Direkt zum Hauptbereich

Posts

Rezension - WEIL von Martin Muser

  Der Jugendroman in einem Satz: Gewaltfreudige Unterschichtsjugendliche reißen die heile Welt junger privilegierter Pazifisten ein. Kurz vor dem Abi wollen sie zusammen lernen, fünf privilegierte Jugendliche aus Frankfurt. Mit dem VW-Bus geht es los in Wochenendhaus an einen See. Unterwegs nehmen sie einen Tramper auf. Ein unangenehmer Typ, der den farbigen Philipp anstinkt und den Mädchen übel auffällt. Sie hatten miteinander geredet, erzählt, in welches Dorf sie fahren, was sie dort machen werden. Ein Stopp an einer Tankstelle. Der Tramper ist auf der Toilette. Kurzerhand lassen sie ihn stehen. Doch da ist seine Tasche! Sie werfen sie aus dem Fenster, ist kaum was drin, auch nichts Wertvolles. Eine fatale Entscheidung! Ein sehr feiner Jugendthriller ab 14 Jahren, spannend, mit sehr viel Tiefgang. Weiter zur Rezension:   WEIL von Martin Muser

Rezension - Sushi von Oof Verschuren

  Perfekt. Zuhause. Zubereiten. Sobald man es mit dem Sushi ernst meint, ist nichts mehr leicht, erklärt Oof Verschuren. Die Autor:innen führen uns ein in die Welt des Sushi und beginnen mit den verschiedenen Arten und den Kochutensilien. Grundlagen, das Messer als ein wichtiges Arbeitsutensil, Schneidetechniken, Schritt-für-Schritt-Anleitungen zeigen das Filetieren und Handgriffe zum Sushiformen. Neben den üblichen Sushirezepten, finden wir auch Außergewöhnliches, Brühen, Vorspeisen. Ich ordne dieses Sachbuch als Standardwerk ein, eins dieser Kochbibeln – die Sushi-Bibel. Sicher auch ein feines Geschenk für Sushifreunde! Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Sushi von Oof Verschuren

Rezension - Der Taucher von Mathijs Deen

  In der Deutschen Bucht sucht das niederländische Bergungsschiff Freyja nach einem Container. Dabei stoßen die Männer vor Amrum auf ein seit 1950 verschollenes Wrack, das Kupfer im Wert von circa einer Million Euro an Bord haben soll. Niemand weiß davon, man könnte die Ladung heimlich bergen und verkaufen. So leuchtet die Besatzung zunächst das Wrack mit einer Unterwasserkamera aus. Dabei machen sie eine erschreckende Entdeckung: Ein Taucher ist mit Handschellen an das Wrack gekettet – mit Sicherheit tot. Kommissar Liewe Cupido von der Bundespolizei See aus Cuxhaven übernimmt und taucht hinunter. Makaber: Der Schlüssel der Handfesseln hängt in Sichtweite des Tauchers. Hier hat jemand aus Rache getötet! Weiter zur Rezension:   Der Taucher von Mathijs Deen

Rezension - Das Liebespaar des Jahrhunderts von Julia Schoch

  Eine Frau will ihren Mann nach 31 Jahren verlassen. «Ich liebte dich sofort», berichtet die Icherzählerin und beschreibt schnörkellos, den Werdegang ihrer Ehe. Sprachgewaltig, mit wunderschönen Szenen filetiert sie ihre Beziehung, schildert mit feiner Beobachtungsgabe und schonungsloser Selbstreflexion. Das macht den Roman lesenswert, sprachlich ein Genuss. Gleichzeitig ist mir die Icherzählerin von der ersten bis zur letzten Seite auf die Nerven gegangen. Das liegt in der Persönlichkeit der Erzählerin. Der Roman ist keine Abrechnung, sondern die Beschreibung von einem Netz aus kleinen Rissen, die zum Sprung führen. Das Gegenstück aus seiner Sicht würde ich gerne lesen! Literarisch ist der Roman ein Meisterstück, aber für diesen Seelen-Striptees benötigt man Nerven – zumindest ging es mir so. Das trübsinnigste Liebespaar des Jahrhunderts! Weiter zur Rezension:    Das Liebespaar des Jahrhunderts von Julia Schoch

Rezension - Geheimnisvolle Himmelstiere von Aina Bestard

  Ein Sachbilderbuch, das sich spielerisch mit Astronomie beschäftigt, sich den Sternenhimmel vornimmt. Himmelstiere – Sternbilder, die nach Tieren benannt sind. Geheimnisse des Nachthimmels - und jede dieser Beobachtungen wird aus einem anderen Kinderzimmer auf der Welt gemacht, mit Datumsangabe – einmal rund um den Globus. Der Clou obendrauf ist der Taschenlampentrick ... Ein Sachkinderbuch ab 8 Jahren, Empfehlung für alle Sternengucker! Weiter zur Rezension:    Geheimnisvolle Himmelstiere von Aina Bestard

Rezension - Am Leuchtturm gibt es Erdbeereis von Constanze Spengler und Katja Gehrmann

  Papa und Mika machen Strandurlaub: Sonnenschirm aufbauen, baden, lesen, Federball spielen. Und Papa liest gern dicke Bücher ... Als der Eiswagen läutet, gibt Papa Mika Geld, um ein Eis zu holen. Doch abgelenkt kommt sie zu spät zum Stand, der Wagen ist bereits weitergefahren. Sie weiß, der Eiswagen fährt der Küste entlang. Also nichts wie hinterher! Sie muss vor ihm am nächsten Standort sein! Zu Fuß wird es schwierig – also überredet Mika einen Esel, ihr zu helfen. Eine turbulente Verfolgungsgeschichte mit diversen Transportmitteln, Abenteuer pur ab 4 Jahren. Eine lustiges Bilderbuch mit Ferienflair! Empfehlung für dies Kinderbuch! Weiter zur Rezension:    Am Leuchtturm gibt es Erdbeereis von Constanze Spengler und Katja Gehrmann

Rezension - Street Cop von Art Spiegelman und Robert Coover

  In dieser Dystopie wird die Welt von Robotern beherrscht: Robocops, Drohnen, die Waren ausliefern, fliegende Autos ... Und mittendrin zieht ein altmodischer menschlicher Streifenpolizist durch New York, der seine moderne Technik nur schwerlich bedienen kann. Unter Begleitung einer KI aus dem iPhone, in deren Stimme er sich ein bisschen verliebt hat, und einer seltsamen Untoten, macht er sich auf die Suche nach der Leiche eines Mordopfers, die verschwunden ist. Eine Novelle, die von dem berühmten Comic-Zeichner Art Spiegelman illustriert wurde. Eine durchgeknallte Groteske, abstruse und beunruhigende Erzählung in naher Zukunft. Man benötigt einen ziemlich schrägen Humor, um die Geschichte zu mögen. Mensch und Technik, wie passt das zusammen, diese Frage stellt sich der Autor, wobei er gleich dystopisch die Demokratie verschwinden lässt. Weiter zur Rezension:    Street Cop von Art Spiegelman und Robert Coover

Rezension - Crossing the Lines - Uns gehört die Nacht von Manfred Theisen

  Köln, Lockdown ab 21 Uhr, Kontaktbeschränkungen, abendliche Ausgangssperre. Einige Jugendliche verlassen heimlich nachts das Zuhause. So treffen sich Lilu und Leon mit anderen Jugendlichen aus Köln auf der Straße. Sie durchstreifen auf E-Scootern die menschenleere Stadt, immer auf der Flucht vor Polizisten und den Ordnungsamtsleuten. Mit denen geben sie sich Rennen, denn die E-Scootern passen in Gassen, in die Polizeiautos nicht hineinkommen. Doch die Jugendlichen lassen sich auf immer schlimmere Abenteuer ein. Für mich ein mittelmäßiger Jugendroman ab 14 Jahren, da mir die gesamte Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln fehlt. Spannend ja, darauf steht der Focus. Die Charaktere leider flach und die Handlung recht unglaubwürdig. Weiter zur Rezension:    Crossing the Lines - Uns gehört die Nacht von Manfred Theisen

Rezension - Schecks kulinarischer Kompass von Dennis Scheck

  Köstliches und Kurioses aus meiner Küche und aller Welt Denis Scheck ist ein echter Dandy – das ist mir mit diesem Buch klar. Als Jugendlicher «lehnte mich auf, indem ich die dreiteiligen Anzüge meines Großvaters anzog, mir einen Gehstock mit Silberknauf zulegte wie Dagobert Duck». Scheck ist ein Genießer – er lässt sich gern bekochen und er kocht selbst sehr gern. Und darum geht es in diesem Buch. Immer auf Achse durch die Welt lernt er viele Lokale kennen, Sternerestaurants – und darüber berichtet er anekdotenhaft, und er plaudert aus der eigenen Küche. Er schimpft über Industriefutter, schlechte Bäcker, gefälschte Trüffel, lässt sich aus über das Woke-Kochen, über Quälfleisch, Kochutensilien, die Aneignung von Pflanzen in der heimischen Küche aus den Kolonien herübergetragen. Literatur zum jeweiligen Thema fließt ein. Jede Menge Restauranttipps ... Erzählerisch empfand ich die Geschichten kraftlos, inhaltlich belanglos. Wo ist die Tonne, Herr Scheck? Weiter zur Rezension:...

Rezension - Schlichte Wut von Davide Longo

  Ein literarischer Krimi aus dem Piemont. Ein Jugendlicher in Verkleidung soll einer Frau auf dem Bahnsteig der U-Bahn in Turin grundlos an den Kopf getreten haben – mit der anfahrenden U-Bahn verschwunden. Commissario Arcadipane ist noch nicht von der Schuld des Jungen überzeugt, denn der behauptet steif und fest, er sei es nicht gewesen. Die beiden Commissari kommen einem Online-Spiel auf die Spur, bei dem Menschen dazu gebracht werden, Leute zu töten, um die Taten Unschuldigen in die Schuhe zu schieben. Wer steckt dahinter, wer ist der Organisator? Ein literarischer Kriminalroman mit poetischem Sound, Gesellschaftskritik, schwarzem Humor, skurrilen Typen und einem sehr ungewöhnlichen Fall. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Schlichte Wut von Davide Longo