Direkt zum Hauptbereich

Mörderisches Mallorca – Toni Morales und die Töchter des Zorns von Elena Bellmar - Rezension

Rezension 

von Sabine Ibing


Mörderisches Mallorca – 

Toni Morales und die Töchter des Zorns 


von Elena Bellmar

Ein Mallorca-Krimi


Der Anfang:

Schwester Beate wollte nicht hier sein. Nicht unter so vielen Menschen. Dennoch blieb ihr keine andere Wahl. Noch war sie neu im Konvent auf Mallorca, musste sich anpassen und durfte nicht auffallen. Daran hatte die Klostervorsteherin aus Madrid keinen Zweifel gelassen.


Noch vor seinem offiziellen Dienstantritt wird Comandante Antonio Morales am Sonntag zu einer Toten gerufen. Er hatte sich von Europol ins mallorquinische Morddezernat versetzen lassen, um den Mord an seinem Bruder aufzuklären, der als cold Case abgelegt wurde. Hier wird eine Spur gelegt, die leider ins Leere läuft. Denn kaum auf der Insel angekommen, hat er den Tod einer Nonne zu bearbeiten. Man hat sie die Mauer hinuntergestoßen, verdächtigt wird eine unbekannte Frau, die nahe bei der Ordensfrau von mehreren Personen gesehen wurde. Das Opfer Schwester Clara heißt eigentlich Beate – wie das Team herausfindet, und später wird der Täter noch einmal zuschlagen. Es geht hier um die politische und katholische Geschichte Spaniens, ein schwarzer Fleck, der von behördlicher Seite bis heute gedeckelt wird: Zur Zeit der Franco-Diktatur nahm man Familien Neugeborene und kleine Kinder weg; 300.000 Kinder verschwanden im Spanischen Bürgerkrieg und während der Herrschaft der Franquisten. Entweder man erklärte den Eltern, die Kinder seien tot geboren – oder man bestrafte politisch Unerwünschte ganz offiziell mit der Zwangsadoption der Kinder. Babys und Kleinkinder wurden in die Obhut von kinderlosen Regierungstreuen gegeben. Die katholische Kirche handelte als verlängerter Arm des Diktators. Aber es kommt noch viel schlimmer. Weil die Adoptiveltern viel Geld bezahlen mussten, war die Sache für die Kirche ein lukratives Geschäft. Auch nachdem die Diktatur in eine Demokratie gewechselt hatte, betrieb die Kirche diesen Betrug an den Müttern klammheimlich weiter bis in die 1990er-Jahre! 2018 wurde dem 85-jährigen Gynäkologen Eduardo Vela der Prozess wegen der «bebés robados» gemacht – er konnte nicht mehr belangt werden, denn die nachgewiesenen Fälle waren verjährt, die Akten vernichtet. Diese schmutzige Vergangenheit der katholischen Kirche ging während der Prozesstage 2018 weltweit durch die Presse. Ein Thema, das mich interessierte.


Hier brodelt nichts, wühlt den Leser auf

In diesem Krimi wird die Thematik zwar angesprochen, allerdings recht oberflächlich und unpolitisch, erst im Anhang zu den Hintergründen am Ende des Buchs erfährt man ein wenig mehr. Das ist schade. Denn gerade die abgründige Emonationalität des Themas hätte dem Krimi Tiefe geben können. Erst heute ist die Francodiktatur ein öffentliches Thema, die Macht der katholischen Kirche – das hat mir völlig gefehlt. Kein Wort über die staatliche Organisation «Auxilio Social» die die Babys vermittelte und sich perverserweise «Sozialhilfe» nannte, oder den Orden «Töchter der Barmherzigkeit», die in ihren Krankenhäusern die Babys den Müttern wegnahmen – der Stoff hätte einiges zu bieten gehabt, insbesondere Inneneinsichten, was leider vertan wurde. Stattdessen haben wir es mit drei Ermittlerteams zu tun: Toni Morales und sein Team, die von Polizeiseite aus ermitteln, seine Ehefrau Mel (Melanie), eine deutsche Anwältin, die zufälligerweise Opfer der «bebés robados» vertritt und zufälligerweise auch noch Anwältin einer Verdächtigen ist, die sie in Immobiliendingen vertritt. Und zufälligerweise glaubt Adelheid, ihr Schwiegersohn Toni Morales hätte die  Frau verhaftet, weil sie auf dem Fahndungsfoto, das nach Zeugenaussagen erstellt wurde, jemand anderen erkennt. Sie behält das für sich und verfolgt ihre Verdächtige auf eigene Faust. Kommissar Zufall ermittelt hier an vielen Ecke. Auch der Leser ist mit einbezogen, da hier mehrperspektivisch gearbeitet wird und die Person, die Adelheid im Visier hat, eine eigene perspektivische Rolle bekommt. Trotz einer Palette von Spuren und einigem Trubel war für mich der Krimi langweilig. Zu viel liegt offen und man ahnt, wohin die Sache läuft, wird bestätigt. Hier brodelt nichts, wühlt den Leser auf, die Spannung ist ein gespannter Faden. Die Charaktere sind oberflächlich, ohne Tiefe, recht klischeehaft . Hier ist die Chance, ins Thema einzusteigen. 


Atmosphäre nicht vorhanden

An diesem Sonntag hatte Mateo die Strecke auf sich genommen, und nach einem Bummel an der Hafenpromenade von Portixol saßen sie jetzt im Schatten bei einer Tasse Kaffee und lauschten den Möwen, die sich kreischend in die Luft schwangen und die Boote von oben beäugten. Die Blätter der wenigen Palmen raschelten im lauen Sommerwind.

 

Diesem Krimi fehlt für mich jedwede Atmosphäre, ob nun Inquits durch Innenansichten, gute Dialoge oder Textvignetten, etwas, das den Szenen Stimmung gibt. An irgendeinem Ort muss eine Geschichte handeln, natürlich. Ich erwarte kein Sightseeing, das ist mir egal. Mörderisches Mallorca – Mallorca-Krimi – so der Pendo (Piper) Verlag. Mit dieser Aufmachung wird ein Publikum angesprochen, das aber genau dies erwartet. Darum mein Hinweis: Dieser Krimi könnte auch auf Sylt, am Bodensee, in Le Havre oder Split spielen. Wenn überhaupt einmal versucht wird, die Örtlichkeit einzubinden, so werden nur Namen benannt; vorbei an etwas gehen, neben einem Gebäude stehen, in den Hafen blicken, oder der Platz ist so banal beschrieben, dass er irgendwo sein könnte. Achtung Mallorcafans, hier gibt es nichts zu holen, kein Lokalkolorit, nichts Charakteristisches, Kulinarisches usw. Auch sprachlich kann mich der Krimi nicht überzeugen. Stilistisch und im Ausdruck holpert die Autorin dahin, Grammatikfehler inklusive. Hier frage ich mich, wo das Lektorat war! Neben einem Überschuss an Adjektiven und Füllwörtern, vieler Hilfsverbkonstruktionen, holprigen Formulierungen und einer Menge weißer Schimmel (Ex: Jemand holt eine kalte Cola aus dem Kühlschrank.), sind die Dialoge ziemlich flach. Leider hat bei mir dieser Krimi an allen Stellen geknarrt: inhaltlich, atmosphärisch, Charaktere, Spannung und Sprache.


Elena Bellmar ist das Pseudonym der Autorin Elke Becker, die 1970 im schwäbischen Ulm geboren wurde. Das Reisen liegt ihr im Blut. So schnürte sie bereits mit achtzehn Jahren ihren Rucksack und zog wochenlang durch Südamerika. Später verbrachte sie ein Jahr in Venezuela, um Spanisch zu studieren. Dort entdeckte sie das Schreiben für sich und absolvierte später eine Drehbuchausbildung an der Master School Berlin. Heute lebt Elke Becker auf Mallorca, Schauplatz ihrer Krimireihe um Ermittler Toni Morales.


Mörderisches Mallorca – Toni Morales und die Töchter des Zorns 
Elena Bellmar
Kimi, Regiokrimi
Papeback, 320 Seiten, Klappenbroschur
Pendo Verlag, 2020




Krimis und Thriller

Ich liebe Krimis und Thriller. Natürlich. Spannend, realistisch, gesellschaftskritisch oder literarisch, einfach gut … so stelle ich mir einen Krimi vor. Was ihr nicht oder nur geringfügig bei mir findet: einfach gestrickte Krimis und blutrünstige Augenpuler.
Krinis und Thriller



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

  Offene Antworten auf deine Fragen zu Liebe, Lust und Pubertät Ein Aufklärungsbuch, das locker Fragen beantwortet und kurze Erfahrungsberichte von jungen Menschen einstreut, das alles mit knalligen Illustrationen unterlegt. Du bist, wie du bist, und du bist, wie du bist okay. Das Jugendbuch erklärt, stellt Fragen. Die Lust im Kopf, genießen mit allen Sinnen; was verändert sich am Körper in der Pubertät?, die Vagina, die Monatsblutung, der Penis, Solosex, LGBTQIA, verliebt sein, wo beginnt Sex?, Einvernehmlichkeit, wie geht Sex?, Verhütung, Krankheiten, Sextoys – das Buch spart nichts aus. Informieren, anstatt tabuisieren! Locker und sensibel werden alle Themenfelder sachlich vorgestellt. Prima Antwort auf offene Fragen; ab 11 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

Rezension - Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler

  Mischa und Nits sind beste Freunde. Mischa liebt die Poems von Nits. Und der bewundert Mischa, weil er schlau ist und ein wandelndes Lexikon über Tiere zu sein scheint. Lügen geht gar nicht, so Nits Überzeugung. Darum fragt er sich, warum Mischa dem Lehrer weismachen will, er hätte eine Chlorallergie, als der Schwimmunterricht beginnt – Nits erzählt er, die Badehose sei von Mäusen angefressen worden. Überhaupt scheint Mischa in Schwierigkeiten zu stecken – doch wohl eher sein Vater ... Nits betritt in dieser Familie plötzlich eine völlig andere Welt – die der Armut. Aber das ist ein Unterthema – Mischas Vater ist untergetaucht; Mischa und Nits werden ihn nicht im Stich lassen – aber das könnte gefährlich werden ... Spannung, Humor und ein wenig Tragik machen das Buch zu einem Leseerlebnis. Meine Empfehlung ab 11 Jahren für diesen exzellenten Kinderroman.  Weiter zur Rezension:    Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler 

Rezension - Motte und die Metallfischer von Sanne Rooseboom und Sophie Pluim

  Der Sommer, in dem Motte ein U-Boot fand, fing ziemlich normal an. Langweilig sogar. Doch auf einmal liegt das Schicksal der ganzen Stadt in ihren Händen. Es sind Ferien, aber Mottes Mutter muss arbeiten, einen Urlaub könnten sie sich nicht leisten. Sie ist als Personalcoach unterwegs: Mode, Schminke, Sport, Gesundheit, Ernährung. Und genau das interessiert Motte so gar nicht. Am Kai zeigt ihr Lukas das Metallfischen – ein perfektes Hobby für Motte, die neben schwarzer Kleidung das Unperfekte an Dingen liebt. Sie kauft sich einen Magneten zum Metallangeln. Vielleicht kann man sich etwas verdienen, wenn man Altmetall zur Altmetallhändlerin bringt; sie sammelt ihre ersten Schätze, die die Mutter eklig findet. Plötzlich hängt etwas ganz Großes an der Angel! Spannender Kinderroman ab 9/10 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Motte und die Metallfischer von Sanne Rooseboom und Sophie Pluim

Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada

Am 08.11.2019 war ich zu einer Mischung aus Lesung und Definition des Begriffs Kriminalliteratur in St. Gallen in der Wyborada zu Gast, im Literaturhaus & Bibliothek in St. Gallen in der Frauenbibliothek und Fonothek Wyborada. Else Laudan sprach zum Thema Kriminalliteratur, erzählte ihren Weg mit ihrem freien Verlag Ariadne, ein Verlag, der ausschließlich literarische Kriminalliteratur von Frauen veröffentlicht. Weiter zum Artikel:    Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada 

Rezension - Chronisch gesund statt chronisch krank von Dr. med. Bernhard Dickreiter

Von der Schulmedizin bis heute ignoriert: Die wahren Ursachen der chronischen Zivilisationskrankheiten – und was man dagegen tun kann Noch nie hat es so viele chronisch Kranke gegeben wie heute: Arthrose, Diabetes, Alzheimer, Rückenleiden, Krebs, Burnout usw. Der Internist, Reha-Experte und Ganzheitsmediziner Dr. med. Bernhard Dickreiter ist überzeugt, dass diese Patienten selbst aktiv etwas dagegen unternehmen können. Sein Standpunkt: Wir müssen alles dafür tun, damit es den Zellen in unserem Organismus gut geht. Jede Zelle ist von einer organtypischen Umgebung eingeschlossen, in die sogenannte extrazelluläre Matrix (EZM). Dort zieht die Zelle ihre Nährstoffe, den Sauerstoff, und hier entsorgt sie ihre Abfallstoffe. Ist die Zellumgebung nicht gesund, werden wir krank. Die Schulmedizin bekämpft meist nur Symptome: Schmerzen – Schmerztablette. Die Ursachen werden oft nicht hinterfragt, bzw. operabel versucht zu beheben: neues Knie, neue Hüfte usw. Dickreiter geht ganzheitlich vor. ...

Rezension - Die kleine Spitzmaus von Akiko Miyakoshi

Die kleine Spitzmaus lebt ganz allein ein ziemlich strukturiertes Leben, funktioniert wie ein Uhrwerk. Jeden Morgen dieselben Rituale: Frühstück, ab zur Arbeit, wo die fleißige Angestellte ihren Job macht. Vom Morgen bis zum Abend ein strenger Zeitplan. Es gibt nur wenig Abwechselung. Die Maus ist mit diesem Leben zufrieden, lebt im Einklang mit ihrem Rhythmus. Die Geschichte beschreibt die japanische Lebensphilosophie Ikigai , die das Glück im Kleinen sucht und findet. Bilderbuch ab 5 Jahren, Empfehlung. Weiter zur Rezension:    Die kleine Spitzmaus von Akiko Miyakoshi 

Rezension - Balaclava von Campbell Jefferys

  Mara, eine Polizistin aus Berlin ist jeden Tag mit Gewalt konfrontiert. Die meisten ihrer Kollegen sind diszipliniert, korrekt. Aber es gibt auch gewaltbereite Typen mit rechten Sprüchen, die sich feindlich gegenüber Ausländern und Frauen verhalten. Mara stammt allerdings aus Hamburg und so liegt es nahe, dass man sie undercover nach Hamburg sendet, damit sie sich unter die linken Gruppen mischt, herauszufinden, wer bei einer Demo den einen Polizisten ermordet hat. Mara hat das Video gesehen – der Polizist sackt zusammen, neben ihm ein junger Mann, dessen Gesicht mit einer Balaclava verdeckt ist. Mara hat ihn erkannt! Diese Augen gehören ihrem Bruder! Und der würde niemanden umbringen. Ein Thriller mit Potential, allerdings zu aufgeblasen, zu viele handwerkliche Fehler. Weiter zur Rezension:     Balaclava von Campbell Jefferys

Rezension - Was uns Angst macht: Bilderbuch von Fran Pintadera und Ana Sender

  Wie man die Angst loswird, indem man sie annimmt - ein zartes Bilderbuch, das zum gemeinsamen Gespräch über Angst als Teil des Lebens einlädt. Der Vater erklärt, dass wir alle manchmal Angst haben. Zum Beispiel vor dem, was wir nicht kennen, oder vor dem Alleinsein, vor der Dunkelheit, in Höhen …Angst umgiebt uns, wir müssen nur lernen, damit umzugehen. Klasse Bilderbuch ab 4 Jahren, das zu Gesprächen anregt.  Weiter zur Rezension:   Was uns Angst macht: Bilderbuch von Fran Pintadera und Ana Sender

Rezension - Inspektor Mouse und der Gang in die Tiefe von Caroline Ronnefeldt

  Der Miezcedes steht unter der Katzanie. Sekretärin Mimi Stubenrein, Prokurist Kralle, Syndikus Tigerius Seidig, Kasimir Bart, Präsident Puschel, Sergeant Fischgrät … die Karthäuser Bank, ein mit Kratzbaumholz getäfelter Flur, ein von schweren rauchgrauen Samtportieren umrahmtes Bogenfenster, ein Tresor der Firma Schleicher & Söhne … Der Jugendkrimi ab 14 Jahren hat mich in seiner Wortspielerei und Atmosphäre anfänglich beeindruckt. Mit viel Humor, gespickt mit literarischen Anspielungen, ermitteln in Kratzburg Katzen mit krallenscharfem Verstand! So der erste Eindruck. Leider konnte mich der Katzenkrimi trotz allem nicht ganz begeistern, schon gar nicht als Jugendliteratur.  Weiter zur Rezension:    Inspektor Mouse und der Gang in die Tiefe von Caroline Ronnefeldt

Rezension - Hase Hollywood und das Geheimnis des Drachenlandes von Stefan Rasch, Simon Rasch und Anja Abicht

  Ein mächtiges Kinderbuch! Schwer an Gewicht, eine lange witzige, fantasievolle Geschichte. Der Hase Hollywood und seine Freunde betreiben ein Gasthaus in einer einsamen Bucht am Ende der Welt. Eines Tages taucht ein gefürchteter Piratenkapitän bei ihnen auf und vergisst doch glatt seinen Seesack unter dem Tisch. Darin befindet sich alte Schatzkarte und ein geheimnisvoller rosa Glitzerball. Der Ball entpuppt sich als Ei, aus dem ein kleiner Drachen schlüpft. Und damit beginnt eine abenteuerliche Reise zur Schatzinsel, denn auf der Karte sind auch die Drachen verzeichnet, den das Hasen-Team zu seinen Eltern bringen möchte. Sehr feine Illustrationen, grundsätzlich eine gute Geschichte, aber grobe handwerkliche Fehler für den Kinderroman. Weiter zur Rezension:     Hase Hollywood und das Geheimnis des Drachenlandes von Stefan Rasch, Simon Rasch und Anja Abicht