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Revanche von Kiko Amat - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing





Revanche 


von Kiko Amat


Na ja, mit Fußball hat das auch nur wenig zu tun. Diese Typen waren mal Teil der ursprünglichen Ultragruppierung, die Elite dieser Truppe, wenn man in diesem Zusammenhang davon sprechen kann. Neonazis, aber ohne Parteibuch und im Grunde nicht politisch, wenn du verstehst, sondern hauptsächlich an Action und Provokation interessiert. Laporta entzog ihnen irgendwann die Anerkennung als Fangruppe des FCB, worauf sich die schlimmsten dieser Brüder andere Betätigungsfelder suchten. Sie ließen das mit den rasierten Schädeln und wandten sich dem organisierten Verbrechen zu.

Dies ist ein hammerharter Gesellschaftsroman über die Hooligan-Gangster-Szene von Barcelona. Sogenannte Fußballfans, die den Sport als Vorwand nehmen, um sich mit ähnlich gestrickten rivalisierenden Anhängern zu prügeln oder die Polizei in Schlachten zu verwickeln. Aber es ist nur eine Gruppe von vielen in Barcelona. Typen, die in den ärmsten Vierteln aufgewachsen sind, sich für den kriminellen Weg entschieden haben. Liebe und Rache, unbändige Wut treibt die Protagonisten voran. Der Lesende reitet brachial mit einem Höchstmaß an Adrenalin auf einer Welle von Vulgarität, Schmerz und Gewalt. Ein Roman über zerrüttete Familien, abwesende Eltern, über Bruderliebe, Gefolgschaft und Gehorsamkeit im Clan – über brutale Gewalt, nichts für schwache Nerven.


César ist nun Amadors perfekter Erzfeind


Mein Gott, was hätte ich darum gegeben, um so aufwachsen zu können. Je öfter du im Knast darüber nachdachtest, unter den Gewichten auf der Hantelbank, desto mehr Lust bekamst du, das alles kaputt zu schlagen. Lust, die Welt und all ihre glücklichen Studenten, die in ihr lebten, zu zermalmen, weil sie das gehabt hatten, was du nicht gehabt hattest.

Amador ist zum Leader der Lokos aufgestiegen, einer kriminellen Hooligan-Ultragruppierung des FC Barcelona, weil der Chef El Cid im Knast sitzt. Die Lokos sind in diverse kriminelle Geschäfte verwickelt, Gewaltdelikte, Schutzgelderpressung, Drogenhandel, und sie sind bekannt für ihre üble Brutalität. Gleich am Anfang wird es heftig, als die Gang einen Typen entführt, der ihnen ins Geschäft spucken will und ihn ziemlich brutal zeigt, dass man dies nicht tun sollte – Noir pur. Als einer der Loko-Fußsoldat mit Drogengeld abhaut, bedrohen die Ultras dessen Freundin Paloma, wollen wissen, wo Diego steckt. Doch sie haben nicht mit César, ihrem Bruder, gerechnet – ein Tier, ein Kampfschwein, der wie ein Eber alles plattrollen kann. César ist nun Amadors perfekter Erzfeind, ein lonesome Woolf, ein ehemaliger Rugbyspieler, der im Auftrag Missbrauchs- und Unfallopfer rächt, das mit starker moralischer Überzeugung. Dabei geht er nicht zimperlich vor! Zunächst glaubt man César seine Aufrichtigkeit – doch letztendlich ist er nicht besser als Amador, denn er will auch nur Rache. 


Ein Milieu von Verwahrlosung, Gewalt und Schmerz


Heute ist dir klar, dass eure Familie, selbst in einer Straße wie der euren der absolute Bodensatz war. Bekannt für ihre Erbärmlichkeit.

Zwei Typen, die man nicht mögen sollte. Doch beide wollen letztendlich nichts mit dem Mist zu tun haben, so geht es in Revanche um die Suche nach Erlösung. Und darum fühlt mit den Hauptfiguren mit, mit ihrer Verletzlichkeit. Stück für Stück rollt sich der Lebenslauf der beiden auf, wir erfahren daraus grausige Momente. Die männlichen Nebenfiguren sind allesamt pathologischen Charakters, psychisch gestörte Hooligans, skrupellos, die ihre Männlichkeit frönen bis zum Erbrechen, Eier kraulen, in die Eier schlagen, Eier in der Hose zu haben glauben, inden sie sich prügeln. Beide Protagonisten haben kaum Bindungen. César bedeuten seine Schwester und seine Nichte etwas, und Amador hat niemanden, den er lieben kann, denn alle, die er liebte, sind tot. Amador ist schwul und er liebt El Kid; doch das darf der nie erfahren, es wäre der Tod für Amador. Die unbefriedigte Sehnsucht ist in diesem Fall der Auslöser für die blinde Gewalt – bei César löst die Liebe für Schwester und Nichte die Gewalt aus. Das Leben hat die Männer zu dem gemacht, wer sie sind, aufgewachsen in einem Milieu von Verwahrlosung, Gewalt und Schmerz, das geprägt ist von skrupelloser Banden-Kriminalität.


Die eigene Sprache der Lokos


Wenn du auf den Straßen dieser Gegend unterwegs bist, stellst du dir immer vor, das Delta wäre ein Körper und die Landstraßen Venen und Arterien, die dich von einem Organ zum nächsten führen. Nieren und Leber, Lunge und Darm, ein jedes von ihnen ein Dorf des Baix Llobregat. Und du steuerst wie die Reise ins Ich ein Mini-U-Boot durch diesen Körper, gleitest mit ihm durch dein eigenes Blut auf direktem Weg zu deinem Herzen.

Für Amador hat Kiko Amat die Du-Perspektive gewählt. Ein bisschen schräg, passt aber. Trotz aller Gewalt hat man nie das Gefühl, aus der Realität herauszutreten. Die Geschichte ist bodenständig ultramäßig kriminell. Fasziniert hat mich die Sprache von Kiko Amat. Er kann es einfach. Beschreibung von Typen oder Dingen lässt Schubladen im Kopf aufspringen: Seine Haut hat die Oberflächenbeschaffenheit von Eintopffleisch»; «du wendest den Kapott (Kopf) ab, um dem Geruch von verstopftem Abflussrohr zu entkommen, der aus seinem Schocht (Mund)quillt. Der Tattrige spuckt beim Palavern, und alle zwei Sätze verrutscht ihm das Gebiss, was sich auf seine Aussprache auswirkt.»; «César erkannte Jims Brokkolifrisur, dann seinen Trommelbauch.» «Luft kotzen, Eis schwitzen, Wasser kacken. … Ansonsten Dämmerzustand auf dem Bett.» Herrliche Beschreibungen. Was mich aber wunderte, war die eigene Sprache der Lokos. Auf der Innenseite gleich vorn gibt es ein Vokabular. Ich habe mir die Leseprobe im Original gezogen, die ersten Seiten. Hier hat der Übersetzer ein eigenes Vokabular entwickelt. Im Original gibt es diese Worte nicht – es gibt ein paar Eigenworte, die aber nicht immer umgesetzt werden. Das Wort Topolinen (Frauen), ist im Origial meist mit dem Wort chicas besetzt, das  Frauen, Mädels heißt. Auch die Augen werden im Original als ojos gesetzt – eben Augen. Letztendlich wurde die Sprache für mich nicht korrekt übersetzt, sondern überdimensional mit eigenem Fantasy-Vokabular verunstaltet. Schade, wenn man wenigstens die Eigenworte des Autors benutzt hätte. Hier einige Beispiele Original – und Übersetzung:




«Cierras los ojos e imaginas el aroma a limones que el jabón pintó en su nuca» – «Du schließt die Okulyten und stellst dir den Zitronenduft vor, den das Duschgel auf seinem Nacken hinterlassen hat.»
«…  se es fuma cuando aparecen dos chicas jóvenes en el hall …» – «… verpufft sie, als zwei Topolinen in der Halle auftauchen …»
«Continuaste cribando su página, como te había ordenado el Cid. Tenían ñatos.» – «Du hast die Seite der beiden durchforstet, so wie El Cid es dir befohlen hatte, und ihre zwei Barne entdeckt.»
«Unas caras de mierdecillas mimados que te dieron ganas de entrar físicamente en Facebook y empezar a repartir glebas, como le dijiste al kapo por un lado de la muza. Él no se rió.» – «Visagen wie verhätschelte Hosenscheißer, bei deren Anblick du am liebsten in Facebook reingekrochen wärst, um Schleppocken zu verteilen. So hast du es dem Capo gesagt, den Schocht nur einen Millimeter geöffnet, aber er hat nicht gelacht.» 
(glebas sind Erdschollen – umgangssprachlich wie auf Deutsch Schellen/Backpfeifen/Watschen)

nursa = Gesicht; übersetzt als fadjia
nodos = Knoten für Augen (einmal, sonst schlicht ojos, das Wort für Augen); übersetzt als Okolyt/en oder Okus
ñatos = für Kinder übersetzt als Barne


Eine Geschichte, die einen von den ersten Seiten an umhaut


Kiko Amat stammt selbst aus einer Trabantenstadt in der Peripherie von Barcelona und erzählte in einem Interview einer spanischen Zeitung: «Während des Schreibprozesses tauchte bald die Figur des Amador auf, der schließlich die zentrale Achse des Buches sein sollte. Eine sehr starke Stimme, die zusammen mit ihren Skinhead-Freunden, den Mitgliedern der Lokos, gerne Gewalt sät. Man könnte sogar sagen, dass Gewalt genau ihre Sprache ist, ihre Art, in der Welt zu sein.» Ein starker Roman, atmosphärisch, spannend, humorvoll (fast satirisch in der Beschreibung des Zelebrieren der Männlichkeit), eine Geschichte, die einen von den ersten Seiten an umhaut. Klasse! Ein spannender Noir-Kriminalroman. Kriminalliteratur vom Feinsten!


Francisco de Asís Amat Romeu Sant Boi de Llobregat, geboren 1971A am Rande von Barcelona. Sein Vater war Rugbyspieler, seine Mutter war Assistentin in der örtlichen Anstalt. Im Alter von siebzehn Jahren brach er die Schule ab und wurde Mod, Kleptomane, Plattenhändler, Kassierer bei McDonald's, Fließbandarbeiter bei Seat Martorell, Wachmann auf dem Campingplatz, Postbeamter und Kellner in einem großen Hotel. Seine Romane El día que me vaya no se lo diré a nadie (2003); Cosas que hacen BUM (2007); Rompepistas (2009); Eres el mejor, Cienfuegos (2012); und Antes del huracán; Sachbücher: Mil violines (2011) und Chap chap (2015). Er schreibt regelmäßig für El País und El Periódico, ist Co-Direktor des Festivals Primera Persona im CCCB und Co-Moderator des Podcasts Psycholand.




Kiko Amat 
Revanche 
Originaltitel: Revancha 
Aus dem Spanischen übersetzt von Daniel Müller
Gesellschaftsroman, Kriminalroman, Kriminalliteratur, Barcelona, Ultras, Hooligans, Noir
Taschenbuch, 448 Seiten 
btb Verlag, 2024




Träume aus Beton von Kiko Amat

Der Roman schildert die Lebensgeschichte von Curro Abad, der wegen einer Messerattacke seit mehr als zwanzig Jahren in der Psychiatrie untergebracht ist. Mit einer Gruppe gleichgesinnter plant er den Ausbruch aus der «Irrenanstalt», wie er sie selbst bezeichnet. Curro, der aus der Unterschicht stammt, ist bereits seit seiner Kindheit psychisch auffällig: schizophren, bipolar, Tourtet-Syndrom, man diagnostiziert so einiges bei ihm. Zwei wechselnde Erzählstränge tragen das Buch, den jungen Curro und den alten: Das Jetzt und die Vergangenheit. Aufgewachsen im Vorstadt-Horror im Großraum Barcelona, in der Trabantenstadt Sant Boi de Llobregat; miese Wohnverhältnisse samt Kakerlaken.

Weiter zur Rezension:   Träume aus Beton von Kiko Amat









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