Direkt zum Hauptbereich

Von Anni Alligator bis Zeno Zebra - Rezension

Rezension 

von Sabine Ibing




Von Anni Alligator bis Zeno Zebra 

von Nelleke Verhoeff


A-Z, viel muss ich hier nicht erklären, Buchstaben kennenlernen, sich mit dem Alphabet beschäftigen – und das auf spaßige Art und Weise. Zu jedem Buchstaben gibt es vier bis fünf Tiere, beim C nur das Chamälion, H, I J, O sind auch dünn besiedelt. Bis O geht es der Reihe nach, plötzlich taucht ein X mittendrin auf, zwischen dem R taucht wieder ein N auf, das Q kommt mitten im S. – S gibt es eine Menge, T,U,V,W ist dann wieder nur mit einem Begriff vertreten, obwohl – ein T taucht wieder beim W auf, Y, Z je eins. Ebenso verwirrend tauchen manche einseitigen Grafiken mittendrin auf – Boris Boxer zwischen E + F, Edwi & Erfried Erdmännen bei H + I. Nicht immer wird also die Reihenfolge des Alphabets eingehalten. Didaktisch halte ich das für nicht so gelungen. Alphabet und Zahlen, für den Anfänger ist die Reihenfolge wichtig. Weniger ist mehr, gerade für den Anfänger. Alligator bis Zebra hätte mir gereicht, obwohl die zusàtzliche Namensgebung nicht so störend wie das Durcheinander ist.




Die Grafik ist sehr gelungen, witzig, in gedeckten Farben, passend zum Vorschulalter. Und da wären wir bei der Altersangabe, die der minedition Verlag auf 24 Monate - 10 Jahre vorschlägt. Ein Kindersachbuch von 2-10 Jahren? Was bitteschön sollen Zwei- und Dreijährige mit dem Alphabet anfangen? Und mit 10 Jahren geht es in die weiterführende Schule, das Alphabet ist längst kein Thema mehr. Kürzlich habe ich das Sachbilderbuch »Alle Tiere, die ich (noch nicht) kenne von Laura Bednarski« rezensiert, auch ein A-Z-Buch, das hat eine ganz andere Qualität.

So ganz bin ich aus diesem Bilderbuch nicht schlau geworden. Weder hat sich mir die Zielgruppe erschlossen, noch der didaktische Aufbau.




Nelleke Verhoeff ist eine Illustratorin, die in Rotterdam, Niederlande, lebt. Sie begann ihre Karriere als Theaterdarstellerin und machte physisches und visuelles Theater mit Zirkustechniken und Masken. Anschließend entdeckte sie ihre Liebe zum Zeichnen, Malen und zur Digitalen Kunst. Seit 2015 hat sie mehrere Bücher illustriert. Ihre Arbeit wurde für die Ilustrarte 2016 Ausstellung in Lissabon, Portugal, ausgewählt. Außerdem gewann sie 2017 den weltweiten Bilderbuchwettbewerb »Picture This« und sie war eine der Finalistinnen beim Silent Book Contest 2018.


Nelleke Verhoeff 
Von ANNI ALLIGATOR bis ZENO ZEBRA
Sachbilderbuch
minedition, Format : 22 x 24 cm, 32 Seiten, 2019
24 Monate - 10 Jahre

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Franz – oder warum Antilopen nebeneinander laufen von Christoph Simon

Ein Schweizer Kultbuch von 2001, neuaufgelegt, ein Comming of age – Roman, schräg, amüsant, empathisch, spleenig. Franz ist einer, der weiß, dass er irgendwie die Schule überstehen muss, mit Abschluss, aber wozu das alles gut sein soll, hat er noch lange nicht kapiert. Schule ist irgendwie ein Stück Heimat, wenn nur der Unterricht nicht wäre. Ein typisches Jugendbuch, allerdings in einer Form, das auch Erwachsenen gefällt.

Hier geht es zur Rezension:   Franz – oder warum Antilopen nebeneinander laufen von Christoph Simon

Rezension - Licht im Dunkel von Hetty Krist

Ein wundervolles Kinderbuch, das ich beim Lychatz Verlag gefunden habe: Tom steigt hinab in die Tiefsee und lässt sich von verschiedenen Meeresbewohnern helfen, sein Armband zu finden, das ins Meer gefallen war.  Mit dabei Lampenfische, ein riesiger Riemenfisch, Periphylla, die Kronenqualle, Axolotls. Zeichnungen, die berühren – einfach hineinfallen lassen.

Weiter zur Rezension:   Licht im Dunkel von Hetty Krist 

Rezension - Bis ans Ende der Welt von Anita Ganeri und Michael Mullan

Auf den Spuren großer Entdecker Wir leben in einer Zeit, in der es eigentlich keinen neuen Fleck auf dieser Welt zu entdecken gibt. Jeder kann  für sich selbst Neues entdecken – aber nichts, das für den Rest der Welt noch unbekannt ist. Die Abenteurer aus diesem spannenden Buch lebten in einer Zeit vor uns, als es noch viel zu entdecken gab. Mutige Entdecker*innen erforschten unsere Erde, entdeckten neue Seewege, neue Länder: Hanno der Seefahrer, Zheng He, Marco Polo, Ibn Battuta, Zheng He, Christopher Columbus, Vasco de Gama, Ferdinand Magellan, Hernàn Cortés,  James Cook, Lewis und Clark, David Livingstone, Mary Kingsley, Robert E. Peary, Roald Amundsen, Ernest Shackleton, Amelia Earhart, Norgay und Hillary, Neil Armstrong, Ellen MacArthur. Ein sehr gelungenes Sachbuch f¨ür Kinder!

Weiter zur Rezension:   Bis ans Ende der Welt von Anita Ganeri und Michael Mullan

Rezension - D Chatz isch zur Sou – Tierweg 1 von Matto Kämpf und Yves Noyau

D Chatz isch zur Sou 
Tierweg 1 
Zwei als Kinderbücher ausgewiesene Exemplare, die mich erreichten – erreichten als gute Karikatur. Beide Bücher sind grafisch eine Wucht! Nicht nur in Farbe und künstlerischem Ausdruck – auch in der Heftigkeit. Karikatur muss dies tun! Mir haen die Bücher gut gefallen. Ob ich die Bücher Kindern in die Hand geben würde? Nein. Sie wären heillos überfordert – das ein oder andere sicher auch schockiert. Kinderbücher sollen genauso gesellschaftskritisch sein, wie Bücher für Erwachsene. Aber eben in der Form für Kinder verständlich und für Kinder visuell aufgearbeitet.

Weiter zur Rezension: D Chatz isch zur Sou – Tierweg 1 von Matto Kämpf und Yves Noyau

Rezension - Nature Sketching von Ueli Bieri

Mit Stift und Pinsel die Natur entdecken, der Schweizer Aquarellmaler lässt den Leser über die Schulter schauen. Er hat seine eigene Technik, die er über 200 Seiten lang präsentiert. Wer erwartet, er könne hier die verschiedenen Aquarelltechniken lernen, die man beim Nature Sketching anwenden kann, liegt falsch. Fauna und Flora in der Schweiz ist das Thema, sehr elegant und differenziert, aber auch sehr einseitig.

Weiter zur Rezension:   Nature Sketching von Ueli Bieri

Rezension - Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren von Ali Benjamins

Eins der besten Jugendbücher, die ich seit Jahren gelesen habe. Was heißt hier Jugendbuch? Ich würde es unter All-Age listen. Susy ist zwölf und ein Außenseiter in der Schule, denn sie interessiert sich weder für klavierspielende Katzen, noch Mode. Suzy ist an der Natur interessiert, will wissen, warum Dinge funktionieren. Sie hat eine einzige Freundin, Fanny. Und Fanny ertrinkt beim Schwimmen. Das kann nicht einfach so passieren! Irgendjemand muss Schuld sein, denkt Suzy. Ein philosophisches Buch über Freundschaft, Natur, unsere Welt, sehr empathisch, spannend, einer Suzy, die man gern haben muss, die den Leser aber auch an der Nase herumführen kann …
Hier geht es zur Rezension:   Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren von Ali Benjamins

Rezension - Unerhörte Stimmen von Elif Shafak

Leila, eine Prostituierte, liegt tot auf einer Müllhalde. Ihre Seele schwebt noch über dem Körper und sie blickt auf ihr Leben zurück – unfassbar, sie ist tot, ermordet, wie konnte es dazu kommen? Sie ist in den Fünfzigern im ostanatolischen Van geboren, streng religiös erzogen. Aber Leila will sich nicht fügen, flüchtet vor der Zwangsverheiratung nach Istanbul, um einen Job zu finden. Sie gerät aber sofort an die falschen Personen und landet als Prostituierte im Rotlichtmilieu.

Weiter zur Rezension:   Unerhörte Stimmen von Elif Shafak

Rezension - Nase bohren, Öhrchen kratzen! von Yayo Kawamura

Ein Fingerspielbuch für Kinder ab 18 Monaten. Schöne Gestaltung, Mitmachcharakter. So weit gefällt mir das Bilderbuch. Inhaltlich ist es nun gar nicht altersgerecht, hier verstehe ich den Sinn nicht.

Weiter zur Rezension:    Nase bohren, Öhrchen kratzen! von Yayo Kawamura

Rzension - Die Zeuginnen von Margaret Atwood

Sprecherinnen: Leslie Malton, Eva Meckbach, Inka Löwendorf, Vera Teltz, Julian MehneAudible, Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 13 Std. und 9 Min.
Vor 15 Jahren erschien die Dystopie »Der Report der Magd« und endete offen: »Und so steige ich hinauf, in die Dunkelheit dort drinnen oder ins Licht.« - der letzte Satz der Magd Desfred. Margaret Atwood hat nun die Fortsetzung des Romans herausgegeben – allerdings setzt das Buch nicht ans Ende des Vorgängers an, und der Roman ist in einem völlig anderen Stil geschrieben. Spannend aus drei Perspektiven zeigt die Dystopie uns, wie Gilead, eine Diktatur, ein Unrechtsstaat, funktioniert. Drei Frauen, die einen Staat ins Wanken bringen …

Weiter zur Rezension:   Die Zeuginnen von Margaret Atwood

Rezension - Lola von Melissa Scrivner Love

Der Thriller hat den Edgar Award erhalten – für mich amerikanische Literatur mit Mittelmaß. Es ist eine gute Milieustudie, das ist sehr gut herausgearbeitet: dreckige, arme Viertel, Gewalt, Drogen, Armut, eine Welt ohne Zukunft. Das Leben in einem Latinoviertel in Süden LA’s ist gut beschrieben, hat mir sehr gefallen. Hier hat das Buch seine absoluten atmosphärischen Stärken. Den Figuren allerdings bin ich nicht nahegekommen, nicht wirklich der ganzen Geschichte. Lola, die eine Gang anführt, allerdings im Hintergrund, weil sie eine Frau ist – offiziell ist ihr Lebenspartner Garcia der Chef, gerät in einen Bandenkrieg …

Weiter zur Rezension:   Lola von Melissa Scrivner Love