Direkt zum Hauptbereich

Vielleicht von Kobi Yamada und Gabriella Barouch - Rezension

Rezension 


von Sabine Ibing



Vielleicht 


von Kobi Yamada und Gabriella Barouch


Zunächst wundert man sich, ein Bilderbuch für Kinder von 4 - 8 Jahren, sehr textreduziert. Aber es ist kein Buch zum Vorlesen, sondern eins zum miteinander reden, eins, über sich selbst nachzudenken. Wer bin ich und was kann ich, was sind meine Stärken, was werde ich später einmal machen? Jeder Mensch ist einzigartig und jeder Mensch besitzt besondere Fähigkeiten. Was kann ich außerordentlich gut und was macht mir sehr viel Spaß? Um selbst reflektieren zu können, braucht es eine gewisse Reife, die Altersangabe ist so in Ordnung. Mit den Fragestellungen kann man seine Fantasie spielen lassen. «Vielleicht werde ich einmal etwas erfinden!» Was könnte man erfinden? Der Fantasie ist freien Lauf gesetzt, und sei es etwas vollkommen Blödsinniges … «Probier so viele Dinge aus, wie du nur kannst!» Ein wichtiges Lebensmotto. Was würdest du gerne ausprobieren? Die Schönheit der kleinen Dinge erkennen, es einfach wagen. Kennst du Erfinder, Entdecker, Wissenschaftler, die die Welt verändert haben? Viele von ihnen hat man anfangs ausgelacht. Und warum haben sie trotzdem weitergemacht? Kennst du Leute, die verrückte Dinge tun – mit einem Kanu über die Weltmeere reisen, auf einem Seil über den Canyon balancieren. Was findest du faszinierend, was erschreckt dich? Manche Menschen können andere begeistern. Für andere sprechen, Massen bewegen! Was ist mit Greta, ist das so eine?





Im zweiten Teil geht es um das Durchhaltevermögen. Nicht beim ersten Mal gelingt alles. Für viele Dinge muss man lange üben. Auch der Kölner Dom ist ein paar Mal zusammengekracht, bis er stand. Die berühmten Maler haben nicht gleich die Bilder gemalt, die heute in den Museen hängen. Scheitern, Frust ertragen, weitermachen. Das kennt wohl auch jeder Sportler. Wie gesagt, wer dies Buch als Vorlesebuch ansieht, der wird enttäuscht sein. Bücher sind dazu da, dass man über sie redet und dies hier fordert auf, miteinander zu reden, über sich selbst nachzudenken. In jeder einzelnen Frage stecken unendlich viele Möglichkeiten, sie zu interpretieren. Das ist das Schöne an dem Buch, man kann immer wieder von vorn anfangen. Die Zeichnungen von Gabriella Barouch sind sehr empathisch, in gedeckten bunten Farben in Mischtechnik gestaltet. Fantasie in Bild und Text, Selbstreflexion, philosophische Gedanken kindgerecht verpackt: Jeder Mensch hat Talente. Setze sie ein und stehe zu dem, was dich antreibt.




Kobi Yamada ist ein New York Times Bestsellerautor und CEO von Compendium, einem Unternehmen, indem Menschen besondere Dinge kreieren. Kobi lebt mit seiner Familie im Land des fliegenden Lachses – so sagt er über sich selbst. Er fragt sich oft, ob sein Leben vielleicht noch schöner ist, als er es sich je erträumt hat.
Gabriella Barouch ist eine preisgekrönte israelische Illustratorin, die in Tel Aviv wohnt. Sie wurde von Communication Arts, der American Society of Illustrators, den YCN Professional Awards, der 3x3 Pro Show, dem Hiii Illustration International Wettbewerb und anderem ausgezeichnet. Ihre Arbeiten sind international anerkannt und werden ausgestellt. Gabriella Barouch reist gerne und hat in den letzten Jahren Island, Dänemark, Frankreich, die Schweiz, Deutschland und die Vereinigten Staaten besucht, wo sie Illustrationskurse an der Lehigh University lehrte. Gabriella Barouch ist vielfältig, sie hat  Briefmarken und Souvenirs für die französische Post, Kinderkleidung für Soft Gallery Fashion und Illustrationen für Weinetiketten entworfen. Außerdem hat sie an Buchumschlägen, CD-Covern, Leitartikeln, Theaterkunst und mehr gearbeitet. Und natürlich hat sie eine Menge Bilderbücher illustriert.


Kobi Yamada & Gabriella Barouch 
Vielleicht
Originaltitel: maybe
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Gerda M. Pum
Bilderbuch
adrian Verlag, 2020, 44 Seiten, Hardcover, 22,3 x 1,2 x 31 cm
Empfohlenes Alter: 4 - 8 Jahren

Kommentare

  1. Ich liebe dieses Buch es macht mit und gleichzeitig nachdenklich es ist sehr schön geschrieben und Man kann es in wirklich jedem Alter lesen und für jedes Alter verschenken

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Ethnobotanik von Sarah Edwards

  Intro mit KI entwickelt Eine Pflanze ist niemals nur eine Pflanze! Hamamelis , die Zaubernuss, wird beispielsweise bei Hautreizungen und Entzündungen eingesetzt. Ihre Wirkstoffe finden sich heute weltweit in Salben und anderen Arzneimitteln. Das Wissen darüber ist allerdings sehr viel älter als die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Pflanze. Oder die Alraune , die in fast jedem Fantasy-Schmöker eingesetzt wird.  Und damit kommt Edwards zu einem Aspekt, den ich besonders interessant finde: Wem gehört dieses Wissen? Weiter zur Rezension:    Ethnobotanik von Sarah Edwards

Rezension - Schranken gehen auf von Eva Opitz

  Intro mit KI erstellt Bei diesem historischen Roman hatte ich nach dem Klappentext eine ziemlich klare Vorstellung davon, was mich erwartet: Die Geschichte einer Jüdin , die unter dem NS-Regime ihre Heimat verlassen muss – da denkt man unweigerlich an Verfolgung, Angst, eine gefährliche Flucht und an ein Leben, das von einem Tag auf den anderen aus den Fugen gerät. Genau diese Geschichte habe ich nicht erhalten. Natürlich hatte Elisabeth kein leichtes Leben, aber im Ausland war sie nicht den Repressalien ausgesetzt, die ich erwartet hatte. Zudem fehlt sie erzählerische Kraft der Geschichte.  Weiter zur Rezension:    Schranken gehen auf von Eva Opitz

Rezension - Reservoir Bitches von Dahlia de la Cerda

Intro erstellt mit KI Wütend, laut, brutal – und verdammt gut. Schon der Titel macht klar, dass dies kein Buch ist, das es sich nicht um einen romantischen Liebesroman handelt. Dahlia de la Cerda schreibt über Frauen in Mexiko , über Gewalt, Armut, Klasse, Abtreibung, Drogen und Femizide – und über eine Gesellschaft, in der es einen gewaltigen Unterschied macht, auf welcher Seite der Gesellschaft man geboren wird. Kurzgeschichten, die ein Geflecht bilden. Ein Noir , Kriminalliteratur , Gesellschaftsroman , nichts für schwache Nerven. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Reservoir Bitches von Dahlia de la Cerda

Rezension - Viper‘s Dream von Jake Lamar

Intro erstellt mit KI New York , 1961. Clyde Morton , genannt Viper, hat gerade seinen dritten Mord begangen, den ersten, den er bereut. Doch anstatt zu fliehen – sein Kontaktmann bei der Polizei hat ihm drei Stunden gegeben –, besucht er im Cathouse  Nica, die Baroness Pannonica de Koenigswarter . Hier denkt er über sein Leben nach, seine drei Wünsche, die Schutzpatronin der New Yorker Jazzszene ihm aufgetragen, aufzuschreiben, wie allen Jazzmusikern, die bei ihr ein- und ausgehen. ein Noir Kriminalroman , ein Gangsterroman , Kriminalliteratur, im Rhythmus des Jazz und im Rauch von Marihuana - ein Harlem , das mit dem Heroin abstürzt. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Viper‘s Dream von Jake Lamar

Rezension - Guten Morgen - Gute Nacht von Johanna Schaible

Intro erstellt mit KI   Die Reise von Sonne und Mond – 24 Stunden, die alle Menschen verbinden. Ein Wendebuch mit atmosphärischer Gestaltung. Eine Geschichte über das, was uns alle auf der Welt verbindet – die Dämmerung am Morgen die am Abend; die Veränderung des Lebens im Tageszyklus . Dieses Bilderbuch zeigt uns, was in 24 Stunden überall auf der Welt passiert: Die Sonne geht auf, ein neuer Tag beginnt, und wir stehen auf. Am Abend beginnt es zu dämmern und wir bereiten uns für die Nacht vor. Ein wundervolles atmösphärisches Bilderbuch ab 4 Jahren zum Schauen, fühlen und sprechen. Empfehlung – ein Kinderbuch zum Entspannen! Weiter zur Rezension:    Guten Morgen - Gute Nacht von Johanna Schaible

Rezension - Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos

  Intro mit KI erstellt Christelle Dabos entwirft in in diesem Jugendroman eine Gesellschaft, in der nicht das Ich, sondern das Wir zählt. Jeder Mensch besitzt einen Instinkt, eine angeborene Bestimmung, mit der er der Gemeinschaft dient. Es gibt Beschützer, Vertraute, Reparierer und zahlreiche weitere Funktionen. Persönliche Wünsche haben sich diesem System unterzuordnen, Individualität ist nicht vorgesehen. Ich habe mich durch den Wälzer hindurchgequält, der in Komplexität, Sprache und und Auswälzug sehr anstrengend ist. Daher von mir für das Jugendbuch, eine Dystopie, die Empfehlung: ab 16 Jahren, vom Verlag ab 14 Jahren. Weiter zur Rezension:    Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos 

Rezension - Das Glück liegt hinter der Hecke von Sara Pennypacker

Intro erstellt mit KI   Leeva  lebt in einem Haus mit ihren profitüchtigen Eltern zusammen, für die nur Geld und Ruhm etwas bedeuten. Sie darf das Haus, bzw. den Garten nicht verlassen, wächst völlig vernachlässigt auf. Ihre Neugier und ihr Wunsch auf den Blick hinter die Gartenhecke lässt sie die Verbote vergessen und sie büchst aus, schleicht ins nächstgelegene Haus: die Stadtbibliothek . Welch wundersame Welt sie draußen findet! Menschen, die sie mögen, mit denen sie Freundschaft schließt. Davon handelt dieses herrliche Kinderbuch, begleitet vom Duft von Ingwerkeksen – eine Befreiung aus der Zwangswelt. Ein charmantes Buch, witzig, eine zärtliche Hommage an die Kraft von Beharrlichkeit, Gemeinschaft und Freundschaft. Weiter zur Rezension:    Das Glück liegt hinter der Hecke von Sara Pennypacker

Rezension - Die Frau als Mensch von Ulli Lust

  Intro mit KI erstellt Wie viel können wir über Menschen wissen, die vor 30.000 Jahren gelebt haben? Wir finden ihre Werkzeuge, ihre Gräber, ihre Kunst und einige wenige Spuren ihres Alltags. Aber wir wissen nicht, was sie glaubten, welche Geschichten sie sich erzählten und welche Bedeutung sie den Dingen gaben, die sie hinterlassen haben. Genau in diesen Zwischenraum zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und dem, was wir nur vermuten können, begibt sich Ulli Lust in Sachcomic . Weiter zur Rezension:    Die Frau als Mensch von Ulli Lust

Rezension - I Don’t Know How to Draw a Tree von Carmen José

  Intro mit KI erstellt Wie zeichnet man eigentlich einen Baum? Ein Stamm, ein paar Äste, eine grüne Krone – fertig ist der Baum. So ungefähr haben vermutlich die meisten von uns als Kinder angefangen. Später lernen wir Perspektive , Proportionen , Licht und Schatten . Wir lernen, genauer hinzusehen und möglichst genau zu zeichnen. Aber was passiert dabei mit dem eigenen Blick? Carmen José stellt in diesem Buch eine wunderbar einfache Frage, die sich letztendlich als nicht so einfach erweist: Das Bilderbuch ist gleichzeitig ein Gedichtband, ein Künstlerbuch und kleines philosophisches Experiment . Ein ungewöhnliches, wunderschön gestaltetes kleines Buch, das sich mit Kreativität , Wahrnehmung und die Freiheit, etwas nicht zu wissen beschäftigt. Empfehlung - Allage! Weiter zur Rezension:      I Don’t Know How to Draw a Tree  von Carmen José

Rezension - Das Unwetter von Brit Bildøen

Intro erstellt mit KI Ein abgelegenes Berghotel in Norwegen , Ende Oktober, Dauerregen und eine Straße, die nach einem Bergrutsch unpassierbar geworden ist: Eigentlich bringt Brit Bildøens Roman alles mit, was es für ein atmosphärisches Kammerspiel braucht. Eine Familie ist zusammengekommen, um die goldene Hochzeit der Eltern zu feiern, draußen wird das Wetter immer bedrohlicher. Als zwei Jäger im Hotel stranden, stellt sich bald die Frage, was sie bei diesem Unwetter überhaupt in den Bergen gesucht haben. Möglicherweise waren sie auf illegaler Wolfsjagd . Auch der Familienhund verhält sich plötzlich merkwürdig. Die Zutaten sind also vorhanden – nur leider entwickelt sich daraus erstaunlich wenig. Weiter zur Rezension:    Das Unwetter von Brit Bildøen