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Die Pfütze von Angelika Huber-Janisch - Rezension

Rezension 

von Sabine Ibing





Die Pfütze 


von Angelika Huber-Janisch 

Die Vielfalt einer verborgenen Welt entdecken 



Tiere und Pflanzen an Wasserlöchern, Tümpeln und Teichen – Pfützen wäre etwas untertrieben – dieses Kindersachbuch widmet sich dem Mikrokosmos von Biotopen und allem, was ihn ausmacht. Als Pfütze wird hier ein Gewässer beschrieben, das man in der freien Natur findet – eben etwas größer als eine Asphaltpfütze nach einem Regenguss. Kleine Biotope, die aus Regen- oder Schmelzwasser entstehen, oder Feuchtwiesen in Sümpfen und Mooren. Im Unterschied zu fließenden Gewässern oder Seen können sie auch einmal austrocknen. Und wer hätte gedacht, dass eine Pfütze mit so spannenden Bewohnern wie Urzeitkrebsen und Bärtierchen aufwarten kann, bis hin zu großen Bewohnern, und dass auch das Klima von Pfützen beeinflusst wird?




Was eine «Pfütze» von anderen Gewässern unterscheidet und warum es davon immer weniger gibt, wird ebenso beleuchtet wie der Kreislauf einer Pfütze und welche Lebewesen hier vorkommen. Außerdem werden im Buch verblüffende Anpassungen der Pfützen-Bewohner an ihren Lebensraum beschrieben und auch gezeigt, wie man Pfützen und kleine Wasserstellen selbst anlegen kann, um den Tieren und der Natur zu helfen. Es geht los mit den kleinsten Bewohnern, die für unser Auge nicht sichtbar sind: Urzeitkrebse und Bärtierchen, Pantoffeltierchen, Rädertierchen, Wasserflöhe usw. Eine Menge Spinnenarten und Insekten wohnen hier. Kröten, Frösche, Schlangen, Salamander, Wasserschnecken, Wasserskorpione, Käfer, Libellen Schmetterlinge und Wildbienen sind hier zu Hause und auch die Vogelwelt benötigt diese Pfützen. Vögel trinken, finden Nahrung, Schwalben benötigen den Schlamm, um Nester zu bauen. Ohne Pfützen – weniger Schwalben und Spatzen! Frösche legen ihren Laich ab, der hier heranwächst, Insekten ihre Eier und Larven – was in dem Kapitel Kinderstube erklärt wird – und natürlich die Nahrungskette, die hieraus entsteht. Jede Doppelseite behandelt ein Thema. Wie atmen Lurche? Was passiert, wenn eine Pfütze austrocknet? Wieso können Insekten auf dem Wasser laufen? Warum haben die Gelbbauchunken einen gelb-schwarzen Bauch? Was passiert mit den Siedlern einer Pfütze, wenn sie zufriert?








Ein Sachbilderbuch, das einen Bereich unserer direkten Umwelt ausleuchtet, den wir kaum wahrnehmen. Aber hier gibt es viel für kleine Naturforscher zu entdecken. Fressen und gefressen werden gilt auch für ein kleines Biotop, das in der Nahrungskette enorm wichtig ist. Am Ende erhalten die Kinder den Tipp, sich die allerkleinsten Bewohner mit dem Mikroskop anzuschauen. Das Mikrokopieren wird hier erklärt. Angelika Huber-Janisch fordert die Kinder auf, selbst Naturschützer zu sein und Pfützen und Biotope im eigenen Garten anzulegen, um Tieren und der Natur zu helfen. Und sie erklärt, warum diese kleinen Lebensbereiche so wichtig sind, was sie mit dem Klima zu tun haben. Annette Zacharias hat das Ganze sehr lebensnah illustriert. Die meisten Seiten sind in hellem Blau gestaltet, die Tiere tummeln sich um den Text herum. Es gibt eine Menge Sachinformation – die kindgerecht gestaltet ist  – und darum gibt der Knesebeck Verlag eine Altersempfehlung ab 8 Jahren. Ein informatives Kinderbuch für Grundschüler, die an der Natur interessiert sind. Mir hat es gut gefallen, insbesondere, da es sich mit den Tieren vor unserer Haustür beschäftigt und erklärt, wie wichtig Biotope für uns sind. Das Buch hat einen Aufforderungscharakter, sich diesen Bereich unserer Natur genau anzuschauen, sich damit auseinanderzusetzen. Mit dem Fernglas und dem Becherglas unterwegs, mikroskopieren! Meine Empfehlung auf jeden Fall!





Dr. Angelika Huber-Janisch wuchs in einem kleinen oberbayerischen Dorf auf und lebt heute mit ihrem Mann in der Nähe von Landshut. Die Leidenschaft fürs Schreiben hat sie auch nach ihrem Biologiestudium nie losgelassen. Seit über 20 Jahren schreibt sie Artikel für verschiedene Zeitschriften. 2010 wurde sie mit dem Deutschen Preis für Naturjournalismus, Sonderpreis „Der Wilde Rabe“, für Veröffentlichungen in Kinder- und Jugendmedien ausgezeichnet.

Annette Zacharias lebt und arbeitet als freiberufliche Designerin in Berlin und an der Ostsee. Die beiden gegensätzlichen Orte inspirieren ihre Arbeit maßgeblich. Als Freelancerin sowie im Agenturalltag entstanden neben Illustration und konzeptioneller Entwurfsarbeit: Logos, Webseiten, CI, Storyboards, Fotografien, Bühnenbilder und klassische Produkte. Die Vermittlung von Gestaltung liegt ihr sehr am Herzen, ob für Studierende im Rahmen von Lehraufträgen oder als fächerübergreifende Projekte an Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen.





Angelika Huber-Janisch, Annette Zacharias
Die Pfütze
Die Vielfalt einer verborgenen Welt entdecken
Kinderbuch, Sachkinderbuch, Sachbilderbuch, Natur, Tierkunde, Biotop, Kinder- und Jugendliteratur
Hardcover, 64 Seiten, 24.6 x 33.0 cm
Knesebeck Verlag
Altersempfehlung: ab 8 Jahren






Lena Anlauf, Vitali Konstantinov
Geniale Nasen
Eine kuriose Tiersammlung
Kinderbuch, Sachkinderbuch, Sachbilderbuch, Makrosmaten, Geruchssinn, Tierkunde, Natur, Kinder- und Jugendliteratur, Bilderbuch, Bilby
Hardcover, 64 Seiten, 23,3 × 28 cm
Nord-Süd Verlag, 2023
Altersempfehlung: ab 5 Jahren





Kinder- und Jugendbücher zum Thema Natur

Die Natur fasziniert uns jeden Tag auf Neue. Es gibt so viel zu lernen. Pflanzen, Tiere, Landschaften. Viele Orte, Pflanzen oder Tiere werden wir nie kennenlernen. Aber zum Glück gibt es Bücher, die uns die Schönheiten und Besonderheiten unserer Welt erklären und zeigen. Hier meine Tipps zu Kinder- und Jugendbüchern, die sich mit der Natur beschäftigen:   Kinder- und Jugendbücher zum Thema Natur








Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
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