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Rezension - Korsische Gezeiten von Vitu Falconi

Korsika-Krimi  Ein weiterer Versuch mit Bahnhofsliteratur – ein Krimi, der auch nicht annähernd einer ist … Der erste Teil der Korsika-Krimiserie hatte mich unterhalten, doch Teil zwei fiel leider durch. »Korsische Gezeiten« ist letztendlich ein Abenteuerroman, bei dem es um Schatzsuche im Meer geht, man viel über das Tauchen lernt, über das Apnoe-Tauchen, über den korsischen Lava-Schatz (den es wirklich gibt), und hier finden sich spannende Szenen. Es gibt aber Nebenstränge, die nicht in die Geschichte einlaufen oder andere, die die Story nicht vorantreiben, nur aufblähen. Leider kein Krimi, lediglich ein typischer Abenteuerroman mit einem Superhelden. Weiter zur Rezension:    Korsische Gezeiten von Vitu Falconi

Rezension - Die Farben des Feuers von Pierre Lemaitre

Sprecher: Torben Kessler Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 14 Std. und 40 Min. Ein grandioser Roman, der Drama, Crime und Historisches vereint. Madeleine Péricourt erbt nach dem Tod ihres Vaters das Familienunternehmen, eine Bank. Ihr Onkel wird lediglich mit einer kleinen Summe abgespeist und der Prokurist, der glaubte, die Erbin würde nun seinen Hochzeitsplänen nachgeben, erhält einen Korb. Gemeinsam ersinnen die Männer einen Plan, sich Bank, Villa und Vermögen unter den Nagel zu reißen. Madeleine, betrogen, nun bankrott, sinnt nach Rache. Die Abrechnung einer Frau kann schrecklich sein … Paris in den dreißiger Jahren, gut recherchiert zeigt sich ein feines Gesellschaftsbild der Zwischenkriegszeit: Wirtschaftskrise, Machtübernahme in Deutschland, der Duce in Italien, die hohen Herrschaften Frankreichs raffen, was das Zeug hält, Steuerbetrug steht an der Tagesordnung, Journalisten lügen für Geld, das Volk rebelliert. Weiter zur Rezension:    Die Farben des Feuers von P...

Rezension - Die Inselsammlerin von Fenna Williams

Vielleicht sucht jemand von euch ein interessantes Reiseziel? Nein? Dies Buch ist trotzdem lesenswert. Reiseliteratur, wenn sie gut geschrieben ist, kann ein Genuss sein. Und wenn hier irgendjemand TUI-Format vermutet, dann liegt er völlig falsch. Fenna Williams ist reisesüchtig - individuell, mit Wanderstiefeln an den Füßen, erkundet sie Ecken auf der ganzen Welt, insbesondere Inseln, die den meisten Menschen unbekannt sind – zumindest haben sie noch nie einen Fuß dorthin gesetzt. Selbst wenn die Autorin Capri besucht, liegt sich nicht am Strand und besucht lediglich die blaue Grotte – sie erwandert die schöne Einsamkeit der Insel. Allein, einsame Wanderungen – nein, sie ist garantiert keine Einzelgängerin. Individualistisch – aber dicht bei den Menschen, meist mietet sie sich bei Einheimischen ein. Und genau das macht das Buch so reizvoll: Der enge Kontakt zu den jeweiligen Insulanern ist Fenna Williams ganz wichtig. Auf nach Robben Island, St. Helena, Magna Carta Island, Solentin...

Rezension - Öl auf Wasser von Helon Habila

Ein Umweltthriller aus Nigeria der nicht besser beschreiben kann, was geschieht, wenn man gewissenlose Unternehmen schalten und walten lässt. Port Harcourt in Nigeria wird von Ölfirmen regiert. Als die Frau eines britischen Ingenieurs aus der Führungsetage entführt wird, soll ein Journalistenteam die Frau im Gebiet der Mangrovenwälder ausfindig machen, herausfinden, ob sie noch lebt – eine gefährliche Reise beginnt. Im Nigerdelta richtet die Ölförderung eine große Umweltkatastrophe an, Menschen werden ihrer Heimat beraubt, Rebellen und Militär stehen sich gegenüber. Weiter zur Rezension:    Öl auf Wasser von Helon Habila

Rezension - 1793 von Niklas Natt och Dag

Sprecher: Philipp Schepmann, Simon Roden Hörbuch, Spieldauer: 14 Std. und 35 Min. Ein historischer Krimi aus Schweden, aber was für einer! Ein Roman, der unter die Haut geht, nichts für schwache Nerven, 18. Jahrhundert, die Zeit direkt nach dem Russlandkrieg. In Stockholm herrschen die Feudalherren, rücksichtslos nehmen sie sich, was sie wollen, feiern rauschende Feste, geben sich den Vergnügungen hin, allen Lastern, die man sich denken kann. In der städtischen Kloake Stockholm wird eine Leiche angeschwemmt: Die Zunge ist herausgeschnitten, die Augen sind ausgestochen, Beine und Arme fachgerecht amputiert. Der Häscher Michael Cardell findet die Leiche, er ist ein gehbehinderter vom Krieg traumatisierter Kriegsveteran. Und er will den Fall aufklären, wie auch Cecil Winge, ein Jurist, der von seiner Tuberkulose stark beeinträchtigt ist. Weiter zur Rezension:    1793 von Niklas Natt och Dag

Rezension - Warum merke ich nicht dass die Erde sich dreht von James Doyle und Claire Goble

Warum sind Bäume grün? Was essen Pflanzen? Warum wachsen Haare? Warum funkeln Sterne? Woher weiß man, dass die Erde rund ist? Hier werden 22 Fragen kindgerecht beantwortet, die ich selbst nicht alle hätte so erklären können. Typische Kinderfragen: Warum fallen Flugzeuge nicht vom Himmel? Warum ist das Meer blau? Woher kommt das Internet? Warum muss ich mich waschen? Charakteristische Fragen in der Urlaubszeit. Naturwissenschaftliche Fakten werden einfach aber fundiert in diesem Kindersachbuch erklärt: Biologie, Chemie, Physik, Geografie, Technik und Psychologie, na eben die typischen Fragen aus Kindermund, zu denen man nicht immer gleich eine Antwort parat hat. Fotos und witzige Grafik runden die Informationen ab. Eine Empfehlung. Weiter zur Rezension:    Warum merke ich nicht, dass die Erde sich dreht? von James Doyle und Claire Goble

Rezension - Tödliche Fremde von Wolfgang Borsich

Ein Lanzarote-Krimi Mein nächster Versuch mit Bahnhofsliteratur fiel ins Wasser. Weder die Sprache, noch die Charaktere und schon gar nicht die Geschichte selbst konnten mich begeistern. Auf der letzten Seite trieb mir der Stoff auch noch Zornesröte ins Gesicht! Ein Krimi ist das vom Genre nicht, sondern ein Thriller – allerdings eine langweilige Geschichte. »Ein mysteriöser Mordfall, ein dramatisches Flüchtlingsunglück«, so der Klappentext vom Piper-Verlag. Hier ist weder etwas mysteriös – na ja, vielleicht die Protagonisten selbst – noch wird die Flüchtlingsproblematik behandelt. Hier stimmt rein gar nichts. Die Geschichte ist offen wie ein Fächer von Anfang an, nicht schlüssig, die Charaktere sind klischeehaft und handeln nicht der Situation angemessen. Und auch die Sprache klingt holprig. Dazu kommen die vielen spanischen Sätze, sämtliche Speisen werden nur auf spanisch benannt – und hier wird viel gegessen. Wer kein Spanisch kann, dem rate ich ab. Essen gepaart mit farblosen ...

Rezension - Stella Goldschlag von Peter Wyden

Ich entschied mich dazu, das Original zu Stella Goldschlag zu lesen, nicht die »Stella« von Takis Würger. Für mich die richtige Entscheidung. Ein Sachbuch, spannend wie ein Roman. Peter Wydens Buch, eine Neuauflage seines Buchs von 1993 aus dem Steidl Verlag, es ist mehr als die Biografie von Stella Goldschlag, die wunderschöne Jüdin, die mit den Nazis kollaborierte, um die Deportation ihrer Familie zu verhindern,  als »Greiferin« zusammen mit ihrem Ehemann Rolf Isaaksohn in Berlin für die Gestapo nach versteckten Juden suchte, sie an das Gestapo-Hauptquartier auslieferte, damit sie ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert werden konnten. Dieses Buch geht darüber hinaus, es ist ein Dokument des Zeitgeschehens, des Grauens, und Peter Wyden stellt die Frage nach Schuld. Wann ist ein Mensch schuldig, wann wird ein Opfer zum Täter und warum? Kann ein Opfer schuldig sein? Weiter zur Rezension:    Stella Goldschlag von Peter Wyden

Rezension - Spanischer Totentanz von Catalina Ferrera

Der erste Barcelona-Krimi, »Spanische Delikatessen«, von Calina Ferrera hatte mir als Hörbuch gefallen: leichte Story mit Lokalkolorit, feiner Humor, spannende Geschichte. Leider konnte mich der zweite Band nicht überzeugen. Weder Spannung noch ein Gefühl für die Stadt kam auf. Touristische Beschreibungen und Restaurantbesuche lähmen eine durchschaubare Kriminalgeschichte, die die Mossos d’Esquadra auf den Cementiri de Montjuïc und die Zona Alta führt. Weiter zur Rezension:    Spanischer Totentanz von Calina Ferrera

Rezension - Sandbergs Liebe von Jan Drees

Eine Liebesgeschichte – obsessiv, zerstörerisch. Jan Drees sagt, die Geschichte ist ausgedacht, aber an eine ähnlich gelagerte Liebe aus seinem Leben angelegt. Der Leser sitzt voyeuristisch gefangen im Inneren des Autors und leidet mit ihm die ganze Geschichte lang, denn hier stülpt jemand sein Inneres ganz nach außen. Ist Kristian Sandberg an eine Narzisstin geraten, die ihn wie einen Tanzbär an der Nase durch die Manege zieht? – Ich liebe dich – ich hasse dich – »Gaslighting«, emotionale Abhängigkeit mit zerstörerischer Kraft - ein Auf und Ab der Gefühle … Weiter zur Rezension:    Sandbergs Liebe von Jan Drees