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Sketch Your Day Challenges von Ute Pluntke - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Sketch Your Day Challenges 


von Ute Pluntke


... ob du gerade erst mit Sketch Your Day beginnst oder schon Übung hast, du findest hier jede Menge Inspiration für dein eigenes visuelles Journaling-Buch.

Auf den ersten Blick hat mir das Buch sehr gut gefallen – ist es auch, wenn man Erfahrung besitzt. Mit dem zweiten Blick frage ich mich nämlich, für wen ist es gemacht? Ein kleines Buch, das meiner Meinung nach einfach zu viel will. Sketching mit Watercolor, der englische Ausdruck für Aquarellfarbe, ist derzeit ein beliebtes Hobby. Malen kann man lernen, wie alles andere auch. Doch Rom ist nicht an einem Tag gebaut worden. Für mich zeigt ein gutes Lehrbuch, das didaktisch ein künstlerisches Thema anspricht, die Konzentration auf ein Klientel. Oder aber ich schreibe ein ziemlich dickes Werk, allumfassend, Stück für Stück aufbauend.

«Im ersten Teil gibt dir die Autorin einfache Zeichentipps, Vorschläge für schöne Schriften, interessante Gestaltungselemente und Vorlagen für das Layout deiner Seiten.»






Hier wird dem Anfänger erklärt, welche Materialien er benutzen soll. Aber der Anfänger steht bei Aquarellfarbe hier ziemlich im Regen, da man sich auf jeden Fall mit der Besonderheit der Lasur der Farbe beschäftigen sollte. Aquarellfarbe ist speziell. Farben mischen, Licht und Schatten, Perspektive, Dinge, mit denen man sich beschäftigen muss, bevor man zu zeichnen anfängt. Also doch kein Buch für Anfänger? Wir holen uns Inspiration von Fotos (hier beginnt die erste Schwierigkeit) und von Cliparts – das ist recht gut und einfach erklärt. Und nun wird auf andere Bücher hingewiesen. – Eigentlich wollten wir das ja hier lernen! Und nun wird auf einer einzigen Seite ein ganz schwieriges Thema abgehandelt, über das andere Leute dicke Bücher schreiben: Mensch zeichnen, das Gerüst des Körpers … Schon geht es weiter in die Symbolik. Aus Quadrat, Rechteck, Dreieck, Kreis und Ellipse einfache Figuren zeichnen – das ist wieder was Feines für Anfänger.





Der erste Sketch, der gezeigt ist, wird nicht Schritt für Schritt gezeigt. Im Grunde nicht schwer – aber für einen Anfänger gewaltig. Genau hier benötige ich das Grundwissen: Blattaufbau, den Umgang mit Aquarellfarbe und Schriften. Ein kleiner Ausschnitt davon hätte genügt. Jetzt hüpfen wir wieder zu den Menschen. Ist doch ganz einfach! Vom Foto Grundrisse abzeichnen und schon haben wir die Vorzeichnung, bisschen Farbe drauf und fertig ist die Menschengruppe – man kann sie sogar wiedererkennen. Als Anfänger würde ich überfordert das Buch zuklappen. Wenn das eine Schritt für Schritt Erklärung ist – dann gute Nacht! Nun können wir nach vier Seiten Erklärung Menschen malen und schon geht es weiter zu Kalligrafie. Das lernen wir mal ganz schnell in acht Seiten. Weiter geht es im Sauseschritt mit Rahmen und Layout.

«Im zweiten Teil findest du Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Challenges, die dich herausfordern und dir beispielhaft zeigen, wie du deine Sketch-your-Day-Seiten umsetzen kannst.»






Und nun geht es an die Bilder und Bildkompositionen. Mit Bleistift vormalen, kolorieren Schicht für Schicht. Im letzten Drittel folgen einige Challenges, bei denen mit verschiedenen Materialien gespielt wird, Collagen erstellt werden. Das alles ist optisch klasse, ideenreich präsentiert. Wer versiert ist im Sketching, im Zeichnen und Malen, der wird einige Ideen ziehen, und für den ist das Buch sicher eine Bereicherung. Wer mit dem Sketching anfangen möchte und sich zeichnerisch noch nicht viel zutraut, mit Zeichentechniken und Farben nicht vertraut ist, der sollte die Finger von dem Buch lassen. Hier ist viel hineingestopft, zu viel. Wenn dieses Buch für Fortgeschrittene gedacht ist, dann benötigt man keine Einfügung in Material und Formen, Schichtmalen. «… einfache Zeichentipps, Vorschläge für schöne Schriften, interessante Gestaltungselemente und Vorlagen» Nein, Einfaches ist für den Anfänger hier nur wenig zu finden. Ute Pluntke kann sketchen, ohne Frage. Und das zeigt sie lang und satt. Wer allerdings als «Lehrer» etwas bewirken will, der muss sich arg zurücknehmen und sich auf ein Thema konzentrieren, sich dem Klientel anpassen: Was genau möchte ich erklären und wem will ich es erklären? Mit dem Anspruch – schau mal was ich kann, mach mal nach – geht es für die Schüler meist in die Hose.


Ute Pluntke hat visuelle Kommunikation studiert und arbeitet in ihrer Malschule Warstein und in Teilzeit als Lehrerin für Kunst und Grafik-Design an unterschiedlichen Schulen. Unter ihrem Namen zeigt sie ihre Werke auf Instagram und auf ihrer Website. In ihrer Malschule gibt sie regelmäßig für Kinder und Erwachsene Kurse und Workshops in den Bereichen Handlettering, Watercolor und Acrylmalen.


Ute Pluntke 
Sketch Your Day Challenges
Gestaltung, Sketching, aquarellieren
Paperback, 160 Seiten
mitp Verlag






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