Direkt zum Hauptbereich

Mr Brown hat einen schlimmen Tag von Alison Friend und Lou Peacock - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing


Mr Brown hat einen schlimmen Tag 


von Alison Friend  und Lou Peacock


Mr Brown ist ein SEHR WICHTIGER TIGER. Er arbeitet in einem wichtigen Büro und erledigt täglich wichtige Dinge. Überall, wo er hingeht, hat er seinen SEHR WICHTIGEN AKTENKOFFER dabei. Die Mittagspause verbringt er im Park. Und da stibitzt ihm ein kleiner Elefant seinen Koffer. Als er bemerkt, dass der Aktenkoffer verschwunden ist, sieht er ihn nur noch von Weitem und rennt hinterher. Doch ach! Der klemmt nun schon am Eiswagen – immer kommt Mr Brown zu spät – sieht den Koffer dann im Bus wegfahren. Ein kleiner Junge sieht ihn traurig am Straßenrand hocken und hilft dem Tiger bei der Suche. Na klar – am Ende hat Mr Brown seinen geliebten Koffer wiederbekommen und wir erfahren, welch wichtige Dinge sich darin befinden. Wirklich wichtige Dinge …




Das Bilderbuch ist spannend und lustig! Farbenprächtig in Mischtechnik gestaltet, begleitet der Leser Mr Brown auf seiner Jagd nach dem Aktenkoffer. Immer kommt er zu spät, sieht den das Ding nur noch in der Ferne, das gerade wieder den Besitzer gewechselt hat. Armer Tiger! Wir leiden mit ihm. Und am Ende wissen wir – es gibt wichtigere Dinge, als Geschäftsunterlagen – Herzensdinge. Die Story packt, eine emotionale Geschichte, die mit viel Humor geschrieben und gestaltet ist. Der Orell Füsli Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 4 Jahre. Hier gehe ich mit. Die Geschichte ist textreduziert, auf den Bildern gibt es eine Menge zu entdecken. Ein Buch, zum Mitfiebern und Reden – denn der Handlungsverlauf erschließt sich aus den Bildern. Empfehlung! Leider gibt es auf der Verlagsseite keine Angaben zu Autor und Grafikerin, die Übersetzerin wird schlicht vergessen.



Alison Friend hat es geliebt zu malen und zu zeichnen, solange sie sich erinnern kann. Tiere waren immer ein Lieblingsfach, und als Kind kopierte sie sie obsessiv aus Wildtierbüchern und Enzyklopädien. Sie studierte Bildende Kunst an der Nottingham Trent University und arbeitete nach ihrem Abschluss die nächsten drei Jahre als Steinmetzlehrling hoch oben in Nottinghams historischen Gebäuden. Nachdem sie ein paar Jahre lang Stein weggeschlagen hatte, lernte sie ihren Ehemann kennen und sie zogen nach Amerika, wo sie anfing, lustige Tierbilder für Two Bad Mice Publishers zu malen, um daraus Grußkarten zu machen. Dann wurde ihr klar, dass sie Bücher für Kinder illustrieren sollte. Alison lebt jetzt mit ihrem Ehemann Mike, ihrem Sohn Cal und Border Collie Blue im wunderschönen Lake District. In ihrer Freizeit geht sie gerne Blue in den Fjällen spazieren, schwimmt in den Seen (wenn es warm ist!) Und schläft bei wirklich guten Filmen ein!


Lou Peacock hat einen der schönsten Jobs der Welt: Sie ist Cheflektorin für Bilderbücher beim Londonder Kinderbuchverlag Nosy Crow. Sie studierte englische Literatur an der Universität Oxford und verfügt inzwischen über fast zwanzig Jahre Erfahrung im Bereich Kinder- und Jugendliteratur. Immer wieder schlüpft sie in die Autorenrolle und geht ihrer größten Leidenschaft nach: Dem Schreiben von Bilderbüchern.


Alison Friend, Lou Peacock 
Mr Brown hat einen schlimmen Tag  
Originaltitel: Mr Brown’s Bad Day
Aus dem Englischen übersetzt von Maria Sievi
Bilderbuch
Gebunden, 23.5 x 29.0 cm, 24 Seiten
Orell Füsli Verlag, 2020
Lesealter ab 4 Jahre


Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
Kinder- und Jugendliteratur


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

  Offene Antworten auf deine Fragen zu Liebe, Lust und Pubertät Ein Aufklärungsbuch, das locker Fragen beantwortet und kurze Erfahrungsberichte von jungen Menschen einstreut, das alles mit knalligen Illustrationen unterlegt. Du bist, wie du bist, und du bist, wie du bist okay. Das Jugendbuch erklärt, stellt Fragen. Die Lust im Kopf, genießen mit allen Sinnen; was verändert sich am Körper in der Pubertät?, die Vagina, die Monatsblutung, der Penis, Solosex, LGBTQIA, verliebt sein, wo beginnt Sex?, Einvernehmlichkeit, wie geht Sex?, Verhütung, Krankheiten, Sextoys – das Buch spart nichts aus. Informieren, anstatt tabuisieren! Locker und sensibel werden alle Themenfelder sachlich vorgestellt. Prima Antwort auf offene Fragen; ab 11 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada

Am 08.11.2019 war ich zu einer Mischung aus Lesung und Definition des Begriffs Kriminalliteratur in St. Gallen in der Wyborada zu Gast, im Literaturhaus & Bibliothek in St. Gallen in der Frauenbibliothek und Fonothek Wyborada. Else Laudan sprach zum Thema Kriminalliteratur, erzählte ihren Weg mit ihrem freien Verlag Ariadne, ein Verlag, der ausschließlich literarische Kriminalliteratur von Frauen veröffentlicht. Weiter zum Artikel:    Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada 

Rezension - Balaclava von Campbell Jefferys

  Mara, eine Polizistin aus Berlin ist jeden Tag mit Gewalt konfrontiert. Die meisten ihrer Kollegen sind diszipliniert, korrekt. Aber es gibt auch gewaltbereite Typen mit rechten Sprüchen, die sich feindlich gegenüber Ausländern und Frauen verhalten. Mara stammt allerdings aus Hamburg und so liegt es nahe, dass man sie undercover nach Hamburg sendet, damit sie sich unter die linken Gruppen mischt, herauszufinden, wer bei einer Demo den einen Polizisten ermordet hat. Mara hat das Video gesehen – der Polizist sackt zusammen, neben ihm ein junger Mann, dessen Gesicht mit einer Balaclava verdeckt ist. Mara hat ihn erkannt! Diese Augen gehören ihrem Bruder! Und der würde niemanden umbringen. Ein Thriller mit Potential, allerdings zu aufgeblasen, zu viele handwerkliche Fehler. Weiter zur Rezension:     Balaclava von Campbell Jefferys

Rezension - Lázár von Nelio Biedermann

  «Ein wirklich großer Schriftsteller betritt die Bühne, im Vollbesitz seiner Fähigkeiten.», so wird von ihm geschrieben. Nelio Biedermann schreibt mit 20 Jahren sein erstes Buch und das Manuskript geht in die Versteigerung – die Verlage überbieten sich, es wird in 20 Sprachen verkauft, man redet über ein sechsstelliges Vorschusshonorar – über den neuen Thomas Mann . Uff. Ich war gespannt. Mich konnte der Familienroman nicht überzeugen – leider. Weiter zur Rezension:    Lázár von Nelio Biedermann

Rezension - In ihrem Haus von Yael van den Wouden

  Seit dem Tod ihrer Mutter lebt Isabel allein in dem großen, von der Zeit gezeichneten Familienhaus auf dem Land, ihre beiden Brüder wohnen in der Stadt. Die Tage ziehen ruhig und geordnet dahin. Isabel lebt mit ihren Erinnerungen, ihren Möbeln und Haushaltsgegenständen, mit denen sie redet, die sie ständig durchzählt, in Angst, das Dienstmädchen könnte einen Löffel stehlen. Doch als ihr Bruder Louis seine Freundin Eva bei ihr einquartiert, geraten Isabels stille Routinen ins Wanken, und das Haus, das Stabilität gibt, wird zum Schauplatz unheimlicher Veränderungen, die bis zum Holocaust zurückgehen, zur Sharia . Ein wundervoll subtiler Roman, der zu Recht auf dem Internationalen Booker-Preis stand. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   In ihrem Haus von Yael van den Wouden

Rezension - Wo ist Walter? Ab ins Wasser von Martin Handford

  Knobelalarm für clevere Kids Wo ist Walter? Die kultigen Wimmelbuch-Bücher kennt wahrscheinlich jeder. Mit Walter auf hoher See! Ein Mitmachbuch für Kinder ab 8 Jahren mit vielen Rätseln, Suchbildern und Stickern. Klar, auch hier muss man Walter suchen , doch dies hier ist ein kunterbuntes Beschäftigungsbuch für unterwegs, am Strand oder für die Ferien mit Rätseln, Malen, Suchen: Mit Walter gibt es keine Langeweile, und dazu  gibt es mehr als 100 knallbunte Stickern für noch mehr Rätselspaß. Weiter zur Rezension:     Wo ist Walter? Ab ins Wasser von Martin Handford 

Rezension - Motte und die Metallfischer von Sanne Rooseboom und Sophie Pluim

  Der Sommer, in dem Motte ein U-Boot fand, fing ziemlich normal an. Langweilig sogar. Doch auf einmal liegt das Schicksal der ganzen Stadt in ihren Händen. Es sind Ferien, aber Mottes Mutter muss arbeiten, einen Urlaub könnten sie sich nicht leisten. Sie ist als Personalcoach unterwegs: Mode, Schminke, Sport, Gesundheit, Ernährung. Und genau das interessiert Motte so gar nicht. Am Kai zeigt ihr Lukas das Metallfischen – ein perfektes Hobby für Motte, die neben schwarzer Kleidung das Unperfekte an Dingen liebt. Sie kauft sich einen Magneten zum Metallangeln. Vielleicht kann man sich etwas verdienen, wenn man Altmetall zur Altmetallhändlerin bringt; sie sammelt ihre ersten Schätze, die die Mutter eklig findet. Plötzlich hängt etwas ganz Großes an der Angel! Spannender Kinderroman ab 9/10 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Motte und die Metallfischer von Sanne Rooseboom und Sophie Pluim

Rezension - Cascadia von Julia Phillips

  Gesprochen von Pegah Ferydoni Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer 7 Std. und 38 Min. Auf einer Insel vor der Küste des Bundesstaates Washington im äußersten Nordwesten der USA lebt Sam mit ihrer Schwester Elena und der schwerkranken Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Sam arbeitet auf der Fähre, die die wohlhabenden Urlauber zu ihren Feriendomizilen bringt, während Elena im Golfclub kellnert. Das meiste Geld geht für die medizinische Versorgung der Mutter drauf. Sie beide träumen von einem besseren Leben, davon, woanders neu anzufangen. Dann, eines Morgens erblickt Sam einen Braunbären direkt vor ihrer Haustür. Zwei Schwestern, die immer zusammengehalten haben, driften völlig auseinander. Die eine bleibt in den Kinderträumen verwachsen, die andere stellt sich der Realität. Weiter zur Rezension:   Cascadia von Julia Phillips 

Rezension - Was ihr wollt von Alwina Calma, William Shakespeare, Sarah Raffelt

  Shakespeare, ein Meister der Dramatik . Neu interpretiert als Graphic-Novel-Adaption des gleichnamigen Theaterstücks , das mit viel Liebe, unerwiderter Liebe und Verwechslungen irgendwo an der Küste von Illyrien einhergeht – eben typisch Shakespeare. Viola sucht nach einem Schiffbruch ihren Zwillingsbruder. Sie lässt sich von Herzog Orsino als Pagen einstellen, schneidet sich aber vorher die Haare ab, nennt sich Cesario, – und verliebt sich in ihn. Der allerdings ist in die Gräfin Olivia verliebt … Shakespeare als Comic auf die Romance sprachlich reduziert, einfache Grafiken. Graphic Novel ab 12/13 Jahren. Weiter zur Rezension :    Was ihr wollt von Alwina Calma, William Shakespeare, Sarah Raffelt

Rezension - Der Mini-Musketier von Joann Sfar

  Ein bisschen Rabelais , ein bisschen Lewis Carroll , ein Hauch von Cyrano de Bergerac als Robinson Crusoe im Stil von den Abenteuern des Barons Münchhausen ist in dieser Graphic Novel vorhanden. Ein stattlicher Musketier, der ein Schlankheitsmittel einnimmt, ist plötzlich auf die Größe eines Däumlings geschrumpft und findet sich an einem Ort wieder, an dem alles winzig klein ist. Ein Comic voller Abenteuer – eine Trilogie der Comic-Serie als Gesamtausgabe über den Minuscule Mousquetaire , ein sehr umfangreiches Buch, humorvolle, frivole Geschichten aus Frankreich als Comic verarbeitet. Weiter zur Rezension:   Der Mini-Musketier von Joann Sfar