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Andreas Giger - Vom Wesen und Sinn von Marken-Krimis


© Andreas Giger

Vom Wesen und Sinn von Marken-Krimis


von Andreas Giger



Wenn neben dem in jedem Krimi unvermeidlichen Personal, also Opfer und Täter, Verdächtige und Ermittelnde, eine zusätzliche Figur eine zentrale Rolle spielt, nämlich eine Marken-Persönlichkeit, dann handelt es sich um einen Marken-Krimi. Erfahren Sie hier mehr über ein ebenso originelles wie nachhaltig wirksames Instrument der Markenpflege.

Eine Leiche stellt die Weiche...

So lautet der Titel meiner Dokumentation über Marken-Krimis. Einen Krimi in der Marken-Kommunikation zu nutzen, ist sicher zunächst eine gewöhnungsbedürftige Idee. Deren Sinn allerdings in den letzten neun Jahren von beinahe dreißig Auftraggebern verstanden worden ist: Warum nicht eine spannende Geschichte nutzen, um Informationen rund um eine Marke zu transportieren?

Alles Käse, oder was?

Zu meinem sechzigsten Geburtstag wollte ich meinen Gästen etwas Bleibendes über die Gegend, in der ich lebe und damals auch gefeiert habe, mit nach Hause geben. So habe ich meinen ersten Krimi geschrieben. Da viele Gäste aus dem Ausland kamen, wo die meisten Appenzell primär mit Käse verbinden, habe ich die Geschichte rund um das Geheimrezept von Appenzeller Käse geschrieben. Ein Exemplar aus dem Privatdruck fand seinen Weg zur Marketingorganisation dieser Käsesorte und dort Anklang. Der Krimi wurde in einer grösseren Auflage gedruckt und als Kommunikationsmittel eingesetzt. Das war die Geburtsstunde meiner Marken-Krimis.


 

Breites Anwendungsfeld

Eine Grossgärtnerei. Ein Hersteller von pflanzlichen Heilmitteln. Ein Seniorenheim. Zwei Bergbahnen und eine Regionalbahn. Ein Hersteller von Leuchtkörpern. Ein renommiertes Hotel. Sie alle haben bei mir einen Marken-Krimi in Auftrag gegeben.
Doch auch eine Gemeinde oder eine Tourismusregion sind im erweiterten Sinne eine Marke. Etwa zehn Gemeinden haben dies erkannt und einen Lokal-Krimi bestellt.



Zwischen Facts und Fiction

Die Fakten rund um eine Marke oder Gemeinde müssen stimmen. Dazwischen und darum herum gibt es viel Raum für erfundene Geschichten. Dieses Spannungsfeld ist es, das mich reizt. Und eine fast schon diebische Freude habe ich, wenn Facts und Fiction von den Lesenden verwechselt werden...




Lerneffekte

Jede neue Marke, jede neue Gemeinde sind ein unbekannter Raum, den ich zunächst erforsche. Das weitet meinen Horizont ungemein.
Die Leserinnen und Leser meiner Marken-Krimis, also Mitarbeitende und Kunden eines Unternehmens oder die Einwohner einer Gemeinde, erfahren über ihre Marke oder ihr Dorf oft Dinge, die sie noch gar nicht gewusst haben. Dieser Lerneffekt ist Sinn der Sache.

Emotionale Bindung

Wenn in einer Geschichte Vertrautes vorkommt, kann man sich mit ihr besonders leicht identifizieren. Ein solcher Krimi stärkt also die emotionale Beziehung zur Marke oder Wohngemeinde.




Public Relations, nicht Werbung

Ein Marken-Krimi ist keine platte Werbung. Vielmehr ist die Darstellung der Marken-Persönlichkeit von einem liebevoll-kritischen Umgang mit ihr geprägt. Ehrlich währt auch hier am längsten...

Neue Wege

Meine Marken-Krimis sind in der Regel nicht im regulären Buchhandel erhältlich. Vielmehr werden sie vom Auftraggeber direkt an die angepeilten Kommunikationspartner verschenkt oder verkauft. Und ich bekomme für mein Schreiben ein fixes Honorar. Auch für einen Autor sind heutzutage neue Wege gefragt.

Der Spaßfaktor

Mir macht es nach wie vor viel Spaß, Marken-Krimis zu schreiben. Und, nach allem was ich höre, ist der Spaßfaktor auch auf Seiten meines Lesepublikums groß.


Aarburg

Dieser Artikel läuft unter der Rubrik: Krimi und Thriller, eigentlich ein kunterbuntes Genre

Weitere Artikel von anderen Autoren sind hier zu finden: Krimi und Thriller - ein kunterbuntes Genre

Andreas Giger, so sei hier von meiner Seite anzumerken, hält seinen Scheffel auf  Schweizer Art ganz weit unten. Er ist natürlich als Krimiautor  in der Schweiz bekannt - einer der "ganz normale"  Kriminalgeschichten schreibt.

Wie sieht ein Produkt des Markenkrimis am Ende aus? Denn die gibt es natürlich nicht im Handel zu kaufen. Hier ein Artikel aus dem Zofinger Tageblatt:

Ein Krimi über und für Aarburg

Dr. Andreas Giger, Jahrgang 1951, lebt und arbeitet als freier und unabhängiger Zukunfts-Philosoph, Autor und Photograph in Wald im schweizerischen Appenzellerland. Er studierte in Zürich Sozialwissenschaften und arbeitete, immer selbständig, in verschiedensten Feldern wie Sozialwissenschaften, Politik, Publizistik, Unternehmensberatung, Ghostwriting, Marketing und Zukunftsforschung.


Hier geht es zur Website von Andreas Giger  

Andreas Giger 







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