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Rezension - Warum die Pflege in Not ist von Maximilian Wendt

Wo ist dieses Buch einzuordnen? Als Sachbuch mag ich es nicht einsortieren, denn die Antwort zum Titel ergibt sich eher in der Person des Autors. Er beantwortet die Frage nicht, schon gar nicht gesellschaftspolitisch, er stellt wenig in Frage oder bietet Lösungsvorschläge an. Ausbildung, ambulante Pflege, Klinik für psychosomatisch Erkrankte, der Autor war ein in der Pflege gestresster Mensch, trotz selbst gewählter Teilzeitarbeit, der am Ende froh ist, mit Anfang 30 (wieder in Teilzeit) im Amt einen Sessel ergattert zu haben, wo er Papier von links nach rechts schieben kann, dort, wo das Gehalt stetig steigt, ohne dass man verhandeln muss, sich dafür ins Zeug legen muss, Arbeit einfach liegen bleibt, wenn man sie nicht schafft. Nichts Neues bringt dieses Buch. Wir haben einen Pflegenotstand. Alles was hier gesagt wird, ist 1000 Mal formuliert worden, bzw. ist Normalität des Berufslebens, die man nicht extra herausstellen muss. Es ist ein persönlicher Bericht über die Ausbildung im ...

Rezension - Das magische Malbuch Picasso von Claire Faÿ

Kunst und Technik, wie passt das zusammen? Ziemlich gut! Der Prestel Verlag hat sich hier im Bereich Kinder- und Jugendliteratur etwas ganz Besonderes: BlinkBook, ab 4 Jahre. Es gibt eine ganze Serie der Blink Books, Malbücher, die man zum Leben erwecken kann. Anmalen, abfotografiern und in die App setzen, klick … und wie durch magische Hand, fangen die ausgemalten Figuren sich an zu bewegen. (Siehe Youtube-Trailer in der Rezension) Ein Malbuch, das digitale Technologien nutzt, um das Medium Malbuch zu erweitern. Ich habe hier Picasso Malbuch vorliegen, dass sich an die älteren Kinder richtet. Hier geht es zur Rezension:    Das magische Malbuch Picasso von Claire Faÿ

Rezension - 111 Tödliche Pflanzen die man kennen muss von Claudia Blasl

Toxisch ist nicht gleich tödlich – aber bei manchen Pflanzen sollte man vorsichtig sein, denn sie sind es mit Gewissheit. Wer knabbert schon an Zimmerpflanzen oder blühenden Gartenpflanzen? Kinder oder Haustiere probieren alles aus, so meine Erfahrung. Vor Bärenklau, der sich immer mehr verbreitet, sollte man sich in Acht nehmen, die Berührung ist schmerzlich. Dieser Pfanzenführer ist aber mehr als ein Ratgeber, denn im Plauderton nimmt uns die Autorin mit in den pflanzlichen Giftschrank der Natur, gibt Anekdoten zum Besten, erklärt geschichtliche Hintergründe und die medizinische Verwendung in früheren Zeiten. Ein Sachbuch, das man wirklich von A-Z liest, weil es neben dem Wissen sehr unterhaltsam ist. Und man staunt nicht schlecht, wie viele uns bekannte Pflanzen, auch Heilpflanzen giftig sind. Nicht nur die Dosis macht das Gift. Hier geht es zur Rezension:     111 Tödliche Pflanzen die man kennen muss von Claudia Blasl

Rezension - Cyber War – Die Gefahr aus dem Netz von Constanze Kurz und Frank Rieger

Ein sehr interessantes Buch, das sich mit den Gefahren aus dem Netz auseinandersetzt. Unsere Welt ist vm Strom abhängig, von einer vernetzten Welt, einer vernetzten Kommunikation. Was ist eigentlich Krieg? Was war früher einmal Krieg? Staaten befeuerten sich gegenseitig, Menschen starben, Bomben explodierten, irgendwann hatte einer gewonnen, ein anderer verloren. Was ist Cyberkrieg und sind wir nicht mittendrin, ohne dass wir das mitbekommen? Und in wiefern mischen auch noch Kriminelle mit? Stromausfall, Überwachung von Bürgern und Staaten, Implementierung von Spionagewerkzeug in Software und Hardware, Industriediebstahl (auch von staatsgeführten Einheiten), Meinungsbeeinflussung und vieles mehr wird hier angesprochen. Wie sieht es mit der Ausbildung aus? Ein hilfloses abgehängtes Europa, dass von Produkten anderer Länder abhängig ist, noch ein Thema. Für den Laien werden hier die Gefahren aus dem Netz gut erklärt. Weiter zur Rezension:    Cyber War – Die Gefahr aus dem N...

Rezension - Safe von Ryan Gattis

Ein Gangsterblues, der berührt! Zwei Männer, die aus prekären Familien stammen und in ihrer Jugend in kriminelle Kreise gerieten, stehen sich in diesem Roman gegenüber. Es geht um viel Geld, Einnahmen aus Drogengeschäften, die in verborgenen Safes gut vor den Augen der Polizei versteckt liegen. »Ghost« arbeitet für die Polizei, öffnet für sie Geldschränke aus dem Drogenmilieu, und er will am Ende seines Lebens noch einmal alles richtig machen. Er weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Und was er vorhat, kann nur mit seinem Tod enden – Dead Man Walking … Ein amerikanischer Ghetto-Gangster-Roman auf hohem literarischem Niveau, den ich nur weiterempfehlen kann. weiter zur Rezension:    Safe von Ryan Gattis

Rezension - Keinzigartiges Lexikon von Giuliano Musio

Mit Zeichnungen von Manuel Kämpfer Aphorismenliebhaber aufgepasst! Der schreibende Mensch umgibt sich gern mit Wörterbüchern und Lexika, wortgewaltig, worterfinderisch. Die Sprache basiert auf Gleichgewicht, es gibt Wichtiges und Unwichtiges, Schönes und Unschönes. Immer im Gleichgewicht mit dem Wort das Unwort zu finden, das Antonym, das Yin und Yang der Sprache. Wer früher ein Jungspund war, den mag man heute im Seniorenheim finden, den Altspund. Klitzeklein, so erfordert die Logik, muss das Gegenteil von klitezgroß sein – oder? Eine Senkamme lässt wohl öfter mal Kinder fallen, so vermutet Musio. Auf der Suche nach sogenannten unikalen Morphemen und deren Abwandelung ist dieses Lexikon der »edition taberna kritika« für Wortliebhaber und Aphorismenliebhaber ganz sicher ein Spaß! Um die 100 Worterfindungen mit Erklärungen, unterlegt mit Cartoons - ein Lexikon, das man gern von A – Z zu Ende liest. Weiter zur Rezension:    Keinzigartiges Lexikon von Giuliano Musio...

Rezension - Watercolor meets Handlettering

Das Buch der Blogger-Projekte Ein feines Buch für Aquarell-Anfänger, die sich mit Farbe und Schrift in Kombination beschäftigen möchten. Schritt für Schritt wird Material und Technik beschrieben. Bilder, Grußkarten, Wandbehänge, Poster kreieren, Schriften mit Farbe und Formen kombinieren. Fortgeschrittene finden hier gute Ideen. Farbig, dezent, jung, witzig, spritzig, das muss gefallen! Noch besser als der Vorgänger vom letzten Jahr – und das Buch fand ich schon gut. Weiter zur Rezension:    Watercolor meets Handlettering

Rezension - Black Hand von Stephan Talty

Jagd auf die erste Mafia New Yorks Nimmt man es korrekt, so ist dieses Buch ein Sachbuch. Aber auch Sachbücher lesen sich wie Thriller. Denn die Lebensgeschichte von Joseph Petrosino ist mehr als spannend. Joseph Petrosino war als Kind aus Süditalien mit seinem Vater in die USA eingewandert. In New York, Manhattan lebten damals fast ausschließlich italienische Einwanderer. »Bis 1875 waren nur 25.000 Italiener gekommen, die sich verhältnismäßig leicht in Städte wie New York oder Chicago integriert hatten.« In den 1880ern erreichte dann die Masseneinwanderungswelle der Süditaliener Amerika. Allein 500.000 wohnten nun in Manhattan. Iren und Deutsche hatten das Sagen in New York. Mit Petrosinos Eintritt in die Polizei fiel die »Black Hand« in Manhattan ein. Es war eine Gangsterbande von Italienern, die ihre Mitmenschen bedrohten. Das Buch ist sehr beeindruckend, ein gnadenloser Einblick in die Gesellschaft von NY um 1900 und ein Einblick in die italienische Seele, mafiöse Strukture...

Rezension - Die Jagd nach dem Blau von Romain Gary

Der Charme des Altmeisters der französischen Literatur klingt auch noch heute frisch und frech, und wie Romain Gary unliebsame Alltagssituationen in Humor verpackt ist unglaublich. In diesem Buch geht es um Ludovic, genannt Ludo, der bei seinem Onkel Ambroise Fleury aufwächst, ein Briefträger, der in seiner Freizeit Lenkdrachen herstellt und verkauft, fantasievolle Himmelswesen steigen lässt. Der 2. Weltkrieg beginnt, Besetzung der Normandie, Résistance. Eine Liebesgeschichte ist Nebensache, Romain Gary schreibt eine Proklamation der Menschlichkeit. Die unterschiedlichsten Charaktere in diesem Roman sind exzellent gezeichnet. Poetisch geschrieben, Spannung pur. Weiter zur Rezension:  Die Jagd nach dem Blau von Romain Gary

Rezension - Mutterland von Paul Therooux

Ein amerikanischer Roman mit schönen Passagen, der mich aber insgesamt nicht überzeugt. Es geht um eine Familie – Familiengeschichte wäre falsch – eine boshafte Mutter, die ihre sieben Kinder in einem fort gegeneinander aufhetzt, damit sie gegenseitig übereinander herfallen. Es ist eine Anreihung von Situationen, Dialogen, die mich anfangs begeisterten. Ab der Mitte fühlte ich mich in einer Wiederholungsschleife: immer wieder das Gleiche in Nuancen verändert. 650 Seiten Jay, der über seine Familie schimpft, sich nicht verstanden fühlt. Genau das macht für mich den Roman statisch und damit langweilig. Dialoge von gegenseitigen Beschuldigungen, Unterstellungen. Jay ist der Unverstandene, der, über den ständig alle herfallen, das Kind, das ausgeschlossen wird, aber so gern dabei sein würde. Jay macht nichts falsch, nur die anderen. Jay unterstellt allen Beteiligten Charakterschwäche, Eifersucht, Tendenzen des Lästerns. Aber wie sieht es mit dir aus, Jay? Weiter zur Rezension:  ...