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Pandekraska Pampernella von Zoran Drvenkar - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Pandekraska Pampernella 


von Zoran Drvenkar 


Ein schräges Kinderbuch, fantasievoll mit viel Humor! Zoran Drvenkars Geschichte über Prinzessin Pandekraska Pampernella ist ein Abenteuerroman für Kinder, unterhaltsam mit Tiefgang. Pandekraska ist auf der Suche nach einer besten Freundin. Sie reist sie mit ihrem Chronisten und einem Leibwächter durch die ganze Welt und trifft auf einige Mädchen, wobei verschiedene Rollenbilder angesprochen werden: Tierschutz, Armut, Menschenrecht, bis hin zur Teenie-Pop-Queen. Letztendlich muss sich die Prinzessin aber auch ihren eigenen Ängsten stellen, sich der eigenen Identität bewusst werden. Und genau das macht die schräge Geschichte neben den Abenteuern interessant!


Die exzentrische Prinzessin

Pandekraska Pampernella ist elf Jahre alt, verwöhnte Prinzessin aus dem Königreich Florin. Sie trägt jeden Tag eine neue Frisur, kann reiten, fechten und ist eine Meisterin im Bogenschießen, bekommt immer ihren Willen, egal was es ist. Sie bekommt Geschenke von Angelina Jolie, schwimmt mit Johnny Depp und wurde natürlich vom Papst getauft. Seit ihrem zweiten Lebensjahr hat sie einen Chronisten, Domingo Yglesias De Sacramento, genannt Don Pluto, der hier berichtet in Abwechselung mit der Prinzessin selbst. Besonderen Wert legt sie auf ihre täglich wechselnden Frisuren, denen sie Namen wie «Bob Up the Mountain» oder «Frizzy Allover» gibt. Die Eltern sind seit Jahren auf Zitronensaftdiät, sind nur mit sich selbst beschäftigt, in erster Linie ist ihnen ihre Autosammlung wichtig. Bei der Beschreibung der Taufe dachte ich an Dornröschen. Die Professorin, die spektakulär in der Kirche aufsteht, nach vorn geht und verlangt, die Taufpatin zu sein, was sie vorher ablehnte; die Erzfeindin, die schwört, dass Pandekraska Pampernella nie eine beste Freundin haben wird, es sei denn, sie wäre es selbst. 


Die Tierschützerin 

Genau das macht der Prinzessin zu schaffen! Aber wozu hat man eine Patentante, die Professorin ist! Sie modifiziert den Algorithmus eines Online-Datingportals ab, um Mädchen zu finden, die als Freundin für Pandekraska passen könnten. Zuerst fahren sie in die Mongolei, wo eine Tierschützerin wohnt, die sich um das Wohl von Schneeleoparden sorgt. Die Geschichte, wie sie Wilderern ein Schnäppchen schlägt, ist sehr spannend. Hier habe ich das erste Mal aufgeatmet, denn Pandekraska ist nicht gerade ein Sympathieträger. Aber immerhin ist dieses aufgeblasene, von sich selbst überzeugte Wesen nicht dumm. Sie muss bei ihrer Reise lernen, dass nicht jeder, dem sie begegnet, gleich vor Entzücken in Ohnmacht fällt.


Weitere Kandidatinnen


Du wohnst in einem Schloss und bist eine bekloppte Prinzessin, natürlich hast du Erwartungen und natürlich hast du es sauschwer, oh du arme Pandekraska Pampernella .»

Sie tätschelte mir die Schulter.

«Wahrscheinlich wachst du jeden Morgen mit einem Schrecken auf, weil dieses Leben so sehr auf dir lastet, dass du weinen möchtest. Hahahaha ist das so?»

«Vicky, wieso bist du so gemein?»

«Wieso bist du so doof?»

«Ich bin nicht doof.»

«Du stellst dich aber doof an.


Weiter geht es zu einer weltberühmten irische Pop-Sängerin und zu einer indischen Lifestylebloggerin aus bestem Hause, die über 2 Mio. Follower hat. Aber auch die Mädchen, die sie trifft, wirken nicht alle sympathisch. Ein Roadmovie und eine Selbstfindung, Stärken und Schwächen gegeneinanderstellen, die eigenen Schwächen erkennen. Nicht im Algorithmus enthalten war Nisha, die in Indien gegen die Ausbeutung von Kindern kämpft und auch nicht Vicky VI., deren Eltern nicht mal wissen, wie viel Kinder sie haben. Und dann ist da noch der böse Böff Stroganoff ...


Was deine beste Freundin auch macht, sie darf es falsch machen und du verzeihst ihr, denn sie ist deine beste Freundin und sie macht es nie absichtlich falsch, denn sie liebt dich.


Es geht in diesem Buch um Freundschaft, was Freundschaft bedeutet – und es geht um Selbstfindung. Leider ist das Ganze auch ein wenig mit Klischee behaftet: der böse Russe, die irische Familie, von der keiner weiß, wie viel Kinder sie haben, die armen Inder ...  Pandekraska Pampernella ist am Ende immer noch auf der Suche, hat noch nicht ganz verstanden, worum es geht – was auf weitere Teile hindeutet. Ein witziges, fantasiereiches Buch, eine Abenteuerreise mit vielen spannenden Momenten. Eine Hauptprotagonistin, die einerseits abstößt, die man auf der anderen Seite aber auch mag – sie soll sich ja entwickeln und sie ist auf dem Weg dorthin. Ein wenig hat sie bereits dazugelernt. Der Beltz Verlag gibt eine Altersempfehlung von ab 10 Jahren – dem würde ich zustimmen, und das Kinderbuch ist sich auch noch mit 12 interessant.


Zoran Drvenkar 
Pandekraska Pampernella
Gebunden, 336 Seiten
Kinderbuch, Abenteuerroman
Beltz & Gelberg Verlag, 2021 
Altersempfehlung, ab 10 Jahren



Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
Kinder- und Jugendliteratur



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