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World Food Café von Carolyn & Chris Caldicott - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing





World Food Café 


von Carolyn & Chris Caldicott

Vegetarische Gerichte aus aller Welt



Chris und Carolyn Caldicott sind gemeinsam 10 Jahre durch die Welt gereist. Sie führten lange Jahre ein Leben als Globetrotter, da sie Reisedokumentationen für die Royal Geographical Society, die BBC oder Magazine und Zeitungen wie Vanity Fair, Elle oder The Times machten. Beide sind Vegetarier und haben sich immer für das Essen der Gastländer interessiert, sich während der Reise Notizen zur Zubereitung gemacht, als Reisejournalisten Land und Leute und natürlich Nahrungsmittel fotografisch festgehalten. Ausgewählte Rezepte aus Marokko, Ägypten, Jordanien und der Levante, der Türkei, dem Oman, Mali und den Seychellen, aus Indien, Nepal, Sri Lanka, Birma, China, Laos, Thailand, Malaysia und Indonesien, aus Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Costa Rica sind in diesem Buch enthalten. Im Londoner Covent Garden führten Chris und Carolyn von 1991 bis 2010 ihr berühmtes World Food Café, in dem sie die Speisen anboten, die sie auf ihren abenteuerlichen Reisen durch ferne Länder gesammelt hatten. Das mit stimmungsvollen Fotos ausgestattete Sachbuch ist eine wunderbare Kombination von Rezepten und kurzweiligen Reiseanekdoten. Ein erzählendes Kochbuch für alle abenteuerlustigen Gourmets oder kulinarisch interessierte Reisende.



Marakesh-Tajine


Das Buch ist nach Regionen aufgeteilt und beginnt mit dem Nahen Osten und Afrika und einleitend wird uns etwas über die Levanteküche erklärt, beginnend mit Marokko. Das erste Rezept ist typisch für die Region, ein Eintopf mit Kichererbsen und Bohnen, Harira-Suppe und einer Marakesh-Tajine, einem würzigen Gemüsetopf, auch ein Couscous darf nicht fehlen; dazu Rezepte zu Gewürzmischung Harissa und zu eingelegten Zitronen, zu einem Tomaten-Zimt Chutney. Begleidend erzählen die Autor:innen, wie sie das jeweilige Menü kennengelernt haben, wo sie es gegessen haben, angereichert mit Anekdoten und kulturellem Hintergrund. Weiter geht es nach Ägypten, z.B. mit einem Rezept zu einem Tabbouleh; Baba Ganoush; Linsensuppe; Hummus oder Falafel. Aus Mali gibt es Reisgerichte oder solche mit Süßkartoffeln; aus Äthiopien ein Kardamom-Süßkartoffelpüree mit Paprika-Chutney nach Mkomazi-Art. Wir erfahren etwas über Maniok und über die Seychellen und finden ein Carri Kokoscurry (Süßkartoffel, Möhren, Ingwer, Kürbis, Chinakohl, Petersilie).




Kardamon-Süßkatoffelpüre mit Paprika-Chutney nach Mkomazi-Art 


Wissenswertes zur Indischen Küche, ein Rezept mit Blumenkohl aus dem Kaschmir – interessant, wie viele Kartoffelrezepte hier folgen, die in fast allen Rezepten enthalten sind. Einige Masala (Gemüsetopf) Rezepte, Früchte-Lassi, Chutneys, Raitas (Beilagen auf Joghurtbasis), Kürbisgerichte. Ein Dhal aus Nepal und weiter an die Küste nach Sri Lanka mit einem Gemüse Mallung, was Vermischtes bedeutet, ein Currygericht; weitere Currys, Chutneys und Sambols (eher trockene Chutneys). Aus Myanmar ein Wokgemüse mit Tamarindensoße; einige Wok-Gemüse aus China und Thailand oder ein Regenwaldgemüse aus Borneo. Sehr fein ein Balinesisches Gado Gado (ein Salat mit Erdnusssoße). Zuletzt reisen wir nach Südamerika. In Brasilien gibt es einen Bohneneintopf aus schwarzen Bohnen mit Mangosalsa; aus Peru Limabohnen- und Kürbiseintopf, aus der Karibik Salate und Soßen.



Gemüse Mallung


Insgesamt eine Weltreise in ferne Länder, gut gewürzte Gemüserezepte, Vegetarisches. Ich war erstaunt, wie viele hier benutzte Gewürze ich in meiner Küche stehen habe – nur in einigen wenigen Rezepten erhält man die Zutaten nicht im gängigen Supermarkt. Auch die Gemüsesorten sind gängige Sorten, die man überall erhält. Die Autor:innen haben darauf geachtet, dass man dies alles gut nachkochen kann. Einfache Zubereitung und gute Darstellung, auch die Personenanzahl, die variiert. Was fehlt, ist die Zeitangabe zu Vorbereitung und Kochzeit. Am Ende finden wir ein Schlagwortverzeichnis nach Zutaten, was sinnvoll ist, da man so alles schnell wiederfindet. Das Kochbuch ist auch für Anfänger geeignet, das sich die Herstellung als einfach gestaltet. Die Fotos sind nicht immer in bester Qualität, mit Dampf oder Einstellung nicht unbedingt sehr scharf. Das mag daran liegen, dass es ältere Reisefotos sind.



Regenwaldgemüse aus Borneo


Chris und Carolyn Caldicott waren Reisejournalisten, und 1991 entschieden sie sich, in London sesshafter zu werden, und eröffneten das World Food Café, um die in aller Welt gesammelten Rezepte zu kochen und köstliche vegetarische Speisen zu servieren. Das Restaurant, welches sie bis zum Sommer 2011 führten, wurde zu einer Institution der Londoner Gastronomieszene. Sie leben nahe London im schönen Winchester, wo Carolyn Caldicott ihren Garten genießt, wenn sie nicht gemeinsam mit ihren Mann, für den Reisen immer noch ein Lebenselixier ist, in die Welt hinaus zieht, um Rezepte und Ideen für neue Bücher zu finden.



Chris Caldicott
World Food Café
Original Titel: World Food Café
Übersetzt aus dem Englischen von Sebastian Hoch
Kochbuch, erzählendes Sachbuch, Sachbuch, Rezepte, Kulinarisches, Weltküche
Hardcover, 192 Seiten
Verlag Freies Geistesleben, 2023



Weitere Vegetarische Kochbücher:

Gemüse einfach wunderbar von Alice Hart 

Weniger Fleisch essen, so weit, so gut – aber manchem fehlen zum fleischlosen Essen die Rezepte. Die findet ihr hier, ziemliche leckere – auf jeden Fall! Alice Harts Motto für ein gesundes Leben ist einfach: Eat a rainbow every day – iss jeden Tag einen Regenbogen. Sprich: Je bunter es auf dem Teller zugeht, desto besser. Grundlagen der Ernährung, Erklärungen zu Zubereitung, Würze, Textur, Vitamintabelle, und die Autorin erklärt, warum herzhaft gesünder ist als süß ist. Das ist mir sehr sympathisch. Sinnvoll ist es daher natürlich, die Kapitel nach Jahreszeiten aufzuteilen, um mit frischen Zutaten kochen zu können; je mit circa 20 Rezepten. Vegetarisch und vieles vegan – Empfehlung!

Weiter zur Rezension:   Gemüse einfach wunderbar von Alice Hart 


You can cook this! von Max La Manna

Die Low-Waste-Küche mit 135 Gemüserezepten. Max La Manna zeigt einfache und schnelle Gerichte mit den 30 meist verschwendeten Lebensmitteln. Bei der Preissteigerung muss jeder auf den Geldbeutel schauen, und so zeigt der Low-Waste-Experte, wie man das gesamte Gemüse verwertet, Reste verarbeitet und Lebensmittel clever gelagert werden. Vegetarische und vegane Rezepte – schnell, einfach und günstig. Nachhaltig und umweltbewusst kochen! Bananenschalen essen, Kaffeesatz in den Pfannkuchenteig geben  – Interessantes, Kurioses; hier bleibt der Kompost fast leer. Es sind viele leckere Rezepte dabei. Ein wenig chaotisch gestaltet sich manchmal die Rezeptgestaltung.

Weiter zur Rezension:  You can cook this! von Max La Manna


Orient trifft Vegan von Serayi 

Serayi, damals selbst betroffen von falschen Essgewohnheiten, mit Übergewicht belastet, überlegte, wie sie ihre Ernährung ändern könne. Auf keinen Fall wollte sie ihre kulturellen Zutaten grundsätzlich ändern: Auch hatte sie keine Lust auf Diäten, die nicht schmackhaft sind. Und so entstand der Plan, die deftige, fette orientalische Küche abzuspecken. Das, ohne Kalorien zählen zu müssen. Sie hatte Erfolg mit sich selbst, die Kilos fielen. Und so startete Serayi ihren Blog, da sie ihre Erfahrungen und Rezepte mit anderen Menschen teilen wollte. Die orientalische Küche ist ja von Grund her relativ fleischlos – insbesondere die Armenküche der Bauern. So finden wir hier über 80 feine vegane Gerichte, in leuchtenden Farben, die gehaltvollen Düfte strömen aus den Seiten. 

Weiter zur Rezension:   Orient trifft Vegan von Serayi 


Meze vegetarisch von Ali Güngörmüs

Meze ist mehr als eine Vorspeise – es ist ein Lebensgefühl! Arabische und jüdische Küche, mediterran-orientalisch, frisch und voller Aromen durch Gewürze und Vielfalt – in diesem Kochbuch international zusammengestellt. Meze ist ja nicht ein Menü, sondern die Kombination verschiedener Gerichte, die man gemeinsam zu genießt. Viele dieser Speisen sind vegetarisch und darum ist es Ali Güngörmüs sicher leichtgefallen, über 90 vegetarische Rezepte zusammenzustellen – wobei sich hier viele Kulturen mischen. Diese Rezepte sind einerseits traditionell, auf der anderen Seite aber auch innovativ und neu miteinander variiert. Moderne trifft Tradition – jede Menge neuer Ideen! Klasse!

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A Modo Mio von Alessandra Dorigato

«A modo mio» – auf meine Art – die Foodbloggerin Alessandra Dorigato versammelt hier ihre Lieblingsrezepte aus Italien, wobei viele vegetarisch sind. Sie unterfüttert sie mit vielen Tipps von Mamma Maria und Nonna Nina und erklärt zu Beginn den Ursprung der Gerichte und aus welcher Region sie stammen. Ein Buch, das Gefühl vermittelt, Duft, Aroma und Geschmack, die Geschichte hinter dem Rezept. Ein Kochbuch für Liebhaber der italienischen Küche, oder es werden wollen. Inhaltlich gibt es wenig Neues – allerdings Dessert-und Backwarenfreunde werden hier prima neue Rezepte finden. Interessant für Gerichte ohne Fleisch.
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All‘orto von Claudio Del Principe

Claudio Del Principes Küche ist puritanisch: Einfach, natürlich, Frisches, möglichst vor Ort gewachsen – vielleicht aus dem eigenen «all´orto», dem Gemüsegarten. Ein Koch, der gern Gemüse auf den Tisch bringt. Alles in allem wunderbare Rezepte, bei denen einem bereits beim Durchblättern das Wasser im Mund zusammenläuft. Traditionelles aufgepeppt, neue Gerichte hinzugefügt. Vegetariern und Veganern wird das Herz aufgehen! Empfehlung

Weiter zur Rezension:   All‘orto von Claudio Del Principe


Weil's einfach gesünder ist von Alexander Herrmann

Was ist gesund? Obst und Gemüse; einheimische Superfoods wie Rosenkohl, Grünkohl, Rote Beete, Chicorée, Mangold, Him- und Heidelbeeren, fermentiertes Gemüse; Gemüse mit Bitterstoffen wie Artischocke und Endiviensalat ... Insgesamt liegen Rezepte mit Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide im Vordergrund; Fleisch, Fisch, Molkereiprodukte und Eier sind eher nachrangig; sehr viel Vegetarisches und das ein oder andere ist vegan. Drinks und Smoothies, Golden Milch. Hier wird mit Viel Gewürzen gearbeitet. (Wenige Ei-, Fleisch- und Fischrezepte)

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Flavour von Yotam Ottolenghi und Ixta Belfrage

Mehr Gemüse essen, aber wie zubereiten? Innovative, geschmacklich exzellente Rezepte auf Gemüsebasis sind das Herzstück von Yotam Ottolenghis Küche – schon immer gewesen, weiß man, wenn man seine Kochbücher kennt. Alles vegan, oder was? Nein – es sind Käse und Eier in vielen Rezepten enthalten. Aber Veganer werden viele taugliche Rezepte finden, bzw. entsprechenden Ersatz finden. Bei Fleisch wird sich mit dem Würzen Mühe gegeben – warum nicht bei Gemüse? Ein feines, modernes Kochbuch. 

Weiter zur Rezension:  Flavour von Yotam Ottolenghi und Ixta Belfrage


Kulinarische Bücher 

Kochbücher, Backbücher und alles rund um Lebensmittel findet sich kompakt auf dieser Seite. Auch Genussromane, soweit ich welche lese. Schleckermäulchen also hierher klicken:

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