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Yrsa von Alexandra Bröhm - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing




Yrsa 


von Alexandra Bröhm

Journey of Fate (Yrsa. Eine Wikingerin 1) 


Yrsa ist eine junge Wikingerin, die sich nach dem Tod der alleinerziehenden Mutter seit vier Jahren allein um ihrem Bruder Sjalfi kümmert. Als sie eines Tages von der Jagd nach Hause kommt, ist Sjalfi verschwunden. Verzweifelt macht sie sich auf die Suche und den gefährlichen Weg nach Haithabu. Denn es heißt, es würden Kinder entführt und versklavt. Unterwegs lernt sie Krieger kennen. Ihr Traum war immer schon, eine Kämpferin zu werden. Der Krieger Avidh hat es ihr besonders angetan.


Wo soll Yrsa mit der Suche nach dem Bruder anfangen?

Yrsa hat es nicht leicht. Sie hatte mit dem Schmied Njáll ein Abkommen geschlossen: Sex gegen Nahrung und tägliche Dinge. Anders hatte sie sich und ihren Bruder nicht über Wasser halten können. Ihre Mutter war eine anerkannte Seherin gewesen und Sjalfi hat ihre Fähigkeiten geerbt. Yrsa will Kämpferin werden, aber Njáll möchte sie zur Zweitfrau nehmen. Und weil sie nicht will wie er, sperrt er sie ein. Doch Yrsa kann sich befreien und steckt ein hochwertiges Beil und ein Messer ein und haut ab. Allein als junge Frau hat sie es nicht leicht; immer wieder steht ihr der edle Krieger Avidh beiseite. Njáll schäumt vor Wut und ist ihr auf den Versen. Nur wo soll Yrsa mit der Suche nach dem Bruder anfangen?


Atmosphäre such man hier vergeblich

Viele Zufälle führen sie auf den richtigen Weg und ihr Beschützer ist zur Stelle, wenn es Yrsa an den Kragen geht. Und manchmal hat man das Gefühl, dass Yrsa wieder unüberlegt irgendwelche Dinge anstellt, um von Avidh gerettet zu werden. Von den Wikingern erfährt man nicht allzu viel. Yrsa ist ständig unterwegs von A nach B, nach C, zurück nach A und dreht sich im Kreis von ein paar Kilometern. Sie soll im Norden suchen, dort wo es kalt ist, rät ein Seher. Endlich der Aufbruch, denkt man sich als Lesender. Die Reise dauert nicht lange, bald geht es wieder zurück. Zu keiner Figur hatte ich Zugang, alle waren so oberflächlich, unüberlegt, gewollt zusammengeschrieben. Die Handlung passt auf einen Kinderfahrschein. Ich hatte damit gerechnet, dass hier über die Wikingerzeit berichtet wird – das ist im Prinzip auch so. Sie wohnen in Langhäusern. Aber wie sehen die aus? Yrsa durchsucht ein Schiff. Wie soll ich mir das vorstellen. Was ist das Besondere an den Äxten, Messern, Schwertern – sie werden geschmiedet. Ach ja. Gerade die Wikinger hatten besondere Techniken des Schmiedens. Bekleidung, die Häuser, der Schmuck … wie sieht ein Amulett aus? Alles das, was mich wirklich interessiert hätte, fehlt.


Genre Young Adult 

Die Geschichte ist einfach gestrickt, auch teilweise spannend geschrieben. Aber dies Gerenne von A nach B hätte man auf die Hälfte zusammenschreiben können. Was fehlte, war Atmosphäre, Beschreibungen, dafür gab es zu viele kurze Reisen und viel zu viele Liebesszenen. Kann man lesen, ganz nette Unterhaltung, aber wer einen Wikingerroman erwartet, wird enttäuscht. Das Setting ist an die Schleimündung gelegt. Aber auch darüber wird nicht berichtet, keine eindringlichen Naturbeschreibungen. Der Wald ist dicht. Woanders auch.  Ich würde den Roman ins Genre Young Adult einordnen. Literarisch keine Größe. Ich würde den Roman ins Genre Young Adult einordnen. Wer softe Literatur, einen Liebesroman zur Entspannung mag, liegt hier richtig. Warum der Untertitel in Englisch geschrieben ist, ist völlig unverständlich. Runen hätten Sinn gegeben.


Alexandra Bröhm ist Historikerin und arbeitet als Journalistin beim Tages-Anzeiger in Zürich. Zuvor übersetzte sie Bücher aus dem Englischen und hat ein Sachbuch zur Reproduktionsmedizin geschrieben. 2004 gewann sie den zweiten Preis beim Agatha-Christie-Krimiwettbewerb des Fischer.



Alexandra Bröhm 
Yrsa 
Journey of Fate (Yrsa. Eine Wikingerin 1) 
Liebesroman, Wikinger
Klappenbroschur, 592 Seiten 
Ullstein Verlag

Zeitgenössische Literatur

Hier verbirgt sich manche Perle der Literatur. Ich lese auch mal einen Bestseller, natürlich, aber mein Blick ruht  immer auf den kleinen Verlagen, auf den freien Verlagen. Sie trauen sich was - und diese Werke sind in der Regel besser als der Mainstream der meistgekauften Bücher …
Zeitgenössische Roman


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