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Rezension - Neue Irre - Wir behandeln die Falschen von Manfred Lütz

  Eine heitere Seelenkunde. Auf dem neuesten Stand der Forschung Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz, ist nicht nur Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, er hat auch Philosophie und katholische Theologie studiert, was diesem «Sachbuch» deutlich zu erkennen ist. Ich werde meine Rezension in der Bewertung hauptsächlich darauf ausrichten, mit welcher Intension Manfred Lütz das Buch meiner Meinung nach geschrieben hat – für absolute Laien. Fachleute werden an vielen Stellen aufschreien, widersprechen, vieles so gar nicht humorig empfinden, das Ganze als pauschal und übertrieben und oberflächlich abhaken: Im Plauderton Psychiatrie im Schnelldurchgang. Die Stärke dieses Buchs ist eben der amüsante Plauderton, für jedermann verständlich, denn in der Hauptsache geht es um Akzeptanz. - Aber genau das ist auch das Problem mit diesem Buch. Weiter zur Rezension:    Neue Irre - Wir behandeln die Falschen von Manfred Lütz

Rezension - Der Schwur von Sunil Mann

  Marisa Greco, ehemalige Flugbegleiterin und Bashir Berisha, Türsteher und Privatdetektiv, gründen in Zürich eine Agentur: Aufträge erledigen, die Menschen ungern abwickeln. Kaum gestartet, sollen sie für die Nigerianerin Joy einen Koffer aus einer Wohnung holen, in dem sich ihr Pass befindet, den ihre Zuhälterin einkassiert hatten. Joys vierzehnjährige Schwester Faith ist an die gleichen Menschenhändler geraten wie sie damals, und sie muss Faith abfangen, bevor sie in Zürich weggesperrt wird. Dort gibt es zwei rosa Koffer. Bashir greift sich beide und damit nimmt der Ärger seinen Lauf. Hochspannung, komplexe Story durch Mehrperspektivität – die Thematik ist sauber recherchiert, gnadenlos auf den Punkt gebracht! Prostitution, Menschenhandel, Drogenhandel, Organhandel, Aberglauben und Schweizer Politik gehen Hand in Hand beim Flüchtlingsthema. Klasse. Weiter zur Rezension: Der Schwur von Sunil Mann

Rezension - Mein Lachen und Weinen von Maryse Condé

  Die Kindheitserinnerungen der Nobelpreisträgerin Maryse Condé aus Guadeloupe aus den vierziger und fünfziger Jahren sind in diesem Band als Kurzgeschichten erschienen. Sie wächst in einer Beamtenfamilie der schwarzen Oberschicht auf. Die Zwänge ihrer Gesellschaft und Rassenkonflikte lassen sie rebellieren. Ihre Eltern fühlen sich als privilegierte «Grands Nègres», als vollwertige Franzosen, das Heimatland ist Frankreich – obwohl sie in der Kolonie Guadeloupe geboren sind, hier ihre familiären Wurzeln haben. Maryse fühlt sich in der «Hauptstadt» Paris nicht wohl. Im Nachkriegs-Paris sehen die Leute anders aus, nämlich weiß, aber nicht nur wegen der Hautfarbe fällt die Familie auf. Und die Afrikaner sprechen gut französisch, stellen die Pariser fest … Frankophonie, Rassismus, Dekolonialisierung sind die Themen, die hier fein mitschwingen. Weiter zur Rezension:   Mein Lachen und Weinen von Maryse Condé

Rezension - Fingerstempeln - Kratzbücher - Samtmalbücher

  Ein Fingerabdruck hier, ein paar Striche dort – mehr braucht es nicht: Schon schwimmen lustige Meeresbewohner umher, U-Boote gehen auf Tauchgang und fröhliche Seeotter suchen nach Futter. Dieses Buch zeigt Schritt für Schritt, wie leicht man aus Fingerabdrücken lebendige Figuren entwickeln kann! Kratzbücher, Samtmalbücher – verschiedene Techniken, sich die Zeit zu vertreiben. Hier stelle ich Kreativbücher vor. Beschäftigungsbücher für verschiedene Altersstufen von 3 Jahren bis Grundschule. Weiter zur Rezension:    Fingerstempeln - Kratzbücher - Samtmalbücher

Rezension - Der Schneeflockensammler von Robert Schneider und Linda Wolfsgruber

  Eine wunderschön poetisch geschriebene Geschichte über einen verträumten Jungen, der viel Zeit mit Nachdenken verbringt und fasziniert ist von den kleinen Dingen der Welt im Lauf der Jahreszeiten: den Eigenheiten der Blätter, der Steine und der Schneekristalle, die ihn besonders begeistern. Immer wieder entrückt Wilson Bently bei der Arbeit, beschäftigt sich mit den Details der Natur. Schau dir das Ulmenblatt an, es hat die gleiche Form wie der Baum, in der Mitte der Stamm, die Verästelung der Blattadern, wie ein kleiner Baum. Schneekristalle begeistern ihn. Wilson Bently ist eine reale Person – es ist eine Biografie. Linda Wolfsgruber taucht die Erzählung in winterliches Blau-Weiß ein, Grafiken, die sich in die Tonalität von Robert Schneider einpassen. Empfehlung! Bilderbuch ab 5 Jahren. Weiter zur Rezension:    Der Schneeflockensammler von Robert Schneider und Linda Wolfsgruber

Rezension - Vincents Sternennacht von Michael Bird und Kate Evans

  Kunstgeschichte für Kinder und Jugendliche als Erzählungen verpackt. Michael Bird erzählt Geschichten, mal spricht er mit der Stimme des Künstlers, ein anderes Mal berichtet er über die Zeit, die Menschen, ihre Vorstellungen. Künstler spiegeln ihre Zeit oder sind ihr voraus. Ein Buch über Künstler für Kinder und Jugendliche, die sich für Kunst interessieren. Angefangen mit prähistorischen Höhlenmalereien bis zu heutigen Künstlern gibt das Buch einen guten Eindruck über die Entwicklung von Kunst und die Intension, wie etwas entsteht, die Veränderungen von Darstellung und Technik – Geschichte inbegriffen. Ein Allage-Buch über Malerei, fast wie ein Lexikon.  Weiter zur Rezension:    Vincents Sternennacht von Michael Bird und Kate Evans

Rezension - STERNEKÜCHE KANN JEDER! von Benedikt Faust

  Sterneküche für zu Hause: Raffinierte Rezepte mit tollen Zutaten und großer Wirkung Gleich vorweg, das Kochbuch trägt den falschen Titel. Eigentlich müsste es heißen, wie ich mit Deko und Schischi so tun kann, als könnte ich im Sternebereich der Küche mithalten. Einfach und günstig  ist das Motto. Aber genau das ist Sterneküche nicht! Wer meint, mit TK-Spinat, Knabber-Fischli, Eiersalat aus der Packung und Babybrei der Sterneküche anzugehören, der verliert meinen Respekt. Eins treibt mich nach der Lektüre von diesem Buch immer noch um: Über wen wollte sich Benedikt Faust mit dieser Persiflage von Kochbuch eigentlich lustig machen? Über Kollegen oder Hobbyköche? Weiter zur Rezension:    STERNEKÜCHE KANN JEDER! von Benedikt Faust

Rezension - Sprache und Sein von Kübra Gümüsay

  Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass dieses Buch sich mit Sprache beschäftigt. Aber letztendlich steht Kübra Gümüsay im Mittelpunkt, ihr Problem mit Anerkennung in der Gesellschaft. Sie gibt eine Menge Anekdoten aus ihrem Leben preis. Dies ist ein emotionales Essay über Rassismus, ein persönliches, was ich als solches akzeptiere, die Sicht der Autorin. Es gibt ein paar interessante Denkanstöße, aber letztendlich nichts Neues. Rassismus darf nicht sein, aber jeder von uns tappt, vielleicht auch mal unbewusst, in die Falle. Sensibilisieren, aufmerksam sein! Allerdings mit Sprachwissenschaft hat dieses Buch weniger zu tun. Leider. Hier geht es um Vorurteile, Diskriminierungen und Stereotype – wobei die Autorin das auch selbst gegen andere anwendet und sich häufig selbst widerspricht.  Weiter zur Rezension:    Sprache und Sein von Kübra Gümüsay

Rezension - Märzgefallene von Volker Kutscher

Rezension von Sabine Ibing Gereon Raths fünfter Fall Sprecher: David Nathan Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 20 Std. und 31 Min. Für mich der erste Fall von Gereon Rath, es ist aber der Fünfte, und für mich ist klar, es wird für mich weitergehen mit Rath. Der Plot ist nach Berlin in die Zwischenkriegszeit gelegt, 1933, Hitler ist Reichskanzler und die Braunen nehmen überall mächtige Positionen ein, auch bei der Polizei. Ein Obdachloser ist erstochen am Nollendorfplatz gefunden worden. Seine Vorgeschichte führt zurück in den Ersten Weltkrieg, in den März 1917: «Operation Alberich». Ein eiskalter Schauer läuft einem bei diesem Stoff über den Rücken, so erbarmungslos einfühlsam transportiert Kutscher den Leser / Hörer zurück in diese Zeit. Gewalt ist an der Tagesordnung. Kutschers erste Gereon-Rath-Romane wurden unter dem Titel «Babylon Berlin» verfilmt. Weiter zur Rezension:   Märzgefallene von Volker Kutscher 

Rezension - Hotel du Lac von Anita Brookner

  Ende September, Nachsaison am Genfer See in der Schweiz. Edith, Ende dreißig, bezieht ihr Hotelzimmer: Neben der Tristesse des nebligen Ausblicks, ist sämtliches Interieur ihres Zimmers in der Farbe von gekochtem Kalbfleisch gehalten. Man hatte sie gebeten, sich eine Auszeit von London zu nehmen, denn die Schriftstellerin hat etwas angestellt – etwas, das Frau nicht tun darf … in der Mitte des Romans erfahren wir, was sie «falsch» gemacht hat. 1984 erhielt Anita Brookner (1928 – 2016) für «Hotel du Lac» den Booker-Preis. Und der Roman liest sich auch noch heute wunderbar. Hier in der «Besserungsaufenthalt» beobachtet Edith die Hotelgäste, im Wiederholen der Rituale tagein, tagaus.  Weiter zur Rezension:   Hotel du Lac von Anita Brookner