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Die Farbe der Rache
 von Cornelia Funke - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Die Farbe der Rache
 


von Cornelia Funke

Tintenwelt 4


Ich, Orpheus Gemelli, stamme nicht aus der Tintenwelt. Aber ich habe Großes in ihr geleistet, auch wenn meine Feinde alles tun, damit meine Verdienste in Vergessenheit geraten. Verflucht sollen sie sein, sie und ihre Lügen!


Fünf Jahre sind seit den Geschehnissen in «Tintentod» vergangen. Fünf glückliche Jahre. Alle halten,  Orpheus für tot. Doch der lebt gut versteckt im Norden, hatte es Staubfinger nie verziehen, dass er sich gegen ihn gestellt hatte und sich auf die Seite der «Zauberzungen» Mortimer und Meggie gestellt hatte, die die Gabe haben, vorgelesene Worte wahr werden zulassen. Getrieben von seinem Hass sinnt Orpheus auf Rache an Staubfinger, dem Feuertänzer. Hat er doch sein magisches Talent verloren, ist bedeutungslos geworden und besitzt kein Geld mehr, so suhlt er sich in seinen Racheplänen. Die Schattenleserin Rabbia wird seine Verbündete sein, «durch Zauberei, die nach Nesselsaft und Blut schmeckte, schmutzig und finster». Und sie überreicht Orpheus die Feder zur Macht.


‹Lass mich raten›, schnurrte sie. ‹Reichtum und Macht, stimmt’s? Deshalb kommst du diesmal. Es würde dir gefallen, wenn die guten Bürger von Grunico etwas mehr Angst vor dir hätten. Denn dann kann dich ihre Angst vergessen lassen, wie sehr du dich selbst fürchtest.


Alle die er liebt, verschwinden

Ganz plötzlich verschwinden Staubfingers Frau, seine Tochter Brianna, Roxane, Meggie, Mortimer und Farid, den Staubfinger liebt, wie einen Sohn. Der Glasmann Eisenglanz wird gesichtet, gesendet von Orpheus. Staubfinger ahnt, dass sein Feind hinter allem steckt. Ihm bleibt keine Wahl, er muss herausfinden, durch welche Zauberei seine Freunde verschwinden und ob sie zu retten sind. Staubfinger zieht aus, die Antwort zu finden.


Er verblasste wie Roxane, während Staubfinger auf ihn zurannte, und verschwand, bevor er ihn erreichte - als hätten Mortimer oder Meggie ihn zurück in seine Geschichte gelesen. Aber die waren ebenfalls fort, genau wie Darius, der die Tür zwischen den Worten mit seiner sanften Stimme öffnen konnte. Es gab keine Zauberzunge mehr in seiner Welt. Außer Orpheus.


Nach «Tintenherz» (erschienen vor 20 Jahren), «Tintenblut» und «Tintentod» erstirbt die Tinte in Grau. Cornelia Funke nimmt alte Fäden wieder auf, lässt Figuren wieder auferstehen, andere kommen neu hinzu – ein Anschluss an die alte Geschichte, die aber völlig neu konstruiert ist. Auch der Schwarze Prinz sollte verschwinden, doch das ist Orpheus nicht gelungen; so steht dieser nun Staubfinger zur Seite. Kunst ist mächtig. Sind Bilder mächtiger als Worte? Farbe und Gesang kommen ins Spiel. Lilia, eine neue Figur, die eins ist mit der Natur und Jehan; zwei junge Menschen, die für eine bessere Welt kämpfen. Rache, Hass, Verrat, gepaart mit Machtgier und Geltungssucht gegen bedingungslose Freundschaft und Liebe. Grau gegen tönende Farbe. Atmosphärisch und fantasiereich, gekonnt an die Trilogie angeschlossen mit vielschichtigen Charakteren, neuen tragenden Figuren, wendungsreich – was will man mehr! Wer die Tintenwelt liebgewonnen hat, wird auch diesen Band verschlingen. Wer sie noch nicht kennt, dem empfehle ich, mit dem ersten Band der Fantasy -Saga zu beginnen – denn diese Serie ist insgesamt sehr empfehlenswert. Der Dressler
 Verlag empfiehlt das Jugendbuch ab 14 Jahren – aber klar, eindeutig Allage. 


Cornelia Funke wurde 1958 in Dorsten geboren und ist international erfolgreich als Kinder- und Jugendbuchautorin. Sie hat schon über 60 Bücher geschrieben, die in mehr als 50 Sprachen übersetzt wurden. 2003 erschien mit Tintenherz der erste Band der Tintenwelt-Reihe, der in Hollywood verfilmt wurde.



Cornelia Funke
Die Farbe der  Rache

Tintenwelt 4.
Fantasy, Jugendbuch,
Hardcover, 352 Seiten
 
Dressler
 Verlag, 2023
Altersempfehlung: ab 14 Jahren – Allage






Fantasy, Fantastic, Dystopien

Hier bin ich leider in letzter Zeit etwas ratlos. In dieser Rubrik wird wenig auftauchen. Leider habe ich das Gefühl, dass hier keine neuen Ideen kommen. Ich mag nicht immer wieder das gleiche Buch in Abwandlung lesen ... Aber auch hier lasse ich mich gern überraschen. Meist findet man unter den Dystopien doch mal was Neues.
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Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
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