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Olga und der Ruf des Waldes von Laure Monloubou - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing





Olga und der Ruf des Waldes 


von Laure Monloubou



Olga zieht zum siebten Mal in ihren 8 Jahren um; Papa hat wieder etwas Neues gefunden. Diesmal aber wird alles anders, das spürt sie sofort – denn ein Haus mit Türmchen, schlossähnlich, muss einfach etwas ganz Besonderes sein! Und tatsächlich: In ihrem Zimmer versteckt sich hinter der Tapete eine klitzekleine Tür. Was sich wohl dahinter verbirgt? Nun werden kleine Zettel mit Bilderrätseln durchgesteckt. Olga muss den Schlüssel für die Tür finden!




Doch das ist nicht das einzige Geheimnis, das die gehörlose Protagonistin lüften muss. Plötzlich verschwinden ihre Eltern, kommen vom Spaziergang nicht zurück. Ihre Spur führt in den nahe gelegenen Wald. Was geht zwischen den Bäumen nur vor sich? Liegt etwa Magie in der Luft? In diesem Buch wird das Handycap des Mädchens zum Vorteil – die schlechte Magie kann sie nicht berühren, weil die schrillen Töne sie nicht erreichen. Laure Monloubou beschreibt empathisch die Stille, die Olgas Welt umgibt, eine authentische Natürlichkeit. Das ist fein umschrieben. Allerdings bleiben mir in diesem Kinderbuch zu viele Fragen offen. Warum zieht die Familie dauernd um? Olga ist sehr einsam, sie geht nicht zur Schule. Warum eigentlich? Es gibt auch unlogische Stellen in diesem Kinderbuch. Z.B. fragt man sich, wie der Wichtel, ohne zu verdursten und zu verhungern, jahrelang hinter der Tapete überlebt hat. Es gibt so einiges, war auch Achtjährige fragen … 




Es ist eine kurze, sanfte Geschichte, die Spannung steigt ganz langsam. Sicherlich wäre sie ein wenig ausbaufähig gewesen. Auch wäre die Gestaltung im Plotverlauf anders gestaltet, vielleicht spannender gewesen. Die Vorgeschichte zu den Geschehnissen wird ziemlich kurz in der Mitte eingeflochten. Es wirkt eher, als wenn der Autorin hinterher eingefallen ist, dass sie etwas vergessen hat, um Logik in die Geschichte zu bringen. Es ist wie es ist, ein wenig dünn, gerade noch ok. Mir hat gefallen, wie natürlich die gehörlose Olga in ihrer Umgebung dargestellt wird. Auch der unterliegende zarte Humor spricht mich an. Auch die Laure Monloubou passen sich gut in die Geschichte ein. Dieser Titel ist bei Antolin gelistet. Der Loewe Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 8 Jahren. Das passt für mich, passend auch dazu die große Schrift, die sich für Leseanfänger eignet. Fazit: Eine gute Idee, aus der man weit mehr hätte machen können.





Laure Monloubou wurde 1976 in Paris geboren, wuchs aber in den schönen Bergen des Jura auf, wo sie dank zweier toller Lehrerinnen die Freude am Zeichnen (und am Skifahren) entdeckte! Sie ist Absolventin der Kunsthochschule École Émile Cohl. Heute zeichnet und schreibt sie Geschichten für Groß und Klein, in denen Zärtlichkeit und Humor stets präsent sind.





Laure Monloubou 
Olga und der Ruf des Waldes
Originaltitel: Olga et le cri de la forêt
Aus dem Französischen übersetzt von Ann Lecker 
Kinderbuch, Kinderroman
Hardcover, 128 Seiten
Loewe Verlag, 2024
Altersempfehlung: ab 8 Jahren










Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
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