Direkt zum Hauptbereich

Vom Kauzen und Keckern von Verena Heidecker - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Vom Kauzen und Keckern 


von Verena Heidecker

Das Leben von heimischen Wildtieren im Jahresverlauf


In diesem Sachkinderbuch wird die Lebenswelt der österreichischen Wildtiere lebendig veranschaulicht, die natürlich auch in anderen deutschsprachigen Ländern ansässig sind. Die Kinder lernen über die vier Jahreszeiten im Detail das Leben von Hirsch, Hase, Ente und Fuchs usw. kennen. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie man sich ihnen gegenüber verhalten soll.



«Den Wildtieren auf der Spur». Das Buch beginnt im Frühjahr mit den Rehen, die im Winter Gemeinschaften bilden, die sich im Frühling auflösen (manchmal auch nicht) – das wird erklärt. Wie leben Rehe und Hirsche, und wie kann man am Fell erkennen, wer jung oder alt ist? Warum soll man keine Jungtiere streicheln, wenn man ihnen begegnet? Hasen, Fasane, Enten, Fuchs und Dachs, Wildschweine, Gämsen, Murmeltiere und Bienen werden vorgestellt in ihren Lebensweisen. Wir kommen in den Sommer, die Landschaft verändert sich und auch das Verhalten der Tiere. Welche Gefährdung durch den Menschen gibt es für die Tiere? Straßenverkehr, Mähdrescher, Müll, an dem sich Tiere verletzen können.



Im Sommer gesellen sich Biber und Steinmarder dazu, im Herbst die Krähen und Igel. Jahreszeiten verändern sich und mit ihnen das Verhalten von Tieren. Man erfährt eine Menge über heimische Tiere und den Bezug vom Menschen in der Natur. Wir bauen eine Vogeltränke (Plastikflasche) und ein Futterhaus (Milchkarton), ein Bienenhaus. Das Buch regt an, Tiere zu beobachten und sich Notizen zu machen, den Einklang in der Natur zu verstehen und sich im Sinn von Naturschützern zu verhalten. Eine Menge Fachbegriffe sind dabei, die man als Schlagwortverzeichnis am Ende kompakt gesondert erklärt findet, ebenso eine Zusammenfassung der Tiere. Ein prima Bilderbuch, das sich kindgerecht mit der Natur vor der Haustür auseinandersetzt. Die Illustrationen sind in Naturfarben gehalten, wobei jede Jahreszeit seine Hintergrundfarbe hat, der dezent halbseitig gesetzt ist. Der Fokus liegt auf dem jeweiligen Tier, das sich in den Hintergrund einfügt. Der Text ist in großen Absätzen gesetzt, die Anmerkungen «Richtiges Verhalten» und «Wissenswertes» sind in Vignetten mit größeren Buchstaben präsent. Der Vermes-Verlag gibt eine Altersempfehlung ‎ ab 8 Jahren. Das passt für mich, da der Textumfang und Inhalt dem Grundschulalter entsprechen. Empfehlung.



Verena Heidecker, geboren 1998 in Tulln an der Donau, studierte Grafik- und Informationsdesign in St. Pölten. Als naturverbundene Person beschäftigte sie sich ab 2018 vermehrt mit Wildökologie und absolvierte im Zuge dessen die Jagdprüfung. Überrascht von der eigenen Unwissenheit über die heimische Flora und Fauna, machte sie es sich zur Aufgabe über respektvolles Verhalten in der Natur und gegenüber Wildtieren zu informieren und Kinder vom Artenschutz zu begeistern



Verena Heidecker
Vom Kauzen und Keckern
Das Leben von heimischen Wildtieren im Jahresverlauf
Kinderbuch, Bilderbuch, Sachbilderbuch, Natur, heimische Tiere, Naturschutz, Kinder- und Jugendliteratur
Hardcover, 112 Seiten, 20.5 x 26 cm
Vermes Verlag, 2023
Altersempfehlung: ‎ ab 8 Jahren





Kinder- und Jugendbücher zum Thema Natur

Die Natur fasziniert uns jeden Tag auf Neue. Es gibt so viel zu lernen. Pflanzen, Tiere, Landschaften. Viele Orte, Pflanzen oder Tiere werden wir nie kennenlernen. Aber zum Glück gibt es Bücher, die uns die Schönheiten und Besonderheiten unserer Welt erklären und zeigen. Hier meine Tipps zu Kinder- und Jugendbüchern, die sich mit der Natur beschäftigen:   Kinder- und Jugendbücher zum Thema Natur


Bilderbücher, Kinderbücher Vor- und Grundschule 5 - 10 Jahre





Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
Kinder- und Jugendliteratur

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

  Offene Antworten auf deine Fragen zu Liebe, Lust und Pubertät Ein Aufklärungsbuch, das locker Fragen beantwortet und kurze Erfahrungsberichte von jungen Menschen einstreut, das alles mit knalligen Illustrationen unterlegt. Du bist, wie du bist, und du bist, wie du bist okay. Das Jugendbuch erklärt, stellt Fragen. Die Lust im Kopf, genießen mit allen Sinnen; was verändert sich am Körper in der Pubertät?, die Vagina, die Monatsblutung, der Penis, Solosex, LGBTQIA, verliebt sein, wo beginnt Sex?, Einvernehmlichkeit, wie geht Sex?, Verhütung, Krankheiten, Sextoys – das Buch spart nichts aus. Informieren, anstatt tabuisieren! Locker und sensibel werden alle Themenfelder sachlich vorgestellt. Prima Antwort auf offene Fragen; ab 11 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada

Am 08.11.2019 war ich zu einer Mischung aus Lesung und Definition des Begriffs Kriminalliteratur in St. Gallen in der Wyborada zu Gast, im Literaturhaus & Bibliothek in St. Gallen in der Frauenbibliothek und Fonothek Wyborada. Else Laudan sprach zum Thema Kriminalliteratur, erzählte ihren Weg mit ihrem freien Verlag Ariadne, ein Verlag, der ausschließlich literarische Kriminalliteratur von Frauen veröffentlicht. Weiter zum Artikel:    Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada 

Rezension - Balaclava von Campbell Jefferys

  Mara, eine Polizistin aus Berlin ist jeden Tag mit Gewalt konfrontiert. Die meisten ihrer Kollegen sind diszipliniert, korrekt. Aber es gibt auch gewaltbereite Typen mit rechten Sprüchen, die sich feindlich gegenüber Ausländern und Frauen verhalten. Mara stammt allerdings aus Hamburg und so liegt es nahe, dass man sie undercover nach Hamburg sendet, damit sie sich unter die linken Gruppen mischt, herauszufinden, wer bei einer Demo den einen Polizisten ermordet hat. Mara hat das Video gesehen – der Polizist sackt zusammen, neben ihm ein junger Mann, dessen Gesicht mit einer Balaclava verdeckt ist. Mara hat ihn erkannt! Diese Augen gehören ihrem Bruder! Und der würde niemanden umbringen. Ein Thriller mit Potential, allerdings zu aufgeblasen, zu viele handwerkliche Fehler. Weiter zur Rezension:     Balaclava von Campbell Jefferys

Rezension - Motte und die Metallfischer von Sanne Rooseboom und Sophie Pluim

  Der Sommer, in dem Motte ein U-Boot fand, fing ziemlich normal an. Langweilig sogar. Doch auf einmal liegt das Schicksal der ganzen Stadt in ihren Händen. Es sind Ferien, aber Mottes Mutter muss arbeiten, einen Urlaub könnten sie sich nicht leisten. Sie ist als Personalcoach unterwegs: Mode, Schminke, Sport, Gesundheit, Ernährung. Und genau das interessiert Motte so gar nicht. Am Kai zeigt ihr Lukas das Metallfischen – ein perfektes Hobby für Motte, die neben schwarzer Kleidung das Unperfekte an Dingen liebt. Sie kauft sich einen Magneten zum Metallangeln. Vielleicht kann man sich etwas verdienen, wenn man Altmetall zur Altmetallhändlerin bringt; sie sammelt ihre ersten Schätze, die die Mutter eklig findet. Plötzlich hängt etwas ganz Großes an der Angel! Spannender Kinderroman ab 9/10 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Motte und die Metallfischer von Sanne Rooseboom und Sophie Pluim

Rezension - Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler

  Mischa und Nits sind beste Freunde. Mischa liebt die Poems von Nits. Und der bewundert Mischa, weil er schlau ist und ein wandelndes Lexikon über Tiere zu sein scheint. Lügen geht gar nicht, so Nits Überzeugung. Darum fragt er sich, warum Mischa dem Lehrer weismachen will, er hätte eine Chlorallergie, als der Schwimmunterricht beginnt – Nits erzählt er, die Badehose sei von Mäusen angefressen worden. Überhaupt scheint Mischa in Schwierigkeiten zu stecken – doch wohl eher sein Vater ... Nits betritt in dieser Familie plötzlich eine völlig andere Welt – die der Armut. Aber das ist ein Unterthema – Mischas Vater ist untergetaucht; Mischa und Nits werden ihn nicht im Stich lassen – aber das könnte gefährlich werden ... Spannung, Humor und ein wenig Tragik machen das Buch zu einem Leseerlebnis. Meine Empfehlung ab 11 Jahren für diesen exzellenten Kinderroman.  Weiter zur Rezension:    Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler 

Rezension - Der Tunnelbauer von Maja Nielsen

  Berlin 1961 : Für Achim könnte es eigentlich nicht besser laufen – das Abitur hat er in der Tasche, einen Studienplatz sicher und Chris, in die er sich verliebt hat, scheint auch ihn zu mögen. Doch über Nacht ändert sich alles. Mit Freunden fahren sie ein paar Tage zum Zelten an die Ostsee , haben viel Spaß. Und sie nennen sich von nun an Club 66 – weil sie gute Freunde sind und sich hier im Sommer 66 wieder treffen wollen. Dann geht etwas schief, einer von ihnen wird verhaftet, wegen nichts verurteilt für einen langen Knastaufenthalt. Und dann wollen alle nur noch weg aus der DDR – in die Freiheit, in den Westen … doch da steht jetzt eine Mauer . Ein spannender Jugendroman ab 13 Jahren, der mich völlig geflasht hat, weil es eine wahre Geschichte ist – Deutsche Geschichte – Jugendliteratur , die emotional mitnimmt, spannend geschrieben. Unterrichtsmaterial wird vom Verlag angeboten. Weiter zur Rezension:   Der Tunnelbauer von Maja Nielsen 

Rezension - Meine geniale Freundin von Chiara Lagani und Mara Cerri nach Elena Ferrante

Die Neapolitanische Saga Band 1 Ein moderner Klassiker als Graphic Novel umgesetzt – ich war gespannt, da Elena Ferrante sehr ausführlich in ihrer Tetralogie nicht nur die Freundschaft zwischen Elena und Lila beschreibt, sondern gleichzeitig ein Sittengemälde der Zeit wiedergibt, soziale und politische Strukturen aufnimmt, die Übernahme der Camorra in Neapel beschreibt. Wenn ich das zusammenziehe, ist der Comic missglückt. Denn der bezieht sich wirklich nur auf einen wesentlichen Kern: auf die Beziehung zwischen Elena und Lila, zwei Lebensläufe, die gemeinsam beginnen, aber auseinanderdriften. Zeichnerisch ist das Buch sehr gelungen.  Weiter zur Rezension:    Meine geniale Freundin von Chiara Lagani und Mara Cerri nach Elena Ferrante

Rezension - Die kleine Spitzmaus von Akiko Miyakoshi

Die kleine Spitzmaus lebt ganz allein ein ziemlich strukturiertes Leben, funktioniert wie ein Uhrwerk. Jeden Morgen dieselben Rituale: Frühstück, ab zur Arbeit, wo die fleißige Angestellte ihren Job macht. Vom Morgen bis zum Abend ein strenger Zeitplan. Es gibt nur wenig Abwechselung. Die Maus ist mit diesem Leben zufrieden, lebt im Einklang mit ihrem Rhythmus. Die Geschichte beschreibt die japanische Lebensphilosophie Ikigai , die das Glück im Kleinen sucht und findet. Bilderbuch ab 5 Jahren, Empfehlung. Weiter zur Rezension:    Die kleine Spitzmaus von Akiko Miyakoshi 

Rezension - Chronisch gesund statt chronisch krank von Dr. med. Bernhard Dickreiter

Von der Schulmedizin bis heute ignoriert: Die wahren Ursachen der chronischen Zivilisationskrankheiten – und was man dagegen tun kann Noch nie hat es so viele chronisch Kranke gegeben wie heute: Arthrose, Diabetes, Alzheimer, Rückenleiden, Krebs, Burnout usw. Der Internist, Reha-Experte und Ganzheitsmediziner Dr. med. Bernhard Dickreiter ist überzeugt, dass diese Patienten selbst aktiv etwas dagegen unternehmen können. Sein Standpunkt: Wir müssen alles dafür tun, damit es den Zellen in unserem Organismus gut geht. Jede Zelle ist von einer organtypischen Umgebung eingeschlossen, in die sogenannte extrazelluläre Matrix (EZM). Dort zieht die Zelle ihre Nährstoffe, den Sauerstoff, und hier entsorgt sie ihre Abfallstoffe. Ist die Zellumgebung nicht gesund, werden wir krank. Die Schulmedizin bekämpft meist nur Symptome: Schmerzen – Schmerztablette. Die Ursachen werden oft nicht hinterfragt, bzw. operabel versucht zu beheben: neues Knie, neue Hüfte usw. Dickreiter geht ganzheitlich vor. ...

Rezension - Von Frauen und Salz von Gabriela Garcia

  Kurzgeschichten um fünf Frauen in verschiedenen Generationen, die miteinander verwandt oder auf andere Weise verbunden sind. Miami, Camagüey, Havanna und Zentralmexiko; Flüchtlinge und Migration spielen eine Rolle – legal oder illegal, Frauen in ihren Stärken und Schwächen. Der Roman beginnt in Miami, 2018: Carmen, eine kubanische Migrantin, ist verzweifelt, weil ihre Tochter drogenabhängig ist und sie sich selbst die Schuld gibt. Es geht zurück bis in eine kubanische Tabakfabrik, Kuba, Camagüey, 1866, María Isabel arbeitet als einzige Frau in der Herstellung von Zigarren. Auch wenn am Ende alles zusammenhängt, es sind zwölf vielschichtige Kurzgeschichten mit eigener Tonalität, fünf starke Lebensläufe, die von kolonialistischer und kapitalistischer Ausbeutung zeugen und getragen sind von Traumata durch patriarchale Gewalt. Ein feministischer Generationenroman, der beeindruckend verdichtend und gut beobachtet und 150 Jahre zusammenfasst. Empfehlung! Weiter zur Rezension: ...