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Konratt - Held der Unterwelt - Eine gefährliche Nacht - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing


Konratt - Held der Unterwelt - Eine gefährliche Nacht 


von Sibylle Rieckhoff, Elli Bruder


Eine Ratte, eine Katze, ein Igel, eine Kröte, eine Ente, eine Spinne und ein Kaninchen liefen nun die Straße entlang. Eine seltsame Bande, die so manchen Menschen zum Staunen gebracht hätte.


Konratt hat Hunger. Und obwohl es regnet, treibt es ihn aus der Unterwelt der Kanäle nach oben. Es hört auch gleich auf zu regnen. An dieser Stelle ist die Unterwelt passé. Eine Enttäuschung für mich, denn der Titel versprach etwas vom «Held der Unterwelt», die in diesem Kinderbuch gar nicht vorkommt. Gleich findet er einen Wurstzipfel und freut sich, dass Katze Fee, die er eigentlich lieber Hexe taufen würde, in der Bredouille ist, von Apollo, dem Hund, verfolgt wird. Doch dann hat er Mitleid mit der Katze, die vor Angst auf einem Ast zittert. Er schmeißt die Wurst, der Hund jagt dem nach, die Katze steigt vom Baum und bedankt sich. Fee möchte Konratt trotz der Hilfe verspeisen – nur nicht sofort, als Dank. Konratt verspricht ihr ein Fischfilet im Hafen. So ziehen sie los durch die Nacht. Ein Igel, der sich im Laubhaufen eingekuschelt hat, wird von einem Laubsauger bedroht (am späten Abend?). Eine Ente, die um sich herum nur Müll im Teich sieht (der sich in der Draufsicht als große Pfütze entpuppt), ein Frosch, der sich nicht über die Straße traut, weil so viel Verkehr ist usw.




Eine nette Geschichte zum Vorlesen, für Erstleser oder zum Selbstlesen. An dieser Stelle hört für mich die Bewertung fast schon auf. Eine Kettengeschichte, nichts Neues – Tiere, die Stück für Stück dazukommen – die Konratt folgen. Eine Story um Freundschaft – nichts Außergewöhnliches, nichts sonderlich Spannendes. Hier arbeitet zusammen, wer sich in der Realität aus dem Weg geht, bzw. frisst, Umweltsünden werden angerissen. Immer läuft es glatt – mehr Tiere sammeln sich an und am Ende ist alles gut. Da fehlt mir die Spannung – das Aalglatte war mir zu viel, der Superheld, der für alles eine Lösung findet – wenig Teamgeist dabei in der Lösungsfindung. Was mir gefallen hat, war der Sprachwitz. Das Buch ist in Ordnung – aber von dieser Sorte gibt es Massen. Weder hat mich etwas Neues begeistert noch eine besondere Aussage. Die Illustrationen von Elli Bruder sind gut und geben dem Buch einen positiven Kick. Was ich jedoch bemängeln muss, ist die Atmosphäre, denn die Tiere ziehen durch die Nacht – etwas, was illustratorisch nicht umgesetzt ist. Mir scheint hier alles taghell. Der Magellanverlag gibt eine Altersempfehlung von ab 6 Jahren, ich würde sagen, ab 5 Jahren. Für Erstleser ist hier eine Menge an Texterfassung zu leisten.


© - Magellan Verlag


Sibylle Rieckhoff hat Illustration studiert und war Grafikerin und Art Directorin. Nach der Geburt ihrer Tochter entdeckte sie ihre Freude an Kinderbüchern und fing an, selber Geschichten zu schreiben. Seitdem sind zahlreiche Bücher erschienen und wurden in viele Sprachen übersetzt. Sie lebt in Hamburg und streift gern mit Hund Paco an der Elbe entlang, immer auf den Spuren neuer Ideen. So lief ihr eines Tages auch Konratt über den Weg.


Elli Bruder, geboren 1980 in der Pfalz, hat schon als kleines Mädchen gern Bildergeschichten für ihre Geschwister gemalt. Seit dem Studium und einigen Jahren in Schottland arbeitet sie als Grafikerin und Illustratorin für verschiedene Kinderbuchverlage. Elli Bruder lebt mit ihrem Mann und vielen Tieren in der Nähe des Ratzeburger Sees in Norddeutschland. Wenn sie nicht zeichnet oder malt, streift sie gern durch die Natur, beobachtet Tiere oder liest.


Sibylle Rieckhoff, Elli Bruder 
Konratt - Held der Unterwelt - Eine gefährliche Nacht (Band 1)
Kinderbuch, Kettengeschichte
Hardcover mit Relieflack, Seiten: 128
Magellan Verlag, 2020
Altersempfehlung: ab 6 Jahren


Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.

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