Rezension
von Sabine Ibing
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| Intro mit KI erstellt |
Schranken gehen auf
von Eva Opitz
Der erste Satz:Elisabeth Jakoby schloss behutsam die schwere Wohnungstür hinter sich zu.
Bei diesem Buch hatte ich nach dem Klappentext eine ziemlich klare Vorstellung davon, was mich erwartet: Die Geschichte einer Jüdin, die unter dem NS-Regime ihre Heimat verlassen muss – da denkt man unweigerlich an Verfolgung, Angst, eine gefährliche Flucht und an ein Leben, das von einem Tag auf den anderen aus den Fugen gerät. Genau diese Geschichte habe ich nicht erhalten. Natürlich hatte Elisabeth kein leichtes Leben, aber im Ausland war sie nicht den Repressalien ausgesetzt, die ich erwartet hatte.
Die Geschichte ist beliebig austauschbar
Die Protagonistin verlässt ihre Heimat bereits früh, um in Frankreich zu studieren; sehr zielstrebig macht sich gut, lebt sich in Frankreich ein. Natürlich ist ihre Situation alles andere als einfach, und als Jüdin ist sie von den politischen Entwicklungen unmittelbar betroffen, als die Deutschen in Frankreich einfallen. Aber sie schlägt sich erstaunlich gut durch, geht schließlich nach England und baut sich dort ein neues Leben auf. Der Krieg bildet dabei den historischen Hintergrund, kaum spürbar. Das Leben ist schwierig, vieles ist entbehrungsreich – allerdings war das während des Zweiten Weltkriegs für einen großen Teil der europäischen Bevölkerung der Fall. Die dramatische Flucht- und Verfolgungsgeschichte, die der Klappentext für mich erwarten ließ, steht jedenfalls nicht im Mittelpunkt. Und genau das hat mich gestört. Eine Frau, die tapfer und fleißig für ihren Aufstieg kämpft, immer wieder von vorn anfangen muss; dafür Applaus. Aber die Geschichte ist beliebig austauschbar und nicht wirklich spannend für den Lesenden.
Der Klappentext erweckt falsche Erwartungen
Wir begleiten eine intelligente und ausgesprochen entschiedene Frau auf ihrem Lebensweg. Sie arbeitet hart, nutzt ihre Möglichkeiten und erkämpft sich mit viel Fleiß schließlich berufliche Anerkennung. Das ist durchaus interessant und verdient Respekt. Nur trägt es für mich keinen ganzen Roman. Vielleicht liegt meine Enttäuschung deshalb zum Teil an den Erwartungen, die vor der Lektüre geweckt wurden. Hätte ich von Anfang an gewusst, dass mich vor allem die Lebens- und Karrieregeschichte einer Frau erwartet, die sich in schwierigen Zeiten ihren Platz erarbeitet, wäre ich vermutlich mit einer anderen Haltung an das Buch herangegangen. So habe ich lange darauf gewartet, dass die Geschichte jene Intensität entwickelt, die ich aufgrund des Klappentextes erwartet hatte.
Vieles wird erzählt, ohne wirklich hineinzuziehen
Natürlich muss eine Geschichte über eine jüdische Frau während des Nationalsozialis muss nicht zwangsläufig von Konzentrationslagern, dramatischen Fluchten oder unmittelbarer Todesgefahr handeln. Im Gegenteil: Auch die Lebenswege derjenigen, denen die im Ausland lebten, gehören zur Geschichte dieser Zeit. Das Problem liegt für mich daher nicht in der Story selbst, sondern darin, wie sie angekündigt wird – und wie wenig Spannung die Erzählung daraus entwickelt. Über weite Strecken fand ich den historischen Roman recht langweilig. Es passiert einiges, aber nur selten hatte ich das Gefühl, unbedingt weiterlesen zu wollen. Vieles wird erzählt, ohne mich wirklich hineinzuziehen. Selbst die schwierigen Jahre des Krieges entwickeln nicht die emotionale oder erzählerische Kraft, die ich erwartet hatte. Eine eindringliche Geschichte voller Erzählkraft ist das leider nicht; die Lebensgeschichte einer ehrgeizigen Frau, die ihren Weg über Frankreich nach England macht und sich dort eine Existenz aufbaut. Ein Lebenslauf heruntererzählt, ohne emotional die Figur einzufangen, keine Inneneinsicht der Protagonisten, die Randfiguren nicht erfassend; es fehlt die gesamte Atmosphäre, die diese Zeit ausmacht. Mich hat die Biografie leider nur selten gepackt.
Die Autorin hat Germanistik und Anglistik studiert. Danach hat sie ein Zweitstudium Biologie mit dem Diplom abgeschlossen. Weitere Stationen: waren bundesweites Schreiben als Wissenschaftsjournalistin, als freie Mitarbeiterin der Badischen Zeitung in Freiburg, bei zwei PR-Stationen mit dem Aufgabenfeld Presse und Kommunikation, zuletzt als stellvertretende Pressesprecherin der Universität Freiburg. Elisabeths Fluchtgeschichte aufzuschreiben, war schon lange Herzenswunsch der Autorin, der aber bis zum Arbeitsende warten musste. Eva Opitz ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
Eva OpitzSchranken gehen auf
Historischer Roman, Zweiter Weltkrieg, Biografie
Taschenbuch, 248 Seiten
BoD – Books on Demand 2025
Historische Romane und Sachbücher
Im Prinzip bin ich an aller historischer Literatur interessiert. Manche Leute behaupten ja, historisch seien Bücher erst ab Mittelalter. Historisch - das Wort besagt es ja: alles ab gestern - aber nur was von historischem Wert ist. Was findet ihr bei mir nicht? Schmonzetten in mittelalterlichen Gewändern. Das mag ganz nett sein, hat für mich jedoch keine historische Relevanz. Hier gibt es Romane und Sachbücher mit echtem historischen Hintergrund.Historische Romane

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