Direkt zum Hauptbereich

The New York Times: Das Kochbuch von Sam Sifton - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



The New York Times: Das Kochbuch
von Sam Sifton

Kochen ohne Rezepte
100 Inspirationen für die kreative Küche


Sie brauchen kein Rezept.


Früher hat Sam Sifton nach Rezeptbuch gekocht, dazu jeden Tag frisch alle Zutaten eingekauft. Das ist zeitintensiv und manchmal hat man eben diese nicht oder keine Lust. Dann zaubert man etwas aus seinem Vorrat zusammen. Improvisieren ist in! Dafür braucht man kein Rezept! Sam begann «bevorzugte Küchenbegleiter» wie Gewürze, Knoblauch, Hülsenfrüchte, Mehl, Eier, Milchprodukte, Grundnahrungsmittel und Dosenware zu lagern und beim Kochen zu kombinieren, rein in die Pfanne, in den Topf, was zusammenpassen mag. Dosentomaten und anderes Gemüse, Olivenöl, Knoblauch, Mozzarella, Parmesan und diverse Käsesorten, Brot, (gern auch alt), Toast, Quesadillas, Tacos, Schinken Würzsaucen und -pasten sind hier der Grundstock. Grundsätzliches Verständnis vom Kochen sollte man besitzen. Dieses Kochbuch ist ein Ort der Inspiration. Sam gibt die Zutaten vor, beschreibt, was er damit fabriziert hat, das Foto als Endprodukt und am Ende gibt es Tipps und Variationsmöglichkeiten. Amerika ist ein Einwanderungsland, und genau das kommt zum Ausdruck. Verschiedene Kulturen mischen sich auf einem Teller zu neuen Gerichten zusammen. Gegenseitige Inspiration nennt man das – nicht kulturelle Aneignung!



Schnelle Fischsuppe


Alles beginnt mit dem Frühstück: «Erdnussbutter-Smothie» mit Bananen, Milch und Erdnussbutter; «Gekühlte Orangen mit Joghurt» (Braucht man dazu ein Rezept?); und einigen Varianten die süß-salzig variiert sind, wie «Kaya-Toast mit Eiern». Kaya musst ich googeln, es ist eine Kokosmarmelade heimisch in südostasiatischen Ländern wie Malaysia, Indonesien, den Philippinen oder Singapur, auch bei uns zu erhalten. Alternativ kann man jede Marmelade nehmen, so der Tipp, die dick zwischen zwei Toasthälften geschmiert wird und dazu gekochte Eier, die geviertelt in Sojasoße mit weißem Pfeffer gewälzt in einer Schüssel dazu gereicht werden. «Gegrillter Taleggio mit Honig und Spiegelei» finden wir unter «Suppen, Sandwiches, Abendessen», wobei dies Kapitel ähnlich dem Frühstück gestaltet und gegenseitig austauschbar ist. Hier gibt es diese typisch amerikanischen Variationen wie «Erdnussbuttersandwich mit Sriracha und Gewürzgurken». Sriracha kennt jeder, es ist diese sehr scharfe Chilisoße mit dem spitzen grünen Deckel. Es gibt eine Menge Banales, wie ein Toast mit Mayonnaise bestreichen, Tomatenscheiben drauf, was man bei Bedarf mit Mozzarella und Basilikum ausbauen kann. Braucht es dazu ein Rezept? Oder Pilze braten und dazu Baguette essen oder selbige mit Sahne und Senf anreichern, auf Toast mit Spiegelei.



Salat mit gerösteten Süßkartoffeln


Die Blumenkohlsuppe werde ich ausprobieren: diesen mit Olivenöl, Pfeffer, Salz im Ofen bei 200 Grad weich garen, mit Artischockenherzen aus der Dose, Milch und Brühe pürieren, geriebenen Parmesan dazu. Die schnelle Fischsuppe liest sich lecker an. Weniger geschmackvoll: Eine typische asiatische Instant-Nudelsuppe aus der Tüte mit heißem Wasser übergießen, ein Ei und Kräuter einrühren. New Yorker «Spiedies» entstammen der italienischen Küche – marinierte Fleischspieße. Hier gibt es ein Rezept, bei dem das Fleisch in einer Bloody Mary mariniert wird. Es gibt einfache Salatvorschläge, wie den «Salat aus gerösteten Süßkartoffeln» oder der «Zucchinisalat mit Joghurt und Kräutern». Zucchini in dünne Scheiben schneiden, salzen, pfeffern und mit Zitronensaft und abgeriebener Zitronenschale vermengen, Joghurt hinzufügen und verrühren, Petersilie, Minze, Samen oder Nüsse darüberstreuen, etwas Parmesan darüber reiben.

Es gibt ein paar Grünkohlrezepte, diverses mit Gemüse wie «Brokkoli mit Schinken und geschmolzenem Käse», «Mit Miso glasierte Auberginen mit Reis», interessant die «Spargel-Boursin-Tarte» aus TK-Blätterteig, Spargel, Boursin-Käse und Rucola; Ideen zu gefüllten Taccos. Beim «Reis-Bohnen-Allerlei» gibt man Dosengemüse (hier die roten Bohnen) auf den Reis mit Schinkenspeck und Gewürzen – Cowboy meets Asia. In diese Richtung gibt es einiges. Das orientalische Pilaw wird hier mit Trockenfrüchten und Mandelblättchen arrangiert, zum fertigen Brathuhn gereicht. Geratener Reis mit TK-Gemüse, und noch «leckerer»: gebratener Reis mit Ketchup und Kimchi, angereichert mit Frühlingszwiebeln, Karotten und Knoblauch. Fertige Ravioli mit Entenleber-Mouse- Soße, «Pasta mit Wurst und Salbei», mit Blauschimmelkäse und Walnüssen oder mit Kichererbsen, Amatriciana, Putanesca, bekanntes aus der italienischen Küche – wobei die Soßen hier solange köcheln, wie die Pasta braucht ... Es gibt einiges mehr an Pastagerichten. 



Gebratene Jakobsmuscheln mit Petersiliensalat


Gebratene Garnelen, oder mit Worshestershire-Soße und Sahne, Jakobsmuschelsalat, oder mit Miso glasiert gebraten auf Reis; «Gedämpfte Miesmuscheln mit Tomaten und Chorizo», Kabeljaufrikadellen, «Gebackener Fisch mit Soja, Ingwer und Frühlingszwiebeln», es gibt eine Menge Fisch- und Meeresfrüchterezepte, die es auszuprobieren lohnt. Mariniert, gebraten, mit Majo, mit scharfer Barbecue-Soße, der Lachs hat einiges zu bieten. «Teriyaki-Lachs mit grünem Salat»; dazu schreibt Sam Swifton: «Na gut, es ist kein echtes Teriyaki-Gericht, aber es ist dennoch verdammt gut. Es ruft das Geschmackserlebnis hervor, so wie einen ein Bild von einem Lavendelfeld an die Provence erinnert. Servieren Sie Reis dazu.» Na ja – Diese aufgekochte, angedickte Sojasoße erinnert mich garantiert nicht an Frankreich oder Lavendelfelder. War Sam schon einmal in Frankreich?



Supereinfaches Teriyaki-Hähnchen


Beim Fleisch steht Hähnchen an wichtigster Stelle. «Panzarella mit Grillhähnchen», beim «Supereinfaches Teriyaki-Hähnchen» wird erwähnt, dass man keine richtige Teriyaki-Sauce benötigt und auch das Fleisch nicht stundenlang einlegen muss. Aus Sojasoße, Knoblauch, Ingwer, Zimt eine Soße herstellen, die man zum fertigen Brathähnchen gibt. Hühnchenfleisch mit Tomaten und Gewürzen in den Schnellkochtopf geben und auf Tacos servieren. «Melasse Brathähnchen», «Pfannenhähnchen mit Gemüse und Wein» und dazu Couscous, überbackene Schenkel mit Tomatensoße und Mozzarella, oder «Schnell gegartes Hühnchen: Während das Hähnchen brät, kochen Sie Reis oder ein paar Kartoffeln. Auch ein Salat oder gedämpftes grünes Gemüse passen perfekt». Ein kleines Kapitel zeigt andere Fleischsorten wie Lammkotelett, Schweinekotelett. «Smashed Potats» haben mir gefallen, die frei nach Gusto belegt werden: Im Backofen garen, herausnehmen, plattdrücken und mit Gemüse, Speck usw. belegen, Käse obern drauf, zurück kurz in den Ofen, mit Joghurt, Sahne usw. bekleckern. Es folgen Hack-Gerichte. 


Gebackene Bananen mit Vanilleeis, «Erdbeereis mit heißer Schokoladensauce» und andere Desserts geben den Abschluss, wobei das Eis meist aus dem Supermarkt stammt. Ein Kochbuch mit simplen Gerichten für Menschen, bei denen es auch mal schnell gehen muss. Gerichte, die aus dem Vorratsschrank zusammengestellt werden, bzw. mit einem frischen Teil (kann auch gefroren sein). Gute Ideen für den Fall, dass man das Haus nicht verlassen kann oder will. Vorratshaltung mit haltbaren Lebensmitteln ist eine wichtige Voraussetzung – und dann gemütlich die Beine hochlegen. Hier hat die Weltküche Einhalt gezogen, wird kombiniert: Pasta, Tacos, Reis, Kartoffeln, Sojasoße, Erdnussbutter, Kimchi, Kaya, Mozzarella, Taleggio, Jalapeño, Sriracha, Sahne, Worshestershire-Soße. Für mich persönlich war vieles vielleicht zu amerikanisch; zu einfach, zu banal, um es zu erwähnen, zu pampig, zu süß, zu fettig, zu schnell auf den Tisch gebracht, zu viel Fleisch. Das Frische liegt mir mehr. Aber falls man mal eingesperrt ist, kann man auf das Buch zurückgreifen. Einige Gerichte haben mir aber gut gefallen, insbesondere Salate und Fischgerichte.


Sam Sifton ist stellvertretender «Managing Editor» bei der «New York Times» und für die Ressorts Kultur und Lifestyle zuständig. Zudem ist er Redakteur für Food-Themen bei der »Times« und Kolumnist des «New York Times Magazine». Als Restaurantkritiker hat er einige kulinarische Erfahrungen gesammelt, die ihm auch als Autor von Kochbüchern zugutekommen.


Ausprobiert:

Die Smashed Potatos, die im Ofen gegart werden, plattgedrückt und belegt - Käse sollte dabei sein, egal welcher, z.B. Gorgonzola und Spinat, kross gebratener Bacon usw. Noch mal rein in den Ofen. Mit Joghurttopping servieren. Hier mit Olivenöl und zerdrücktem Knoblauch und Salz bestrichen, mit würzigem Schweizer Almkäse belegt, Tomaten obendrauf - was auch immer euch einfällt. Als Topping hatte ich griechischen Joghurt mit frischer Minze.







Sam Sifton
The New York Times: Das Kochbuch. Kochen ohne Rezepte
100 Inspirationen für die kreative Küche
Sachbuch, Kochbuch, Rezepte, Kulinarisch, Amerikanische Küche.,USA, New York Times
Hardcover, 256 Seiten, Lesebändchen, 19,3 x 26,1 cm, ca. 120 Abbildungen
Christian Verlag, 2022




Kulinarische Bücher 

Kochbücher, Backbücher und alles rund um Lebensmittel findet sich kompakt auf dieser Seite. Auch Genussromane, soweit ich welche lese. Schleckermäulchen also hierher klicken:

Sachbücher

Hier stelle ich Sachbücher vor, die im Prinzip nichts mit Fachliteratur zu tun haben. Eben Sachbücher jeder Art, die ein breites Publikum interessieren könnte.
Sachbücher

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Ethnobotanik von Sarah Edwards

  Intro mit KI entwickelt Eine Pflanze ist niemals nur eine Pflanze! Hamamelis , die Zaubernuss, wird beispielsweise bei Hautreizungen und Entzündungen eingesetzt. Ihre Wirkstoffe finden sich heute weltweit in Salben und anderen Arzneimitteln. Das Wissen darüber ist allerdings sehr viel älter als die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Pflanze. Oder die Alraune , die in fast jedem Fantasy-Schmöker eingesetzt wird.  Und damit kommt Edwards zu einem Aspekt, den ich besonders interessant finde: Wem gehört dieses Wissen? Weiter zur Rezension:    Ethnobotanik von Sarah Edwards

Rezension - Schranken gehen auf von Eva Opitz

  Intro mit KI erstellt Bei diesem historischen Roman hatte ich nach dem Klappentext eine ziemlich klare Vorstellung davon, was mich erwartet: Die Geschichte einer Jüdin , die unter dem NS-Regime ihre Heimat verlassen muss – da denkt man unweigerlich an Verfolgung, Angst, eine gefährliche Flucht und an ein Leben, das von einem Tag auf den anderen aus den Fugen gerät. Genau diese Geschichte habe ich nicht erhalten. Natürlich hatte Elisabeth kein leichtes Leben, aber im Ausland war sie nicht den Repressalien ausgesetzt, die ich erwartet hatte. Zudem fehlt sie erzählerische Kraft der Geschichte.  Weiter zur Rezension:    Schranken gehen auf von Eva Opitz

Rezension - Reservoir Bitches von Dahlia de la Cerda

Intro erstellt mit KI Wütend, laut, brutal – und verdammt gut. Schon der Titel macht klar, dass dies kein Buch ist, das es sich nicht um einen romantischen Liebesroman handelt. Dahlia de la Cerda schreibt über Frauen in Mexiko , über Gewalt, Armut, Klasse, Abtreibung, Drogen und Femizide – und über eine Gesellschaft, in der es einen gewaltigen Unterschied macht, auf welcher Seite der Gesellschaft man geboren wird. Kurzgeschichten, die ein Geflecht bilden. Ein Noir , Kriminalliteratur , Gesellschaftsroman , nichts für schwache Nerven. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Reservoir Bitches von Dahlia de la Cerda

Rezension - Viper‘s Dream von Jake Lamar

Intro erstellt mit KI New York , 1961. Clyde Morton , genannt Viper, hat gerade seinen dritten Mord begangen, den ersten, den er bereut. Doch anstatt zu fliehen – sein Kontaktmann bei der Polizei hat ihm drei Stunden gegeben –, besucht er im Cathouse  Nica, die Baroness Pannonica de Koenigswarter . Hier denkt er über sein Leben nach, seine drei Wünsche, die Schutzpatronin der New Yorker Jazzszene ihm aufgetragen, aufzuschreiben, wie allen Jazzmusikern, die bei ihr ein- und ausgehen. ein Noir Kriminalroman , ein Gangsterroman , Kriminalliteratur, im Rhythmus des Jazz und im Rauch von Marihuana - ein Harlem , das mit dem Heroin abstürzt. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Viper‘s Dream von Jake Lamar

Rezension - Guten Morgen - Gute Nacht von Johanna Schaible

Intro erstellt mit KI   Die Reise von Sonne und Mond – 24 Stunden, die alle Menschen verbinden. Ein Wendebuch mit atmosphärischer Gestaltung. Eine Geschichte über das, was uns alle auf der Welt verbindet – die Dämmerung am Morgen die am Abend; die Veränderung des Lebens im Tageszyklus . Dieses Bilderbuch zeigt uns, was in 24 Stunden überall auf der Welt passiert: Die Sonne geht auf, ein neuer Tag beginnt, und wir stehen auf. Am Abend beginnt es zu dämmern und wir bereiten uns für die Nacht vor. Ein wundervolles atmösphärisches Bilderbuch ab 4 Jahren zum Schauen, fühlen und sprechen. Empfehlung – ein Kinderbuch zum Entspannen! Weiter zur Rezension:    Guten Morgen - Gute Nacht von Johanna Schaible

Rezension - Das Glück liegt hinter der Hecke von Sara Pennypacker

Intro erstellt mit KI   Leeva  lebt in einem Haus mit ihren profitüchtigen Eltern zusammen, für die nur Geld und Ruhm etwas bedeuten. Sie darf das Haus, bzw. den Garten nicht verlassen, wächst völlig vernachlässigt auf. Ihre Neugier und ihr Wunsch auf den Blick hinter die Gartenhecke lässt sie die Verbote vergessen und sie büchst aus, schleicht ins nächstgelegene Haus: die Stadtbibliothek . Welch wundersame Welt sie draußen findet! Menschen, die sie mögen, mit denen sie Freundschaft schließt. Davon handelt dieses herrliche Kinderbuch, begleitet vom Duft von Ingwerkeksen – eine Befreiung aus der Zwangswelt. Ein charmantes Buch, witzig, eine zärtliche Hommage an die Kraft von Beharrlichkeit, Gemeinschaft und Freundschaft. Weiter zur Rezension:    Das Glück liegt hinter der Hecke von Sara Pennypacker

Rezension - Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos

  Intro mit KI erstellt Christelle Dabos entwirft in in diesem Jugendroman eine Gesellschaft, in der nicht das Ich, sondern das Wir zählt. Jeder Mensch besitzt einen Instinkt, eine angeborene Bestimmung, mit der er der Gemeinschaft dient. Es gibt Beschützer, Vertraute, Reparierer und zahlreiche weitere Funktionen. Persönliche Wünsche haben sich diesem System unterzuordnen, Individualität ist nicht vorgesehen. Ich habe mich durch den Wälzer hindurchgequält, der in Komplexität, Sprache und und Auswälzug sehr anstrengend ist. Daher von mir für das Jugendbuch, eine Dystopie, die Empfehlung: ab 16 Jahren, vom Verlag ab 14 Jahren. Weiter zur Rezension:    Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos 

Rezension - Die Frau als Mensch von Ulli Lust

  Intro mit KI erstellt Wie viel können wir über Menschen wissen, die vor 30.000 Jahren gelebt haben? Wir finden ihre Werkzeuge, ihre Gräber, ihre Kunst und einige wenige Spuren ihres Alltags. Aber wir wissen nicht, was sie glaubten, welche Geschichten sie sich erzählten und welche Bedeutung sie den Dingen gaben, die sie hinterlassen haben. Genau in diesen Zwischenraum zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und dem, was wir nur vermuten können, begibt sich Ulli Lust in Sachcomic . Weiter zur Rezension:    Die Frau als Mensch von Ulli Lust

Rezension - Königin der Nacht – Ein kurzes Buch über meine Mutter von Lukas Bärfuss

Nach «Vaters  Kiste» hat Lukas Bärfuss nun in einem autobiografischen Essay mit dem Leben seiner Mutter abgerechnet. «Eine Mutter ist, was man nicht loswird. Auch nicht mit dem Tod.» 1971 in Thun geboren, die Mutter wohnt eher allein mit ihrem Sohn, bzw. mit vielen Männern. Lukas Bärfuss wächst im Rotlichtmilleu auf; seine Mutter war eine Frau ohne Bildung, die von ihrem Freiheitsverlangen getrieben wurde, in das der Sohn nicht hineinpasste. Tagsüber reinigte sie in einem Autohaus die Wagen, die aus der Reparatur kamen, am Abend stand sie an einer Rotlicht-Bar. Als sie älter war, arbeitete sie als Putzfrau und in einer Wäscherei. Der Junge war nie gewollt, so wurde er auch behandelt – als Rabenmutter titulierte sie sich sogar selbst. Eine Mutter, die ihn hat sitzen lassen in seiner Kindheit und ein System, das dieses Kind hängenließ. Ein wundervolles Buch, schnörkellos geschrieben, das sehr zu Herzen geht. Weiter zur Rezension:    Königin der Nacht – Ein kurzes Buch ...

Rezension - Curry: Die besten Rezepte von Indien bis Japan von Jimmy Guo

  Intro mit KI erstellt Kaum ein Gericht ist internationaler als ein «Curry». Wobei es das eine Curry natürlich nicht gibt. Denn in jedem asiatischen Land gibt es andere Varianten, die so unterschiedlich wie die Länder selbst sind – in jeder Familie die eignen Rezepte. Was als indischer Eintopf begann, hat sich weltweit als beliebte Speise verbreitet. Currys haben eine jahrtausendealte Reise hinter sich gebracht, die durch koloniale Machtstrukturen globalisiert wurde und sich heute als kulinarisches Chamäleon in fast jeder Kultur wiederfindet. In diesem Kochbuch finden wir aus Indien, Thailand , Sri Lanka , Singapur , Japan und Weltküche – dazu Kulinarisches, Wissenswertes und Tipps. Klasse Rezepte zu Currys, Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Curry: Die besten Rezepte von Indien bis Japan von Jimmy Guo