Direkt zum Hauptbereich

Schwarze Seele von Ellen Dunne - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Schwarze Seele 

von Ellen Dunne

Der erste Satz: Ein Traum spülte mich zurück in die Schwärze meines Schlafzimmers.

Ich bin kein Freund von Prologen des Prologs wegen, denn die wenigsten sind gut. Heute scheint es fast Pflicht, über das erste Kapitel Prolog zu schreiben, zu welchem Zweck auch immer. Leider beginnt auch so der neue Patsy Logan. In diesem »Prolog« wird beschrieben, wie ein Mann ertrinkt, wie einsam er sich dabei fühlt. Eine Beschreibung, die keinen Informationsgehalt beinhaltet, noch spannungsfiebrig zurücklässt oder atmosphärisch einführt. Leider wieder einer dieser sogenannten Prologe, die man ersatzlos streichen kann. Geschmacksache. Auf den ersten Seiten wird zudem auch gleich dieser Ertrunkene aus dem Schwabinger Bach in München gezogen. Die kriminaltechnische Untersuchung ergibt: Der Mann war stark alkoholisiert, es sind keine Abwehrspuren oder andere Spuren von Gewalteinwirkung zu finden. Eine kleine Verletzung auf dem Kopf wird festgestellt, die aber nicht mit der Todesursache in Verbindung steht. Auch ergibt sich nach der Identifizierung, dass dieser irische Mann ein Nichtschwimmer war. Für die Kollegen von Patsy Logan ist die Sache klar: Donal McFadden ist betrunken die Böschung heruntergefallen und ertrunken.

Lediglich Patsy Logan glaubt an ein Verbrechen, ihr Bauchgefühl sagt ihr, dass man den Fall nicht als Unfall abtun darf. Ich habe mich an diesem Punkt bereits gefragt: Woher nimmt sie dieses Gefühl? Sie hat die Erlaubnis, mit Kollegin Kris für ein paar Tage Ermittlungen anstellen zu dürfen. Wer den vorigen Band kennt, weiß um Patsys Problem: Sie wünscht sich ein Kind und probiert es seit Längerem mit Hormonbehandlungen. Sehr fein beschreibt Ellen Dunne Patsys innere Ängste, den Verlust der ersten Schwangerschaft, die körperlichen Beschwerden der Hormonbehandlung, eine gute Einführung in die Protagonisten, wie auch die Einführung in die Verdächtigen: Die ruppig Siobhan MacFadden hatte ihren Bruder als vermisst gemeldet. Fiona, genannt Fee, ist mit Donal verheiratet, hat sich schon seit längerer Zeit von ihm getrennt, wohnt nun mit Steve zusammen in München, dem Erzrivalen von Donal, der seine Frau zurückgewinnen wollte, extra dazu aus Irland anreiste. Fiona und Steve leben in einer WG zusammen mit Judith, der Ex von Steve, die von dieser Beziehung nicht loslassen kann. Später kommt ein Nerd dazu, der wiederum Fee nachstellt. Ein Beziehungschaos der Verdächtigen. Ellen Dune hat ihre Protagonisten gut aufgestellt, psychologisch glaubhaft.

Anfangs liest sich das alles spannend. Ich mag die Art, wie Ellen Dunne schreibt, bildhaft, man ist als Leser ins Geschehen sofort eingebunden. Die Autorin stellt ihre Figuren gut auf, schreibt in der Ichform über Patsy, was den Leser dicht an die Figur bringt. Die anderen Teile sind auktorial verfasst. Eine gut gewählte Perspektive, die dem Leser durch die Teilung der Erzähldistanz Einblick in die Breite der Ereignisse gibt und gleichzeitig sehr nahe an die Hauptprotagonistin heranlässt. Die Geschichte ist nicht linear geschrieben, geht immer wieder in die Vergangenheit einzelner Protagonisten zurück. Mich irritierten manchmal die Sprünge. Ich mag Rückblicke und Cliffhanger, aber hier ist mir die Purzelei ein wenig unkoordiniert. Beispiel: Patsy sitzt im Auto, hat einen Unfall, ihr Bruder sitzt neben ihr. Wie das jetzt auf einmal, denke ich, warum, wieso? Nach zwei Seiten dämmert es. Da war doch was. Viele Seiten vorher gab es im Rückblick zu Patsys Leben ein Kapitel zu einem Unfall in der Vergangenheit, der mittendrin endete. Nun steht über dem später folgendem Kapitel keine Zeitangabe, wie über anderen Kapiteln. Mitten rein! Gerade waren wir in der Teeküche des Präsidiums in München und nun befinden wir uns im Auto. Nicht nur das, ein Ereignis, das Jahre zurückliegt, Irland, Cliffhanger aufnehmen … diese Sprünge sind nicht alle durchdacht. Es springt vom Jetzt ins Vergangene, diverse Personen, immer kurze Sequenzen, kreuz und quer.

Ein Fall wie ein Kropf. Dabei war es noch nicht einmal ein richtiger Fall. Trotzdem. In jedem Faden, an dem wir zogen, ein Knoten. In jeder Geschichte zumindest eine Lüge. Ales, was so abscheulich war am menschlichen Miteinander, traut vereint, wie auf einem Familienfoto.

Es gibt eine Menge privater Baustellen bei Patsy Logan, was für mich ok. ist. Ich mag es, wenn ein Kommissar ein Mensch ist, einer mit Alltagssorgen, mit Familie. Aber hier stapeln sich die Probleme, nicht nur bei Patsy, das lenkt vom Geschehen ab. Warum ist das so, frage ich mich. Am Ende komme ich zu dem Ergebnis, dass es am schwachen Plot liegt. Patsy stochert aufgrund ihres Bauchgefühls im Dunkeln. 375 Seiten Bauchgefühl. Jeder im Umfeld des Toten macht seine Aussage, aber er erzählt nicht alles. Natürlich nicht. Warum soll ich auf die Frage, ob ich jemanden kenne und wo ich um eine bestimmte Uhrzeit gewesen bin, mein ganzes Leben ausbreiten? Patsy stochert, fragt immer wieder, rollt Beziehungen zueinander aus. Ab der Mitte bleiben eigentlich nur noch zwei Verdächtige übrig, der eine wird von der Autorin auf dem Präsentierteller angeboten. Der Krimileser weiß, der kann es nicht sein und wünscht sich am Ende eine unerwartete Wendung. Doch leider rollt der Stein ab der Mitte nur noch aus, immer langsamer und was wir alle ahnten, wird Wirklichkeit. Das wäre in 100 Seiten zu schaffen. Um den Plot zu füllen, braucht es viel Privates von Patsy und viele Rückblicke zu den Charakteren. Nebenbei, die Rückblicke zu den Charakteren sind interessant. Aber die Geschichte ist zerhackt und das reale Geschehen dreht sich im Kreis, verliert zum Ende die Spannung.

Sie lehnte sich mit einer jovialen Dominanz zurück, die ich sonst nur von Konstantin oder anderen Karrieristen kannte, und verschränkte die Hände über ihrem Knie. Rentiere und Schneeflocken auf ihrem Pullover, Frost in ihrer Stimme. Passend zum kitschigen Hintergrund. Fernab jeglicher Realität.

Warum lohnt es sich aber doch, den Krimi zu lesen? Weil Ellen Dunne gut schreibt. Genaue Beschreibungen, in die man sich hineinfühlen kann, eine feine Beobachtungsgabe. Gute Dialoge sind manchmal Spannung genug. Die Sprache insgesamt ist rhythmisch, in präzise Bilder gesetzt. Die Autorin hat ein feines Gespür für Menschen, Beobachtungsgabe, Figuren mit Ecken und Kanten, mit all ihrem Groll, den das Leben ihnen mitgab. Die Beschreibung von Charakteren und spannungsreiche Dialoge haben mich an vielen Stellen mit der schwachen Geschichte versöhnt. In diesen Kapiteln sinkt man hinein, erfreut sich an der schriftstellerischen Kraft der Autorin.

Fazit: Der zweite Patsy-Logan-Krimi bleibt um Klassen hinter dem ersten zurück. Ellen Dune schreibt sehr überzeugend, wenn sie Menschen beschreibt und darum ist der Krimi lesenswert. Doch leider bleibt dieses Mal die Spannung dabei zurück. Atmosphärisch sind die Stellen, bei denen es um die Beziehungen von Menschen geht, die ihren Träume hinterherreisen, unerfüllbar, traumatisch, Beziehungen, in denen man nicht eingestehen will, dass sie nicht glücklich machen, Menschen, die nicht loslassen können. Das alles kommt wundervoll herüber. Hier zeigt die Autorin eine sehr genaue Beobachtungsgabe, die sie auch stimmungsvoll auf das Papier bringt. Der Plot an sich dümpelt leider vor sich hin. Am Ende hatte ich eine Wendung erwartet oder irgendetwas, das die Kugel ins Rollen bringt, doch leider schlaffte die Geschichte durchschaubar ab. Das Drumherum ist angefüllt mit Patsys privaten Problemen: Kollegenstreit, Beziehung kriselt, Kinderwunsch, der lästige, schmarotzende Bruder und am Ende die Erinnerung an den Kollegen aus Irland und obendrauf das Verschwinden des Vaters damals, plötzliche  Zweifel – zuviel Patsy. Ein Krimi, der sich zwar gut lesen lässt, weil Ellen Dune gut schreibt, der aber den Leser ohne
Nachhall zurücklässt. Trotz allem, bei der nächsten Patsy bin ich wieder dabei.


Hier die Rezension zu: Harte Landung (Patsy Logan 1):

Harte Landung von Ellen Dunne

Und hier zum Interview mit Ellen Dunne:

Interview mit Ellen Dunne






Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Die Kathedrale der Vögel von Wieland Freund

  Er hat das Haar eines Raben und die Augen eines Uhus: Munk. Und in seinen Träumen sieht er die Toten. Munk lebt mit seiner Schwester Enna auf der kleinen Insel Nyt. Eines Tages holen ihn die Schergen des tyrannischen Greifen von Amser ab, bringen ihn auf die Burg, wo er als Falkner arbeiten muss. Die Greifenkriegerin Magwit ist sehr interessiert an dem Jungen. Munk besitzt besondere Fähigkeiten, er ist einer der wenigen, die die Vogel- und Menschenwelt vereinigt. Während seine Schwester sich trotz Warnung von Magwit auf die Suche nach ihm macht, entdeckt Munk tief im Burgberg ein grauenvolles Geheimnis ... Weiter zur Rezension:    Die Kathedrale der Vögel von Wieland Freund

Rezension - Königin der Nacht – Ein kurzes Buch über meine Mutter von Lukas Bärfuss

Nach «Vaters  Kiste» hat Lukas Bärfuss nun in einem autobiografischen Essay mit dem Leben seiner Mutter abgerechnet. «Eine Mutter ist, was man nicht loswird. Auch nicht mit dem Tod.» 1971 in Thun geboren, die Mutter wohnt eher allein mit ihrem Sohn, bzw. mit vielen Männern. Lukas Bärfuss wächst im Rotlichtmilleu auf; seine Mutter war eine Frau ohne Bildung, die von ihrem Freiheitsverlangen getrieben wurde, in das der Sohn nicht hineinpasste. Tagsüber reinigte sie in einem Autohaus die Wagen, die aus der Reparatur kamen, am Abend stand sie an einer Rotlicht-Bar. Als sie älter war, arbeitete sie als Putzfrau und in einer Wäscherei. Der Junge war nie gewollt, so wurde er auch behandelt – als Rabenmutter titulierte sie sich sogar selbst. Eine Mutter, die ihn hat sitzen lassen in seiner Kindheit und ein System, das dieses Kind hängenließ. Ein wundervolles Buch, schnörkellos geschrieben, das sehr zu Herzen geht. Weiter zur Rezension:    Königin der Nacht – Ein kurzes Buch ...

Rezension - Doppeltes Spiel von K.L. Slater

  Ein luxuriöser Wolkenkratzer mit dem Namen Orbit, in dem die Reichsten der Reichen zusammenkommen: hier arbeitet die attraktive Alicia als Kellnerin. Als der charismatische Eigentümer des Orbit ihr das Angebot macht seine Freundin zu spielen und dafür ein großzügiges Gehalt zu erhalten, in seinem riesigen Apartment im Orbit zu wohnen, nimmt sie an. Immerhin ist es nur ein Spiel, denn er braucht eine Begleitung, will sich vor den vielen Frauen schützen … bis das Spiel plötzlich mehr zu sein scheint. Langweilig, uninteressant, voller Klischees, sprachlich kraftlos – mehr muss ich nicht sagen.  Weiter zur Rezension:   Doppeltes Spiel von K.L. Slater 

Rezension - Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

  Offene Antworten auf deine Fragen zu Liebe, Lust und Pubertät Ein Aufklärungsbuch, das locker Fragen beantwortet und kurze Erfahrungsberichte von jungen Menschen einstreut, das alles mit knalligen Illustrationen unterlegt. Du bist, wie du bist, und du bist, wie du bist okay. Das Jugendbuch erklärt, stellt Fragen. Die Lust im Kopf, genießen mit allen Sinnen; was verändert sich am Körper in der Pubertät?, die Vagina, die Monatsblutung, der Penis, Solosex, LGBTQIA, verliebt sein, wo beginnt Sex?, Einvernehmlichkeit, wie geht Sex?, Verhütung, Krankheiten, Sextoys – das Buch spart nichts aus. Informieren, anstatt tabuisieren! Locker und sensibel werden alle Themenfelder sachlich vorgestellt. Prima Antwort auf offene Fragen; ab 11 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

Rezension - Generation Glücklich: Dein Handbuch für mehr Spaß und Freiheit in einer Welt voller Bildschirme von Jonathan Haidt und Catherine Price

Stell dir vor, du wächst auf in einer Welt voller Smartphones , Likes und endlosem Scrollen, als wäre das Handy an der Hand festgewachsen. Das Handy ist das Erste, was du morgens, und das Letzte, was du abends anschaust – ganz schön viel für ein Kind, oder? «Generation Glücklich» richtet sich an Kinder zwischen 9 und 12 Jahren, die genau in dieser Welt ihren eigenen Platz finden wollen – ohne sich dabei virtuell selbst zu verlieren. Medienkompetenz , Selbstsicherheit, Selbstständigkeit im Umgang mit Medien – Fallstricke kennenlernen, Mechanismen auf Social Media verstehen an Hand von Comics und Übungen. Zu verstehen, wie Social Media funktioniert und wie sie das Gehirn verändert . Empfehlung!  Weiter zur Rezension:     Generation Glücklich: Dein Handbuch für mehr Spaß und Freiheit in einer Welt voller Bildschirme von Jonathan Haidt und Catherine Price

Rezension - Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler

  Mischa und Nits sind beste Freunde. Mischa liebt die Poems von Nits. Und der bewundert Mischa, weil er schlau ist und ein wandelndes Lexikon über Tiere zu sein scheint. Lügen geht gar nicht, so Nits Überzeugung. Darum fragt er sich, warum Mischa dem Lehrer weismachen will, er hätte eine Chlorallergie, als der Schwimmunterricht beginnt – Nits erzählt er, die Badehose sei von Mäusen angefressen worden. Überhaupt scheint Mischa in Schwierigkeiten zu stecken – doch wohl eher sein Vater ... Nits betritt in dieser Familie plötzlich eine völlig andere Welt – die der Armut. Aber das ist ein Unterthema – Mischas Vater ist untergetaucht; Mischa und Nits werden ihn nicht im Stich lassen – aber das könnte gefährlich werden ... Spannung, Humor und ein wenig Tragik machen das Buch zu einem Leseerlebnis. Meine Empfehlung ab 11 Jahren für diesen exzellenten Kinderroman.  Weiter zur Rezension:    Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler 

Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada

Am 08.11.2019 war ich zu einer Mischung aus Lesung und Definition des Begriffs Kriminalliteratur in St. Gallen in der Wyborada zu Gast, im Literaturhaus & Bibliothek in St. Gallen in der Frauenbibliothek und Fonothek Wyborada. Else Laudan sprach zum Thema Kriminalliteratur, erzählte ihren Weg mit ihrem freien Verlag Ariadne, ein Verlag, der ausschließlich literarische Kriminalliteratur von Frauen veröffentlicht. Weiter zum Artikel:    Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada 

Rezension - Denk immer dran von Charlie Mackesy

  Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs, das Pferd und der Sturm  Die vier Freunde sind wieder unterwegs, wandern wieder durch die Wildnis. Sie sind auf der Suche nach irgendwas, nach sich selbst. Sie wissen, dass das Leben schwierig sein kann, aber sie wissen auch, dass sie sich lieben und dass Kuchen essen manchmal die beste Antwort ist. Ein Buch, das die Fragen an das Leben stellt. Was wird, wenn dunkle Wolken aufziehen? Weiß der Junge dann, was er braucht, um den Sturm zu überstehen ? Kann man das Leben überstehen? Ein Kinderbuch – das genauso viele Fans unter den Erwachsen hat – Grafisches, Besinnliches, Lebensweisheiten – wenn mal nicht läuft im Leben: Kuchen essen ... das Licht ist nicht weit entfernt. Weiter zur Rezension:    Denk immer dran von Charlie Mackesy

Rezension - Und dann gab’s keines mehr von Agatha Christie, Pascal Davoz und Callixte

Agatha Christie Classics Der Klassiker schlechthin! Der meistverkaufte Krimi von Agatha Christie als Grafic Novel . Zehn Menschen werden von einer Familie, die sie nicht kennen, aus unterschiedlichen Gründen auf eine kleine abgelegene Insel eingeladen. Entweder sollen sie dort arbeiten oder sich vergnügen. Einige von ihnen lernt der Lesende bereits auf der Anfahrt kennen. Acht Menschen treffen vergnügt im Hafen aufeinander, sechs Männer, zwei Frauen. Auf der Insel empfängt sie ein Dienerpärchen, von dem sie erfahren, der Gastgeber wird erst erst am nächsten Tag eintreffen. Doch gleich zum Begrüßungscocktail wird ihnen offenbart, wozu sie angereist sind: Alle Anwesenden werden sterben! Klasse umgesetzt als Comicadaption, Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Und dann gab’s keines mehr von Agatha Christie, Pascal Davoz und Callixte 

Rezension - Sommer 24 von Navid Kermani

  Gesprochen von Jens Harzer Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer, 4 Std. und 37 Min. Diesen autofiktionalen Roman in seiner Gesamtheit zu beschreiben, fällt schwer. Wie ist es, wenn sich die vertraute Welt auflöst, wenn das, was gestern noch normal war, heute nicht mehr gilt? Navid Kermani fängt diesen Moment in einem einzigen Sommer ein: Ein Freund, der zuletzt politisch auf Abwege geraten war, hat sich das Leben genommen. Die Kriege rücken näher und die Debatten werden schriller, die Welt erstickt im Chaos. Mit dem Anfang habe ich mich schwergetan, weil Kerman die vielen politischen Geschehnisse aufsammelt und vom Weltgeschehen berichtet. Es klingt eher sachbuchartig und erschlägt fast mit Information. Neben dem depressiven Weltgeschehen wird der erzählende Schriftsteller von persönlichen Krisen überrollt. Weiter zur Rezension:    Sommer 24 von Navid Kermani