Direkt zum Hauptbereich

Deutsche Fleischarbeit von Veronika Settele - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Deutsche Fleischarbeit 


von Veronika Settele


Warum sollte eine Geschichte der Massentierhaltung im 19. Jahrhundert beginnen? Weder 1850 noch zur Zeit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 oder um 1900 gab es Ställe, in denen einzelne Menschen hunderte gleicher Tiere betreuten. Die Orte, an denen die meisten Rinder, Schweine und Hühner gezüchtet, gemästet und geschlachtet wurden, waren identisch oder lagen nah beieinander. Die Spezialisierung der Schweinehaltung in die Bereiche Haltung von ‹Mutterschweine›, Läuferhaltung und Schweinemast nahm um 1880 «in den kultivierten Wirtschaften unsrer Gegenden» zu, doch die Tiere kamen weiterhin an die frische Luft und suchten sich vor allem in herbstlichen Wäldern einen Teil ihres Futters selbst. Ochsen blieben mindestens so sehr Zugvieh wie Fleischlieferanten; die Unterscheidung in ‹Pferde-, Ochsen- oder Kuhbauer› zeigte überdies die Bedeutung der Tiere für die soziale Position ihrer Besitzer.


Kompetent und mit erzählerischem Schwung führt uns die Historikerin Veronika Settele durch Deutschlands Ställe seit dem 19. Jahrhundert und zeigt, wie sich unser Umgang mit Tier und Fleisch nicht erst seit gestern verändert hat. Wann beginnt die Massentierhaltung? Wenn der Ertrag der eigenen Ernte nicht zur Ernährung des eigenen Viehbestands ausreicht? Veronika Setteles beschreibt akribisch genau und sachlich die Geschichte der Massentierhaltung. Sie zeigt die Stationen auf einem langen Weg, der von der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Straßen Berlins, Londons und Manhattans noch mit Schweinen bevölkert waren, bis in unsere Gegenwart, in der ein exorbitanter Fleischkonsum und «intensive» Tierhaltung ebenso existieren wie die immer lauter werdende Kritik daran. Die Kritik am Wohlergehen der Tiere nahm 1990 Fahrt auf: «Im Verhältnis zwischen Stall und Gesellschaft verschob sich in den letzten 30 Jahren mehr als in den 150 Jahren davor». Eine Gegenbewegung entwickelte sich ganz langsam.





Speziell am Broadway in New York City waren die Tiere überall. Zwei korpulente Sauen trotteten hinter seiner [Dickens] Kutsche her, während ein halbes Dutzend ausgewachsener Eber um die Ecke bog und ein einsames Schwein heimwärts bummelte. In wahrlich republikanischer Manier mischten sich die Schweine unter die beste Gesellschaft, notierte Dickens humoristisch. Sie verbrachten den Tag, wo es ihnen gefiel, und gingen bei Einbruch der Dämmerung nach Hause.


Äußerst bildlich beschreibt die Autorin das Straßenbild der damaligen Metropolen. Die Bereiche der Sixth und Seventh Avenue nannte man in New York «Hogtown», «Pigtown» oder «Stinktown». Die armen Bürger der Stadt hielten sich ein Schweinchen, ihre die Lebensversicherung, denn von dem Verkauf konnten sie lebensnotwendige Produkte erwerben und ein Teil verblieb zum Eigenbedarf. Die Tiere wurden in kleinen Verschlägen gehalten, manchmal nur ein paar großen Steine zur Eingrenzung, andere nahmen sie mit ins Wohnzimmer in der Nacht. Tagsüber trotten die Schweine in den Gassen herum, ernährten sich nahezu gänzlich autark von den Abfällen auf der Straße, gingen am Abend brav nach Hause. Allerdings sahen die Gassen nicht sehr appetitlich aus: Exkremente von Schweinen, Rindern (die in Stallungen mitten in der Stadt lebten), Pferden zeigten kein schönes Stadtbild. Schweine «wühlten mit ihren Rüsseln das Kopfsteinpflaster auf und machten die Straßen unpassierbar für Wagen und Karren.» In einem Buch habe ich mal gelesen, dass die Müllabfuhr von NY zu dieser Zeit in der Hauptsache tote Tiere entsorgte, die durch Unfälle oder Altersschwäche gestorben waren und eben Tierexkremente. In den 1850er Jahren begann man, die Tiere aus dem Stadtbild zu entfernen. «1859 waren sie aus Midtown Manhattan verschwunden, was die Grundstückspreise in der Upper East Side steigen ließ.» Man ging rigide gegen versteckte Tiere vor, 9000 Schweine habe man beschlagnahmt, meldete die Polizei nach Hausdurchsuchungen. Die Schweinerei hatte sich dann nach Brooklyns verlegt. Zunächst … 



Berlin

Aber in anderen Metropolen wie Berlin und London war es nicht besser – es gab vergleichbare Stadtbilder. In Berlin hatte man zwei «Wursthöfe» und ein paar kleine private Schlachtereien, die an Viehmärkte angeschlossen waren -oder man schlachtete das Schweinchen direkt auf der Straße – beides unter sehr schlechten hygienischen Bedingungen. 1868 erließ die preußische Regierung aufgrund der Missstände im Schlachtgewerbe und der Verbreitung der Trichinose das Gesetz über die «Errichtung öffentlicher, ausschließlich zu benutzender Schlachthäuser», das im Volksmund «Schlachtzwanggesetz» genannt wurde. Rudolf Virchow schlug den Bau eines städtischen Vieh- und Schlachthofs vor mit Kontrolle der Tiere der Hygiene. In den 1890er-Jahren gab es etwa 5000 Kühe in Berlin. Der Fleischkonsum stieg stetig. Das Volk glaubte, es habe ein Gewohnheitsrecht auf Fleisch. «Mit der Botschaft ‹Billiges Brot und billiges Fleisch› erhielt die SPD bei den Reichstagswahlen 1912 einen höheren Stimmenanteil, als zuvor». Ein Dilemma, denn die Fleischpreise stiegen um knapp 35 Prozent und «unser täglich Fleisch» war in den meisten Familien nicht mehr leistbar. «Der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann warf der Regierung vor, ihrer Verantwortung gegenüber dem Volk nicht nachzukommen», und man stellte in Frage, ob die «Arbeiter ihre Arbeit ‹überhaupt leisten können›». Hier ist herrlich beschrieben, wie die Frauen 1912 die Stände der Fleischer in der Markthalle stürmten, die Metzger attackierten – oder das Anstehen an den Freimarktständen. Ebenfalls berichtet die Autorin über die Gesetze 1915 für Restaurants: an welchen Tagen sie Fleischgerichte verkaufen dürfen, wann sie kein Fett zum Braten verwenden dürfen … Von 1861 bis 1911 verdoppelte sich der durchschnittliche Schweinefleischkonsum von 20 auf 40 Kilogramm. Doch die Armen Leute konnten sich selten ein Stück gönnen. Fleisch, ein Statussymbol, stand für Wohlstand! Im Ersten Weltkrieg erhielten die Soldaten durch die Zwangsbewirtschaftungsgesetze der Regierung mehr Fleisch als je zuvor in ihrem Leben. Das führte zum Hunger der Bevölkerung, weil die Pflanzen fehlten. Eine üble Fehlentscheidung.



In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts veränderte sich nicht nur, wie Rinder, Hühner und Schweine gehalten wurden. Ebenso begann sich die Art und Weise, wie wir als Gesellschaft darauf blicken, zu wandeln.


Letztendlich wiederholte das sich unter Hitlers Regierung: «Leistungstiere und nicht leistungsunfähige Fresser» zu züchten, das Fleisch galt als Kraftfutter für das Volk – und diese Politik war verantwortlich für Hungerwinter der 1940er Jahre; es fehlte an pfanzlicher Nahrung. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Fleisch zunächst ein Luxusprodukt, doch die Landwirtschaft erfuhr durch Fortschritt eine biologische Steuerung, Kostenrechnung und Technik flossen ein. Der Westen und der Osten teilten sich. Die USA und Großbritannien halfen nicht nur beim Wiederaufbau im Westen, «Feeding the German civilian populatin» benannte man zur wichtigsten Aufgabe. In Bremerhaven liefen alle 4-6 Wochen Schiffe mit «Geschenkkühen» ein, die von privaten, meist religiösen Gruppen, in den USA gespendet wurden – knapp 4.000 Rinder. In der DDR lief nicht alles rund. Die Auflösung der Höfe und die Bildung der LPG’s und die vielen unsinnigen Vorschriften zu Stallgröße usw. führten zu kranken Tieren und anderen Problemen. 1960 «verspeisten die Kühe mehr Futter, als sie über den Verkauf ihrer Milch wieder hereinspielten». Aber: In den 1980er-Jahren hingegen wurde im Osten mehr Fleisch pro Kopf verzehrt als im Westen. Es gibt ab dieser Zeit im Buch stets historische Vergleiche zwischen West und Ost. Tiefgefrorenes Sperma und Melkmaschinen veränderten die Ställe. Interessant zu lesen, welche Probleme es mit der «Melkbarkeit» gab – mit den individuellen Eutern der Kühe, deren Zitzen zu lang, zu kurz, zu ungeordnet usw. waren. So wurden die Kühe melkmaschinengerecht gezüchtet. Aber auch die Maschinen verbesserten sich. Die Kuh wurde nicht mehr vom Bullen des Hofnachbarn besprungen, sonder besamt vom Sperma besonders geeigneter Tiere. Kraftfutter, Technik, Zeiteinsatz – Wirtschaftlichkeit war jetzt das Ziel: Unter geringstmöglichem Aufwand möglichst viel Ertrag zu erhalten. Neue Stalltechniken erlaubten den Landwirten so viele Tiere wie noch nie zu versorgen. Man hatte ja auch Probleme, Arbeitskräfte zu bekommen. Wie viel Arbeitszeit setzt man in ein Küken bis zum Abverkauf, wenn es nicht mehr in einer Hühner-WG aufgezogen wird, sondern in einem riesigen Stall, bzw. in Käfighaltung? Genaue Berechnungen haben den Landwirt im Griff. Schweine, Hühner und Kühe, die nie mehr die Sonne und den Mond sehen können … Fleisch- und Milchprodukte sind Billigware geworden. In den 1990er Jahren entwickelt sich erstmals Kritik an der Tierhaltung – man stellt das Tierwohl in Frage. Viele Tiere auf wenig Platz führte zu Verletzungen. Den Hühnern werden Schnäbel gekürzt, den Schweinen die Schwänze. Das Schnäbelkürzen ist seit 2017 verboten, das millionenfache Töten männlicher Eintagsküken seit 2022. Das Kupieren der Schweineschwänze ist zwar verboten, doch es gibt viele Ausnahmeregelungen, die das Gesetz aushebeln. Immer weiter steht das Tierwohl einerseits im Focus, auf der anderen Seite werden Stallungen größer, es läuft weiter wie bisher. Ökologische Landwirtschaft ist noch ein Randsektor.



 Massentierhaltung wurde zum unappetitlichen Bürgerschreck, während in weiterhin weniger, aber größer werdenden Ställen davon unbeeindruckt mehr Tiere schneller Milch, Eier und Fleisch liefern.



Sind die landwirtschaftlichen Betriebe die Gewinner der betriebswirtschaftlichen Strategie? Eben nicht. Supermarktketten drücken die Preise, die großen landwirtschaftlichen Maschinen, Computeranlagen im optimierten Stall, drückende Kredite für das alles, regelmäßige Messungen – und Formulare, Formulare – lässt die meisten Landwirte am wirtschaftlichen Minimum existieren. Letztendlich hatten die Großeltern und Urgroßeltern mit ihren kleinen Höfen im Vergleich wohl mehr in der Tasche. Dazu kommt der Anerkennungsverlust in der Bevölkerung. Neue Entwicklungen gehen heute zum Futuremeat – aus dem Reagenzglas – oder zu veganen Produkten. In der Nähe von Tel Aviv gibt es eine Fleischfabrik, die täglich eine halbe Tonne Fleisch aus Zellkulturen herstellt, und sie bemühen sich um den Vertrieb. Singapur ließ als erstes Land Hühnerfleisch aus Zellkultur zu. Der Fleischkonsum geht weltweit zurück, da immer mehr Menschen auf Fleisch verzichten, weniger davon essen, sich vegetarisch oder vegan ernähren. Wie sieht die Zukunft aus? Veronika Settele hat in die Vergangenheit geschaut und akribisch die Massentierhaltung dokumentiert. Sehr interessant und spannend inhaltlich und vom erzählerischen Stil gut zu lesen. Sie ist Historikerin und dokumentiert sachlich, ohne zu bewerten. Fotografien unterstreichen den Text. Genau das macht dieses Sachbuch sehr lesenswert – meine Empfehlung!. 


Veronika Settele ist Historikerin an der Universität Bremen. Ihr Buch «Revolution im Stall» wurde mit dem Förderpreis Opus Primum der Volkswagen Stiftung für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation 2020 ausgezeichnet. Ihr Buch «Revolution im Stall» wurde mit dem Förderpreis Opus Primum der Volkswagen Stiftung für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation 2020 ausgezeichnet.



Veronika Settele
Deutsche Fleischarbeit
Geschichte der Massentierhaltung von den Anfängen bis heute
Sachbuch, Massentierhaltung, Fleischproduktion, Landwirtschaft
Kartoniert, 240 Seiten
C. H. Beck Verlag, 2022




Sachbücher

Hier stelle ich Sachbücher vor, die im Prinzip nichts mit Fachliteratur zu tun haben. Eben Sachbücher jeder Art, die ein breites Publikum interessieren könnte.
Sachbücher

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Doppeltes Spiel von K.L. Slater

  Ein luxuriöser Wolkenkratzer mit dem Namen Orbit, in dem die Reichsten der Reichen zusammenkommen: hier arbeitet die attraktive Alicia als Kellnerin. Als der charismatische Eigentümer des Orbit ihr das Angebot macht seine Freundin zu spielen und dafür ein großzügiges Gehalt zu erhalten, in seinem riesigen Apartment im Orbit zu wohnen, nimmt sie an. Immerhin ist es nur ein Spiel, denn er braucht eine Begleitung, will sich vor den vielen Frauen schützen … bis das Spiel plötzlich mehr zu sein scheint. Langweilig, uninteressant, voller Klischees, sprachlich kraftlos – mehr muss ich nicht sagen.  Weiter zur Rezension:   Doppeltes Spiel von K.L. Slater 

Rezension - Königin der Nacht – Ein kurzes Buch über meine Mutter von Lukas Bärfuss

Nach «Vaters  Kiste» hat Lukas Bärfuss nun in einem autobiografischen Essay mit dem Leben seiner Mutter abgerechnet. «Eine Mutter ist, was man nicht loswird. Auch nicht mit dem Tod.» 1971 in Thun geboren, die Mutter wohnt eher allein mit ihrem Sohn, bzw. mit vielen Männern. Lukas Bärfuss wächst im Rotlichtmilleu auf; seine Mutter war eine Frau ohne Bildung, die von ihrem Freiheitsverlangen getrieben wurde, in das der Sohn nicht hineinpasste. Tagsüber reinigte sie in einem Autohaus die Wagen, die aus der Reparatur kamen, am Abend stand sie an einer Rotlicht-Bar. Als sie älter war, arbeitete sie als Putzfrau und in einer Wäscherei. Der Junge war nie gewollt, so wurde er auch behandelt – als Rabenmutter titulierte sie sich sogar selbst. Eine Mutter, die ihn hat sitzen lassen in seiner Kindheit und ein System, das dieses Kind hängenließ. Ein wundervolles Buch, schnörkellos geschrieben, das sehr zu Herzen geht. Weiter zur Rezension:    Königin der Nacht – Ein kurzes Buch ...

Rezension - Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

  Offene Antworten auf deine Fragen zu Liebe, Lust und Pubertät Ein Aufklärungsbuch, das locker Fragen beantwortet und kurze Erfahrungsberichte von jungen Menschen einstreut, das alles mit knalligen Illustrationen unterlegt. Du bist, wie du bist, und du bist, wie du bist okay. Das Jugendbuch erklärt, stellt Fragen. Die Lust im Kopf, genießen mit allen Sinnen; was verändert sich am Körper in der Pubertät?, die Vagina, die Monatsblutung, der Penis, Solosex, LGBTQIA, verliebt sein, wo beginnt Sex?, Einvernehmlichkeit, wie geht Sex?, Verhütung, Krankheiten, Sextoys – das Buch spart nichts aus. Informieren, anstatt tabuisieren! Locker und sensibel werden alle Themenfelder sachlich vorgestellt. Prima Antwort auf offene Fragen; ab 11 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

Recherche - Die Jagd nach den magischen Münzen von Jessie Burton

  Die 12-jährige Bo Delafort ist eine «Schlammschwalbe» – Menschen die an der Themse leben, arbeiten als Schlammsucher, sie graben im Schlamm nach kleinen Schätzen und Angeschwemmtem, was man verwerten kann. Als Bo eine schimmernde Münze im Schlamm des Flusses findet, meint sie, der Fluss würde mit ihr sprechen. «Du wirst nicht verlieren …» raunt er ihr zu. Aber was bedeuten die Worte? Eine insgesamt spannende Fantasy ab 12 Jahren mit Tiefgang. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Die Jagd nach den magischen Münzen von Jessie Burton

Rezension - Die Känguru-Rebellion von Marc-Uwe Kling

  Gesprochen von Marc-Uwe Kling Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer, 6 Std. und 27 Min. Die Känguru-Werke, Band 5  Neues vom Känguru! Der Kinderbuchautor (Kleinkünstler Richtung Comedy im Zweitberuf ;-) ), Marc-Uwe Kling und das Känguru rebellieren: bissig, politisch und brandaktuell. Scharfzüngiger Humor, pointierte Gesellschaftskritik und jede Menge Lacher mit dem Aufruf zur Rebellion. Scharf auf die aktuelle Politik geschaut und analysiert – Comedy mit Niveau und mit Haltung. Empfehlung! Weiter zum Verlag:    Die Känguru-Rebellion von Marc-Uwe Kling 

Rezension - Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler

  Mischa und Nits sind beste Freunde. Mischa liebt die Poems von Nits. Und der bewundert Mischa, weil er schlau ist und ein wandelndes Lexikon über Tiere zu sein scheint. Lügen geht gar nicht, so Nits Überzeugung. Darum fragt er sich, warum Mischa dem Lehrer weismachen will, er hätte eine Chlorallergie, als der Schwimmunterricht beginnt – Nits erzählt er, die Badehose sei von Mäusen angefressen worden. Überhaupt scheint Mischa in Schwierigkeiten zu stecken – doch wohl eher sein Vater ... Nits betritt in dieser Familie plötzlich eine völlig andere Welt – die der Armut. Aber das ist ein Unterthema – Mischas Vater ist untergetaucht; Mischa und Nits werden ihn nicht im Stich lassen – aber das könnte gefährlich werden ... Spannung, Humor und ein wenig Tragik machen das Buch zu einem Leseerlebnis. Meine Empfehlung ab 11 Jahren für diesen exzellenten Kinderroman.  Weiter zur Rezension:    Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler 

Rezension - Der unaufhaltsame Aufstieg des Ministers Karsten Richter von Wolfgang Schorlau

  Die Gasbranche lässt die Korken knallen. Einer von ihnen soll zum Minister ernannt werden! Besser könnte es nicht laufen. Und sein Sekretär bekommt gleich zu spüren, welch eine Atmosphäre nun im Ministerium herrscht. Karsten Richter hat die Aufgabe, das ganze Grüngeschwafel zur Klimakatastrophe wegzuwischen und die Gesetze abzuschaffen, die die Gasbranche hindern, weiterhin dicke Geschäfte zu machen. Dummerweise berichtet er seiner Mutter davon, was er vorhat. Anstatt stolz auf ihren Sohn zu sein, geht die grüne Aktivistin auf die Barrikaden. Hier geht es um die Rettung des Klimas , der Erde. Sie beraumt eine Pressekonferenz ein und will veröffentlichen, welche Schweinereien ihr Sohn plant. Klasse Satire! Weiter zur Rezension:    Der unaufhaltsame Aufstieg des Ministers Karsten Richter von Wolfgang Schorlau

Rezension - Simone von Nikolaus Heidelbach

  Wally und ihre Mutter gehen zum Babyschwimmen und lernen Simone kennen. Man findet sich sympathisch, und so wird das Flusspferd als Babysitter engagiert, wird die engste Vertraute von Wally. Bevor das Mädchen in die Schule kommt, keinen Babysitter mehr benötigt, begeben sich die beiden auf eine letzte abenteuerliche Flussreise . Sie erleben Wasserfälle , wilde Picknicks und ein fröhliches Schlammbad mit Simones Familie. Ein liebevoll, atmosphärisches Bilderbuch ab 4 Jahren, Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Simone von Nikolaus Heidelbach

Rezension - Generation Glücklich: Dein Handbuch für mehr Spaß und Freiheit in einer Welt voller Bildschirme von Jonathan Haidt und Catherine Price

Stell dir vor, du wächst auf in einer Welt voller Smartphones , Likes und endlosem Scrollen, als wäre das Handy an der Hand festgewachsen. Das Handy ist das Erste, was du morgens, und das Letzte, was du abends anschaust – ganz schön viel für ein Kind, oder? «Generation Glücklich» richtet sich an Kinder zwischen 9 und 12 Jahren, die genau in dieser Welt ihren eigenen Platz finden wollen – ohne sich dabei virtuell selbst zu verlieren. Medienkompetenz , Selbstsicherheit, Selbstständigkeit im Umgang mit Medien – Fallstricke kennenlernen, Mechanismen auf Social Media verstehen an Hand von Comics und Übungen. Zu verstehen, wie Social Media funktioniert und wie sie das Gehirn verändert . Empfehlung!  Weiter zur Rezension:     Generation Glücklich: Dein Handbuch für mehr Spaß und Freiheit in einer Welt voller Bildschirme von Jonathan Haidt und Catherine Price

Rezension - Die Kathedrale der Vögel von Wieland Freund

  Er hat das Haar eines Raben und die Augen eines Uhus: Munk. Und in seinen Träumen sieht er die Toten. Munk lebt mit seiner Schwester Enna auf der kleinen Insel Nyt. Eines Tages holen ihn die Schergen des tyrannischen Greifen von Amser ab, bringen ihn auf die Burg, wo er als Falkner arbeiten muss. Die Greifenkriegerin Magwit ist sehr interessiert an dem Jungen. Munk besitzt besondere Fähigkeiten, er ist einer der wenigen, die die Vogel- und Menschenwelt vereinigt. Während seine Schwester sich trotz Warnung von Magwit auf die Suche nach ihm macht, entdeckt Munk tief im Burgberg ein grauenvolles Geheimnis ... Weiter zur Rezension:    Die Kathedrale der Vögel von Wieland Freund