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Interview mit Anna Kindermann


Interview mit Anna Kindermann

von Sabine Ibing


© Anna Kindermann

Anna Kindermann hatte zunächst vier Jahre die Bereiche Rechte & Lizenzen, Marketing sowie Design des Kindermann Verlag geleitet, für die sie auch weiterhin zuständig ist. Als Geschäftsführerin trat sie nun die Nachfolge ihrer Mutter an: Die Verlagsgründerin Barbara Kindermann (64) hat zum Jahresende 2019 ihre Tätigkeit als Verlagsleiterin beendet.


S.I.:  Der Kindermann Verlag belegt in der Kinder- und Jugendliteratur ein Nischenprodukt: Weltklassiker für Kinder. Ihre Mutter hatte vor 25 Jahren die Idee, Kinder für die spannenden Geschichten der Weltliteratur zu begeistern, und zwar in einem Alter, in dem sie noch keine Schwellenangst vor «den alten Schinken» haben, bzw. die schulische Pflichtlektüre sie vielleicht für immer davor abschreckt. Wie ging es Ihnen als Schülerin? Gab es klassische Pflichtlektüren, mit denen Sie in jungen Jahren noch nichts anfangen konnten?


A. K.:   Ich war schon immer Sprachen- und Literaturbegeistert. Im Abitur hatte ich Deutsch und Englisch als Prüfungsfächer und die Klassiker, die wir in den Semestern lesen sollten, habe ich immer verschlungen. Noch heute erinnere ich mich an die Titel wie «Die Leiden des jungen Werther», «Der Sandmann» oder «Effi Briest». Auch diese Klassiker könnte ich mir gut bei uns im Programm vorstellen, wir sind noch lange nicht am Ende der Reihe «Weltliteratur für Kinder»! Ich muss aber natürlich gestehen, dass mir die Nacherzählungen meiner Mutter deutlich geholfen haben, einen ersten Einblick in den Stoff von «Faust» bis zu «Kleider machen Leute» zu gewinnen.




S.I.:  Oft müssen sich Kinder mit Klassikern im Deutschunterricht beschäftigen, für die sie noch lange nicht die Reife besitzen, sie zu verstehen. Geschweige denn, dass sie mit der Sprache etwas anfangen können. Welche Klassiker sollte man Ihrer Meinung nach heute noch in der Schule lesen und ab welchem Alter?


A. K.:   Das ist eine schwierige Frage. Ich finde es gut, wenn Kindern etwas zugetraut wird und würde nicht auf die Lektüre in der Schule verzichten wollen. Allerdings sind natürlich leichtere Stoffe wie «Kleider machen Leute» verständlicher für Kinder als der doch sehr brutale «Sandmann» von E.T.A. Hoffmann. Aber auch bei unserer Reihe «Weltliteratur für Kinder» scheiden sich manchmal die Geister. Wir empfehlen die meisten Titel ab 6 zum Vorlesen und einige Eltern kritisieren es. Meiner Meinung nach kann man Kinder nicht zu früh an diese wichtigen Klassiker der Literatur heranführen, wenn man es behutsam angehen lässt und vor allem zusammen liest oder in der Schule umfangreich bespricht.


S.I.:  Ihre Mutter hat Ihnen mit sechs Jahren ein Kinderbuch vorgelesen, das Shakespeares «Sturm» kindgerecht verpackt hatte. Sie waren begeistert, so Ihre Mutter. Und das war sozusagen die Geburtsstunde des Kindermanns Verlags: klassische Stoffe kindgerecht zu komprimieren, zu verpacken und mit Illustrationen zu bereichern. Waren Sie für Ihre Mutter damals so etwas wie ein Testleser, ein Berater – das Kind, das seinen Segen zum Text gab? Konnten Sie aus der Sicht des Kindes Tipps zum Verständnis geben?




A. K.:   Ich war mir in dem Alter auf jeden Fall nicht bewusst, dass ich so etwas wie eine Testleserin war :) Aber ganz klar, meine Mutter hatte natürlich einen großen Vorteil, dass ich in dem richtigen Alter für ihre Texte war und sie sofort wissen konnte, ob mich eine Erzählung gefesselt hat, welche Worte ich gar nicht verstand, oder mit welchen Themen ich etwas anfangen konnte. Ich habe es immer geliebt, wenn mir meine Mutter ihre Bücher vorgelesen hat und fleißig in der Schule Mephisto und Co. zitiert :)


S.I.:  Ganz am Anfang war Ihre Mutter in Personalunion Autorin, Grafikerin, Vertriebsmanager, Werbegestalterin, Lektorin, Pressefrau, Lizenzmanagerin, etc. Irgendwann ist das zu viel, da geht einem die Luft aus. Der Verlag hat sich 2002 neu aufgestellt und die Bücher neu aufgelegt, hochwertig in Papier und Gestaltung – so wie wir sie heute kennen. Mit einer Auflage von 10.000 Büchern von «Faust» ist Ihre Mutter auf den Markt gegangen – ein hohes Risiko. Es hat funktioniert! Das Buch erhielt gleich mehrere Preise. Was haben Sie von Ihrer Mutter gelernt für die Branche?


A. K.:   Das hört sich vielleicht jetzt widersprüchlich an, aber vor allem gelernt habe ich, dass man nichts überstürzen sollte und vorsichtig planen muss, damit Ziele langfristig erreicht werden können. Ich neige dazu, sehr schnell Entscheidungen zu treffen, und manchmal ist es einfach besser, wenn man nochmals eine Nacht darüber schläft :) Ich habe noch unzählige andere Dinge von ihr gelernt, sei es fachspezifisches Wissen, aber auch über zwischenmenschliche Qualitäten, für die ich sie sehr schätze.


S.I.:  Neben Schriftstellern stellen Sie in den Kinderbüchern auch Künstler wie Matisse, Miro, Picasso, Kandinsky und Leonardo Da Vinci vor und auch musikalische Klassiker wie die Musicals «Anatevka» und «My Fair Lady». Im musikalischen Bereich gibt es Schwierigkeiten, an Lizenzen zu gelangen. Das Urheberrecht für Literatur, Wissenschaft und Kunst erlischt nach 70 Jahren. Aber da gibt es sicher weitere rechtliche Klippen. Wie muss man sich das vorstellen?




A. K.:   Dazu kann ich nicht so viel sagen, da diese Lizenzgeschäfte von meiner Mutter damals erledigt wurden. Ich erinnere mich allerdings an ihre Erzählungen darüber, dass es eine sehr langwierige, komplizierte und beschwerliche Geschichte war. Bei den Künstlern der Reihe «Kinder entdecken Kunst» mussten wir uns die Rechte der Fotos / Abbildungen bei den jeweiligen Erben/Institutionen holen, eine teure und auch nicht gerade unbürokratische Angelegenheit - aber es hat sich gelohnt!


S.I.:  Die Bücher aus Ihrem Verlag sind bei Lehrern für den Unterricht sehr beliebt. Sie veranstalten auch Lesungen. Übernimmt Ihre Mutter auch weiterhin diesen Part?

A. K.:   Meine Mutter wird weiterhin in Berlin und Umkreis Schullesungen abhalten, allerdings wird sie nicht mehr weit reisen, denn sie ist ab jetzt in der verdienten Rente! Allerdings freut es meine Mutter natürlich, noch ein wenig mit eingebunden zu sein und es war ihr schon immer ein großes Vergnügen, die Schülerinnen mit ihren Stoffen begeistern zu können! Eine kleine Anekdote: Bei der Wilhelm-Tell-Lesung, dürfen die Schüler am Ende immer mit einer Armbrust mit Gummipfeilen auf einen Apfel schießen - der Gewinner erhält ein Buch als «Meisterschütze». Auf der letzten Buchmesse in Frankfurt kam also ein Mann, vielleicht Mitte 20, auf uns zu uns sagte: «Ich war mal Meisterschütze bei Ihnen in der Lesung!» - das ist natürlich herrlich, wenn die Erinnerungen der Lesung sich so eingeprägt haben.


S.I.:  Ich persönlich bin ein großer Fan der Klassiker für Kinder. Die Grafiken für die Bücher sind ausgezeichnet. Wie kommen Sie mit den Grafikern zusammen? Gibt es Ausschreibungen, bewerben sich Künstler bei Ihnen oder haben sie einen guten Kontakt in die Szene? Wie wählen Sie die Künstler aus?




A. K.:   Das ist ganz unterschiedlich. Wir haben im Laufe der Jahre selbstverständlich einen großen Pool an KünstlerInnen gesammelt, auf den wir immer gerne zurückgreifen, oder wir schreiben jemanden an, der uns absolut gefällt und mit dem wir uns einen neuen Titel sofort vorstellen könnten. Es gab aber auch schon Ausschreibungen an Unis (vor meiner Zeit im Verlag), eine Art Gewinnspiel: Der Künstler mit der besten Illustration durfte dann einen Titel von uns illustrieren. Damals in Hamburg hatte Tobias Krejtschi gewonnen, mit dem wir jetzt schon 3 Bücher herausgebracht haben, u.a. die Frühjahrsnovität «Die Brück am Tay» in der Reihe «Poesie für Kinder» - wieder mal hat er sich künstlerisch übertroffen, wie wir finden.  Es ist auch schön, zu sehen, wie sich die KünstlerInnen weiterentwickeln und der Stil sich in den Jahren ein wenig verändern kann. Spannend!


S.I.:  Gibt es von Verlagsseite aus Vorstellungen zu den Grafiken oder lassen Sie den Künstlern völlig freien Lauf?




A. K.:   Meistens lassen wir den Künstlern freien Lauf. Manchmal haben wir gewisse Vorstellungen, die wir natürlich zusammen besprechen, aber die KünstlerInnen wissen meistens genau, wie sie den Titel interpretieren müssen, dass deren Stil am besten durchscheint! Wir erhalten anfangs immer erste Schwarz-Weiß-Skizzen, um so eine grobe Idee zu bekommen, wie die Illustrationen aussehen werden. Kleine Änderungen können immer mal vorgenommen werden, aber grundsätzlich sind wir total zufrieden mit den Bildern und das fertige Buch ist bis jetzt auch immer nach unserer vollsten Zufriedenheit erschienen. Wir haben einfach geniale KünstlerInnen ;)


S.I.:  Es gab einen Generationenwechsel im Verlag. Bleibt aber sonst alles beim Alten? Oder wird sich inhaltlich das ein oder andere ändern?


A. K.: Natürlich werde ich dem Leitsatz meiner Mutter treu bleiben, Klassiker für Kinder zu veröffentlichen, die sie übrigens auch weiterhin schreiben wird :) Allerdings finde ich es wichtig, etwas «neues Leben» in den Verlag zu hauchen, neue Reihen fernab der Weltliteratur herauszugeben und einfach mal auszuprobieren. Die Qualität der Bücher sowie die hochwertigen Illustrationen werden aber immer gleich bleiben!


S.I.:  Klassiker sind ja ein spezielles Thema. Der Marketingweg geht ja sicher nicht nur über die Buchhandlungen. Welche Vertriebswege sind für Bücher dieser Art außerdem wichtig?



A. K.:   Der Buchhandel ist und bleibt natürlich der wichtigste Handelsweg für den Gesamtumsatz. Wir betreiben allerdings auch einen Online-Shop, der immer mehr genutzt wird. Die Päckchen werden im Verlag selbst gepackt und für den Versand vorbereitet. Natürlich wird heutzutage auch Social Media immer wichtiger, viele Blogger berichten über unsere Bücher und fördern den Verkauf. Auf klassischem Wege sind wichtige Vertriebspartner natürlich außerdem Museen und Souvenirläden – in Weimar verkauft sich zum Beispiel Goethes «Faust» natürlich unglaublich gut. Wir planen jetzt sogar den Faust auf Englisch zu veröffentlichen, denn auch internationale Touristen sind sicherlich an einem derartigen Souvenir für ihre Kinder interessiert.


S.I.:  Steigen Sie in eine Zeitmaschine. Wen würden Sie in der Vergangenheit gern besuchen?


A. K.:   Wolfgang Amadeus Mozart


S.I.:   Und was würden Sie unbedingt gern von ihm wissen wollen?


A. K.:   Ich liebe seine Musik und war kürzlich erst in Salzburg, wo ich seine ehemalige Wohnung sowie das Geburtshaus besuchte. Es würde mich unglaublich interessieren, wie man zu der damaligen Zeit lebte und wie es sein muss, als musikalisches Genie aufzuwachsen bzw. Musik zu komponieren.




S.I.:  Welche Art von Büchern lesen Sie selbst gern neben Klassikern?


A. K.:  Ich bin ein absoluter Krimi-Fan. Am meisten begeistern mich die skandinavischen Autoren wie  Jo Nesbo, Jussi Adlers Olsen oder Hjorth und Rosenfeldt. Deren Reihen habe ich verschlungen!


S.I.:   Können Sie uns eine Neuerscheinung von ihrem privaten Büchertisch empfehlen?


A. K.:  «Das Gewicht der Worte» von Pascal Meier. Ein sehr bewegender, philosophischer Roman, der einen zu schätzen lernt, was man hat. Absolut zu empfehlen.


S.I.:   Sicher ist im Kindermann Verlag einiges in Planung. Worauf dürfen wir uns demnächst freuen?


A. K.:   Wir möchten gerne das Programm mit neuen, bunten Reihen erweitern, die für kleiner Kinder ab 4 Jahre gedacht sind und in denen es primär nicht um Klassiker geht, sondern um Einschlaf-Geschichten oder Themen, die die Welt bewegen. Aber den Klassikern werden wir genauso weiterhin treu bleiben – diesen Herbst erscheint pünktlich zum 500 jährigen Todestag von Fernando Magellan in 2021 der Titel: «Fernando Magellan – Einmal um die Welt» in der Reihe «Kinder entdecken berühmte Leute» mit Bildern von dem genialen Künstler Klaus Ensikat, der schon viele unserer Bände bebildert hat. Christine Schulz-Reiss erzählt die packende Geschichte rund um die erste Weltumseglung sehr spannend für Kinder ab 8 Jahre und auch für Erwachsende ist das Buch sicherlich eine gute Wahl, da man viele Details zu dem Thema nicht so genau weiß.


S.I.:  Ich bedanke mich für die Beantwortung meiner Fragen.


Weltliteratur und andere Klassiker für Kinder

Heute zeige ich euch eine Auswahl von Klassikern, die kindgerecht aufgearbeitet wurden. Kindgerecht, viele verkürzt, in einer Sprache, die Kinder verstehen. Klassische Literatur für Kinder – aber auch die Begegnung mit Malern und Musikern - Klassiker in der Kinder- und Jugendliteratur.
Hier geht es zur Seite:   Weltliteratur und andere Klassiker für Kinder


Meine Rezensionen für ein paar dieser Klassiker aus dem Kindermann Verlag:


Faust nach J.W. Goethe, neu von Barabara Kindermann, illustriert von Klaus Ensikat 

Barbara Kindermann schafft es, auf des Pudels Kern zu kommen, kindgerecht. Das Schöne ist, sie belässt in der Regel die alte Sprache, findet sich in den klassischen Sprachrhythmus ein. Es ist alles drin: Gott und der Teufel, die Begegnung von Faust und Mephisto, die zwei Seelen des Dr. Faust, Walpurgisnacht, Auerbachs Keller. Ein Bilderbuch für Kinder – große Dramen sind für Kinder der Einstieg in die Weltliteratur. So kann man sie begeistern.
Weiter zur Rezension:   Faust nach J.W. Goethe, neu von Barabara Kindermann, illustriert von Klaus Ensikat 

Der Sturm nach William Shakespeare   

Barbara Kindermann hat ihrer vielfach ausgezeichneten Reihe Weltliteratur für Kinder wieder ein neues Buch hinzugefügt. Ich bin ein ausgesprochener Fan dieser Serie. Auch mit diesem Kinderbuch hat sie wieder mit eine wundervollen kindgerechten Interpretation die Welt der Kinder für einen großen Schriftsteller geöffnet: Shakespeare. »Der Sturm«
Weiter zur Rezension:  Der Sturm nach William Shakespeare


Die geheimnisvolle Welt des Leonardo da Vinci von Christine Schulz-Reiss und Paolo Friz 

500 Jahre nach seinem Tod ist das Universalgenie der Renaissance, Leonardo da Vinci, noch immer hochaktuell. Seine Neugier für Wissenschaft und Technik, verbunden mit seiner Intelligenz machten ihn zu einem Vordenker, der seiner Zeit meilenweit voraus war, und er war ein genialer Maler. Genau das präsentiert Christine Schulz-Reiss. Sehr humorvoll, im Stil für Kinder verständlich, beschreibt sie ausführlich die Kindheit, Jugend und Lehrzeit von Leonardo bis hin zu seinem Tod. Er war ein Nerd – schon als Kind. Die Autorin fängt den Humor Leonardo da Vinci spielerisch ein, die Zeit, in der er lebte, seine Errungenschaften.
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