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Wer holt die Kuh vom Eis? Von Mirja Winkelmann - Rezension

Rezension 

von Sabine Ibing



Wer holt die Kuh vom Eis? 

von Mirja Winkelmann


Ein Bilderbuch – letztendlich für die gesamte Familie – das mich total begeistert hat. Die Zeichnung haben mich sehr angesprochen, was bei einem Bilderbuch wichtig ist. Die Idee dahinter finde ich auch ziemlich gut. »Das Rätselbuch mit tierischen Redewendungen« – so der Untertitel – sagt aus, was uns erwartet. In jeder Zeichnung versteckt sich ein eine Redewendung. Was verbirgt sich hinter dieser Zeichnung?



Natürlich: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. - Na, das ist ja zum Mäusemelken! Da kommt der, der ist bekannt wie ein bunter Hund! Habe ihn fast nicht erkannt, denn nachts sind alle Katzen grau. Man sagt, er hat die Prüfung bestanden. Klar, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. - Ne, jetzt bindest du mit aber einen Bären auf!

Ein Bilderbuch zum Raten und Diskutieren

Das Buch birgt viele Möglichkeiten der sprachlichen Entwicklung. Was sehe ich? Was verbirgt sich dahinter? Und warum sagt man das? Warum sagt man, man habe schon Pferde kotzen sehen? Warum redet man vom schwarzen Schaf? Wer die Antwort nicht kennt, am Ende des Buchs gibt es die Lösungen dazu. Der Erwachsene erkennt wahrscheinlich alle Bilder. Aber mal ehrlich, nicht jede Herkunft hätte ich gewusst. Es gibt viel zu diskutieren an einem Sprichwort, einer Redewendung: Was ist der Ursprung? Ist das überhaupt richtig? Ist es schlecht, das schwarze Schaf zu sein? Und muss man nicht manchmal Perlen vor die Säue werfen? Ist man tot, wenn man gegen den Strom schwimmt? Man kann Geschichten (siehe oben) mit diesen Metaphern erfinden – Jeder in der Familie sucht sich fünf heraus, erfindet dazu eine Geschichte. Dem Ursprung bei anderen Dingen auf den Grund gehen. Warum macht man etwas, sagt man etwas? Nur weil es alle seit 200 Jahren machen? Bloß ein Bilderbuch? Nein – in diesem Buch steckt eine Menge mehr!

Künstlerisch ein Genuss!

Künstlerisch gesehen ist das Bilderbuch ein Augenschmaus. Die Zeichnungen sind wundervoll, feine Strichführung kombiniert mit gedeckten Farben, die dem Auge gut tun. Grafiken liebevoll mit viel Humor gestaltet. Und die Zeichnungen wecken Emotionen. Schlägt man das schwarze Schaf auf, springt es einem fast grantig entgegen, sodass man gleich mit den Armen den Abstand zum Buch erweitert. Der Hahn im Korbe thront königlich. Der Verlag empfiehlt das Buch ab 8 Jahre. Das ist sicherlich richtig. Denn einen Wortschatz für Redewendungen besitzt man noch nicht im Vorschulalter. Die Zeichnung kann man sicher schon vorher mit kleineren Geschwistern anschauen, das lohnt sich immer. Und sicher hat auch die Oma Spaß, mit den Enkeln zu rätseln. Dann wollen wir mal sehen, ob sie Herkunft der gängigen Sprüche kennt!



Meine Lieblingszeichnung ist die vom schimpfenden Rohrspatz. Und? Wer ist der Rohrspatz, wo wohnt er, und seit wann gibt es diese Redewendung?

Mirja Winkelmann lebt in Hamburg und arbeitet als Art Direktorin und Illustratorin. Was man alles mit Wörtern und Bildern anstellen kann, hat sie schon mit ihrem ersten Buch »Zwei Bilder – ein Wort« gezeigt.

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