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Rezension - Lot von Bryan Washington

 


Dreizehn Kurzgeschichten, die miteinander verwoben sind. Das Zentrum ist ein jugendlicher Erzähler, Nicolás. Seine afroamerikanische Mutter arbeitet hart, der erfolglose Latino-Vater zieht sich Stück für Stück aus der Familie heraus, bis er ganz verschwindet. Man nennt diese Häuser «Schrotflinten»-Wohnungen, von Termiten zerfressen, mit ständig verstopften Rohren, kaputten Fenstern. Die Geschichte des Jungen wird vernetzt mit Erzählungen über das Leben der Nachbarn.  Momentaufnahmen eines Stadtteils der Armen, Menschen die ums Überleben kämpfen. Empfehlung.

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Die wichtigsten Kinder- und Jugendpreise in 2022

  Jedes Jahr erscheinen ca. 8.000 Titel auf dem deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchmarkt. Wir würden gern alle Bücher lesen ...  Die Jugendbuchpreise helfen uns, die Perlen herauszufischen. Es gibt eine ganze Menge Jahrespreise, auch Monatspreise. Für mich sind dies die Wichtigsten! Fast alle sind nun in diesem Jahr vergeben. Hier nun ein Zwischenstand - wir warten auf die beiden Letzten ... Hier nun mein vorletztes Update: Deutscher Jugendliteraturpreis, IBBY Honour List, Hans-Christian-Andersen-Preis, Josef Guggenmos-Preis, Deutscher Kinderbuchpreis, James Krüss Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur, Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher, Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis, Buxtehuder Bulle, Kinder- und Jugendbuchpreis Österreich, Serafina-Preis, LUCHS-Preis für Kinder- und Jugendliteratur, Korbinian – Paul Maar-Preis  Weiter zur Seite:  Die wichtigsten Kinder- und Jugendpreise in 2022

Rezension - Der Würger von der Cater Street von Anne Perry

  Dies ist der erste Band von Anne Perrys Bestseller-Krimiserie (32 Bände) von 1979, ein historischer Krimi, der 1881 im viktorianischen England spielt. Gleich vorweg, vom Krimi habe ich nicht viel verspürt, das liegt in der Anlage der Perspektive. Die sitzt im Haus der Ellisons in der Cater Street. Zunächst erfahren wir einiges über die drei Schwestern einer hochgestellten Familie in London. Doch dann wird das behütete Leben von Sarah, Charlotte und Emily durch eine Serie von Frauenmorden in der Cater Street erschüttert. Inspector Thomas Pitt (Randfigur) kommt ins Haus der Ellisons, um die Bewohner zu befragen. Letztendlich eher ein Gesellschaftsroman als ein Kriminalroman. Die Geschehnisse dümpeln dahin, der Krimileser wird gähnend irgendwann das Buch beiseitelegen. Wer sich für die historische Zeit interessiert, Storys wie «Downton Abbey» liebt, dem wird der Roman gefallen. Weiter zur Rezension:   Der Würger von der Cater Street von Anne Perry

Rezension - Meine Île de Ré von Bernd Eilert

  Der Inselurlaub der Kindheit ist nicht in guter Erinnerung. Und doch hat Bernd Eilert ziemlich viele Inseln bereist, von denen er uns berichtet. Auf die Île de Ré hat ihn seine Frau geführt. Ihr Charme äußert sich für den Autor durch den Mangel an offensichtlichen Sehenswürdigkeiten und zur Show getragenem Schischi. Die einzigen Sixpacks, die auf der Insel zur Schau getragen würden, findet man hier auf gerunzelten Stirnen. Ein idealer Ort für Müßiggänger und Entdecker! Ein Plauderbuch über Gott und die Welt, voller Literaturzitate. Die Île de Ré ist eher ein kleines Nebenprodukt. Ein Buch fürs Dolcefarniente und Leser, die den Plauderer mit seinem subtilen Humor genießen. Weiter zur Rezension:    Meine Île de Ré von Bernd Eilert

Interview mit der Kinder- und Jugendbuchautorin Jutta Wilke von Sabine Ibing

© Jutta Wilke Die Schriftstellerin Jutta Wilke, geboren 1963, bezeichnet sich selbst als Wortakrobatin, Buchstabentänzerin, Geschichtengärtnerin und Reisende zwischen den Welten. Die Kinder- und Jugendbuchautorin stammt aus Hanau am Main, wollte ursprünglich einmal Zoodirektorin werden oder wenigstens einen heiraten. Doch dann begeisterten sie Bücher immer mehr als das liebe Vieh. Seitdem hat Jutta Wilke zahlreiche Erstlesebücher, Kinder- und Jugendbücher, sowie Young-adult-Romane veröffentlicht. Kinder- und Jugendkrimis, Spannungsliteratur, tiefgreifende Jugendromane, Erstlesebücher, ihr Portfolio ist vielfältig. Weiter zum Interview:    Interview mit der Kinder- und Jugendbuchautorin Jutta Wilke

Rezension - Nami und das Meer von Catherine Meurisse

  Eine junge französische Zeichnerin fährt nach Japan, um sich von neuen Landschaften und der Kultur inspirieren zu lassen. Sie hat in einer Künstlerresidenz ein Zimmer gebucht, ist beim Empfang sogleich begeistert vom Meeresblick. Die Enttäuschung folgt postwendend: Die Verwaltungszimmer haben Meeresblick, die Künstler schauen auf eine Felswand: «Der Architekt wollte das so. Damit Sie während ihres Aufenthalts nicht abgelenkt werden.» Eine Menge kultureller Fettnäpfchen warten darauf von der jungen Frau betreten zu werden. Und sie tritt breit hinein. Französische Kultur trifft auf japanische in einer wundervollen Graphic Novel. Das ist sehr amüsant. Künstlerisch stilvolle Grafiken runden den Comic ab. Ein Lesevergnügen. Der Carlsen Verlag empfiehlt ein Lesealter ab 12 Jahren, ich würde es eher ab 13/14 empfehlen – Allage, na klar! Weiter zur Rezension:    Nami und das Meer von Catherine Meurisse

Rezension - Hana von Alena Mornštajnová

  1954, der zugefrorene Fluss taut, und es ist Zeit für den wagemutigen Ritt auf einer Eisscholle. Trotz Verbot der Mutter versucht Mira, auf eine Scholle zu springen. Triefendnass erwartet sie zu Hause die Bestrafung. Glück im Unglück. Am nächsten Tag bricht eine Typhus-Epidemie in der mährischen Kleinstadt aus, Quarantänemaßnahmen werden eingeleitet. Miras gesamte Familie verstirbt, bis auf die verhuschte Tante Hana, die sie aufnimmt. Was ist dieser spindeldürren, scheuen Frau passiert, die dreimal so alt aussieht, als sie ist? Eine spannende Familiengeschichte, die mit Intrigen, Eifersucht, Liebe, Leid, Lüge, Enttäuschung und Verrat gespickt ist, voll gesellschaftlicher Ausgrenzung – Pogrome, Deportation nach Auschwitz. Ein Roman, der unter die Haut geht – Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Hana von Alena Mornštajnová

Rezension - Stumme Schreie von Petra Ivanov

  Ein spannender schweizer Krimi aus Zürich, bei dem Bruno Cavalli und Regina Flint erstmals nicht miteinander arbeiten. Cavalli kehrt nach langem Aufenthalt in den USA in die Schweiz zurück und tritt eine neue Stelle an: interne Ermittlung. Ein Job, den niemand gerne macht, gegen eigene Kollegen ermitteln zu müssen. Flint sucht nach einem vermissten Jungen und seiner Mutter – eine gewalttätige Familie, in der die «KESB» bereits eingeschaltet wurde. Das führt sie mit der Eurojust bis nach Den Haag. Wie immer: akribisch recherchiert. Ein Kriminalroman mit intelligentem Plot, spannend und strukturiert, wirklichkeitsnah, mit einem Flair von Zürich. Weiter zur Rezension:   Stumme Schreie von Petra Ivanov

Rezension - La Vita è Dolce von Letitia Clark

  Cantuccini, Cannoli & Cassata – die Welt der italienischen Süßspeisen Die süßesten Seiten Italiens, vorgestellt von Letitia Clark, die ihre Liebe für italienische Desserts, Torten und Gebäck zum Ausdruck bringt. Über 80 Rezepte, Spezialitäten verschiedener italienischer Regionen: fruchtig, nussig, schokoladig oder cremig, von Mandel-Pfirsich-Keksen über karamellisierten Zitrus-Tarte, klassische Cantuccini, Biscotti, Bomboloni in Zuckerkruste, Polenta-Kuchen mit Fenchelsamen, zu Gelati-Kreationen. Herrlich illustriert, gefüttert mit kulinarischem Hintergrundwissen, ein Kochbuch zur italienische Küche für Zuckerschnuten – Empfehlung! Weiter zur Rezension:    La Vita è Dolce von Letitia Clark

Rezension - Das Gutachten von Jennifer Daniel

  Im Juli 1977 ist Karl Martin als Assistent am rechtsmedizinischen Institut in Bonn beschäftigt. Er ist für die fotografische Ablichtung zur Dokumentation für die Kriminalpolizei zuständig. Nachkriegszeit – Martin ist ein aufrechter Bürger, konservativ, im Schlaf quälen ihn seine Kriegserlebnisse. An einem Sommertag wird für Karl die Welt zusammenbrechen ... Die missglückte Plakataktion einer linken Gruppierung beim Kanzlersommerfest, drei Autos auf einer Landstraße, wobei die Insassen von zwei Autos stark alkoholisiert sind, endet in einer Katastrophe. Die spießige Atmosphäre der Bonner Gesellschaft und ihre Bigotterie ist prima im Comic herausgearbeitet. Ein Dickicht von Kumpanei, Seilschaften, Amtsmissbrauch, Machtmissbrauch legt die Graphic Novel offen; Kriminalliteratur,  Deutsche Geschichte, ein Drama. Allage, ab 14/15 Jahren; Empfehlung! Weiter zur Rezension:     Das Gutachten von Jennifer Daniel

Rezension - Sanctuary Paola Mendoza und Abby Sher

  Ein atemberaubendes Jugendbuch, ein Pageturner, eine Dystopie, die zu Herzen geht. USA, 2032: Alle Bürger:innen werden durch einen ID-Chip überwacht, und den erhält man eben nur als legaler Mitbürger mit dem US-Pass. Auf die illegalen Einwanderer wird Jagd gemacht. Man muss überall seinen Arm vorzeigen, sich scannen lassen, es ist beinahe unmöglich, undokumentiert zu leben. Mit dem großen Update funktionieren die gekauften Fake-Chips nur noch sporadisch oder gar nicht mehr. Die Familie der 16-jährigen Valentina González Ramirez, genannt Vali, lebt in Vermont. Ihnen bleibt nur noch die Flucht nach Kalifornien, das sich von den USA abgespalten hat und Flüchtige aufnimmt. Diesen Jugendroman ab 14 Jahren kann ich auch Erwachsenen ans Herz legen; Allage! Abteilung Lieblingsbuch, nominiert für den Deutschen Jugend-Literaurpreis ! Weiter zur Rezension:  Sanctuary Paola Mendoza und Abby Sher