich in gedeckten frischen Farben, im Stil traditioneller Bilderbücher. Das Buch ist ab circa 4 Jahren. Weiter zur Rezension:    Der Zauberlehrling von Gerda Muller

Rezension - Aus dem Schatten von Geovani Martins

Erzählungen Es gibt wenig Literatur über die Elendsgebiete in Südamerika, über die Favelas in Rio, die ins Deutsche übersetzt wurden. Die Erzählungen von Geovani Martins bringen authentisch in der Sprache das Leben in den Favelas von Rio zum Ausdruck – Prosa aus den Elendsvierteln Brasiliens. In der Nacht musst du auf den Straßen mit allem rechnen, das tägliche Leben ist rund um die Uhr von Gewalt und Drogen geprägt. Wer hier nichts zu suchen hat, wird als Eindringling betrachtet. Es berichten verschiedene Männer verschiedenen Alters aus ihrem Leben, ganz normaler Alltag. Dope, Crack und vor allem Lanca-Perfume, auch Loló genannt, gehören zum Leben, Spezialeinheiten der Polizei trampeln durch die Gassen und schießen auf alles, was sich bewegt. Weiter zur Rezension:    Aus dem Schatten von Geovani Martins

Rezension - Guantanamo Kid von Jérôme Tubiana und Alexandre Franc

Die wahre Geschichte des Mohammed el Gharani Mohammed el Gharani, 14 Jahre alt, verhaftet zusammen mit vielen anderen in einer Moschee in Pakistan.  Der Vorwurf: Er sei Terrorist. Sohn von Gastarbeitern aus dem Tschad, aber in Saudi Arabien geboren und aufgewachsen, galt er dort als Mensch zweiter Klasse. Er macht sich auf nach Pakistan, lernt dort Englisch und Informatik, um später einen guten Job zu bekommen … Nach 8 Jahren Haft und Folter, wider jeder Menschenrechte inhaftiert durch die US-Amerikaner, schafft er es, aus der Haft entlassen zu werden. Dies ist seine Biografie! Eine bedrückende Graphic Novel, eine wahre Geschichte. Weiter zur Rezension:    Guantanamo Kid von Jérôme Tubiana und Alexandre Franc

Rezension - Kongo Blues von Jonathan Robijn

Kongo Blues ist ein wundervoller Roman, aber warum weist ihn der Nautilus Verlag  als Kriminalroman aus? Die reinen Krimileser verärgert man eher, wenn man ihnen unter solchem Lockangebot Literatur unterjubelt, auch wenn sie lesenswert ist. Aber nun auf zu diesem bemerkenswerten Roman. Der Jazzpianist Morgan kommt früh am Neujahrsmorgen nach einem Auftritt nach Hause, als er in der klirrenden Kälte eine Frau entdeckt, bewusstlos, kurz vor dem Erfrieren. Er schleppt die anscheinend Betrunkene in seine Wohnung. Eine elegante Frau mit ziemlich viel Geld in der Manteltasche … er wundert sich. Sie bedankt sich am nächsten Tag und verschwindet in die Gassen von Brüssel. Was sich wie ein Krimi anliest, ist allerdings eine Spurensuche nach der eigenen Identität, die bis in die dunkle Kolonialzeit nach Belgisch-Kongo zurückgeht zu den »Métis de Belgique«, den Belgische Mischlingen. Weiter zur Rezension:    Kongo Blues von Jonathan Robijn

Rezension - Sohn des Himmels von Chen Jianghong

Chen Jianghong verbindet seine Geschichte mit der Legende um die Mondküchlein, die in China beim Mondfest in der Familie verschenkt werden. Der Jadekaiser (chin. Yu = Jade), ist eine der wichtigsten Gottheiten in der chinesischen Mythologie. Seine Tochter, Prinzessin Xian-Zi, steigt hinunter auf die Erde und verliebt sich. Was nicht sein darf, weiß der Jadekaiser mit Gewalt zu unterbinden … In seinen Büchern verbindet Chen Jianghong traditionelle chinesische Malstile und alte chinesische Geschichten mit moderner Erzählweise, chinesischer Kultur. Seine Art der Aquarelle im chinesischen Stil berühren. Schon allein für die Illustration muss man das Bilderbuch lieben. Weiter zur Rezension:    Sohn des Himmels von Chen Jianghong