Direkt zum Hauptbereich

Wundertier Schwamm von Ninon Ammann - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing


Wundertier Schwamm 

von Ninon Ammann


Wer weiß, was ein Schwamm ist? Nicht der Badewannenschwamm – der im Meer. Nicht so genau? Dabei sind diese Tiere älter als die Dinosaurier. Und wie sehen sie aus? Wie ein Badeschwamm? Auch. Es gibt sehr unterschiedliche Arten, die fingerförmigen, die Röhrenschwämme, aufsitzende Bohrschwämme, weiche (ohne Skelett), runde, wie die Meerorange, tütenartige, wie den Neptunschwamm, vasenartige, wie den Tonnenschwamm. Ach, übrigens, der Schwamm ist ein Tier, wirklich! Schwämme sind eine Filteranlage des Meeres, sie reinigen das Meerwasser von Trübstoffen, sind somit sind sie auch die Apotheke des Meeres und speichern CO₂. Es gibt noch eine Menge Interessantes über Schwämme zu lesen in diesem Sachbilderbuch. Delfine nutzen Schwämme …



Mich hat das Bilderbuch beeindruckt, da ich eine Menge über Schwämme gelernt habe, besonders, wie wichtig diese Tiere für unsere Meere sind. Klar, dass man die Schwämme nicht auf die Badeschwämme reduzieren sollte, die heute mittlerweile angebaut werden – doch dieses kompakte Wissen hat auch mich noch erstaunen können. Meine Hochachtung vor dem Schwamm ist um 100 Prozent gestiegen.



Die Zeichnungen von Ninon Ammann sind detailliert und naturgetreu. Die Zeichenstiftstriche sind präzise und ich nehme mal an, dass einige Zeichnungen am PC nachgearbeitet wurden, denn sie haben den »Unterwasserblick«: Der Vordergrund ist auf den Punkt genau und der Hintergrund fällt in die diffuse, im Wasser so typische Sicht. Dies ist Kindersachbuch, das viel Wissenswertes zu Entstehung, Verbreitung, Formenvielfalt und Funktion von Schwämmen vermittelt. Sehr empfehlenswert! Die Altersangabe vom Atlantis Verlag, ab 6 Jahren, ist für dieses Kindersachbuch passend.




Ninon Ammann, geboren 1988 in Chur, lebt im Kanton St. Gallen. Sie hat die Ausbildung als Gestalterin in Zürich abgeschlossen. Danach arbeitete sie als Grafikerin in verschiedenen Kommunikations- und Werbeagenturen. 2014 – 2017 studierte sie Non-Fiction Illustration an der Hochschule Luzern, Design & Kunst. Das Kindersachbuch über Naturschwämme ist aus ihrer Bachelor-Arbeit entstanden. Ninnon Ammann wurde mit »Wundertier Schwamm« für die BIB 2019 - Biennale der Illustrationen Bratislava nominiert. Die BIB ist die wichtigste internationale Ausstellung von Bilderbüchern und fand erstmals 1967 statt. Die Jury der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur hat »Wundertier Schwamm« als Umweltbuch des Monats August 2019 empfohlen. Das Buch wurde ausgezeichnet mit dem EMYS – Monatlicher Sachbuchpreis aus Potsdam für Titel aus der Kinder- und Jugendliteratur.


Ninon Ammann 
Wundertier Schwamm
Sachbilderbuch
Atlantis Verlag, 2019, 40 Seiten, gebunden, 21.0 x 29.7 cm
Lesealter ab 6

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Franz – oder warum Antilopen nebeneinander laufen von Christoph Simon

Ein Schweizer Kultbuch von 2001, neuaufgelegt, ein Comming of age – Roman, schräg, amüsant, empathisch, spleenig. Franz ist einer, der weiß, dass er irgendwie die Schule überstehen muss, mit Abschluss, aber wozu das alles gut sein soll, hat er noch lange nicht kapiert. Schule ist irgendwie ein Stück Heimat, wenn nur der Unterricht nicht wäre. Ein typisches Jugendbuch, allerdings in einer Form, das auch Erwachsenen gefällt.

Hier geht es zur Rezension:   Franz – oder warum Antilopen nebeneinander laufen von Christoph Simon

Rezension - Licht im Dunkel von Hetty Krist

Ein wundervolles Kinderbuch, das ich beim Lychatz Verlag gefunden habe: Tom steigt hinab in die Tiefsee und lässt sich von verschiedenen Meeresbewohnern helfen, sein Armband zu finden, das ins Meer gefallen war.  Mit dabei Lampenfische, ein riesiger Riemenfisch, Periphylla, die Kronenqualle, Axolotls. Zeichnungen, die berühren – einfach hineinfallen lassen.

Weiter zur Rezension:   Licht im Dunkel von Hetty Krist 

Rezension - Bis ans Ende der Welt von Anita Ganeri und Michael Mullan

Auf den Spuren großer Entdecker Wir leben in einer Zeit, in der es eigentlich keinen neuen Fleck auf dieser Welt zu entdecken gibt. Jeder kann  für sich selbst Neues entdecken – aber nichts, das für den Rest der Welt noch unbekannt ist. Die Abenteurer aus diesem spannenden Buch lebten in einer Zeit vor uns, als es noch viel zu entdecken gab. Mutige Entdecker*innen erforschten unsere Erde, entdeckten neue Seewege, neue Länder: Hanno der Seefahrer, Zheng He, Marco Polo, Ibn Battuta, Zheng He, Christopher Columbus, Vasco de Gama, Ferdinand Magellan, Hernàn Cortés,  James Cook, Lewis und Clark, David Livingstone, Mary Kingsley, Robert E. Peary, Roald Amundsen, Ernest Shackleton, Amelia Earhart, Norgay und Hillary, Neil Armstrong, Ellen MacArthur. Ein sehr gelungenes Sachbuch f¨ür Kinder!

Weiter zur Rezension:   Bis ans Ende der Welt von Anita Ganeri und Michael Mullan

Rezension - D Chatz isch zur Sou – Tierweg 1 von Matto Kämpf und Yves Noyau

D Chatz isch zur Sou 
Tierweg 1 
Zwei als Kinderbücher ausgewiesene Exemplare, die mich erreichten – erreichten als gute Karikatur. Beide Bücher sind grafisch eine Wucht! Nicht nur in Farbe und künstlerischem Ausdruck – auch in der Heftigkeit. Karikatur muss dies tun! Mir haen die Bücher gut gefallen. Ob ich die Bücher Kindern in die Hand geben würde? Nein. Sie wären heillos überfordert – das ein oder andere sicher auch schockiert. Kinderbücher sollen genauso gesellschaftskritisch sein, wie Bücher für Erwachsene. Aber eben in der Form für Kinder verständlich und für Kinder visuell aufgearbeitet.

Weiter zur Rezension: D Chatz isch zur Sou – Tierweg 1 von Matto Kämpf und Yves Noyau

Rezension - Nature Sketching von Ueli Bieri

Mit Stift und Pinsel die Natur entdecken, der Schweizer Aquarellmaler lässt den Leser über die Schulter schauen. Er hat seine eigene Technik, die er über 200 Seiten lang präsentiert. Wer erwartet, er könne hier die verschiedenen Aquarelltechniken lernen, die man beim Nature Sketching anwenden kann, liegt falsch. Fauna und Flora in der Schweiz ist das Thema, sehr elegant und differenziert, aber auch sehr einseitig.

Weiter zur Rezension:   Nature Sketching von Ueli Bieri

Rezension - Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren von Ali Benjamins

Eins der besten Jugendbücher, die ich seit Jahren gelesen habe. Was heißt hier Jugendbuch? Ich würde es unter All-Age listen. Susy ist zwölf und ein Außenseiter in der Schule, denn sie interessiert sich weder für klavierspielende Katzen, noch Mode. Suzy ist an der Natur interessiert, will wissen, warum Dinge funktionieren. Sie hat eine einzige Freundin, Fanny. Und Fanny ertrinkt beim Schwimmen. Das kann nicht einfach so passieren! Irgendjemand muss Schuld sein, denkt Suzy. Ein philosophisches Buch über Freundschaft, Natur, unsere Welt, sehr empathisch, spannend, einer Suzy, die man gern haben muss, die den Leser aber auch an der Nase herumführen kann …
Hier geht es zur Rezension:   Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren von Ali Benjamins

Rezension - Unerhörte Stimmen von Elif Shafak

Leila, eine Prostituierte, liegt tot auf einer Müllhalde. Ihre Seele schwebt noch über dem Körper und sie blickt auf ihr Leben zurück – unfassbar, sie ist tot, ermordet, wie konnte es dazu kommen? Sie ist in den Fünfzigern im ostanatolischen Van geboren, streng religiös erzogen. Aber Leila will sich nicht fügen, flüchtet vor der Zwangsverheiratung nach Istanbul, um einen Job zu finden. Sie gerät aber sofort an die falschen Personen und landet als Prostituierte im Rotlichtmilieu.

Weiter zur Rezension:   Unerhörte Stimmen von Elif Shafak

Rezension - Nase bohren, Öhrchen kratzen! von Yayo Kawamura

Ein Fingerspielbuch für Kinder ab 18 Monaten. Schöne Gestaltung, Mitmachcharakter. So weit gefällt mir das Bilderbuch. Inhaltlich ist es nun gar nicht altersgerecht, hier verstehe ich den Sinn nicht.

Weiter zur Rezension:    Nase bohren, Öhrchen kratzen! von Yayo Kawamura

Rzension - Die Zeuginnen von Margaret Atwood

Sprecherinnen: Leslie Malton, Eva Meckbach, Inka Löwendorf, Vera Teltz, Julian MehneAudible, Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 13 Std. und 9 Min.
Vor 15 Jahren erschien die Dystopie »Der Report der Magd« und endete offen: »Und so steige ich hinauf, in die Dunkelheit dort drinnen oder ins Licht.« - der letzte Satz der Magd Desfred. Margaret Atwood hat nun die Fortsetzung des Romans herausgegeben – allerdings setzt das Buch nicht ans Ende des Vorgängers an, und der Roman ist in einem völlig anderen Stil geschrieben. Spannend aus drei Perspektiven zeigt die Dystopie uns, wie Gilead, eine Diktatur, ein Unrechtsstaat, funktioniert. Drei Frauen, die einen Staat ins Wanken bringen …

Weiter zur Rezension:   Die Zeuginnen von Margaret Atwood

Rezension - Lola von Melissa Scrivner Love

Der Thriller hat den Edgar Award erhalten – für mich amerikanische Literatur mit Mittelmaß. Es ist eine gute Milieustudie, das ist sehr gut herausgearbeitet: dreckige, arme Viertel, Gewalt, Drogen, Armut, eine Welt ohne Zukunft. Das Leben in einem Latinoviertel in Süden LA’s ist gut beschrieben, hat mir sehr gefallen. Hier hat das Buch seine absoluten atmosphärischen Stärken. Den Figuren allerdings bin ich nicht nahegekommen, nicht wirklich der ganzen Geschichte. Lola, die eine Gang anführt, allerdings im Hintergrund, weil sie eine Frau ist – offiziell ist ihr Lebenspartner Garcia der Chef, gerät in einen Bandenkrieg …

Weiter zur Rezension:   Lola von Melissa Scrivner Love