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100 Karten über China von Merle Schatz und Thorben Pelzer - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing




100 Karten über China 


von Merle Schatz und Thorben Pelzer


Das Chinabild, das wir haben, ist häufig von Stereotypen geprägt, sagen die Verfasser dieses Buchs – zu undifferenziert. Darum dieses unterhaltsame Sachbuch. Informatives, Witziges, Kritisches, 100 Fakten und Zahlen über China in Bildern. Chinesische Geschichte, die Kaiserdynastien, chinesische Orte unter ausländischer Verwaltung, chinesische Hauptstädte im Lauf der Geschichte, Chinas größter , die einzige Kaiserin, die Mauern. Es gibt nämlich mehrere Mauern: eben DIE Mauer, eine Grüne, eine Sandmauer und die Firewall. Wie heißt China eigentlich auf Chinesisch? Das komplizierteste Schriftzeichen ist das Wort Essen! Und wie setzt sich das zusammen? Schriftzeichen – wie viel muss man lernen und wie sehen die vereinfachten Zeichen aus? Warum kann man sie schwerlich in lateinischen Buchstaben umwandeln? Welche Sprachen spricht man und welche Schriftsysteme verwendet man? Wo auf der Welt gibt es einen Ort, der China heißt und in welcher Stadt gibt es ein Stadtteil namens Chinatown?






Wir nennen China «das Land der Tugend», und wie bezeichnen es andere Länder auf der Welt? Drei Glaubensrichtungen des Buddhismus. In China kippt viel eher ein Sack Mais als einer mit Reis um! Warum leben die meisten Mongol:innen in China und nicht in der Mongolei? Und warum hat China genau genommen zwei Präsident:innen, aber nur einer von ihnen wird nach Berlin eingeladen? Wie viel Zement wird jährlich auf der Welt verbraucht, bzw. in China? Wie viel Schweinefleisch wird weltweit im Vergleich produziert? Und wie viele Millionen Bäume werden jährlich für Essstäbchen abgeholzt? Häfen, die China heute mitfinanziert, Verschuldung gegenüber China, Umerziehungslager in Xinjiang, Emojis und Worte, die in China verboten sind, die Freiheitsrechte, eine Menge Informationen über das Land.




Achtung, Verwechslungsgefahr: Handzeichen für Zahlen in Deutschland, bzw. in China. Eine sehr differenzierte Pulsmessung, die erstaunen lässt! Ein Sachbuch zum Schmökern, jede Doppelseite behandelt ein Thema, ein kurzer einleitender Text wird durch eine bunte Graphik oder Illustration visuell erklärt. Ein Buch, das Spaß macht!



Thorben Pelzer, geboren bei Osnabrück, ist Sinologe und Japanologe. Er arbeitet am Forschungszentrum „Global Dynamics“ der Universität Leipzig. Studiert hat er in Bochum, Osaka, Shanghai und Taipeh. Besonders interessiert er sich für chinesische Sozial- und Kulturgeschichte, Technologie und Infrastruktur, sowie digitale Forschungsmethoden.

Merle Schatz, geboren in Schaumburg-Lippe, studierte Sinologie, Mongolistik und Japanologie in Göttingen, Shanghai und Changchun (Volksrepublik China), arbeitete am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle (Saale) und lehrte und forschte im Fachbereich Sinologie der Universität Leipzig. Aktuell lebt und arbeitet sie in Göttingen und lehrt am Fachbereich Chinastudien in Köln.



Merle Schatz, Thorben Pelzer
100 Karten über China
Sachbuch, China, Fakten und Zahlen, Reiseliteratur
Hardcover, 208 Seiten, 20.7 x 25.4 cm
Katapult Verlag, 2022






Weitere Literatur zum Thema China

Chinesisches Roulette von Desmond Shum

Ich war etwas überrascht, nach dem Klappentext eine Autobiografie vorzufinden, die von Desmond Shum. Aber nichtsdestotrotz ist gerade dieses ein gutes Beispiel, um in die wirtschaftliche Entwicklung Chinas der letzten Jahre einen Einblick zu bekommen. Desmond Shum heiratete die erfolgreiche Geschäftsfrau Whitney Duan, die mit dem «politischen Adel» in bester Verbindung stand, «guangxi» mit Tante Zhang betrieb. Desmond Shum deckt dieses System der Korruption einer breiten Öffentlichkeit auf, damit wir es verstehen, und um uns zu warnen. Ein sehr interessantes erzählendes Sachbuch – eine aufschlussreiche Autobiografie. Empfehlung! Shum ist mit seinem Sohn nach Großbritannien gezogen. Seine Frau blieb in China – war eines Tages verschwunden.

Weiter zur Rezension:   Chinesisches Roulette von Desmond Shum


Wie ich das chinesische Lager überlebt habe von Gulbahar Haitiwaji und Rozenn Morgat

Seit Jahren lebt Gulbahar Haitiwaji mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Paris. Eines Tages erhält sie einen Anruf aus Xinjiang: Sie müsse dringend nach China kommen, um Dokumente für ihre Rente zu unterschreiben, das persönliche Erscheinen sei unumgänglich. Gulbahar Haitiwaji bucht eine zweiwöchige Reise und landet im Gefängnis. Sie ertrug Verhöre, Folter, Hunger und kafkaeske Zersetzungsmethoden, kehrt erst drei Jahre später zurück. Der Vorwurf: Man zeigte ihr ein Foto. Ihre Tochter sei eine Terroristin, da sie an einer uigurischen Versammlung in Paris teilgenommen hatte. Peking nennt die Gefängnisse «Ausbildungszentren». Eine unabhängige internationale Untersuchung der Lager ist nicht zugelassen. Völkermord, Genozid in China, das Auslöschen von Kulturen und Religionen, eine tägliche Verletzung der Menschenrechte.

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Die Kronzeugin von Alexandra Cavelius und Sayragul Sauytbay

Diese Biografie ist spannender als jeder Thriller – erschütternd, brutal und dieses Buch macht wütend. Das Buch entstand auf der Basis der vielen Interviews, die Sayragul Sauytbay gab. Es ist eins zu wissen, dass es diese Lager gibt, aber etwas anderes, zu lesen, was dort geschieht! Genozid an den Kasachen und Uiguren – Folter, Gehirnwäsche, Faschismus, ein umfassendes Überwachungssystem in Ostturkestan, sogenannte «Bildungszentren» in Xinjiang, in denen unzählige Menschen gefangen gehalten werden. Menschenrechte gelten einen Dreck. Doch das ist noch längst nicht alles. Was plant die chinesische Regierung wirklich?

Weiter zur Rezension:   Die Kronzeugin von Alexandra Cavelius und Sayragul Sauytbay


Sachbücher

Hier stelle ich Sachbücher vor, die im Prinzip nichts mit Fachliteratur zu tun haben. Eben Sachbücher jeder Art, die ein breites Publikum interessieren könnte.
Sachbücher

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