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Die Höfe von A. F. Carter - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing






Die Höfe 


von A. F. Carter


«Git» O’Rourke arbeitet als Krankenpflegehelferin 70 Stunden die Woche. Sie hat einen Job und zwei Nebenjobs. Die Alleinerziehende will nach mehreren gescheiterten Beziehungen nichts mehr von Männern wissen, die doch irgendwann gewalttätig werden. Alle vier bis acht Wochen ucht sie sich einen One-Night-Stand – und heute ist wieder soweit. In in Randy’s Tavern hat sie sich Bradley Grieg ausgesucht, folgt ihm zu einer Hütte im Skyview Motor Court. Ein mieser Kerl, wie sich herausstellt, der plötzlich stoned wegkippt und tief schläft. Im Zimmer steht eine Tasche mit viel Geld herum. Aber eine Diebin ist sie nicht, sie hat sich alles im Leben selbst erarbeitet! Sie verlässt die Hütte, ahnt nicht, dass Bradley ein Junkie ist, der einem Geldverleiher 18.000 Dollar übergeben soll. 


Wer erwischt Git zuerst?

Als Bradley am Morgen erschossen aufgefunden wird, steht für Leutnant Delia Mariola und ihrem Partner Vern fest, dass er die Nacht mit einer Frau verbracht hat. Ist sie die Mörderin? Wer ist die Frau mit dem großen Hut, die bar zahlt? Das Geld gehört dem Gangsterboss Carl Schmidt, dem Kopf einer lokalen Gangsterfamilie. Und auch der verdächtigt die unbekannte Frau des Tötungsdelikts – und er glaubt, sie hätte das Geld genommen; ebenso Conner Schmitt, der Sohn, der seinen besten Freund verloren hat. Git gerät immer mehr in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Die Polizei und ebenso der sadistische Vollstrecker der Schmidts, Augie Barboza und Conner sind auf die Suche nach ihr. Es ist nur eine Frage der Zeit, wer Git zuerst erwischt. Git weiß das, irgendwann werden sie ihre Identität herausfinden. 


Ein feiner Krimi, der einen eignen Charakter hat

Ein spannender Kriminalroman über eine starke Frau, die mit allen Wassern gewaschen ist. Git muss nicht nur an sich denken, sondern auch ihre Tochter und ihre Mutter schützen. Sie hat ja nichts Böses getan, aber wer wird ihr das glauben? Sie muss unter dem Radar agieren, denn wegducken wird nichts nützen. Dabei geht sie ziemlich tricky vor. Gleichzeitig beschreibt der Roman, wie schwer es die Alleinerziehende hat, sich trotz drei Jobs über Wasser zu halten. Eine Kritik am amerikanischen System. Eine fiktive Stadt im US Rostgürtel, die ihren Glanz verloren hat; die Wirtschaft ist abgewandert, hinterlässt Arbeitslosigkeit und Armut – Kriminalität und Drogenmissbrauch steigen parallel. Der Noirkrimi wird im Wesentlichen aus der Sicht von drei der wichtigsten Charaktere des Krimis erzählt (Git, Leutnant Delia Mariola, Conner), baut mit cleveren Wendungen spannend auf. Ein feiner Krimi, der einen eignen Charakter hat und keinesfalls den üblichen Mustern folgt.


A. F. Carter lebt und arbeitet in New York City. A. F. Carter schreibt unter Pseudonym



A. F. Carter
Die Höfe
Originaltitel: The Yards
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Karen Witthuhn 
Kriminalroman, Kriminalliteratur, Krimi, Noirkrimi, Noir, Amerikanische Literatur
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten
Polar Verlag, 2023







Krimis und Thriller

Ich liebe Krimis und Thriller. Natürlich. Spannend, realistisch, gesellschaftskritisch oder literarisch, einfach gut … so stelle ich mir einen Krimi vor. Was ihr nicht oder nur geringfügig bei mir findet: einfach gestrickte Krimis und blutrünstige Augenpuler.
Krinis und Thriller

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