Direkt zum Hauptbereich

Das Grab in den Highlands von Douglas Skelton - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Das Grab in den Highlands 


von Douglas Skelton

Ein Fall für Rebecca Connolly


Orte, an denen der Schleier zwischen dieser und der nächsten Welt fragil, beinahe durchsichtig ist, wo die Vergangenheit Schulter an Schulter mit der Gegenwart lebt. Durchscheinende Orte, an denen einige von uns mehr spüren, als man sehen, berühren oder schmecken kann.


Auf dem historischen Schlachtfeld von Culloden wird eine Leiche gefunden. Zur selben Zeit befindet sich ein Stadtteil im nahegelegenen Inverness in Aufruhr: Die Bewohner protestieren gegen den Zuzug eines Sexualstraftäters in ihr Quartier. An vorderster Front stehen die Burkes, eine Familie mit zweifelhaftem Ruf, unterstützt durch Rechtspopulisten. Die Journalistin Rebecca Connolly findet sich mit ihren Recherchen inmitten der Geschehnisse wieder. Das ist der zweite Band um die Pressefrau, es sind eigenständige Fälle, die unabhängig voneinander gelesen werden können. Ein Dritter folgt. Mein Rat allerdings – Rebecca macht eine Entwicklungsgeschichte durch – die Reihe ist feinste Kriminalliteratur, es lohnt sich, alle zu lesen, daher mit dem ersten Band zu beginnen!


Die Schlacht von Cullodon, oder genauer gesagt von Drummossi Moor, wurde am sechzehnten April 1746 geschlagen und war die letzte offene Schlacht des Jakobitenaufstands von 1745.  ... Die Schlacht dauerte kaum eine Stunde, und am Ende waren anderthalbtausend Clanangehörige tot, jedoch nur hundert Regierungssoldaten.


Gerüchte über Gerüchte

Rebecca berichtet für den «Cronical», der eine neue Leitungsstruktur eingeführt hat. Der Chefredakteur wurde durch einen Projektmanager ersetzt und man hält die Journalisten an der kurzen Leine. Im Feld zu recherchieren sei nicht zeitgemäß, man könne alles per Telefon abfragen. Das passt der Journalisten überhaupt nicht, die sich gern vor Ort informiert, recherchiert und Interviews Auge in Auge liebt, die Stimmung einfängt. Und natürlich hält sie sich nicht an die Anweisung. Wer ist der Tote auf dem Battelfield? Die Polizei tappt im Dunkeln. Soll wirklich ein Sexualtäter im Stadtteil der armen Bevölkerung untergebracht werden, und wer ist es? Gerüchte über Gerüchte. Rebecca geht dem auf die Spur und erhält wichtige Hinweise zu dem Toten und zu der rechten Bewegung. DCI Val Roach muss die Identität des Toten klären, Rebecca hat Hinweise auf eine Filmfirma erhalten, denen Kostüme abhandengekommen sind, und sie hat einen Namen. Stimmt es, dass der Tote in der Kluft eines Highlanders gekleidet war und von einem Schwert durchbohrt wurde? Vorsichtig nähern sich die Polizistin und die Journalistin an, um einen Deal zu schließen: Informationsaustausch. 


Stück für Stück setzen sich die Puzzleteile zusammen


‹Ihre Arbeit ist hier, es sei denn, ich weise Sie an, woanders hinzugehen.›

‹Woanders ist aber das, worüber wir hier berichten sollen.›

‹Da hat jemand was erfunden, Rebecca, vielleicht haben Sie schon davon gehört. Es heißt Telefon ... Es besteht keine Notwendigkeit, überall in Inverness herumzustromern.›


Die rechte Gruppierung Spirit of the Gael oder Spoiraid genannt, heizt die Stimmung in der Bevölkerung auf, um sich aktiv gegen die Unterbringung eines Sexualstraftäters zu wehren. Der Mob schäumt, man wird sich mit aller Kraft dagegenstemmen. Nolan Burke gefällt nicht, wie seine Mutter und sein Bruder sich als Rädelsführer in die erste Reihe stellen, denn die Burks sollten sich als Kriminelle bedeckt halten. Und überhaupt hat er dieses kaputte Leben satt. Rebecca hat ihm das Herz gebrochen. Wäre sie die Möglichkeit, aus allem auszusteigen? Die Journalistin findet Nolan zwar oberflächlich sympathisch, attraktiv, aber eine Beziehung mit einem Kriminellen ist für sie undenkbar. Sie hält ihn weit auf Distanz, nutzt lediglich seine Kontakte, um an Informationen zu gelangen. Es gibt eine Reihe von Handlungssträngen und Perspektiven, untersetzt mit ein bisschen schottischer Geschichte. Unter anderen in kursiv geschrieben die Gedanken eines namenlosen Opfers von sexuellen Übergriffen innerhalb der Familie. Stück für Stück setzen sich die Puzzleteile zusammen und der Lesende wird immer wieder aufs Glatteis geführt. Ein spannender Krimi mit einem überraschenden Ende. Mit diesem Noir übertrifft Douglas Skelton den feinen Vorgänger, «Die Toten von Thunder Bay». Chapeau!


Hervorragender Tartan-Noir!

Douglas Skelton gibt einen empathischen Einblick in den menschlichen Charakter, in das, was uns quält, dem wir entkommen wollen, und wer wir sein wollen. Ein tiefgründiger, düsterer Krimi, gespickt mit schwarzem Humor und realen Charakteren. Selbst die Nebenfiguren sind treffsicher aufgestellt, von der selbstsüchtigen Rechtfertigung des Pädophilen, einer bissigen Polizistin, bis hin zur Scheinheiligkeit eines Politikers, der Rassismus zur Volksverhetzung nutzt, bis hin zu krimineller Paranoia und Gewaltaufruf. Eine Journalistin, deren ureigenste Arbeit gedeckelt wird, die sich aber nicht an die Leine legen lässt, mit allen Konsequenzen. Spannend, und wendungsreich werden die vielen Stränge zu einem großen Finale zusammengeführt. Hervorragender Tartan-Noir!


Douglas Skelton wurde in Glasgow geboren. Nach mehreren Büchern über wahre Verbrechen widmet er sich heute Kriminalromanen. Der erste Band der Rebecca-Connolly-Reihe, «Die Toten von Thunder Bay»(2021), stand auf der Longlist für den McIlvanney-Preis als bester Kriminalroman des Jahres, mit «Das Unrecht von Inverness» ist der Autor erneut nominiert. Douglas Skelton lebt im Südwesten Schottlands.



Douglas Skelton 
Das Grab in den Highlands
Originaltitel: The Blood is Still, 2020 
Ein Fall für Rebecca Connolly
Übersetzt aus dem Englischen von Ulrike Seeberger
Krimi, Kriminalliteratur, Schottland, Inverness, Battelfield of Culloden, Whodunnit, Englische Literatur, Tartan-Noir
Taschenbuch, 432 Seiten
Dumont Verlag, 2022



Die Toten von Thunder Bay von Douglas Skelton

Für diesen Krimi, der als erster Teil einer Serie geplant ist, entwirft Douglas Skelton die fiktive schottische Insel Stoirm, einen Ort mit turbulentem Wetter und dunklen Geheimnissen, und stellt die junge Journalistin Rebecca Connolly in den Mittelpunkt des Romans. Sie bekommt den Tipp, dass ein gewisser Roddie Drummond zur Beerdigung seiner Mutter auf die Insel zurückkehren wird. Er wurde vor 15 Jahren angeklagt, seine Freundin Mhairi Sinclair bestialisch ermordet zu haben. Doch mangels Beweisen wurde er freigesprochen. Es könnte auf der Insel ein wenig rundgehen ... Ein wildes Schottland mit zerklüfteten Felsen in der Brandung, Naturspektakel, bewohnt von einer eigenwilligen Sorte Mensch auf den Inseln, authentisch transportiert mit einer glaubhaften Geschichte, die all das zusammenbringt. Empfehlung!

Weiter zur Rezension: Die Toten von Thunder Bay von Douglas Skelton





Krimis und Thriller

Ich liebe Krimis und Thriller. Natürlich. Spannend, realistisch, gesellschaftskritisch oder literarisch, einfach gut … so stelle ich mir einen Krimi vor. Was ihr nicht oder nur geringfügig bei mir findet: einfach gestrickte Krimis und blutrünstige Augenpuler.
Krinis und Thriller

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Young Agents: Operation «Boss» von Andreas Schlüter

Offiziell gibt es sie gar nicht. Jeder Insider würde ihre Existenz leugnen. Und doch leben sie unter uns: Die Young Agents, europäische, jugendliche Geheimagenten, ausgebildet an einer EU-Agentenschule, fast unsichtbar, denn wer achtet schon auf Kinder? Sie sind im Alter zwischen 11 und 14 Jahren, leben bei ihren Familien und gehen ganz normal zur Schule. Der zwölfjährige Billy, ein Agent aus Deutschland, ist der Icherzähler dieser Geschichte. Gleich am Anfang erklärt er, man soll sich das nicht so vorstellen wie bei 007, James Bond, denn wir befinden uns ja in der Realität. Aber genau das ist es letztendlich! Ein Plotaufbau nach James Bond, eine Heldenreise in drei Akten, beginnend mit einem nervenzerreißenden Intro, in dem der Agent hoher Gefahr ausgesetzt wird – sehr spannend geschrieben  – und mit Action pur geht es weiter, Seite für Seite. Ein Pagemaker zum Entspannen für Jugendliche ab 11 Jahren. Mir fehlte ein wenig Ruhe und Atmosphäre. Wer auf American-Hero-Storys steht...

Rezension - Königin der Nacht – Ein kurzes Buch über meine Mutter von Lukas Bärfuss

Nach «Vaters  Kiste» hat Lukas Bärfuss nun in einem autobiografischen Essay mit dem Leben seiner Mutter abgerechnet. «Eine Mutter ist, was man nicht loswird. Auch nicht mit dem Tod.» 1971 in Thun geboren, die Mutter wohnt eher allein mit ihrem Sohn, bzw. mit vielen Männern. Lukas Bärfuss wächst im Rotlichtmilleu auf; seine Mutter war eine Frau ohne Bildung, die von ihrem Freiheitsverlangen getrieben wurde, in das der Sohn nicht hineinpasste. Tagsüber reinigte sie in einem Autohaus die Wagen, die aus der Reparatur kamen, am Abend stand sie an einer Rotlicht-Bar. Als sie älter war, arbeitete sie als Putzfrau und in einer Wäscherei. Der Junge war nie gewollt, so wurde er auch behandelt – als Rabenmutter titulierte sie sich sogar selbst. Eine Mutter, die ihn hat sitzen lassen in seiner Kindheit und ein System, das dieses Kind hängenließ. Ein wundervolles Buch, schnörkellos geschrieben, das sehr zu Herzen geht. Weiter zur Rezension:    Königin der Nacht – Ein kurzes Buch ...

Rezension - Die Kathedrale der Vögel von Wieland Freund

  Er hat das Haar eines Raben und die Augen eines Uhus: Munk. Und in seinen Träumen sieht er die Toten. Munk lebt mit seiner Schwester Enna auf der kleinen Insel Nyt. Eines Tages holen ihn die Schergen des tyrannischen Greifen von Amser ab, bringen ihn auf die Burg, wo er als Falkner arbeiten muss. Die Greifenkriegerin Magwit ist sehr interessiert an dem Jungen. Munk besitzt besondere Fähigkeiten, er ist einer der wenigen, die die Vogel- und Menschenwelt vereinigt. Während seine Schwester sich trotz Warnung von Magwit auf die Suche nach ihm macht, entdeckt Munk tief im Burgberg ein grauenvolles Geheimnis ... Weiter zur Rezension:    Die Kathedrale der Vögel von Wieland Freund

Rezension - Generation Glücklich: Dein Handbuch für mehr Spaß und Freiheit in einer Welt voller Bildschirme von Jonathan Haidt und Catherine Price

Stell dir vor, du wächst auf in einer Welt voller Smartphones , Likes und endlosem Scrollen, als wäre das Handy an der Hand festgewachsen. Das Handy ist das Erste, was du morgens, und das Letzte, was du abends anschaust – ganz schön viel für ein Kind, oder? «Generation Glücklich» richtet sich an Kinder zwischen 9 und 12 Jahren, die genau in dieser Welt ihren eigenen Platz finden wollen – ohne sich dabei virtuell selbst zu verlieren. Medienkompetenz , Selbstsicherheit, Selbstständigkeit im Umgang mit Medien – Fallstricke kennenlernen, Mechanismen auf Social Media verstehen an Hand von Comics und Übungen. Zu verstehen, wie Social Media funktioniert und wie sie das Gehirn verändert . Empfehlung!  Weiter zur Rezension:     Generation Glücklich: Dein Handbuch für mehr Spaß und Freiheit in einer Welt voller Bildschirme von Jonathan Haidt und Catherine Price

Rezension - Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

  Offene Antworten auf deine Fragen zu Liebe, Lust und Pubertät Ein Aufklärungsbuch, das locker Fragen beantwortet und kurze Erfahrungsberichte von jungen Menschen einstreut, das alles mit knalligen Illustrationen unterlegt. Du bist, wie du bist, und du bist, wie du bist okay. Das Jugendbuch erklärt, stellt Fragen. Die Lust im Kopf, genießen mit allen Sinnen; was verändert sich am Körper in der Pubertät?, die Vagina, die Monatsblutung, der Penis, Solosex, LGBTQIA, verliebt sein, wo beginnt Sex?, Einvernehmlichkeit, wie geht Sex?, Verhütung, Krankheiten, Sextoys – das Buch spart nichts aus. Informieren, anstatt tabuisieren! Locker und sensibel werden alle Themenfelder sachlich vorgestellt. Prima Antwort auf offene Fragen; ab 11 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

Rezension - Doppeltes Spiel von K.L. Slater

  Ein luxuriöser Wolkenkratzer mit dem Namen Orbit, in dem die Reichsten der Reichen zusammenkommen: hier arbeitet die attraktive Alicia als Kellnerin. Als der charismatische Eigentümer des Orbit ihr das Angebot macht seine Freundin zu spielen und dafür ein großzügiges Gehalt zu erhalten, in seinem riesigen Apartment im Orbit zu wohnen, nimmt sie an. Immerhin ist es nur ein Spiel, denn er braucht eine Begleitung, will sich vor den vielen Frauen schützen … bis das Spiel plötzlich mehr zu sein scheint. Langweilig, uninteressant, voller Klischees, sprachlich kraftlos – mehr muss ich nicht sagen.  Weiter zur Rezension:   Doppeltes Spiel von K.L. Slater 

Rezension - Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler

  Mischa und Nits sind beste Freunde. Mischa liebt die Poems von Nits. Und der bewundert Mischa, weil er schlau ist und ein wandelndes Lexikon über Tiere zu sein scheint. Lügen geht gar nicht, so Nits Überzeugung. Darum fragt er sich, warum Mischa dem Lehrer weismachen will, er hätte eine Chlorallergie, als der Schwimmunterricht beginnt – Nits erzählt er, die Badehose sei von Mäusen angefressen worden. Überhaupt scheint Mischa in Schwierigkeiten zu stecken – doch wohl eher sein Vater ... Nits betritt in dieser Familie plötzlich eine völlig andere Welt – die der Armut. Aber das ist ein Unterthema – Mischas Vater ist untergetaucht; Mischa und Nits werden ihn nicht im Stich lassen – aber das könnte gefährlich werden ... Spannung, Humor und ein wenig Tragik machen das Buch zu einem Leseerlebnis. Meine Empfehlung ab 11 Jahren für diesen exzellenten Kinderroman.  Weiter zur Rezension:    Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler 

Rezension - Die Känguru-Rebellion von Marc-Uwe Kling

  Gesprochen von Marc-Uwe Kling Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer, 6 Std. und 27 Min. Die Känguru-Werke, Band 5  Neues vom Känguru! Der Kinderbuchautor (Kleinkünstler Richtung Comedy im Zweitberuf ;-) ), Marc-Uwe Kling und das Känguru rebellieren: bissig, politisch und brandaktuell. Scharfzüngiger Humor, pointierte Gesellschaftskritik und jede Menge Lacher mit dem Aufruf zur Rebellion. Scharf auf die aktuelle Politik geschaut und analysiert – Comedy mit Niveau und mit Haltung. Empfehlung! Weiter zum Verlag:    Die Känguru-Rebellion von Marc-Uwe Kling 

Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada

Am 08.11.2019 war ich zu einer Mischung aus Lesung und Definition des Begriffs Kriminalliteratur in St. Gallen in der Wyborada zu Gast, im Literaturhaus & Bibliothek in St. Gallen in der Frauenbibliothek und Fonothek Wyborada. Else Laudan sprach zum Thema Kriminalliteratur, erzählte ihren Weg mit ihrem freien Verlag Ariadne, ein Verlag, der ausschließlich literarische Kriminalliteratur von Frauen veröffentlicht. Weiter zum Artikel:    Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada 

Rezension - Unser Schmerz ist unsere Kraft von Gamze Kubaşık, Semiya Simsek und Christine Werner

  Semiya ist vierzehn Jahre alt, Gamze zwanzig, als ihre Väter ermordet wurden. Unfassbar für beide Familien. Niemand kann sich vorstellen, was hier geschehen ist: Männer, die an ihrem Arbeitsplatz erschossen werden. Der eine ist Kioskbesitzer, der andere verkauft Blumen. Das Einzige, was sie eint: Sie sind türkischer Abstammung , Migranten . Die Familien werden noch in der Nacht stundenlang verhört. Ehefrauen dürfen nicht am Sterbebett sitzen, sie werden von der Polizei auseinandergenommen. Es ist die Rede von Mafia, Drogenhandel, Auftragsmorden ... Sie blieben nicht die einzigen Migranten, die erschossen wurden. Jahre später kommt heraus, sie wurden von der rechtsextremen Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund», NSU , willkürlich getötet, weil sie Migranten waren. Klasse Jugendsachbuch ab 14 Jahren / Allage über die NSU-Morde . Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Unser Schmerz ist unsere Kraft  von Gamze Kubaşık, Semiya Simsek und Christine Werner