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Rezension - Einmal in Sizilien von Leonardo Sciascia

  Wer Sizilien kennenlernen möchte, wer seinen Zauber ebenso wie seine dunkle Geschichte verstehen will, muss Leonardo Sciascia lesen, den man das literarische Gewissen Siziliens nennt. Zum 100. Geburtstag des bekanntesten und wichtigsten Autors der Insel muss man an ihn erinnern, denn er verbindet seine Liebe, wie ebenso die kritische Betrachtung von Land und Leuten in seinen Romanen, die auf Sizilien spielen: brutale Gutsherren, Standespersonen, die sich immer wieder neue Abgaben einfallen lassen, um die Bauern auszupressen, ausgebeutete Arbeiter in den Schwefel- und Salzminen, der habgierige Adel, die Armut von Kindern, die um die Schulspeisung betteln, über Faschismus und den Einfluss der Mafia. Weiter zur Rezension:    Einmal in Sizilien von Leonardo Sciascia

Rezepte - Mediterran von Ali Güngörmüs

  100 kreative Rezepte rund ums Mittelmeer Von Marokko über Spanien nach Frankreich, Italien, Griechenland bis in die Türkei – mit über 100 mediterranen Rezepten ist diese kulinarische Reise bestückt, teils in einer Kombination aus verschiedenen Länderküchen. Das Konzept, das dahintersteht, ist rasch erklärt: nämlich einfach, Zeit sparend, für jeden nachzukochen. Schnelle Gerichte, die keine lange Vorbereitung benötigen, keinen Aufwand an Zutaten. Wer ein Kochbuch für jeden Tag sucht, mit frischen, elementaren Rezepten, der liegt hier richtig. Hier setzt sich auch kein Koch als Person in Szene, was sehr wohltuend ist. Was zählt, sind die Rezepte, mit Zutaten, die man überall bekommt, die für jeden ohne Mühe nachzumachen sind. Weiter zur Rezension:    Mediterran von Ali Güngörmüs

Rezension - Die Eroberung Amerikas von Franzobel

  In dieser Story geht es um eine der größten Expeditionen des 16. Jahrhunderts, das größte Desaster jener Zeit: 1538 gab die spanische Krone einem Eroberer aus Südamerika, Hernando de Soto, den Auftrag, «La Florida» einzunehmen, die Bevölkerung zu christianisieren und das Land zu besiedeln. Ach ja, El Dorado! Eigentlich ging es den Herrschern ums Gold – überall gab es Gerüchte, dass die Herren und Damen Indianer dort drüben Gold im Überfluss besäßen: vergoldete Dächer und Treppen, Teller und Tassen aus purem Gold. Unter «La Florida» wurde damals der gesamte Süden bezeichnet, das Land oberhalb von Mexiko, das Land der Rednecks. Ein schräger Abenteuerroman, skurrile Typen, grausame Begebenheiten, aus einer bestialischen Epoche, ziemlich viel beißender Humor, Satire, Slapstick, Sprachspiele, Sprachgewandtheit, auch wenn dem Leser gelegentlich das Lachen im Halse steckenbleibt – das ist man von Franzobel gewohnt. Weiter zur Rezension:    Die Eroberung Amerikas von Franzobel

Rezension - Der fleißige Mistkäfer und die Träume der Anderen von Julia Nüsch

  Der kleine Mistkäfer sorgt im Rosenkohlfeld für Ordnung. Er sammelt die Köttel aller Tiere ein, rollt sie zu Kugeln – er räumt ihren Mist weg. Doch leider wird diese wichtige Tätigkeit nur mit Hohn belohnt. Er wird als Stinker beschimpft, der nur Mist im Kopf hat. Armer, einsamer Käfer, mit dem niemand etwas zu tun haben will. Traurig legt er sich abends auf einer Mistkugel zum Schlaf, hofft auf einen schönen Traum. Auf dem Pfad der Milchstraße rollt er aus Versehen in die Träume anderer Tiere und der ungeschickte Kerl erwischt dabei jedes Mal ein Stück der Träume der anderen, die aufwachen und verärgert sind ... ab 4 Jahren.  Weiter zur Rezension:  Der fleißige Mistkäfer und die Träume der Anderen von Julia Nüsch

Rezension - Tief im Ozean von John Hare

  « Ausflug zum Mond » gehörte im letzten Jahr zu meinen Lieblingsbilderbüchern. John Hare hat die Geschichte im Prinzip neu erzählt – allerdings unter Wasser. Wer das Mond-Buch mochte, dem wird auch dieses Bilderbuch gefallen, das völlig ohne Worte auskommt. Ein Tiefsee-Bus bringt eine Kindergruppe hinab zum Meeresboden. Dort führt sie der Lehrer durch die Unterwasserwelt voller Muscheln, Fische, Leuchtkalmaren und Seeanemonen. Eines der Kinder hat eine Kamera dabei, fotografiert und in seiner Neugier entfernt er sich von der Gruppe ... er wird vergessen. Bilder, atmosphärisch, die völlig ohne Worte auskommen. Lasst die Kinder erzählen! Ab 3/4 Jahren. Weiter zur Rezension:     Tief im Ozean von John Hare

Rezension - Aufstand der Umlaute von Kirsten Lassig und Daniel Trepsdorf

  und weshalb das Eszett sich diesem anschloss  Im «Haus der Sprache» wohnen die Buchstaben Alphabets: In den schönsten Zimmern haben es sich die Vokale gemütlich gemacht, die «kantigen Konsonanten-Kumpels» bewohnen das Dachgeschoss, MMs, NNs LLs und SSs bekamen Doppelzimmer. Das Eszett [ɛsˈt͜sɛt] und die Umlaute müssen im Keller wohnen, werden als Buchstaben zweiter Klasse wahrgenommen. Die Idee ist klasse, die anspruchsvolle Geschichte ist mir aber in der Ausführung durch die vielen Einschübe und Erklärungen zu verkopft. Meine Altersempfehlung: ab 10 Jahren. Weiter zur Rezension:    Aufstand der Umlaute von Kirsten Lassig und Daniel Trepsdorf

Rezension - Winzig, zäh und zahlreich von Ludger Weß

  Ein Bakterienatlas Natürlich ist dies ein Sachbuch – allerdings ein literarisches Sachbuch – eins das erstaunlich viel Wissen vermittelt, auf eine elegante, unterhaltsame Art und Weise. Anfangs klärt uns Ludger Weß über verschiedene Fakten zum Thema Bakterien auf, spannend. Die Entdeckung der Bakterien, der Mikroorganismen, ihre Verwendung bei der Haltbarmachung und Herstellung von Nahrungsmitteln seit der Antike; «Bakterien, lange missachtet, dann gefürchtet»: Hilfreiche Bakterien und  böse Buben wie «Yersinia pestis – die Pestbakterie», oder «Bacillus anthracis», die den Milzbrand auslöst. Ein Bakterienatlas, der 50 interessante Bakterien vorstellt. Weiter zur Rezension:    Winzig, zäh und zahlreich von Ludger Weß 

Rezension - Die F*ck-it-Liste von John Niven

  Gesprochen von: Stefan Lehnen Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 7 Std. und 16 Min. Amerika in der nahen Zukunft, ein Szenario, das uns erspart geblieben ist – aber wie hätte die Welt aussehen können, wenn DT die Wahl gewonnen hätte? Blicken wir in die Zeit die vor uns liegt: Nachdem Donald Trump zwei Amtszeiten durchregiert hat, ist jetzt seine Tochter Ivanka an der Macht. Das Land ist tief gespalten, die Jahre populistischer Politik haben ihre Spuren hinterlassen. Frank Brill erhält bei seinem Arzt die Diagnose: Krebs im Endstadium. F*ck it!  Er führt eine F*ck-it-List, beschließt, sich an den Menschen zu rächen, die für Tiefschläge in seinem Leben verantwortlich sind ... Kriminalroman als Gesellschaftssatire und Dystopie – gute Unterhaltung. Weiter zur Rezension:  Die F*ck-it-Liste von John Niven

Rezension - Antonia von Gabriella Zalapì

  Tagebuch 1965–1966 Gabriella Zalapì ist mit dieser Novelle in Tagebuchform ein kleines Meisterwerk gelungen. Ein keines Buch mit gewaltiger Kraft. Kurze Einträge, Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, reduziert auf den Punkt gebracht. Antonia hat früh geheiratet, dachte damals, sie wäre verliebt gewesen – doch sie landet in einem goldenen Käfig. Tagebucheinträge von Februar 1965 bis November 1966, kurze Einträge, die sprachlich brillant alles auf den Punkt bringen, kurz, prägnant, geschliffen. Ein Frauenbild der besseren Gesellschaft aus dieser Zeit, erschütternd – ein Aufbruch. Absolute Leseempfehlung! Weiter zur Rezension:    Antonia von Gabriella Zalapì

Rezension - Stadtbär im Wald von Katja Gehrmann

  Nach ihren Abenteuern in der Stadt kehren der Stadtbär und seine Freunde Dachs, Fuchs und Biber zurück in den Wald. Herrlich, diese Stille im Wald! Sie freuen sich auf ihre Höhlen. Biber hat natürlich andere Pläne. Die Stadt hat ihn inspiriert und er plant seinen Bau mit spitzen Dächern, großen Fenstern, Südbalkonen und Gartenzäunen umzugestalten. Dass er dabei den halben Wald rodet und die Höhlen seiner Freunde unter Wasser setzt, kümmert ihn herzlich wenig. Im Gegenteil, denn im Wald laufen eine Menge Menschen herum, die den Biber bei seinem Projekt mit dem Handy filmen. Ein lustiges Bilderbuch mit Tiefgang ab 6 Jahren. Weiter zur Rezension:    Stadtbär im Wald von Katja Gehrmann