Direkt zum Hauptbereich

Der Morgen einer neuen Zeit von Ken Follett - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Der Morgen einer neuen Zeit 


von Ken Follett

Kingsbridge Serie
Gesprochen von: Tobias Kluckert
Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 28 Std. und 59 Min.


Der Anfang: 

Edgar fand es schwierig, die ganze Nacht lang wach zu bleiben, dabei war es die wichtigste Nacht seines Lebens. 

Er hatte seinen Umhang über die Binsen auf dem Fußboden gebreitet und lag nun darauf in seinem knielangen Hemd aus brauner Wolle, das er den ganzen Sommer lang trug, Tag und Nacht. Im Winter hüllte er sich in den Umhang und lag in der Nähe der Feuerstelle.


Ken Follett geht mit diesem Teil weit zurück in seiner Kingsbridgeserie – back to the roots – in die Zeit vor «Die Säulen der Erde». England im Jahr 997, ein Prequel. Der junge Bootsbauer Edgar wartet im Morgengrauen auf seine Geliebte, eine verheiratete Frau, mit der er durchbrennen will. Da entfaltet sich für ihn am Horizont auf dem Meer das Bild des Grauens: die Drachenboote der Wikinger! Er rennt zurück in die Stadt, will die Familie warnen, die Geliebte retten, aber es ist zu spät, und er biegt ab zum Kloster und läutet die Glocken, um die Bürger von Combe zu warnen. Einige Menschen retten sich, doch das Massaker in der Stadt hat bereits begonnen. Edgars Geliebte und auch sein Vater sind unter den Opfern. Auch die Werft der Bootsbauer brennt nieder, sowie Edgars Elternhaus. Edgar bleibt mit Mutter und zwei Brüdern mittellos zurück. Einen Ausweg bietet Priorei an: die Pacht für einen verlassenen Bauernhof in Dreng’s Ferry im Landesinneren; eine armselige Hütte! Gleich um die Ecke liegt das Örtchen Ort Shiring.


Er brauchte einen Moment, bis er begriff, dass er etwas sah, das noch schlimmer war als ein Ungeheuer: Es war ein Schiff mit einem Drachenkopf am Ende des langen gebogenen Vorderstevens. 

Ein weiteres Schiff kam in Sicht, ein drittes, ein viertes. Ihre Segel waren gebläht vom auffrischenden Südwestwind, und die leichten Fahrzeuge glitten rasch durch die Wellen. Edgar sprang auf.

Die Wikinger – oder Dänen, wie man sie hier meist nannte – waren Räuber, Frauenschänder und Mörder. Sie griffen längs der Küste an und an Flussufern. Sie setzten Städte in Brand, raubten, was sie tragen konnten, und metzelten alles nieder bis auf junge Männer und Frauen, die sie gefangen nahmen und als Sklaven verkauften.


Die große Liebe

Zur gleichen Zeit soll die adelige Tochter Ragna in Cherbourg, Frankreich, einen holden Edelmann heiraten. Nett, aber langweilig, so ihr Urteil über ihn – denn sie hat sich bereits in den englischen Edelmann Wilwulf verliebt, der Gast ihres Vaters ist. Sie sei seine große Liebe, schwört er – und so lässt sie sich auf ihn ein. Wird er zurückkommen und um ihre Hand anhalten? Und hoffentlich ist die Liaison ohne Folgen geblieben ... Alles in Butter – der Alderman sendet den Bruder, um einen Ehevertrag auszuhandeln, der auch versichert, die erste Ehefrau von Wilwulf sei von ihm gegangen. Die Eltern von Ragna sind nicht einverstanden, aber sie lassen sie ziehen. Derweil kümmert sich Edgars Familie um den kargen Boden ihrer Pacht und Edgar verdient sich sein Geld als Fährmann. Dreng, dem Besitzer einer Wirtschaft am Fluss lässt Reisende durch die walisische Sklavin Blod auf die andere Seite rudern, was Edgar für unwirtschaftlich hält – er schlägt vor, eine Fähre zu bauen, die einen Wagen oder mehrere Personen transportieren kann. So lernen sich Ragna und Edgar kennen. 


Ragnhild, Tochter Graf Huberts von Cherbourg, saß zwischen einem englischen Mönch und einem französischen Priester. Ragna, wie sie genannt wurde, fand den Mönch interessant und den Priester aufgeblasen – aber der Priester war es, den sie für sich einnehmen sollte.

In der Burg von Cherbourg aß man zu Mittag. Der beeindruckende Wehrturm stand auf dem Hügel, der den Hafen überragte. Ragnas Vater war stolz auf das Bauwerk. Es war neuartig und ungewöhnlich. ... Er schätzte sein kriegerisches Wikingererbe, aber zufriedener machte ihn, dass die Wikinger zu Normannen geworden waren, die ihre eigene Abart des Romanischen sprachen. Vor allem jedoch war ihm wichtig, dass sie das Christentum angenommen hatten und die Kirchen und Klöster, die von ihren Ahnen gebrandschatzt worden waren, wieder aufbauten.


Die einen sind edel und gut - die anderen ruchlose Fieslinge

Ab diesem Zeitpunkt weiß der Leser: Am Ende siegt das Gute und sie werden zusammenkommen ... leider ist der Roman von Anfang an durchschaubar und bleibt um Strecken hinter «Die Säulen der Erde» zurück. Keine Frage, wir haben es mit guter Unterhaltung zu tun. Aber Gut und Böse – die Ehrsamen und die Niederträchtigen sind strickt getrennt, von Anfang an erkennbar. Schwarz und Weiß. Edgars Herz ist nicht zu brechen – denn es ist bereits gebrochen, noch immer trauert er um seine Geliebte. Ragnas Herz wird kurz nach der Hochzeit gebrochen – denn die erste Ehefrau von Wilwulf kehrt mit ihrem jugendlichen Sohn ins Heim zurück, verschwestert mit der Stiefmutter des Ehemanns. Nein, von gestorben war nie die Rede, von ihm gegangen, eine Weile, an einen anderen Ort. Nun sei sie wieder da. Ragna muss lernen, dass in England offiziell niemand eine zweite Frau haben darf – sich aber keiner drum schert. Die Bösen stehen sofort im Fokus, drei Brüder: Wynstan der Bischof, korrupt, geld- und machtgierig; Wigbert der Kämpfer, ein wenig hohl in der Birne; und Wilwulf, der jüngste, ein fescher Alderman, der zu seiner Familie hält; Vetter Dreng, ein fieser Typ. Die Guten: Ragna, die Betrogene, die im Verlauf der Handlung noch ziemlich viel einstecken muss; Edgar, der Aufrechte, fleißig und klug, der Problemlöser, er wird sich den Aufstieg erarbeiten; beider Freund und Berater Mönch Aldred, der in Shiring eine Bibliothek aufbauen will und der der Gegenpart zum korrupten Bischof ist. Steinig ist der Weg zum Glück, 1024 Seiten oder 29 Stunden Hörvergnügen – gute Unterhaltung ohne Tiefgang; am Ende nerven die nicht endenden Intrigen. Helden müssen leiden – aber man könnte die Sache hier ein wenig verkürzen; immer noch einen drauf, och nö, dachte ich, wir wissen doch, wie es ausgeht. Leider weiß man das nach dem ersten Treffen der beider Hauptprotagonisten ... Charaktere, die überzeichnete Klischees darstellen, das war megaschlecht. Der oberböse Bischof ist der wahre Teufel. Auf die Hälfte verkürzt, das hätte gelangt – zumindest die Story. Ich hätte mir stattdessen mehr historische Hintergründe gewünscht.


Auf dem Weg ins Mittelalter

Ein ein Prequel muss sich natürlich an den anderen Bänden messen. Ken Follett schwächelt hier. Als historischer Roman ist dies für mich der schlechteste Band der Serie. Eher ein Kitschroman, wenn auch ein halbwegs guter. Intrigen und noch mehr Intrigen, am Ende siegt das Gute, so kennen wir Follett. Diesmal hat es ein wenig genervt, weil der historische Hintergrund ein Hintergrund bleibt und die Story extrem durchsichtig ist, ein nerverendig druff auf die Helden. Kingsbridge und Shiring in den Anfängen – zwei fiktive Orte. Angelsachsen, England, eine Gesellschaft der Aldermänner und Kirchenführer, ein König, der Recht und Gerechtigkeit kaum durchzusetzen kann, weil er gleichzeitig von den Grafen abhängig ist. König Aethelred (978 bis 1016) - der Unberatene genannt - der während seiner Herrschaft die Dänen abwehren musste, die immer wieder die Küsten überfielen. Durch hohe Geldzahlungen, das Danegeld, versuchte er sein Land freizukaufen. Die Dänen verwüsteten 997 Cornwall, Devon, das westliche Somerset und südliche Wales, 998 Dorset, Hampshire und Sussex. 999 überfielen sie Kent. Eine bewegende Zeit, die allerdings lediglich gleich am Anfang beschrieben wird. Im Verlauf ziehen die Männer aus, um gegen die Dänen zu kämpfen – wo, wieso, warum, wird nicht erwähnt. Zeit für Intrigen, dann sind sie wieder zurück und spinnen eigene Intrigen. Emma von der Normandie war die Tochter Richards I. von der Normandie und dessen Frau Gunnora. Sie heiratete zunächst 1002 den englischen König Aethelred II. und gebar ihm Alfred sowie den späteren König Eduard (III.), den Bekenner. Auch eine sehr reizvolle Persönlichkeit, die es Wert wäre, um sie herum einen Roman zu spinnen. Sie hat hier als Bekannte von Ragna aus der Normandie einen kleinen Auftritt. Wer erwartet, etwas mehr über die englische Geschichte zu erfahren, 1024 Seiten würden dazu einladen, der wird leider wenig erfahren. Was Ken Follett schafft, ist eher atmosphärisch die Zeit wiederzugeben. Holzbauten – die Steinburgen der Normandie gab es in England zu dieser Zeit noch nicht. Ein Alderman und sein Haushalt, eine kleine Einheit; das harte Leben der einfachen Menschen, die auf Verderb und Gedeih von den hohen Herrschaften abhängig waren. Eine verlotterte Gesellschaft, in der Gewalt regierte. Wie gesagt, für mich der schwächste Band der Serie, nette Unterhaltung im Mittelmaß; mehr würde ich diesem Roman zusprechen. Wer ihn nicht liest, hat auch nichts verpasst.


Ken Follett, Autor von über zwanzig Bestsellern, wird oft als «geborener» Erzähler gefeiert. Er wurde am 5. Juni 1949 im walisischen Cardiff als erstes von drei Kindern des Ehepaares Martin und Veenie Follett geboren. Die zutiefst religiösen Folletts erlaubten ihren Kindern weder Fernsehen noch Kinobesuche und verboten ihnen sogar, Radio zu hören. Dem jungen Ken blieben zur Unterhaltung nur die unzähligen Geschichten, die ihm seine Mutter erzählte – und die Abenteuer, die er sich in seiner eigenen Vorstellungswelt schuf. Schon früh lernte er lesen; er war ganz versessen auf Bücher. Im September 1970, gleich nach der Universität, trat Ken Follett mit einem dreimonatigen Journalistenkurs den Weg an, der ihn zur Schriftstellerei führte. Zuerst arbeitete er als Zeitungsreporter für das South Wales Echo in Cardiff, nach der Geburt seiner Tochter Marie-Claire 1973 als Kolumnist für die Evening News in London. Als Ken Follett sah, dass sein Traum, ein «berühmter Enthüllungsjournalist und Starreporter» zu werden, nicht in Erfüllung gehen würde, begann er, an den Abenden und Wochenenden Romane zu schreiben. 1974 verließ er die Zeitungswelt und nahm eine Stellung bei dem kleinen Londoner Verlag Everest Books an. Seine Feierabend-Schriftstellerei führte zwar zur Veröffentlichung einiger Bücher, von denen sich aber keines gut verkaufte. «Die Nadel» (Eye of the Needle, mit Donald Sutherland in der Hauptrolle verfilmt) wurde 1978 veröffentlicht und machte Follett dann doch zum Bestseller-Autor, gewann den Edgar-Award und verkaufte sich mehr als 10 Millionen Mal. Der Erfolg dieses Buches ermöglichte es Ken, seinen bisherigen Beruf aufzugeben, eine Villa im Süden Frankreichs anzumieten und sich völlig seinem nächsten Roman namens Dreifach (Triple) zu widmen. Später kehrte er nach England zurück. In den letzten 40 Jahren hat Ken Follett 30 Romane verfasst. Seine ersten fünf Bestseller waren Spionageromane: Die Nadel (1978), Dreifach (1979), Der Schlüssel zu Rebecca (The Key to Rebecca – 1980), Der Mann aus St. Petersburg (The Man from St. Petersburg – 1982) und Die Löwen (Lie Down with Lions – 1986). Auf den Schwingen des Adlers (On Wings of Eagles – 1983) ist die wahre Geschichte zweier Angestellter von Ross Perot, die während der Revolution in 1979 aus dem Iran gerettet werden. Und dann überraschte er seine Leser mit einem radikalen Genre-Wechsel: 1989 erschien Die Säulen der Erde (The Pillars of the Earth), ein Roman über den Bau einer fiktiven Kathedrale im Mittelalter; es wurde der erste Teil der Kingsbride-Serie. Das Buch führte sechs Jahre lang die deutschen Bestsellerlisten an. Die folgenden drei Romane, Nacht über den Wassern (Night Over Water – 1991), Die Pfeiler der Macht (A Dangerous Fortune – 1993) und Die Brücken der Freiheit (A Place Called Freedom – 1995), waren eher historische Romane als Thriller. Mit dem Roman Der dritte Zwilling (The Third Twin – 1996) kehrte er jedoch wieder ins Thriller-Genre zurück. Die Kinder von Eden (The Hammer of Eden – 1998) war wieder ein Kriminalroman, der in der Gegenwart angesiedelt ist, gefolgt von Das zweite Gedächtnis (Code to Zero – 2000), einem Thriller, der zur Zeit des Kalten Krieges spielt. Für die beiden anschließenden Romane wählte Ken wieder den 2. Weltkrieg als Hintergrund: Die Leopardin (Jackdaws – 2001) ist die Geschichte einer Gruppe von Frauen, die an Fallschirmen über dem besetzten Frankreich abspringen, um ein strategisch wichtiges Fernmeldeamt zu zerstören (der Roman gewann 2003 den begehrten Corine-Preis); Es folgten Mitternachtsfalken (Hornet Flight – 2002), Eisfieber (Whiteout – 2004). Die Tore der Welt (World Without End – 2007) ist die lang erwartete Fortsetzung zu Die Säulen der Erde. In diesem Roman kehrt Ken zweihundert Jahre später nach Kingsbridge zurück und berichtet von den Nachkommen der Figuren. Es folgte die «Jahrhundert-Saga»: Sturz der Titanen (Fall of Giants, 2010), Winter der Welt (Winter of the World, 2012), Kinder der Freiheit (Edge of Eternity), die das Schicksal von fünf Familien über den Ersten und Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Berliner Mauer beschreibt. Die großen Freuden in Folletts Leben, abgesehen von den ihm nahe stehenden Menschen, sind gutes Essen und Wein, Shakespeare und Musik. 2007 verlieh ihm die University of Glamorgan die Ehrendoktorwürde in Literatur und die Saginaw Valley State University in Michigan einen ähnlichen Titel; dort gibt es auch ein eigenes «Ken-Follett-Archive», wo seine Unterlagen aufbewahrt werden. 2008 schloss sich die University of Exeter an.



Ken Follett 
Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
Titel der Originalausgabe: The Evening and the Morning
Gesprochen von: Tobias Kluckert
Serie: Kingsbridge-Serie
Übersetzt aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher
Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 28 Std. und 59 Min.
Historischer Roman, Prequel, England, englische Literatur, König Aethelred, Danegeld, Emma von der Normandie
Lübbe Audio, Audible, 2020
Lübbe Verlag, 2020, Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband, 1024 Seiten




Historische Romane und Sachbücher

Im Prinzip bin ich an aller historischer Literatur interessiert. Manche Leute behaupten ja, historisch seien Bücher erst ab Mittelalter.  Historisch - das Wort besagt es ja: alles ab gestern - aber nur was von historischem Wert ist. Was findet ihr bei mir nicht? Schmonzetten in mittelalterlichen Gewändern. Das mag ganz nett sein, hat für mich jedoch keine historische Relevanz.  Hier gibt es Romane und Sachbücher mit echtem historischen Hintergrund.
Historische Romane



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Ethnobotanik von Sarah Edwards

  Intro mit KI entwickelt Eine Pflanze ist niemals nur eine Pflanze! Hamamelis , die Zaubernuss, wird beispielsweise bei Hautreizungen und Entzündungen eingesetzt. Ihre Wirkstoffe finden sich heute weltweit in Salben und anderen Arzneimitteln. Das Wissen darüber ist allerdings sehr viel älter als die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Pflanze. Oder die Alraune , die in fast jedem Fantasy-Schmöker eingesetzt wird.  Und damit kommt Edwards zu einem Aspekt, den ich besonders interessant finde: Wem gehört dieses Wissen? Weiter zur Rezension:    Ethnobotanik von Sarah Edwards

Rezension - Schranken gehen auf von Eva Opitz

  Intro mit KI erstellt Bei diesem historischen Roman hatte ich nach dem Klappentext eine ziemlich klare Vorstellung davon, was mich erwartet: Die Geschichte einer Jüdin , die unter dem NS-Regime ihre Heimat verlassen muss – da denkt man unweigerlich an Verfolgung, Angst, eine gefährliche Flucht und an ein Leben, das von einem Tag auf den anderen aus den Fugen gerät. Genau diese Geschichte habe ich nicht erhalten. Natürlich hatte Elisabeth kein leichtes Leben, aber im Ausland war sie nicht den Repressalien ausgesetzt, die ich erwartet hatte. Zudem fehlt sie erzählerische Kraft der Geschichte.  Weiter zur Rezension:    Schranken gehen auf von Eva Opitz

Rezension - Reservoir Bitches von Dahlia de la Cerda

Intro erstellt mit KI Wütend, laut, brutal – und verdammt gut. Schon der Titel macht klar, dass dies kein Buch ist, das es sich nicht um einen romantischen Liebesroman handelt. Dahlia de la Cerda schreibt über Frauen in Mexiko , über Gewalt, Armut, Klasse, Abtreibung, Drogen und Femizide – und über eine Gesellschaft, in der es einen gewaltigen Unterschied macht, auf welcher Seite der Gesellschaft man geboren wird. Kurzgeschichten, die ein Geflecht bilden. Ein Noir , Kriminalliteratur , Gesellschaftsroman , nichts für schwache Nerven. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Reservoir Bitches von Dahlia de la Cerda

Rezension - Viper‘s Dream von Jake Lamar

Intro erstellt mit KI New York , 1961. Clyde Morton , genannt Viper, hat gerade seinen dritten Mord begangen, den ersten, den er bereut. Doch anstatt zu fliehen – sein Kontaktmann bei der Polizei hat ihm drei Stunden gegeben –, besucht er im Cathouse  Nica, die Baroness Pannonica de Koenigswarter . Hier denkt er über sein Leben nach, seine drei Wünsche, die Schutzpatronin der New Yorker Jazzszene ihm aufgetragen, aufzuschreiben, wie allen Jazzmusikern, die bei ihr ein- und ausgehen. ein Noir Kriminalroman , ein Gangsterroman , Kriminalliteratur, im Rhythmus des Jazz und im Rauch von Marihuana - ein Harlem , das mit dem Heroin abstürzt. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Viper‘s Dream von Jake Lamar

Rezension - Guten Morgen - Gute Nacht von Johanna Schaible

Intro erstellt mit KI   Die Reise von Sonne und Mond – 24 Stunden, die alle Menschen verbinden. Ein Wendebuch mit atmosphärischer Gestaltung. Eine Geschichte über das, was uns alle auf der Welt verbindet – die Dämmerung am Morgen die am Abend; die Veränderung des Lebens im Tageszyklus . Dieses Bilderbuch zeigt uns, was in 24 Stunden überall auf der Welt passiert: Die Sonne geht auf, ein neuer Tag beginnt, und wir stehen auf. Am Abend beginnt es zu dämmern und wir bereiten uns für die Nacht vor. Ein wundervolles atmösphärisches Bilderbuch ab 4 Jahren zum Schauen, fühlen und sprechen. Empfehlung – ein Kinderbuch zum Entspannen! Weiter zur Rezension:    Guten Morgen - Gute Nacht von Johanna Schaible

Rezension - Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos

  Intro mit KI erstellt Christelle Dabos entwirft in in diesem Jugendroman eine Gesellschaft, in der nicht das Ich, sondern das Wir zählt. Jeder Mensch besitzt einen Instinkt, eine angeborene Bestimmung, mit der er der Gemeinschaft dient. Es gibt Beschützer, Vertraute, Reparierer und zahlreiche weitere Funktionen. Persönliche Wünsche haben sich diesem System unterzuordnen, Individualität ist nicht vorgesehen. Ich habe mich durch den Wälzer hindurchgequält, der in Komplexität, Sprache und und Auswälzug sehr anstrengend ist. Daher von mir für das Jugendbuch, eine Dystopie, die Empfehlung: ab 16 Jahren, vom Verlag ab 14 Jahren. Weiter zur Rezension:    Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos 

Rezension - Das Glück liegt hinter der Hecke von Sara Pennypacker

Intro erstellt mit KI   Leeva  lebt in einem Haus mit ihren profitüchtigen Eltern zusammen, für die nur Geld und Ruhm etwas bedeuten. Sie darf das Haus, bzw. den Garten nicht verlassen, wächst völlig vernachlässigt auf. Ihre Neugier und ihr Wunsch auf den Blick hinter die Gartenhecke lässt sie die Verbote vergessen und sie büchst aus, schleicht ins nächstgelegene Haus: die Stadtbibliothek . Welch wundersame Welt sie draußen findet! Menschen, die sie mögen, mit denen sie Freundschaft schließt. Davon handelt dieses herrliche Kinderbuch, begleitet vom Duft von Ingwerkeksen – eine Befreiung aus der Zwangswelt. Ein charmantes Buch, witzig, eine zärtliche Hommage an die Kraft von Beharrlichkeit, Gemeinschaft und Freundschaft. Weiter zur Rezension:    Das Glück liegt hinter der Hecke von Sara Pennypacker

Rezension - Die Frau als Mensch von Ulli Lust

  Intro mit KI erstellt Wie viel können wir über Menschen wissen, die vor 30.000 Jahren gelebt haben? Wir finden ihre Werkzeuge, ihre Gräber, ihre Kunst und einige wenige Spuren ihres Alltags. Aber wir wissen nicht, was sie glaubten, welche Geschichten sie sich erzählten und welche Bedeutung sie den Dingen gaben, die sie hinterlassen haben. Genau in diesen Zwischenraum zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und dem, was wir nur vermuten können, begibt sich Ulli Lust in Sachcomic . Weiter zur Rezension:    Die Frau als Mensch von Ulli Lust

Rezension - I Don’t Know How to Draw a Tree von Carmen José

  Intro mit KI erstellt Wie zeichnet man eigentlich einen Baum? Ein Stamm, ein paar Äste, eine grüne Krone – fertig ist der Baum. So ungefähr haben vermutlich die meisten von uns als Kinder angefangen. Später lernen wir Perspektive , Proportionen , Licht und Schatten . Wir lernen, genauer hinzusehen und möglichst genau zu zeichnen. Aber was passiert dabei mit dem eigenen Blick? Carmen José stellt in diesem Buch eine wunderbar einfache Frage, die sich letztendlich als nicht so einfach erweist: Das Bilderbuch ist gleichzeitig ein Gedichtband, ein Künstlerbuch und kleines philosophisches Experiment . Ein ungewöhnliches, wunderschön gestaltetes kleines Buch, das sich mit Kreativität , Wahrnehmung und die Freiheit, etwas nicht zu wissen beschäftigt. Empfehlung - Allage! Weiter zur Rezension:      I Don’t Know How to Draw a Tree  von Carmen José

Rezension - Königin der Nacht – Ein kurzes Buch über meine Mutter von Lukas Bärfuss

Nach «Vaters  Kiste» hat Lukas Bärfuss nun in einem autobiografischen Essay mit dem Leben seiner Mutter abgerechnet. «Eine Mutter ist, was man nicht loswird. Auch nicht mit dem Tod.» 1971 in Thun geboren, die Mutter wohnt eher allein mit ihrem Sohn, bzw. mit vielen Männern. Lukas Bärfuss wächst im Rotlichtmilleu auf; seine Mutter war eine Frau ohne Bildung, die von ihrem Freiheitsverlangen getrieben wurde, in das der Sohn nicht hineinpasste. Tagsüber reinigte sie in einem Autohaus die Wagen, die aus der Reparatur kamen, am Abend stand sie an einer Rotlicht-Bar. Als sie älter war, arbeitete sie als Putzfrau und in einer Wäscherei. Der Junge war nie gewollt, so wurde er auch behandelt – als Rabenmutter titulierte sie sich sogar selbst. Eine Mutter, die ihn hat sitzen lassen in seiner Kindheit und ein System, das dieses Kind hängenließ. Ein wundervolles Buch, schnörkellos geschrieben, das sehr zu Herzen geht. Weiter zur Rezension:    Königin der Nacht – Ein kurzes Buch ...