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Rezension - Troll von Michal Hvorecky

Eine böse Satire, eine Dystopie, auf das Trolling, geschrieben 2015 – und war das zu der Zeit nicht eher Science Fiction? Was hier satirisch aufgelegt wird, ist heute fast Realität. Thema sind Trollfestungen – nicht die bei Tolkin – sondern jene Gruppen, die per Falschmeldungen die Meinung von Menschen beeinflussen wollen. Nachrichten und Meinungen kommen heute zum größten Teil aus dem Netz und unter den News finden wir jede Menge Fakenews. Trolle, die im Sekundentakt Lügen verbreiten, haben Erfolg, wenn sie Lügen so gut verpacken, dass sie möglich sind. Weiter zur Rezension:     Troll von Michal Hvorecky

Rezension - Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens von Oliver Bottini

Sprecher: Wolfgang Wagner  ungekürzte Hörbuch-Fassung, Spieldauer: 11 Std. und 53 Min. Oliver Bottini ist für mich der beste Thriller- und Krimi-Schriftsteller aus Deutschland und auch mit diesem Krimi hat er mich wieder voll überzeugt. Er schreibt nicht schlicht eine Geschichte - hinter jedem Buch steckt ein gewaltiges gesellschaftliches Problem, meist eins, das man vorher gar nicht so wahrgenommen hatte. In diesem Krimi geht es um Landgrabbing – der Aufkauf von Ackern durch Agrargesellschaften. Ergebnis: Ausbeutung der Erde, Zerstörung der Natur, Arbeitslosigkeit, Landflucht. Prenzlin und Neuprenzlin – Mecklenburg Vorpommern und ein Agrarbetrieb in Rumänien in Temeswar … Weiter zur Rezension:    Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens von Oliver Bottini

Rezension - Zärtlich Klagen von Yoko Ogawa

Ein Roman, der schön zu lesen ist, voller Ruhe und Gelassenheit. Letztendlich hat mich die Sprache überzeugt, aber die japanische Art der Stille war mir persönlich zu unaufgeregt. Wer zarte Klänge sucht, Symbolik und Worte zwischen den Zeilen, musikalisch versinken mag, für den ist das sicher ein ansprechendes Buch. Sprachlich schön, allein dafür lohnt es sich diesen Roman zu lesen. Weiter zur Rezension:    Zärtlich Klagen von Yoko Ogawa

Rezension - Nichts ist verloren von Cloé Mehdi

Unbedingt lesen! Ein Noir-Roman aus den Banlieures von Paris aus der Sicht eines Elfjährigen. Berührend, eine brutale Welt voller Gewalt und Depression. Ein Buch über Schuld und Sühne. Ein Junge, der altklug die Welt der Erwachsenen betrachtet, versucht herauszubekommen, was die Geschichte des toten Saïd, der bei einer Ausweiskontrolle erschossen wurde, mit seiner Familie zu tun hat. Weiter zur Rezension:    Nichts ist verloren von Cloé Mehdi

Rezension - Verborgen von Anna Simons

Ein Krimi ist es nicht, kein Thriller, nennen wir es kriminelles Umfeld, denn zum Noir-Bereich würde ich den Roman auch nicht zählen. Die Geschichte hat mich nicht begeistern können. Das hat mehrere Gründe. Eva Korell ist von Berlin nach München gezogen um ihr Leben neu zu sortieren. Die Ärztin ist geschieden und der Stress in der Klinik hatte ihr ordentlich zugesetzt. Ein anderer Ort und ein geruhsamer Job als Gefängnisärztin mit festgeschriebenen Arbeitszeiten in der Justizvollzugsanstalt Wiesheim soll sie in neue Bahnen lenken. Weiter:    Verborgen von Anna Simons

Rezension - Strafe von Ferdinand von Schirach

Neue Erzählungen von Ferdinand von Schirach, nach »Verbrechen« und »Schuld« hier sein neuer Band nach gewohnter Machart, mit tiefgründigen Geschichten aus dem Rechtssystem. Er schafft es wie kein anderer, berührend das Dilemma der Justiz darzustellen. Weiter:    Strafe von Ferdinand von Schirach

Rezension - Niemand weiß, dass du hier bist von Nicoletta Giampietro

Sprecher: Markus Hoffmann, Rahel Comtesse Hörbuch, ungekürzte Fassung, Spieldauer: 13 Std. und 17 Min. Ein ziemlich guter historischer Roman: Lorenzo zieht 1942 aus Tripolis, der Hauptstadt von Libyen, der italienischen Kolonie, nach Siena zu den Großeltern. Die Mutter will versuchen, den Vater zu finden, der in einem Einsatz als Soldat in Afrika als vermisst gilt. In der neuen Schule freundet sich Lorenzo mit dem Nachbarssohn Franco Tacconi an, der wie er ein eifriger Balilla (Jugendorganisation der Faschisten) ist. Dort üben die Jungen mit dem Holzgewehr zu exerzieren, würden gern in den Krieg ziehen. Die Tante von Lorenzo, Zia Chiara, hält nichts vom Duce und seinen Faschisten. Es herrscht Krieg. Benito Mussolini erlässt ein Ermächtigungsgesetz: andere Parteien werden verboten, die Bürgerrechte und Pressefreiheit aufgehoben, eine Parteimiliz geschaffen, Gesetze gegen Juden erlassen. Dies Gesetz betrifft auch Freunde von Lorenzo, auch seinen besten Freund Daniele … Weiter zu...

Rezension - Hinter Glas von Julya Rabinowich

Dies ist ein grandioses Jugendbuch, Allage, das tief berührt, die Geschichte einer Befreiung, zu lernen Nein zu sagen. Aber bevor Alice sich befreien kann, muss sie in ein tiefes Loch fallen, von einem Gefängnis ins nächste wandern, bis sie den Mut hat auszubrechen. Sie wohnt im goldenen Käfig, in einer Villa mit Pool, und auf dem gleichen Gelände befindet sich die die düstere Protzvilla ihres Großvaters, eine Familienkrake. Alice ist unglücklich – und darum ist sie ständig krank. Sie hat keine Freunde – wozu auch, die würden den Eltern sowieso nicht gut genug sein. In der Schule wird sie gemobbt. Alice hat alles – doch eigentlich hat sie nichts. Eines Tages kommt ein neuer Schüler in die Klasse: Nico. Und nun verändert sich alles … Weiter zur Rezension:    Hinter Glas von Julya Rabinowich

Rezension - Lipatti von Alexander Suckel

Ein Noir-Roman der anderen Art. Kruse kommt durch den Nachlass seines Onkels einem Mord aus den 1970-ern auf die Spur. Irgendjemand will verhindern, dass er weiter recherchiert. Aber Kruse ist nicht aufzuhalten: Zürich, Neapel, mystische Zeitreisen in die Vergangenheit helfen ihm, den Fall zu klären. Sprachlich ein Genuss. Weiter zur Rezension:    Lipatti von Alexander Suckel

Rezension - Versammlung der Toten von Tomás Bárbulo

Ein Pageturner, eingebunden in eine klassische Gaunerkomödie und ein Roadmovie, Noir-Roman - hochspannend würde ich diesen spanischen Thriller beschreiben - nicht hochliterarisch in der Sprache, aber passend zu den Protagonisten. Hier haben wir es mit einer tumben Gruppe von Kleinstadtkriminellen aus Madrid zu tun: El Guapo, El Chiquitín, El Chato, El Yunque, die begleitet von einem Saharaui nach Marokko aufbrechen, um in eine Bank einzusteigen. Im Kleinbus haben sie nicht nur ihr Schweißgerät usw. dabei, sondern auch ihre Chonis, ihre Tussis, täuschen einen mehrtägigen Bildungstrip vor. Ich habe beim Lesen zwischen Gelächter und Schnappatmung gewechselt. Erste Sahne! Weiter zur Rezension:    Versammlung der Toten von Tomás Bárbulo